Technik versus Kreativität

12.01.2012 - 23:55 Uhr

Ich sehe hier im Forum viele Themen, die sich mit der Technik der Fotografie beschäftigen. Dazu gehören Tests aus Zeitschriften, Ausrüstungsfetischismus, Leistungsvergleiche der Software...
Manchmal lasse ich mich davon anstecken und vergesse ob der technischen Perfektion und dem `Druck das perfekte Bild` herstellen zu wollen, dass Fotografie ein Hobby ist, das Spass machen soll und auch zum Experimentieren einladen soll. Der Drang zum Perfektionismus beisst sich oft mit der Offenheit und Freiheit, welche kreative Fotografie ermöglicht.

Ich hab mir heut dazu im Buchhandel ein eher ungewöhnliches Fotobuch erstanden, das mich schon beim Durchblättern fasziniert hat:
`Kreative Fotopraxis` R.Mertens.

Ich erlaube hier zu zitieren: `Technikorientierte Fotografie fokussiert stark darauf, was im ersten Moment mit der vorhandenen Technik realisierbar erscheint. Damit bremst sie die Kreativität erheblich aus. Denn hier bestimmt die Technik das Motiv, und Ideen werden nur im Hinblick auf die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten überprüft und viel zu oft schnell wieder verworfen.
Ganz anders sieht es bei der ganzheitlichen Fotografie aus....

Mertens definiert 5 Punkte für ganzheitliche, prozessorientierte Fotografie: Fotograf, Information, Ideenfindung, Produktion, Präsentation.
Diese 5 Komponenten sind gleichberechtigt.

Natürlich wird auch mit der Technik gearbeitet, aber sie soll nicht die Arbeit bestimmen oder die Idee beeinflussen.

Hmmmmm - da muss ich doch mal meine Arbeitsweise reflektieren :-)

Letzte Änderung: 12.01.2012
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Re: Technik versus Kreativität

13.01.2012 - 00:45 Uhr

Hallo Urs,
danke für den Buchtipp.
Es ist immer gut und richtig eigene Arbeitsweisen zu überdenken und sich Anregungen von "aussen" zu holen.
Doch denke ich, dass der Drang zum Perfekten der Kreativität hinderlich sein kann - andererseits dieser Wunsch nach Perfektion auch kreative Kräfte freisetzt.

Quote:
Natürlich wird auch mit der Technik gearbeitet, aber sie soll nicht die Arbeit bestimmen oder die Idee beeinflussen.

Wenn mir für eine Idee die technischen Voraussetzungen (Equipment) fehlen, bin ich eher frustriert...
LG
Josef

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Re: Technik versus Kreativität

13.01.2012 - 00:27 Uhr

Quote:
Doch denke ich, dass der Drang zum Perfekten der Kreativität hinderlich sein kann...

Solange überhaupt ein Drang verspürt wird ist es okay. Erst wenn man nix mehr spürt und sich nix mehr bewegt, dann ist es Essig mit der Kreativität.

Meine Gedanken dazu.

LG aus Lüneburg
Torsten

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Re: Technik versus Kreativität

13.01.2012 - 00:45 Uhr

Quote:
Erst wenn man nix mehr spürt und sich nix mehr bewegt, dann ist es Essig mit der Kreativität.

und nicht nur damit ...
LG
Josef

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Re: Technik versus Kreativität

13.01.2012 - 00:50 Uhr

Hy Urs

Quote:
Hmmmmm - da muss ich doch mal meine Arbeitsweise reflektieren :-)

Deshalb hab ich mir das Buch vor Silvester gekauft.
Ich finde es spannend und bin froh auch mal Techniken zur Förderung der Kreativität zu kennen.
Klar die Technik muss man beherrschen aber das allein macht noch keine guten Bilder.
Es macht einfach Spass in dem Buch einfach mal Quer zu lesen, und die verschiedenen Methoden kenn zu lernen.

Viel Spass mit dem Buch.

LG Thomas

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Re: Technik versus Kreativität

13.01.2012 - 00:50 Uhr

Was ich sehe und mir gefällt - bringe ich zu Papier oder mache mir ein Bild davon! Da ich diese Dinge nicht plane, sind meine Ergebnisse spontane Bilder oder Geschichten. Die Technik ist dabei, für mich, zweitrangig. Ich kann halt nur die mitgeführten Geräte verwenden.
Anders würde es natürlich aussehen, wenn man mit der Fotografie seine Brötchen verdienen muß. Da ist Planung und Ausstattung für den beruflichen Erfolg schon eine andere Hausnummer.
Wichtig für mich ist der Spaß, die Freude am Fotografieren.

Viele Grüße

Burghard

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Re: Technik versus Kreativität

13.01.2012 - 00:59 Uhr

Hallo Urs!

Ich denke, dass die Ideen ausreichend Auslauf brauchen. Unbeschwert, wie junge Hunde auf der Wiese.
Es berdarf allerdings auch einer gewissen Kenntniss um die Technik, diese Ideen dann so zu schleifen, dass sie auch umsetzbar sind.

Ich habe das bei meinem jüngsten Projekt recht anschaulich erlebt und wie es scheint, geht's beim kommenden Projekt so weiter.

Ich habe viele Ideen, mache Skizzen, spiele mit den Bildern im Kopf. Manches davon wird sich vermutlich nicht ganz so umsetzen lassen wie ich's mir vorstelle. Manches vielleicht sogar noch viel besser.

Oft habe ich auch nur einen Zettel mit Stickwörtern, die mir das Bild lebendig halten sollen, bis ich es formulieren und umsetzen kann.

Die Technik ist dann das Werkzeug, um das Bild aus dem rohen Block aus Licht und Schatten raus zu meisseln. Sie ist notwendig, um das Bild aus dem Kopf aufs Papier zu bringen.

Manchmal muss ich mir das Werkzeug erst besorgen, zuschleifen oder erfinden. Meistens aber nur lernen, es richtig einzusetzen.

Helge ;-)=)

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Re: Technik versus Kreativität

13.01.2012 - 09:11 Uhr

Hi Urs,

ich kenne das Problem zu genüge. Bin Mitglied in einem Fotoclub in dem es bei Bildbesprechungen oftmals gar nicht mehr um das Motiv sondern primär um Blende, Belichtungszeit, ISO und Photoshop geht.

Ich selber habe auch lange Zeit so gearbeitet.

Nach dem Besuch eines Fotokurses an der VHS Wiesbaden jedoch hat sich meine Fotografiererei massiv geändert.

Früher war fast alles auf Auto, heute ist fast alles auf manuell.
Früher habe ich immer nur Dauerfeuer geschossen, heute mache ich, wenn überhaupt, ein zweites Bild vom Motiv mit geänderten Parametern.

Und was soll ich sagen, die Bilder werden besser und ich hab mehr Spass.

Aber nichtsdestotrotz sehe ich durchaus das die Technik nicht zu kurz kommen darf. Dieses Form wird immer größer und somit kommen immer mehr User dazu die evtl. ihre erste Kamera haben, oder sich bisher nicht so mit der Technik beschäftigt haben. Und auch diesen soll geholfen werden.

Sicherlich ist es manchmal etwas nervend wenn ein Technikthread dem nächsten folgt, aber die Kreativität und die Konzentration auf das Motiv kann man dann ja bei den Bildbesprechungen austoben.

Von daher bin ich der Meinung das beides einen Platz braucht, man sollte halt nur von Fall zu Fall überlegen welcher Bereich gerade oportun ist.

Und gerade Anfängern sollte man ans Herz legen sich erst mal mit der Funktionsweise der Kamera zu beschäftigen, danach mit der Motivwahl und erst am Ende zur EBV zu wechseln. Leider werden oftmals die Punkte 1 und 2 weniger beachtet um dann mit Photoshop und Co zu retten was zu retten ist.

Aber am Ende sollte jeder so seinem Hobby nachgehen wie es ihm am meisten Spass macht, denn nur das zählt im Endeffekt.
Liebe Gruesse aus Wiesbaden

Axel

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Re: Technik versus Kreativität

13.01.2012 - 09:52 Uhr

Quote:
mit der Technik gearbeitet, aber sie soll nicht die Arbeit bestimmen

- GENAU SO!
Technik muß in gewissem Maße vorhanden sein und einfach nur ordentlich funktionieren, auf welchem Niveau, das bestimmt der Kreative selbst.
Die einfachste Kamera ist die camera obscura, die z.B. schon Caravaggio benutzte, um in seinen Gemälden das "Dunkle zum Leuchten" zu bringen.
Die Technik ist nur eins von vielen Mitteln, um eine Photographie zu erschaffen...
aperture 8 - Sonne lacht!

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Re: Technik versus Kreativität

13.01.2012 - 10:30 Uhr

Ich probiere einfach gerne aus, besonders die vermeintlich unmöglichen Dinge. Da, wo alle hier aufschreien würden sowas geht ja nun gar nicht, Blabla. Deswegen bin ich auch immer etwas auf Kriegsfuß mit den Kommentar(tor)en hier die immer nur technischen Firlefanz runterleiern und ganz besondere Antipathie erzeugt mir das regelmässig dahingeschiedene "ein GANZ schwieriges Thema…". Ja und? Wer nicht wagt der nicht gewinnt und mehr als schiefgehen kanns nicht.

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Re: Technik versus Kreativität

13.01.2012 - 10:34 Uhr

Danke für den Buchtipp, Urs!

Kreativitiät ist das A und O. Ohne diese bekomme ich keine gescheiten Bilder hin.

Möchte ich z. B. gezielt einen Beitrag für das MT fertigen, mache ich mir zunächst ohne Kamera und sonstiges Fotoequipment Gedanken, welche Motive, Örtlichkeiten, Tageszeiten etc. infrage kommen. Nachdem sich dann das Bild nach und nach in meinen Gedanken zusammensetzt, mache ich mir während dieser Phase ständig Notizen, pausiere auch mal eine längere Zeit, hole mir vielleicht noch Anregungen durch Gespräche mit anderen (vornehmlich keine Fotografen, um zu sehen, wie meine Idee auf "normale" Menschen wirkt), verwerfe wieder einiges, nehme mir die Notizen teils erst nach Tagen wieder zur Brust, forme hier und da, zeichne vielleicht auch noch einen Bildaufbau.

Erst wenn ich das Bild dann bereits fertig im Kopf habe, mache ich mich an die fotografische Umsetzung. Gar nicht selten stelle ich sogar danach noch fest, dass das Ergebnis grottig ist, was ich aber auch nicht weiter schlimm finde. Für mich gehört die kreative Ideenfindung entscheidend zum Hobby dazu, und das macht mir nicht weniger Spaß, als das eigentliche Fotografieren im Anschluss daran.

Viele Grüße

Dirk

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Re: Technik versus Kreativität

13.01.2012 - 11:44 Uhr

Ich kann Dir nur recht geben! man muss schon sehr aufpassen, dass man sich nicht zu sehr mit der Technik beschäftigt. Am Anfang einer Fotolaufbahn kann das aber nützlich sein.

Das von Dir genannte Buch erscheint schon sehr gut; für mich persönlich riecht es aber immer noch ein wenig nach "Fotoklub" oder "Workshop". Andererseits waren sogar künstlerische Ansätze zu sehen. Die Tipps für die Titelgebung von Fotos sind Geschmackssache: Ich finde witzig-doppeldeutige Beschriftungen einfach genau so übel wie die Beschreibung des Inhaltes als Titel.

Es gibt also noch wesentlich besseren Lesestoff, aber als Einstieg besser als die üblichen Machwerke. Noch schlimmer sind durchgängig alle Fotozeitschriften. Positive Ausnahme: Foto News.

Letztendlich muss aber jeder das machen, was ihm am meisten Spaß bereitet. Und das ist für mich: Immer mal den Horizont erweitern und experimentieren.

Insofern gefällt mir der Passus aus dem Buch:

  • Ausgetretene Pfade verlassen und neue Wege
    gehen
    Regeln brechen und eine neue Sicht auf die
    Dinge zulassen
    Impulse aus thematisch verschiedenen Bereichen
    gewinnen
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Re: Re: Technik versus Kreativität

13.01.2012 - 11:39 Uhr

Wandal wrote:
Was ich sehe und mir gefällt - bringe ich zu Papier oder mache mir ein Bild davon! Da ich diese Dinge nicht plane, sind meine Ergebnisse spontane Bilder oder Geschichten. Die Technik ist dabei, für mich, zweitrangig. Ich kann halt nur die mitgeführten Geräte verwenden.
Anders würde es natürlich aussehen, wenn man mit der Fotografie seine Brötchen verdienen muß. Da ist Planung und Ausstattung für den beruflichen Erfolg schon eine andere Hausnummer.
Wichtig für mich ist der Spaß, die Freude am Fotografieren.

Viele Grüße

Burghard

das kann ich unbesehen unterschreiben, weil es genauso mache. Allerdings nicht immer!

Gruß Martin

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Re: Technik versus Kreativität

13.01.2012 - 12:43 Uhr

Eine Kamera ist ein Arbeitsgerät, ich meine bevor ich kreativ werde, muß ich doch erst einmal mein Arbeitsgerät kennen, was es leistet, oder leisten kann mit gewissen Optiken, das ist alles Technik.
Ich meine, wenn ich das in mir habe, fällt es auch leichter gewisse Bildvorstellungen unzusetzen.

Ich bin absolut nicht kreativ und hole mir ständig von anderen Aufnahmen anregungen, die ich dann in meiner Art versuche umzusetzen, irgend wann einmal, Sie sind im Kopf, abrufbereit, wenn ich so ein Motiv dann sehe, versuche ich es umzusetzen, manchmal klappt es.
Ich beginne eine Aufnahme möglichst mit meinem Credo, wie würden die meisten dieses Motiv ablichten, und genau so machst Du es nicht.

HG Frank

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Re: Technik versus Kreativität

13.01.2012 - 13:25 Uhr

Quote:
Ich bin absolut nicht kreativ und hole mir ständig von anderen Aufnahmen anregungen, die ich dann in meiner Art versuche umzusetzen, irgend wann einmal, Sie sind im Kopf, abrufbereit, wenn ich so ein Motiv dann sehe, versuche ich es umzusetzen, manchmal klappt es.

OK damit kann man zu (sehr) guten Bildern kommen.
Aber ist das dann nicht ein nachahmen (nachmachen)?
Geht es nicht auch darum eine eigene Sicht der Dinge zu entwickeln?

Quote:
Ich beginne eine Aufnahme möglichst mit meinem Credo, wie würden die meisten dieses Motiv ablichten, und genau so machst Du es nicht.

OK damit bekommst du andere Bilder, als die meisten machen würden.

Aber ich denke der "Ganzheitliche Ansatz" geht weit darüber hinaus. Letztendlich muss das jeder für sich selbst entscheiden.

LG Thomas

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Re: Technik versus Kreativität

13.01.2012 - 17:01 Uhr

@ Axel:

Deinen Blickwinkel kenne ich sehr gut, und ich stimme mit Dir in allen Punkten überein.

Aus eigener Photoklub-Anschauung (bis vor 2 Jahren), geht es aber mancherorts selbst in etablierten Clubs imho eher zu wenig um die Technik des Photographierens.
Es gibt da langjährige, ehrenwerte Klubmitglieder, die im Regelfall mit teurer N/C, Sigma-Suppenzoom und P-Modus mittelmäßiges Bildmaterial sammeln, um es dann über PS zu etwas Brauchbarem zu verarbeiten. Solche DVF-geehrten Mitglieder waren (damals) mit ihrer DSLR aber nicht in der Lage, in einem Innenraum ein unverwackeltes Bild mit korrektem Blitz von dazu hingestellten Personen zu machen. Das fand ich immer etwas bedenklich.

Und es ging (Stand: vor zwei Jahren) in den DVF-Klubs generell zunehmend mehr um das Erreichen bestimmter Effekte mittels EBV - eben um bei Wettbewerben erfolgreich sein zu können. Da hat sich mittlerweile eine völlig eigene ästhetische Stilrichtung entwickelt: von gepinseltem Weißkopfseeadler (Klappe die 157.), über völlig übertriebene HDRs und "Frauenmund bläst Rauch durch aufgedrückte Blendenlamellen" bis zu sogenannten Sportphotos (im Original knackscharf von vorn bis hinten) mit radialer Unschärfe als Bewegungssimulation (Klappe, die 183.). Klar, das ist jetzt pointiert dargestellt, aber im Kern stimmt das aus meiner Anschauung genau so.

Es tut gut, hier in der Galerie eine wirklich stilistisch breite Mischung zu finden, die häufig gar nicht an der Photoklub-Ästhetik orientiert ist. Das ist für mich wahre Kreativität!

Gruß,
Ulf.

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Re: Technik versus Kreativität

13.01.2012 - 13:47 Uhr

Quote:
ganz besondere Antipathie erzeugt mir das regelmässig dahingeschiedene "ein GANZ schwieriges Thema…". Ja und? Wer nicht wagt der nicht gewinnt und mehr als schiefgehen kanns nicht.

Guter Punkt.

Quote:
Kriegsfuß mit den Kommentar(tor)en hier die immer nur technischen Firlefanz runterleiern

Technik gehört dazu, aber ebenso wichtig ist Kreativität, Emotion, ja sogar Psychologie. Nur so kann es einen eigenen Stil geben (wobei der auch nicht dogmatisch zu sehen ist - man MUSS imho keinen eigenen Stil haben, um ein "guter" Photograph zu sein). Hingucken, mit Muße probieren, mit Blickwinkeln, Schärfeverläufen und Technik experimentieren, und wieder Hingucken - das macht für mich den Reiz de Photographierens aus.

Beim Kommentieren ist es natürlich am einfachsten, sich an die Technik zu halten, weil die am ehesten "nach Schema F" zu beurteilen ist. Spätestens da hört aber die Objektivität auf, und es erfordert manchmal Mut, auch subjektive Eindrücke in Worten zu vertreten. Das geht mir oft auch so.

Gruß,
Ulf.

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Re: Technik versus Kreativität

13.01.2012 - 13:56 Uhr

Andreas Jell wrote:
Noch schlimmer sind durchgängig alle Fotozeitschriften. Positive Ausnahme: Foto News.

Wie kommst Du auf so eine pauschale Wertung?
Was ist z.B. mit NaturFoto, was mit fotoforum oder mit fine art printer?

TKK-Pictures wrote:
OK damit kann man zu (sehr) guten Bildern kommen.
Aber ist das dann nicht ein nachahmen (nachmachen)?
Geht es nicht auch darum eine eigene Sicht der Dinge zu entwickeln?

Das erinnert mich an ein Zitat von Konfuzius (chines. Philosoph und Staatsmann um 500 v. Chr.):
"Der Mensch hat dreierlei Wege, klug zu Handeln; erstens durch Nachdenken, das ist das Edelste, zweitens durch Nachahmen, das ist das Leichteste, und drittens durch Erfahrung, das ist das Bitterste."

Ich persönlich finde, dass jeder der Wege seine Berechtigung hat.

Gruß,
Ulf.

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Re: Technik versus Kreativität

13.01.2012 - 14:00 Uhr

EyeView wrote:
Eine Kamera ist ein Arbeitsgerät, ich meine bevor ich kreativ werde, muß ich doch erst einmal mein Arbeitsgerät kennen, was es leistet, oder leisten kann mit gewissen Optiken, das ist alles Technik.
Ich meine, wenn ich das in mir habe, fällt es auch leichter gewisse Bildvorstellungen unzusetzen.

Sehe ich auch so. Das ist die Sicherheit im Hintergrund. Und genau ab da fängt es dann erst an, wirklich spannend zu werden...

Gruß,
Ulf.

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Re: Technik versus Kreativität

13.01.2012 - 16:30 Uhr

Quote:
OK damit kann man zu (sehr) guten Bildern kommen.
Aber ist das dann nicht ein nachahmen (nachmachen)?
Geht es nicht auch darum eine eigene Sicht der Dinge zu entwickeln?

Ich glaube schon, das ich meine eigene Sicht der Dinge umsetzte und im kleinen, einen eigenen Stil entwickelt habe.

Wie, Du hast noch nie Foto´s gesehen, bei denen Du dachtest so etwas müßte ich auch mal versuchen.

Wir brauchen uns doch nichts vormachen, eigentlich ist fast alles schon abgelichtet worden, gerade jetzt im Digi-Zeitalter, trotzdem ist jeder Aufnahme anders, weil jeder sein Ding einbringt.

HG Frank

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Re: Re: Technik versus Kreativität

13.01.2012 - 17:05 Uhr

Durbin wrote:
Das erinnert mich an ein Zitat von Konfuzius (chines. Philosoph und Staatsmann um 500 v. Chr.):
"Der Mensch hat dreierlei Wege, klug zu Handeln; erstens durch Nachdenken, das ist das Edelste, zweitens durch Nachahmen, das ist das Leichteste, und drittens durch Erfahrung, das ist das Bitterste."

Ich persönlich finde, dass jeder der Wege seine Berechtigung hat.

Sehr guter Vergleich - das unterschreibe ich so!

LG Olyver

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