Astrofotografie

25.06.2009 - 21:39 Uhr

Ein guter Freund von mir - seines Zeichens begeisterter Amateur-Astronom - hat sich vor kurzem ein neues Teleskop bestellt. Irgendein unglaublich teures Highend-Gerät mit Nachführung und allem Schnickschnack, den man sich eben so vorstellen kann (mangels Erfahrung auf dem Gebiet bin ich da schon mit nur ein paar Zahlen leicht zu beeindrucken :) ).
Ich möchte nun auch gar nicht in seinem Fachgebiet wildern, das Teil einzurichten etc. überlasse ich ihm auch gerne weiterhin. Jedoch reizt es mich - meines Zeichens eben begeisterter Amateur-Fotograf - natürlich schon, den Mond, Planeten, Sternhaufen etc. nicht nur für einen Moment zu sehen, sondern eben auch längerfristig festzuhalten, wenn ich hier schon mal die Gelegenheit dazu habe, mit entsprechendem Equipment zu arbeiten.

Daher nun meine Frage: gibt es hier evtl. irgendjemanden, der in Sachen Astrofotografie (evtl. ja direkt mit Olympus) Erfahrung hat? D.h. was muss ich beachten? Was brauch ich für Adapter, um meine E-3 an das Teleskop anschließen zu können (habe etwas von einem okularseitigem 2"-Anschluss am Teleskop gehört...?)? Brauch ich sonst noch irgendwelches Zubehör? Wie gehe ich am besten vor? Etc, etc, etc.

Da ich auf diesem Gebiet wirklich noch gar keine Erfahrung habe, würde ich mich sehr über ein paar Informationen zum Thema freuen - vielen Dank vorab!

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Re: Astrofotografie

25.06.2009 - 22:06 Uhr

Hallo Ben,

Du hast mir erspart die gleiche Frage zu posten! ;-)

Soweit ich weiß, brauchst Du zumindest einen Adapter von 2'' auf T2 wie http://www.astroshop.de/t-adapter/teleskop-service-adapter-von-2---auf-t2/p,4573
und eien T2 auf FT Adapter wie hier:
http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p196_T2-Ring-fuer-Kameras-mit-FOUR-THIRDS.html

Lass uns das mal vertiefen!

LG Olyver

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Re: Astrofotografie

25.06.2009 - 22:13 Uhr

Quote:
Lass uns das mal vertiefen!

Sehr gerne!

Freut mich auch schon mal, dass du genau die gleichen Seiten hier geposted hast, über die ich vorhin bei meinen Recherchen auch schon gestolpert bin. Astroshop und Teleskop-Express scheinen wohl recht gängige Anlaufstellen zu sein, mein Bekannter hat sein Teleskop meines Wissens auch bei Astroshop gekauft.

Und auch was die Adapter angeht, decken sich deine Links mit meinen Recherchen - erstmal von dem 2"-Anschluss auf T2 und dann von T2 auf FT.

Bin gespannt, was wir hier noch an Infos zusammentragen können - und evtl. ja auch bald die ersten Aufnahmen :)

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Re: Astrofotografie

26.06.2009 - 00:40 Uhr

Denke ich kann hier etwas bei steuern.

Bei Astroaufnahmen ist u.a. die Spiegelvorauslösung der größeren Olympus Gehäuse (meines Wissens ab der 330 / 510) ein Vorteil, da es sehr gut die durch das Klappen des Schwingspiegel auftretenden Vibrationen abfängt.
Hier sollte man ruhig eine vorlaufzeit von >3 Sekunden wählen.
Auch hilft hier wieder der LiveView bei der Bildschärfen Kontrolle, es ist aber in der Dunkelheit nicht für eine längere Zeit zu empfehlen da es doch sehr blendet und sich die Augen dannach erst wieder umgewöhnen müssen bis man wieder etwas sieht. ;-)
Bei den Belichtungszeiten würde ich mich nicht auf die Kamera verlassen, außer man will einen weissen Kreis an stelle des Mondes mit seinen Detail haben.
Hier hilft im zweifelsfall nur Probieren und nochmal Probieren.
Zudem sollte mann die vergrößerung des Astro-Teleskop nicht unterschätzen anbei ein Bild eines mit einem 2xBarlow am nicht nachgeführten 900mm Newton.

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Re: Astrofotografie

26.06.2009 - 00:47 Uhr

und eines das ich mit einem Panorama-Programm zusammen gepuzzelt habe, auch mit der gleichen Teleskop-Hardware aufgenommen.

Belichtungszeit war sofern ich mich richtig erinnere eine 1/60 Sekunde bei ISO100, da dass Newton eine Öffnung von 114mm bei 900mm Brennweite hat, wäre dass also eine Blende von f:8,0 dazu der Barlow 2x ergibt eine Blende von f:16 :o

Ok Optisch nicht der Brüller auch wegen der CAs, aber Ihr seht schon was geht.

Ach ja Kamera war eine E-330.

Grüße Roland

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Re: Astrofotografie

02.07.2009 - 23:56 Uhr

Hallo Ben!
Also ich hab so ein Teil zu Hause und hab schon seit zig Jahren versucht,gescheite Astrofotos zu machen. Alles auf Film.
Für den Einstieg:
Es gibt verschiedene Möglichkeiten eine Kamere an ein Teleskop "anzuhängen".
1) mit einem (gekauften)Teil ganz einfach oben drauf schrauben. Damit sollte JEDER anfangen, allein schon um Erfahrungen zu sammeln. Bekanntlich dreht sich die Erde, d.h. das Teleskop muß diese Drehung korrigieren und sich in die Gegenrichtung drehen. Das klingt jetzt simpel und fade, ist es nicht! Das Teleskop muß genau, und ich meine genau!, Nord-Süd ausgerichtet sein, und je nach Aufstellungsart (welche Art von Montierung) auf den Breitengrad des Beobachtungsortes eingestellt sein. Wenn die Kamera obern auf demTeleskop sitzt hast du den Vorteil deine hochwertigen Optiken verwenden zu können,mit hoher Lichtstärke, das Teleskop hat vermutlich f11 oder f5. d.h. entsprechend "kürzere" Belichtungszeiten, und zweitens kannst du große Teile des Himmels abbilden (Nebel, Milchstraße) meist beeindruckender,vielleicht mit etwas Landschaft. Dann reicht für die Nachführung das übliche Zeugs, bei einem gscheiten Gerät, also wie für die Beobachtung mit dem Auge notwendig.
Dann das Problem, dass du mit langer Belichtungszeit ja den Himmelshintergrund heller machst - danach richtet sich deine Aufnahmezeit , was je nach Beobachtungsstandort "drinnen" ist. Also ab auf einen Berg oder in die Wüste (trockene Luft) ;-). Bei SW kannst du mit einem sehr starken Rotfilter bei der Aufnahme viel rausholen. Das ganze läuft unter "Lichtverschmutzung" (weg von einer Großstadt!). Das Rauschen ist ein extra Problem, darüber brauch ich dir nix erzählen, große Sensoren sind da klar im Vorteil, vielleicht machst du mehrere Bilder und fügst sie dann zusammen. Ist auch nicht schlecht, wenns richtig kalt ist.
2) Die Kamera ist statt dem Okular (meist mit M42-Adapter) an das Teleskop angeschraubt. Du brauchst einen OlympusBajonet-M42 Teil. Da muß die Aufstellung und Nachführung stimmen. Die eingebauten Motoren sind viel zu ungenau, du mußt die Nachführung kontrollieren und korrigieren, automatisch oder persönlich. Du brauchst ein Gegengewicht, (da hängt ja die Kamera dran) Spiegelvorauslösung, du darfst das ganze nicht mehr berühren,zB. Fernauslöser. Wenn das alles nachgeführt wird, "verbiegt" sich das, usw.Viele Möglichkeiten, dass dann ein Stern nicht mehr ein Punkt ist. Sehr viele verwenden Fokalreduzierer, weniger Brennweite,mehr Licht. Lieber in der EBV vergrößern! Am Anfang probier einmal Planetenfotogafie, mit recht kurzen Bel.Zeiten, da ist die Nachführung nicht das Problem (aber durch die Luftunruhe glit ein Sprichwort: Bei Nebeln und so ("Deep Sky") kannst du fotografieren was du nicht siehst, bei Planeten,Mond kannst du sehen, was du nicht fotografieren kannst - das Gehirn ist dem Fotogerät überlegen)d.h. Viele Aufnahmen machen!
Weiters: Scharfstellen. Am Besten, du kannst das Bild live am Laptop überprüfen, einen hellen Stern zum Punkt werden lassen. Hört sich komisch an, IST ein Problem und dann war alles andere umsonst.
3) durchs Okular, mit besonderen Teleskopen... ich lass das lieber.
Will dir nicht den Mut nehmen - ist ein tolles Gebiet, kannst sehr viel Geld rein stecken, wenn es dich gepackt hat kommst du nie wieder los. Aber vergleiche deine Bilder nicht mit der NASA. Das Erlebnis zählt.
Als Fotograf wird dir am ehesten gefallen, mit Landschaft und Sternenbewegung kreativ zu spielen, also das Teleskop nur zum Nachführen zu verwenden. zB fällt mir ein, Anfang August Perseiden, ein Schwarm an Meteoriten, z.B. mit Fisheye...
Viel Spaß! Franz
PS: NIE, NIEMALS ohne fest sitzenden Filter in die Sonne schauen, deine Oly schmilzt zu einem Klumpen zusammen, (und dein Auge auch)!

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Re: Astrofotografie

03.07.2009 - 00:03 Uhr

Zur Motivation:
the sky in motion
lg Franz

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Re: Astrofotografie

03.07.2009 - 23:23 Uhr

Zunächst mal vielen Dank für eure Kommentare! Haben mir auf jeden Fall schon mal weitergeholfen.

Mittlerweise hab ich auch rausgefunden, welches Teleskop sich mein Kumpel zugelegt hat - und zwar handelt es sich dabei um dieses Gerät hier:
http://www.astroshop.de/meade-acf-cassegrain-teleskop-acf-sc-203-2000-8--uhtc-lxd75-goto/p,15237

Bisher konnten wir es leider mangels klarem Himmel noch nicht ausprobieren und so stehe ich auch noch vor einer Frage bzgl. der Anbringung meiner Kamera:
laut den technischen Details des Teleskops besitzt dieses einen 2" Anschluss an der Okular-Seite. Nun habe ich mir also einen Adapter von 2" auf T2 und einen weiteren von T2 auf FT organisiert, um dann eben meine E-3 mit dem Teleskop verbinden zu können. Nur stellt sich mir jetzt eine Frage: fehlt dann nicht schlicht und ergreifend die letzte Linse...? Ich meine, normalerweise wird doch ganz hinten mit dem Okular eine letzte Linse aufgeschraubt, die dazu führt, dass der Lichtstrahl dann eben noch mal gebündelt wird und man etwas damit anfangen kann, wenn man hindurch guggt. Wenn ich da nun aber auf den Okular-Anschluss meine Adapter setze und dort wiederum direkt drauf meine Kamera... dann fehlt doch diese letzte Linse, oder? Wie kann ich dann jemals zu einem scharfen Bild kommen? Wird da ein Okular noch mal irgendwie dazwischen geschoben? Oder hab ich da nun einen groben Denkfehler in meinen Überlegungen? Wäre super, wenn ihr mir mit dieser Frage auch noch weiterhelfen könntet!

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Re: Astrofotografie

05.07.2009 - 00:13 Uhr

Hallo Ben!
Gut! das Meade 8" ist so ein gutes, "normales" Spiegelteleskop. Sehr flexibel. Sehr gut ist die "Deutsche Montierung", ideal stabil zum Fotografieren! Der 2" Adapter ist für die Okulare gedacht, der wird beim Fotografieren durchs Teleskop abgeschraubt; aber wenn du schon eine andere Vorrichtung hast - auch gut.
Das Ganze ist ganz einfach dann dein Objektiv (mit der Bauweise Schmidt-Cassegrain ähnlich einem phot.Spiegeltele) mit fixer Blende 11 (errechnet sich durch die Öffnung ca 20cm) und Brennweite 2000mm.
Deine Objektive sind auch nur eine Linse mit einer Brennweite ;-)
Beim Teleskop/Mikroskop/Feldstecher usw. hast du noch ein Okular, das dann die Vergrößerung festlegt. (Achtung, die Auflösung wird NUR durch die Öffnung festgelegt. Manchmal ist es beim Teleskop sinnvoll Überzuvergrößern). Nur der Laie läßt sich von Vergrößerung beeindrucken, entscheidend ist die Öffnung.
Zu deiner Frage: Man kann auch ein Okular zwischen Teleskop und Kamera tun, dann erreicht man Brennweiten 20000 und so, für die Planetenfotografie. Besser ist es aber am Computer zu vergrößern.
Dein Problem wird eher sein, die Brennweite zu verkürzen um exakte Bilder zu erhalten.
Ist ein schönes Gerät, viel Spaß! Hoffe, wir sehen dann Ergebnisse!
Franz

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