Video mit der PEN: ein heftig unterschätztes Kapitel. Die Kamera kann exzellente HD-Videos liefern, wenn man das schwierige 16:9-Format und die Belichtung in den Griff bekommt. Wenn man drei oder vier PEN-Filmer zusammentrommelt, kann man damit auch sehr gut auch komplexe Filme und Dokumentationen drehen.
Eines der größten Probleme dabei ist der Ton. E-P2 und E-P1 haben jeweils zwei halbwegs brauchbare Mikrofone eingebaut, die E-PL1 lediglich ein Monomikro, das in der Qualität deutlich hinterherhinkt und vor allem keine hohen Schalldrücke verkraftet. Alle eingebauten Mikrofone sind windempfindlich.
Olympus bietet als externes Mikro das SEMA1-Kit an, in dem neben einer 3,5mm Klinkenverlängerung auch ein T-förmiges Stereomikro enthalten ist. Dieses ist leider noch deutlich windempfindlicher als die eingebauten Mikros und nimmt zuverlässig alles auf, ausser dem, was direkt vor der Kamera passiert. Dafür ist die Klanqualität deutlich besser.
Werden höhere Ansprüche an den Ton gestellt, kommt man um ein externes Mikrofon nicht herum. Bezahlbar, aber von sehr hoher Qualität sind die Rode Mikrofone, ich hatte zum Test das VideoMic, ein Stereo-Kondensatormikrofon mit 9 Volt Block. Der Unterschied zu den eingebauten Mikrofonen ist gewaltig, der Klangunterschied ist auch durch ausgefinkelte digitale Nachbearbeitung nicht auszubügeln. Leider ist der Mikrofoneingang über den EMA-1-Adapater auf den Pegel eines dynamischen Mikrofons eingestellt und kommt mit dem höheren Pegel des Kondensatormiks nicht zurecht. Effekt: extremes Clipping bei höheren Lautstärken. Da die PEN keine Möglichkeit hat, den O-Ton vorzuhören, ist bei Rockkonzerten zu empfehlen, den Ton extern aufzunehmen. und dann mit dem O-Ton, der dann durchaus mit dem internen Mikrofon aufgenommen werden kann, zu synchronisieren.
VideoMic ohne Windschutz mit Hama-Blitzgriff an einer E-P2. Auf dem Blitzschuh der EMA-1 Adapter.
O-Ton bei Interviews (hier sollte man das Videomic an eine Angel montieren, die Halterung besitzt ein Stativgewinde oder gleich ein Mono-Handmikro verwenden.) oder auch Musik mit weniger "Kilo-Watt" kann dagegen direkt über den EMA-1 in die Kamera gegeben werden. Die automatische Aussteuerung mach einen guten Job, lediglich bei extrem leisen Stellen wird ein leises Rauschen der Eingangsstufe hörbar.
Die angesprochenen Probleme sind jedoch nicht PEN-spezifisch, sondern betreffen alle Video-DSLRs, soweit sie überhaupt eine Möglichkeit besitzen, ein externes Mikrofon anzuschließen. Bisher ist mir noch keine DSLR bekannt, die eine manuelle Aussteuerungsregelung und eine Vorhöre besitzt.
Pen-spezifisch ist allerdings die Tatsache, dass man sich einen zusätzlichen Griff für das Videomic anschaffen muss, da der Blitzschuh vom EMA-1 blockiert ist. So lästig das ist, so sinnvoll ist das auch, da dadurch das Mikrofon von der Kamera entkoppelt ist und selbst adaptierte FT-Optiken beim AF nicht zu hören sind. Zudem ist die "Dead Cat", der Windschutz, der bei anderen Kameras immer ins Objektiv hängt, und deshalb bei vielen VideoMics ander Unterseite rasiert ist, aus dem Weg.
Artikel wird bei Bedarf erweitert.




