+++ Wichtiger Hinweis VOR dem Lesen dieses Beitrag: Dies ist wiedermal ein Roman geworden weil ich mich einfach nie kurz fassen kann wenn mich ein Thema interessiert. Weiterlesen sollte also nur wer genügend Zeit und Lust dazu hat damit es nachher in den Kommentaren nicht heist ich würde zu viel Text von mir geben...! +++
Hallo zusammen,
einer der Gründe die mich - bereits vor dem Kauf - an der PEN gereizt haben, ist die Möglichkeit mittels Adapter beinahe jedes Nachkriegsobjektiv zu benutzen.
Nachdem mir nun so langsam ein zarter fotografischer Grundwissensflaum wächst und sich auf meiner NAS-Festplatte eine deutliche Verbesserung der Ergebnisse erkennen lässt (sehr interessant wenn man noch die Bilder von Tag1 hat), dachte ich mir dass es an der Zeit ist nebenbei schonmal mit "Level 3 - analoge Objektive" zu beginnen. Das Fass zum überlaufen brachte letztendlich die Möglichkeit vor ca. 2 Wochen in Berlin zwei Leica M-Objektive (bzw. Voigtländer) von baxx an meiner PEN E-P2 zu testen. Seitdem bin ich sozusagen analog angefixt!
Mich begeistert daran neben den interessanten und teilweise unvergleichbaren Bildergebnissen vor allem die völlig andere Art des fotografierens. Während ich bisher mit meinen HighTech-Autofokusobjektiven teilweise schnell und beinahe hektisch "auf der Jagd" nach Motiven war und manchmal gleich 3 Bilder per Serienauslösung "mitgenommen" habe (zur Sicherheit, auswählen kann man ja nachher immernoch, Speicherkarte ist ja groß genug) wirkt die Arbeit mit analogen Objektiven irgendwie "beruhigend" auf mich. Es ist für mich ein echter Genuss in aller Ruhe das Bild zu komponieren, mich selbst zu bewegen anstatt die Brennweiten zu verändern und ganz in Ruhe - wenn alles passt - 1x den Auslöser zu drücken.
Kann es schwer beschreiben, deshalb zwei meiner berühmten Vergleiche:
Ich bin zwar Nichtraucher aber ich finde im Vergleich zur "schnellen Zigarette" (moderne Autofokus-Objektive) ist das fotografieren mit schönen "prime" Linsen wie der Genuss einer ganz besonderen, wertvollen, handgerollten Zigarre. Man macht es nicht um seine Sucht zu befriedigen sondern um zu genießen.
Mit klassischen Autos (Old- und Youngtimer) fährt man ja auch keine (echten) Rennen oder rast damit besonders schnell oder komfortabel (mit Aktivlenkung, adaptivem BiXenon-Kurvenlicht und automatischer Geschwindigkeitsregelung) von A nach B sondern man erfreut sich am Fahren an sich. Der Weg ist da meistens das Ziel. So ähnlich sehe ich das...
Nun aber genug der Philosophie natürlich gibt es hier auch ein echtes Thema bzw. Fragen dazu.
Da bis November bei mir noch einige Anschaffungen anstehen (neue Wohnung welche die Ehefrau natürlich diesmal PERFEKT haben möchte), ist vor Weihnachten erstmal kein echtes M-Glas mit rotem L bzw. auch kein Voigtländer drin. Unterm Weihnachtsbaum wird dann ganz sicher ein 1.1er Nokton oder 1.4er Summilux (da berät mich der Berliner PENner sicher noch fachkundig) liegen aber bis dahin würd ich natürlich gern schonmal was anstellen und üben.
Das hat mich am Wochenende zu der Frage gebracht "Was ist eigentlich mit den Objektiven des OM-Systems?"
Da Olympus mit dem MF-2 ja sogar einen direkten Adapter von MFT auf OM anbietet muss das ja durchaus eine "brauchbare" Kombination sein habe ich mir gedacht und mich sowohl bei eBay also auch hier im Forum auf die Suche nach Infos bzw. gut erhaltenen Exemplaren des Systems gemacht. Was ich gefunden habe war teilweise positiv, teilweise ernüchternd.
Positiv überrascht haben mich die Preise für OM "Altglas". Selbst ein spitzenmäßig erhaltenes 1.4er 50mm ist ab € 99,- zu haben, eine nahezu "göttliche" Lichtstärke von 1.2 beim 55er ist schon ab € 320,- zu haben. Das teuerste (im Verhältnis) ist da noch der Adapter den man (wenn Olympus draufstehen soll und ich bin leider so penibel) selten unter € 160,- neu findet. Aber egal, alles in allem ein Taschengeld im Vergleich zu Gläsern aus Wetzlar oder Solms! Wo ist da also der Haken?
Den Haken glaubte ich dann auch schnell (nach der Suche hier im Forum) dort gefunden zu haben: http://biofos.com/cornucop/omz_ep1.html
Der Mann hat sich ja echt Mühe gegeben so viele Objektive durchzutesten und das alles zu dokumentieren. Leider scheint dabei grundsätzlich herausgekommen zu sein dass beinahe alle OM-Objektive bei Offenblende zu sogenanntem "Ghosting" neigen, die Bilder also sehr unangenehm weich- oder doppeltgezeichnet werden. Angeblich durch "überschüssiges" Licht das durch Lieferung eines Vollformat Bildkreises neben dem Sensor aufschlägt und vom Kameragehäuse und dem Objektiv reflektiert wird. Besser sollten die Ergebnisse scheinbar erst werden wenn massiv abgeblendet wird was natürlich den Reiz einer 1.2er oder 1.4er prime lens flöten gehen lässt.
Rein theoretisch nachvollziehen kann ich diese beschriebenen Umstände nicht und auch nach Rücksprache mit Analog-Virtuose baxx kommen wir zu der Ansicht dass dieses "Problem" doch dann eigentlich "alle" für Vollformat gerechneten Objektive, inkl. der "großen" Leica R-Linsen, an FT/MFT Bodys haben müssten, oder?
Was ist so besonders (schlecht) an OM-Objektiven an MFT-Bodies?
Hab gesehen dass hier schon noch einige hin und wieder damit arbeiten (und sie z.B. für´s kommende MT wieder rausholen) und erhoffe mir deshalb ein paar Berichte aus erster Hand anstatt nur die Symptome von Dr.Google gedeutet zu bekommen.
Um mir parallel hierzu auch selbst live ein Bild von der Systematik machen zu können und weil ich eh das manuelle fokussieren üben muss, habe ich heute einfach mal "zugeschlagen"! Für knappe € 22,- ein gutes 1.8er 50mm OM ersteigert (das Würstchen hatte mit Auktionsende am Dienstagvormittag auch nicht die besten Voraussetzungen für einen hohen Endpreis) und dann eben den sündhaft teuren MF-2 geordert. Bin sehr gespannt, freue mich aber auch jetzt schon auf eure Meinungen und Erfahrungen hier.
PS: Eine grundsätzliche Frage noch zu den Adaptern, damit ich das auch wirklich richtig verstehe. Der MF-2 (OM>MFT) ist schon recht "lang" weil er ja das originale Auflagemaß des OM-Systems zum Sensor der PEN herstellen muss. Der MF-1 (OM>FT) ist dagegen sehr "kurz" weil zwischen Bajonett und Sensor ja noch der querliegende Spiegel ist und deshalb insgesamt vom Bajonett aus nur noch ein paar Millimeter zum OM-Auflagemaß fehlen. Soweit so gut. Wenn ich nun einen MF-1 an meinen bereits vorhandenen MMF-2 (FT>MFT) anflanschen würde, dann müssten die beiden zusammen doch exakt die Länge des MF-2 haben, oder? Ansonsten wäre ja das Auflagemß bei einem der Adapter grundsätzlich falsch. Hab ich das richtig verstanden?
Wer bis hierher gelesen hat dem danke ich höflich für seine Zeit und hoffe auf einen hilfreichen Beitrag ;-)
Grüße aus Mainhattan,
Patrick
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