ORF-Archivierung auf Planfilm

20.03.2011 - 10:53 Uhr

Ich hab mal wieder einen Bericht über die Vergänglichkeit der elektronischen Speichermedien gesehen. Völlig verwirrend, was da so an Mindesthaltbarkeitsdaten gesagt wird.
Ich selbst hatte noch nie eirgendeinen digitalen Datenverlust auf Bändern, Disketten, CD oder flash-Speichern!!! Aber ich trau der Technik, insbesondere hinsichtlich künftiger Kompatibilitäten überhaupt nicht!
Daher suche ich immer noch nach alternativen Speichermöglichkeiten für die heilen digitalen Daten.
Mir kam beim Skifahren so ein Gedanke, nur die wichtigsten und wirklich erhaltenswertesten entwickelten, evtl. noch unbearbeiteten, ORF's /RAW's auf einem analogen Planfilm auszubelichten.
Ich habe ein bischen gesucht und fand einen Anbieter, der z.B. auf 4x5" Planfilmen in bunt und SW archivieren kann, mit der Angabe, daß diese letzlichen Diaplanfilme bei ordentlicher Lagerung sicher den Ersteller überleben und jederzeit bei Bedarf wieder eingescannt und digitalisert werden können.
Meine Fragen sind nun, ob jemand sowas selbst nutzt, ob diese Kosten gerechtfertiogt sind und welche weiteren Erfahrungen vorliegen.
aperture 8 - Sonne lacht!

Letzte Änderung: 20.03.2011
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Re: ORF-Archivierung auf Planfilm

20.03.2011 - 13:10 Uhr

Hinsichtlich Sicherheit digitaler Medien:
- 2x Festplatte hinüber auf der Arbeit
- mehrere DVDs nach 4 Jahren nicht mehr lesbar

Ich habe eine Backup-Platte zuhause, auf der ich immer ein inkrementelles Backup mache, wenn ich irgendetwas sichernswertes neues auf dem Computer habe. Ab und zu nehme ich eine zweite Backup-Platte aus dem Büro mit nach Hause und spiele auf der ebenfalls ein Backup ein.

Wegen der Kompatibilität würde ich mir nicht zu viele Sorgen machen. Es gab zwar schon Versuche, JPEG durch etwas besseres abzulösen, aber JPEG ist so weit verbreitet, dass auf absehbare Zeit kein Programm darauf verzichten kann, JPEGs zu lesen. Bei den ORFs bin ich mir nicht so sicher. Also: Die besten Fotos als JPEG entwickeln und gut archivieren. Sollte JPEG tatsächlich irgendwann abgelöst werden, dann betrifft das so viele Leute, dass es reihenweise Anleitungen gibt, wie man die JPEGS automatisch konvertiert. Was Du mit "unbearbeiteten RAWs" auf Planfilm meinst, ist mir allerdings unklar. Wenn Du die wieder einscannst, dann hast Du nicht dieselben Möglichkeiten wie mit einer RAW Datei selbst. Letztendlich belichtest Du immer ein entwickeltes RAW aus. Was Du am Bildschirm siehst ist ja auch schon ein entwickeltes RAW. Das kannst Du aber auch als JPEG sicher archivieren.

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Re: ORF-Archivierung auf Planfilm

20.03.2011 - 13:39 Uhr

Für das aufzuwendende Geld würde ich mir lieber mehrere Festplatten (USB) kaufen und meine Daten dort mehrfach sichern.
Es ist höchst unwahrscheinlich, daß alle gleichzeitig defekt sind.
Es gibt auch die Möglichkeit die Bilderdaten bei verschiednen Anbietern, über das Internet, auf dort vorhandene Speicherbereiche zusätzlich, zu sichern.

Viele Grüße

Burghard

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Re: ORF-Archivierung auf Planfilm

20.03.2011 - 13:44 Uhr

Schon mal an DVD-RAM nachgedacht?

Quelle wiki über Lebensdauer:

Die DVD-RAM soll eine längere Lebensdauer als die DVD+R- und DVD-R-Medien haben, da keine organischen Schichten verwendet werden. Als Material wird etwa Germanium, Antimon und Tellur (GeSbTe) bei 1x-, 2x- und 3x-Medien oder ein Bismut-Coupling-Material (BCM) bei 5x- und 16x-Medien verwendet anstatt des bei der DVD-RW verwendeten Materials Silber, Indium, Antimon und Tellur (AgInSbTe). Um über eine lange Zeit auch Kratzer an der Oberfläche zu vermeiden, gibt es die DVD-RAM auch von Anfang an in einer Cartridge-Version (siehe unten). Von der Industrie wird eine Lebensdauer von 30 Jahren propagiert, obwohl dies in keiner offiziell verbindlichen Richtlinie festgelegt ist und bisher von keiner unabhängigen Studie belegt werden konnte. So schreibt das c't-Magazin: „In ganz Europa gibt es kein unabhängiges Labor, das die Qualität von DVD-RAMs testen könnte.“ Im Rahmen von Tests verschiedener DVD-Rohlinge zur Langzeitarchivierung schreibt c't weiter: „Für Archivierungszwecke scheiden DVD-RAMs allein deshalb aus, weil der Anwender keinerlei Möglichkeit hat, die Qualität oder Alterung zu überprüfen und die Daten rechtzeitig auf ein anderes Medium zu sichern.

Grüße
Stef@n

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Re: ORF-Archivierung auf Planfilm

20.03.2011 - 19:02 Uhr

Archivare haben sich schon vor Jahren über die Haltbarkeit von CDs und DVDs Gdanken gemacht. Bei professionellen Archivaren werden folgende Grundvoraussetzungen eingehalten:
- Niemals mit voller Geschwindigkeit brennen
- Grundsätzlich nach dem Brennen vergleichen.
- Keine Aufkleber
- Keine Beschriftungen
- Aufbewahrung unter kontrollierten Bedingungen (Luftfeuchte, Licht) einzeln im Jewelcase. Spätestens alle 5 Jahre auf aktuelle Medien umkopieren.
- Arbeitskopien grundsätzlich mit Zweitkopien.

Ich halte mich seit mittlerweile 11 Jahren dran, habe mehrere Terabyte auf CDs und DVDs und noch keinen Datenverlust.

Ganz ausgefuchste Archivare notieren die in der Mitte der CD eingestanzte Seriennummer für's Archiv. Dadurch brauchen Sie die Datenträger nicht beschriften.

Grüße
Reinhard Wagner

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Re: ORF-Archivierung auf Planfilm

20.03.2011 - 23:57 Uhr

Ich kann mich nur anschließen: Für das Geld, das man ins Ausbelichten investieren muss, kann man schon einiges machen: Mehrfaches Sichern auf USB-Platte, CD-/DVD-Archivierung, etc.

Und wenn man sich wirklich auf wenige, wesentliche Bilder beschränken würde, wäre der Aufwand minimal. Aber gelingt diese Beschränkung wirklich? Auch dann funktioniert es und das ist für mich der Vorteil.

Letztlich löst das Ausbelichten auch ein Problem noch nicht: Was passiert bei einem Brand etc.? Hier würde ich dann eher zu einer zusätztlichen Online-Sicherung raten. Auch nicht mehr teuer, wenn es nicht zu viel wird. Oder einfach eine USB-Platte woanders lagern.

Grüße
Thomas

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Re: ORF-Archivierung auf Planfilm

15.04.2011 - 00:33 Uhr

Jedes Medium wird irgendwann kaputt gehen (wenn auch nur einzelne bits)...
Das Sinnvollste ist, sie einfach alle "paar" Jahre neu zu kopieren.

Da die Kapazitäten ja auch immer größer eerden ist das nicht so das Problem.
Es empfiehlt sich checksums zu verwenden um Defekte zu erkennen (so kann man bei mehreren Backups einzelne Bitfehler von einem noch korrekten Backup restaurieren).

Damit umgeht man auch das Problem, dass man irgendwann alte Medien (CDs, allte HDDs) nicht mehr lesen bzw. ansprechen kann (mit neuer Hardware).

lg,
Chris.

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