Ein kleiner, inspirierender Denkanstoss für die Woche (und darüber hinaus):
http://kwerfeldein.de/index.php/2011/01/31/perfektion-ist-langweilig/
Herzliche Grüße,
Dieter
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31.01.2011 - 13:06 Uhr
Ein kleiner, inspirierender Denkanstoss für die Woche (und darüber hinaus):
http://kwerfeldein.de/index.php/2011/01/31/perfektion-ist-langweilig/
Herzliche Grüße,
Dieter
31.01.2011 - 13:10 Uhr
Danke für den Link, Dieter!
"Unperfekt" wäre mal ein cooles MT ;-)
Viele Grüße
Dirk
31.01.2011 - 13:14 Uhr
Ein Bild benötigt für Perfektion drei Dinge:
- technische Perfektion
- Bildaufbau
- Aussage
Fehlt eine der drei Komponenten, so ist das Bild nicht perfekt, auch wenn es scharf und richtig belichtet ist.
Technische Perfektion bedeutet dabei auch nicht "scharf" und "korrekt Belichtet" sondern "richtige Schärfe" und "richtige Belichtung".
Das sind feine, aber wesentliche Unterschiede.
Grüße
Reinhard Wagner
31.01.2011 - 13:41 Uhr
Interessanter Artikel...
ich überlege mir gerade was eigentlich schon Perfekt ist...
Oder was bei der Fotografie damit gemeint ist…
Ich meine das es am Fotograf selbst liegt durch seine Augen und Sinneseindrücke die Kamera mit ihren Parameter so zu benutzen das genau die projektierte Aussagen belichtet wird… Technisch muss das nicht immer einwandfrei sein…
Am ende liegt es am Betrachter ob dieser… Die Sprache des Fotografen erkennt…
Für denn einer ist es die Gesamtsumme der Parameter und für eine anderer nur ein kleiner Detail… und mancher empfindet nichts… wer kann es schon vorhersagen…?
Gruß
José
31.01.2011 - 14:06 Uhr
Perfekt oder nicht liegt im Auge des Betrachters. Ein Bewerbungsfoto oder ein Foto für die Abschlussprüfung zum Fotografen sollte sicherlich techn. korrekt sein.
Wenn ich eine abstrakte Ausstellung mache will, kann ein unscharfes, verwackeltes, aus der Hüfte geschossenes Foto dafür perfekt sein.
Oder aber sogar im Auge des Fotografen. Ein verwackeltes Bild kann z.B. perfekt sein, um zu Zeigen wie es nicht geht. Nach dem Motto: niemand ist unnütz, er kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen :-)
So kann es kommen, dass der Fotograf ein Foto für absolut misslungen und der "Kunde" es für perfekt hält oder andersrum.
Grundsätzlich würde ich sagen, wenn der Fotograf mit seinem Bild beim Betrachter die Wirkung erziehlt die er beabsichtige, dann ist das Bild Perfekt.
Und egal ab perfekt oder nicht, zu viel von einem ist immer langweilig.
31.01.2011 - 14:50 Uhr
niemand ist unnütz, er kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen :-)
Deshalb mache ich z. B. Fotos ;-)
Viele Grüße
Dirk
31.01.2011 - 15:07 Uhr
Ich erinnere mich noch an einem Kriegsfoto, das als Foto des Jahres gekürt wurde (weiß nicht mehr gebau, in welcher Kategorie).
Es zeigt darin einen Soldaten während dem Krieg (es müsste Afghanistan sein, bin mir aber nicht sicher) im erschöpften Zustand, der gerade an der Wand lehnt und sich den Kopf fasst.
Das Bild an sich war ziemlich "unperfekt":
Verrauscht
Unscharf
Verwackelt
Man sieht, auch mit einem NICHT perfektes Foto kann man Preise gewinnen. Alles andere als langweilig ;-)
Gruß Pit
31.01.2011 - 15:17 Uhr
Ich erinnere mich noch
Das ist der da:
http://www.timhetherington.com/
und das Foto ist das hier:
http://www.archive.worldpressphoto.org/search/layout/result/indeling/detailwpp/form/wpp/q/ishoofdafbeelding/true/trefwoord/year/2007
Grüße
Reinhard Wagner
PS: auch für mich ist dieses Foto eines derjenigen, die im Gedächtnis geblieben sind...
31.01.2011 - 15:38 Uhr
und das Foto ist das hier:
http://www.archive.worldpressphoto.org/search/layout/result/indeling/detailwpp/form/wpp/q/ishoofdafbeelding/true/trefwoord/year/2007
genau, das isses!
Gruß Pit
31.01.2011 - 15:42 Uhr
Den Vorschlag von Dirk finde ich sehr gut!
"Unperfekt" wäre mal ein cooles MT ;-)
Guter Artikel Dieter, hier im Forum (neben dem detailliertem technischen Austausch) brauchen wir, dringend, mehr davon in diese Richtung.
31.01.2011 - 18:49 Uhr
traurig was viele unter einem "perfekten" Foto verstehen ("Fotos von Wassertropfen, oder perfekt belichtete Fotos von perfekt geschminkten Models, sagen mir gar nichts.") - das ist soooo stereotyp, so sehr mit Scheuklappen gesehen...
oli
31.01.2011 - 19:04 Uhr
Hallo.
Wer anfängt "das Unperfekte" in einem Bild zu dosieren, arbeitet schon an der Perfektion desselben. Ich verstehe den Artikel auch als Mahnung, die Zügel der Bildgestaltung mal schleifen zu lassen.
HG aus LG
Torsten
31.01.2011 - 20:27 Uhr
aber für einen nicht ganz unwichtigen Augenblick - der durchaus auch mal etwas länger ausfallen könnte als anzunehmen - auch überaus thrilling
:))
"unvollkommene" Grüsse
Michael
01.02.2011 - 12:45 Uhr
Paik, Nam June
When too perfect lieber Gott böse
Wiesbaden: Harlekin Art, o. J. (ca. 1995).
Gruß, Christoph
02.02.2011 - 02:05 Uhr
Hallo Dieter,
DD - Dank für den Denkanstoß ...
Aber um die im Link gezeigten Bilder noch mal anzusehen - vielleicht sollte man das nicht so eng sehen (" ... sagt mir nichts"), es sind eben alles verschiedene Facetten der Fotografie.
Dadurch, dass in den Printmedien je nach Mode gehäuft nur ganz bestimmte Stile auftauchen, fallen die anderen (z.B. die hier verlinkte "künstlerische Fotografie") ja nicht auf Dauer weg.
Wie in der Malerei hat eben jede Zeit(strömung) ihre Stile, in der Kunstgeschichte betrachtet man das ja dann eher retrospektiv; durch das immer schneller sich drehende Rad haben wir nun den Vorzug (?), das (den dauernden Wechsel) quasi live mitzuerleben.Da ist es nicht ganz so einfach, einen abgeklärten Standpunkt einzunehmen.
Wer (s)eine Art der Fotografie als die Krone bewertet, ist in meinen Augen eben entweder ein Anfänger oder einer der Profis, der auf diese Weise nur eleganter mit der Art, die vielleicht nur er bis jetzt in Perfektion beherrscht, leichter Geld verdienen will.
Auch montierte Großpanoramen in ungekannter Perfektion oder Lomografien sind auf den ersten Blick beeindruckend, aber warum kaufe ich mir da keinen Bildband, der nur noch so etwas enthält - weil mir das dann als "Konzeptalbum" doch etwas zu langweilig wird.
Daher schaue ich mir lieber einen "bunten Salat" an wie die alten Bände zur Weltaustellung der Photografie oder Sammelsurien a la Tom Ang.
In der Makrofotografie strebe ich auch in einem bestimmten Sektor eine Art Perfektion an, in dem ich versuche, durch Drehen an bestimmten Stellschrauben immer noch etwas zu verbessern (aber merke doch, dass ein Übertreiben bei der Beleuchtung wie z.B. mit Ringblitzen zuviel des Guten ist, es also irgendwie "ungemütlich" wirkt.
Dennoch billige ich jedem anderen auch zu, die Dinge (das Motiv) anders zu sehen.
Ich versuche die Bilder immer so zu machen, dass ich mich damit wohlfühle; ein Beispiel dazu: würde ich jetzt in einem Workshop zur Aktfotografie versuchen, einen Stil eines Anderen zu kopieren, nur weil man damit mehr Zuspruch erhält, bei dem aber ich und dann wohl auch das Model sich unwohl fühlen würden?
Meine Antwort: Ein klares Nein.
Daher sagt im besten Fall die Fotografie auch immer viel über den Fotografen selber aus - sofern er sich nicht verstellt und nur kopiert. Den eigenen Stil zu finden, kann heute in der von Bildern überfluteten Welt schon lange dauern - da ähnelt die Fotografie etwas der Sangeskunst.
Wofür sich der/die Betrachter dann letztlich entscheidet/n, ist immer einem Fluss unterworfen, kann in weiteren 100 Jahren Fotografie also ganz anders aussehen (solange die neumodischen Medien halten). Daher weiß heute keiner, was Perfektion auf Dauer eigentlich ist.
Aber ist doch alles nur ein Hobby - und die Berufsfotografen unterliegen da eh anderen Zwängen (mal sehen, wohin sie das Rad der technologischen Entwicklung noch treiben wird)
viele Grüße
Michael Lindner
