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Technisches

"Astrofotografie ist einfach, aber beliebig vertiefbar......"

An sich braucht man ja nur eine Kamera gegen die Nachthimmel richten und abdrücken. Spätestens wenn das Ergebnis dabei nicht den Erwartungen entspricht, merkt man, dass man da den gängigen Automatikfunktionen zumindest unterstützend zu Hilfe kommen muss. Auch wird man schnell feststellen, dass einem die gestalterischen Freiheiten, die einem genügend Licht so lassen, sehr schnell sehr eingeschränkt sind.

Es ist nun mal so, dass unsere heutigen Kameras auf Standard Situationen hin getrimmt sind.  So ist man dann angehalten, wesentlich mehr von der Technik die ein Foto entstehen lässt, verstehen zu müssen. Man muss nicht alles bis ins Kleinste verstehen, und wer tut das schon, aber zumindest ansatzweise. Zumindest soweit dass man die richtigen Einstellungen an der Kamera vornehmen kann. In weiterer Folge gibt es aber auch das Wissen in die Hand, woran es liegt wenn sich neue Problemzonen auftun, die es zu lösen gilt wenn man weiter kommen will.

Eines darf man nicht vergessen: Astrofotografie ist ein weites Feld. Um da gut zu werden, muss man sich jeweils einarbeiten und mit dem Besonderheiten auseinandersetzen.
Da wäre das breite Feld der Sonnensystemkörper: Sonne, Mond, Planeten, Kometen, Satelliten und sonstige Erscheinungen. Die Fotografie von Objekten außerhalb des Sonnensytsems läuft unter dem Begriff "DeepSky" und umfasst Sterne, Nebel und Spezialgebiete wie Photometrische und Spektroskopische Beobachtungen.

Anfangs ist es ein Kampf an vielen Fronten, man sollt sich auf jeden Fall Zeit gegeben, alles in Ruhe für sich zu erarbeiten. Um Vorwärts zu kommen braucht man jedenfalls einiges an Durchhaltevermögen, aber die kleinen Erfolge treiben einem weiter.
Und wie überall in der Fotografie: Will man in eines der Spezialgebiet tiefer eintauchen wird man früher oder später spezielle Ausrüstung brauchen. Ein Gerät für alles gibt es nicht. Jedes hat seine Stärken und Schwächen. In der Astronomie spricht man davon, das Jedes "seinen Himmel hat".

Die eingesetzte Hardware dabei ist aber nur ein Teilaspekt, der eine möglichst gute Basis für die notwendige Bildaufbereitung und Bearbeitung schafft.

Es gibt zum Glück sehr viele Seite im Internet, die sich mehr oder weniger ausführlich damit beschäftigen und einen guten Überblick bieten.

Ich will mich hier eher auf das Notwendigste für die Praxis beschränken und es so einfach wie möglich erklären versuchen. Vielleicht versteht man nicht gleich alles, aber wer sich in der Praxis dann selber dem Thema annimmt, wird später dann mal in der "zweiten Lesung" auch die Feinheiten und deren Auswirkung besser verstehen.
Vieles enthält auch die Schlagworte, die sich für weitere Suche mit Suchmaschinen eignen.

Beteiligung der anderen Wissenden ist wie immer ausdrücklich erwünscht.

Siegfried


 

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13 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Scharfstellen

Außer mit starkem Teleobjektiv am Mond verlasse ich mich da nie auf den Autofokus.
Schon im Hinblick darauf, dass man ja üblicherweise nicht ein Bild sondern sehr sehr viele macht, die Aufgrund der Wetterlage nicht unbedingt einfach wiederholbar sind, stelle ich eben lieber manuell scharf ein.

Die Funktion "Objektivrückstellung" schalt ich bei dem Kameras die ich meist für Astrofotografie verwende aus. Oft will ich eine Belichtung unterbrechen, was ich dann einfach durch Ausschalten der Kamera mache, anstatt Minutenlang zu warten. Dann ist es nützlich, dass die Schärfen ebene des Objektives bleibt wo sie ist.

Zunächst muss man aber überhaupt mal einen hellen Stern am Kameradisplay finden, was bei einem stärkeren Fehlfokus schon meist nichtmal möglich ist, weil das schwache Licht ja über eine große Fläche verteilt ist, und so nichtmal mehr angezeigt wird. Daher bietet sich an, an einer möglichst weit entfernten Lichtquelle mal vorläufig scharf zu stellen.
Dann einen möglichst hellen Stern in die Bildmitte bringen und mit Liveview Vergrößerung (14x) so fokussieren dass der Stern so klein wie möglich ist.
Der MF Assistent  im Kameramenü ist dazu ausgeschaltet, aber ich lege mir auf eine Funktionstaste die Vergrößerungsfunktion.
Ein Klick auf OK verlässt dann wieder den Vergrößerungsmodus.

Bei starken Teleobjektiven gibt es eine Einstellhilfe inform einer speziellen Maske, die man vors Objektiv gibt: Die Bahtinovmaske
Das beigefügte Bild zeigt den Effekt an einem 135mm Objektiv und dem sehr hellen Stern Capella.
Bei Brennweiten unter 60mm wird man kaum mehr etwas erkennen, zu klein sind die Sterne.

Ist das Objektiv wesentlich wärmer als die Umgebung oder kühlt es dann weiter stark ab, sollte man unbedingt  vor allem Anfangs alle 5-10 Minuten den korrekten Fokus kontrollieren. 

Bei Objektiven mit manueller Blende nicht vergessen, die Blende ganz zu öffnen.

Bei dem heutigen OM-D's gibt es mittlerweile eine LiveView Erweiterung II. Man sieht da dann wirklich sehr viele Sterne (aber auch Hotpixel!). Die Verzögerung macht es aber schwierig damit scharf zu stellen. Hat man den Fokus wirklich getroffen, sieht man auch den einen oder anderen schwächere Sterne im LiveView Modus I. Wenn man Glück hat in der Nähe der Bildmitte und kann so schnell den Fokus kontrollieren.

Geht das alles nicht befriedigend, kann man anhand von Probebildern den Fokus überprüfen und gegebenenfalls neu einstellen, alles sehr Zeitaufwändig.

Am Mond ist es am besten in der Nähe des Terminators scharf zustellen, Am Jupiter sieht man die Galileischen Monde , die recht schnell verschwinden sollte der Fokus nicht mehr recht passen.

Verwendet man eine Modifizierte Kamera, wird man um helle Sterne einen roten Saum sehen, weil das viele langwellige rote Licht ja nicht mehr in den Fokus zu bringen ist, wenn gleichzeitig blau und grün scharf sind. Der optimale Fokus ist dann, wenn dieser rote Saum genau verschwindet.
 


 

olyf_Bahtinov_X1247937.jpg

bearbeitet von iamsiggi

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Belichtungszeiten

Wer länger  vom fixem Stativ wird schnell merken, die Sterne wandern. Beim zweiten Blick wird man feststellen, sie wandern in  Polnähe am langsamsten am Himmeläquator am schnellsten.
Man liest oft bei den Milchstraßenfotos von 30-40 Sekunden bei Ultraweitwinkel. Nunja: Es kommt drauf an, wie groß man das Bild anzeigen will. Klar: Bei der langen Belichtungszeit hat man schon mächtig viel Signal, wo man schon etwas herausholen kann. Allerdings: Wer genau schaut, es ist einfach viel zu lang belichtet ohne Nachführung.
Es gab bei KB Filmen eine Faustformel fürs Normalobjektiv (50mm): 20 Sekunden maximal. Das wäre bei FT Sensoren 25mm Brennweite entsprechend der Formel 500/Brennweite. Man kann dan angepasste Formeln lesen wie 250/Brennweite oder etwas weniger....

Nun: Unsere Sensoren lösen um vieles höher auf und natürlich auch die Optiken.
Randolfo hier im Forum hat es mal mit dem 75/1.8 verifiziert und ist am Himmelsäquator auf 60/Brennweite gekommen. Bei großen Sternen, die viele Pixel einnehmen wird man die Wanderung nicht so sehen, aber wenn man wirklich gut scharfgestellt hat, kann man durchaus Sterne sehen, die gerade mal 1-2 Pixel einnehmen. Und da sieht man dann schon deutlich, dass sie in die Länge gezogen sind.
Für 08/15 Bilder würde ich mal mit 120/Brennweite beginnen und nachsehen, ob einem die Sache reicht. Das wären bei 7mm um die 17 Sekunden.

Das führt aber zur weitaus wichtigen Frage; Wie viel Licht muss man überhaupt sammeln, damit man was herausholen kann ?

Zunächst mal: Ein Bild rauscht in den dunklen Bereichen sehr viel mehr als in hellen Bereichen. Da die DeepSky Objekte so um den Himmelshintergrund liegen, muss man zusehen, genügend Licht am Sensor zu sammeln, dass man in den dunkelsten Bereichen genügend Licht bekommt. Denn die werden wird man in der Bearbeitung gnadenlos verstärken wollen. Sieht man sich das Histogramm am Kameradisplay an, dann sollte da der Peak deutlich von links (dunkler Bereich) stehen. Und zwar 25-50% !
Bei dunklem Himmel und ISO800 bei Blende 2 wird das bei mindestens 1 Minute Belichtungszeit sein. Bei F/4 also mindestens 4 Minuten brauchen.

692.jpg

Der Peak im Histogramm zeigt die vielen viele Pixel des Himmelshintergrundes an, da fallen die paar Pixel der hellen Sterne nicht weiter auf.

Daher kommt man bei DeepSky Bildern ohne Nachführung nicht mehr wirklich weiter. Gerade mal bei Ultraweitwinkel mit sehr hoher ISO und 20 Sekunden kommen in die Nähe, wo man genügend Licht am Ausgangsmaterial hat.

Mond und Planeten sind ja extrem hell, da ist es am einfachsten mit manueller Belichtung herauszufinden, was passt. Beim Mond liegt die Belichtungszeit in etwas um die 1/1000 - 1/100 Sekunden je nach Blende und ISO.  Planeten sind aber sehr klein, da kann meist keine noch so gute Punktbelichtungsmessung den Richtigen Wert ermitteln. Da probiert man halt so um die 1/30 Sekunde ob man da Strukturen sehen kann (bei Jupiter, oder den Ring um den Saturn).

 

 

 

bearbeitet von iamsiggi

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Astrofotografie ist Materialschlacht. Daher uninteressant für Hobbyisten. Wer das höher geöffnete Teleskop und die präzisere Nachführung hat, gewinnt. Und gegen Hubble hat eh kein Sterblicher eine Chance. Also was soll's ...?

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JPG oder ORF ?

Ganz einfach: ORF !

Gerade mal beim Mond kann man sich erlauben, JPG zu machen, wenn man ihn Richtig Belichtet. Schon wenn man dramatische Wolkensituationen mit am Bild haben will, wird man die nur noch am ORF herauskitzeln können.

Warum ist das so?

Ein Farbbild besteht aus 3 Farben: R(ot) G(rün) B(lau). Jeder dieser Farbkanäle hat bei JPG eine Auflösung von 8 Bit. Ein Bit ist eine Informationseinheit und kann den Wert 0 oder 1 einnehmen. Mit 8 Stellen 0 oder 1 kann man eine Wert von maximal 256 abbilden (2^8). 0 = schwarz 256 ist gesättigt.
JPG hat also je Farbkanal 256 Abstufungen und 256x256x256 ergibt nunmal die große Zahl 16,77 Millionen unterschiedliche Farbtöne. Ist auf jeden Fall genug für die Anzeige.

Unsere Kamerasensoren können mit 12 Bit Auflösung ausgelesen werden und das findet sich in den RAW/ORF Files wieder. 2^12 sind 4096  Abstufungen je Farbkanal. Und das brauchen wir, wenn man in den dunkelsten Stellen noch brauchbare Bildinformationen herausholen will.

Wenn wir schon dabei sind: Beim Stacken (das Zusammenrechnen vieler Bilder zu Einem) hat das Konsequenzen:

Wenn wir ein gerade nicht ganz gesättigtes Pixel in einem Bild betrachten und wir addieren ein zweites, brauchen wir ein Bild mit 13 bit Auflösung um den korrekten Zahlenwert zu erhalten, denn bei nur 12bit kann man keine höhere Zahl mehr abbilden. Das Pixel wäre ausgebrannt. Je Bit kann man also doppelt so viel Belichten bis es ausbrennt. Also wenn man die mögliche Auflösung eines 16bit Tiff's ausschöpfen will, kann man nur 4 Bilder addieren, bevor das Bild unbrauchbar wird, weil die hellsten Stellen nicht ausbrennen.

Daher gibt es Algorithmen, die das wieder "normalisieren".  Wer also mal mit Pixelmathematik herumprobiert sollte das bedenken wenn er zwei oder mehr Bilder zusammenrechnet. Im einfachsten Fall anstatt Bild = Bild1 + Bild2  macht man  Bild=(Bild1+Bild2)/2 und alles passt wieder 🙂

Die Gute Nachricht zum Schluss: An sich reicht uns in 16bit zu Arbeiten.
Je nach Bildbearbeitung arbeitet man zwar auch oft mal in 32bit, aber 64 Bit ist derzeit nichtmal bei den professionellen Astrofotografen ein Thema.

 

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vor 28 Minuten schrieb Omzu Iko:

Astrofotografie ist Materialschlacht. Daher uninteressant für Hobbyisten. Wer das höher geöffnete Teleskop und die präzisere Nachführung hat, gewinnt. Und gegen Hubble hat eh kein Sterblicher eine Chance. Also was soll's ...?

Ein gutes Teleskop und Nachführung kostet nicht mehr als Eine E-M1 und das mFT300/4 Und damit kommt man überraschend weit.

Wer es günstig will: Nimmt eine gute Fotolinse und einen Tracker.
Und Nebenher lernt man noch was 😉

Siegfried

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vor 3 Stunden schrieb Omzu Iko:

Astrofotografie ist Materialschlacht. Daher uninteressant für Hobbyisten. Wer das höher geöffnete Teleskop und die präzisere Nachführung hat, gewinnt. Und gegen Hubble hat eh kein Sterblicher eine Chance. Also was soll's ...?

Sorry, das ist Quatsch. Ja, Astrofotografie kann zu einer Materialschlacht werden und natürlich wird man nicht die Bilder "professioneller" Teleskope genauso wenig erreichen, wie man in der Tierfotografie mit National Geographic mithalten kann. Aber ich finde die Bilder die Siegfried hier eingestellt hat, sehr schön, einiges davon ist ja schon mit dem 75 entstanden. Man kann schon mit recht bescheidenem Equipment viel erreichen. Ein viel praktischeres Hindernis ist leider die Lichtverschmutzung, die eine viel größere Herausforderung darstellt als die bloße Technik.

Peter

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Rauschminderung / Rauschfilter ?

Mit Rauschminderung bezeichnet Olympus den Dunkelbildabzug.

Jeder Sensor rauscht, Je höher die Temperatur und je länger die Belichtungszeit desto mehr. Mit der üblichen Einstellung AUTO ist man an sich gut bedient. Die Kamera macht dann bei längerer Belichtungszeit (so ab 1-2 Sekunden) eine zweites Bild bei geschlossenem Vorhang. Genauso lang wie das vorhergehenden "normal" Bild (=light frame). Dieses Bild ohne Licht nennt sich Dunkelbild oder Darkframe. Es enthält damit das Rauschen des Sensors bei den selben Einstellungen (ISO und Temperatur und Zeit) des eigentlichen Bilds und wird dann in der Kamera abgezogen. Das entstandene Bild wird dann als ORF geschrieben, ins JPG sowieso.

Das kostet natürlich Zeit. Solange man jede Menge Zeit hat oder nur kurz Belichtet oder mit sonst nichts auseinandersetzen will, ist es das Mittel der Wahl.

Gerade bei DeepSky ist aber die Zeit am Himmel oft sehr eingeschränkt und will bestmöglich genutzt sein. Daher wird man diese Dunkelbilder dann extern abziehen.

Ich mach es zwischendurch, wenn Wolken durchziehen, meist aber wenn ich alles abbaue: Objektivdeckel auf die Kamera und bei den selben Belichtungseinstellungen wie die Lights: Also ISO und Zeit und wenn verwendet Livetimemodus gleich lassen. Einiges an Bilder machen, Dabei die Kamera draußen lassen damit in etwa die selbe Temperatur wie bei den Lights herrscht. Unsere Olympus Kameras sind da recht gutmütig.

Früher oder später wird man aber auch Flat und BIAS Korrekturen machen wollen, denn sie berücksichtigen andere Bildfehler und schaffen so die Grundlage für eine wesentlich fehlerfreieres Bild.
Ausführliches zu dem Thema "Bildkalibration" hat Thomas Henne hier zusammengefasst. Wie ich es handhabe habe ich auch mal beschrieben.

Letztlich ist das Anfertigen von Darks/Flats und BIAS bei mir zur Routine geworden, die recht schnell nach dem Abbau gemacht werden kann und man hat die Voraussetzung geschaffen für ein möglichst gutes Bild zur nachfolgenden Bearbeitung.

Rauschfilter

Das ist nichts anderes als eine softwaremäßige Entrauschung. Normalerweise steht sie bei mir auf Aus oder Niedrig. Da man aber sowieso mit dem RAW arbeitetet ist es egal, denn diese Bearbeitung wird nur ins JPG geschrieben.

Klar sieht ein Bild am Computerschirm immer sehr schlimm aus, kann man es ja beliebig vergrößern, aber wenn das Motiv passt, wird sich keiner am Rauschen stören, bei den üblicherweise am Internet gezeigten kleinen Bildern schon gar nicht. Beste "Eigentherapie": Ausbelichten lassen und beim richtigen Betrachtungsabstand ansehen 🙂

Entrauschen kostet wenn man es nicht selektiv macht immer Details. Gerade im dunklen Hintergrund wird man kleine Galaxien und Strukturen entsorgen.

Durch das Zusammenrechnen vieler Bilder wird das Rauschen aber erheblich reduziert. 

Bei einigen Sony Kameras kam es 2016 mit einem Firmewareupdate dabei zu einem weiteren Problem: Die Kamera eliminiert kleine Sterne weil sie sie als Rauschen erkennt. Dieses Problem ist als "Star Eater" bekannt und dazu gibt es unzählige Artikel.

Ich hoffe, dass uns Olympus weiterhin die Möglichkeit lässt, an eine möglichst unverfälschtes Rohbild zu kommen !


 



 

bearbeitet von iamsiggi

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Weißabgleich

In der normalen "Foto" Welt, weiß jeder, was in etwas stimmig an Farben ist, wir sind darauf konditioniert. Alles was abweicht von dieser Erfahrung erzeugt eine Unstimmigkeit. Darauf ist auch die Software der Kamera ausgerichtet, bei normalen Lichtverhältnissen auch recht gut. Schwieriger schon bei Kunstlicht. In der echten Umgebung sorgt unser Gehirn für eine entsprechende Korrektur. Das spielt insofern auch eine  Rolle, dass man bei einer langen Fotoausarbeitungssession wunderbar mit einem Farbstich zurechtkommt, der sich eingeschlichen hat. Daher sollte man dann eher einen Tag später mit nicht konditioniertem Auge nochmals eine Blick auf sein Werk werfen.....

Die gute Nachricht für uns: Die Einstellung des Weißabgleichs ist hier völlig egal, was die Kamera da an Weißabgleich zaubern will, er wirkt sich ja sowieso nur im JPG aus.

Die 3 Farbkanäle des Sensors liefern ja zunächst mal nur Zahlen über die Signalstärke. Und so lange wir da nicht etwas beschneiden, können wir sie entsprechend zueinander abgleichen.

 

Einzelbild OOC

Das Bild zeigt ein Ausschnitt eines Einzelbildes der Feuerwerksgalaxie.
Diese Kamera ist modifiziert damit sie auch für das tiefrote Leuchten des Wasserstoffs empfindlicher ist. Der Weißabgleich ist für eine so starkes Ungleichgewicht des Rotkanals natürlich nicht ausgelegt und daher ist das Bild insgesamt zu rot.
Mit normalen Kameras wird das Bild, je nach Lichtverschmutzung, Himmelsareal und Ausarbeitung etwas neutraler sein, oft geht er ins orange aber auch ins grüne. Aber wie gesagt: Ist egal!.

Den Himmelshintergrund kann man üblicherweise als schwarz, aber besser als dunkles Grau zu betrachten. Ein Neutrales Grau zeichnet sich dadurch aus, dass die 3 Farbkanäle zur Deckung gebracht werden.




NGC6944_histo_s.jpg.bb622333843f7583f43ff6799c82f317.jpg

Oben noch das fertig  ausgearbeitete Bild: Die Farbkanäle sind übereinander, der Himmel ist also Farbneutral. Die Farben selbst sind meist recht flau, daher wird man sie in Zuge der Ausarbeitung auch verstärken.  Manch einer mag es bunter, mancher dezenter.

Ob das alles der Wirklichkeit entspricht, darüber kann man philosophieren, denn unser Auge kann einfach in der Dunkelheit kaum mehr Farben wahrnehmen. Selbst an ganz hellen Objekten wie den Ringnebel sieht das ungeübte Auge gerade mal einen grauen Rauchring. Am Orion Nebel der weitaus Hellste und Größte an unserem Himmel gerade mal die bläulich grauen Schwingen vielleicht noch etwas zartrosa, recht viel mehr nicht. Da zeigt jedes einfache Bild einer Digitalkamera, wenn man es richtig bearbeiten kann,  schon ein vielfaches an Details.

Die Sonnensystemkörper werden durch das Licht der Sonne angestrahlt und die strahlt nun mal weiß. Die unterschiedlichen Farben sind durch Atmosphärische Effekte hervorgerufen.  Dem kann man jetzt Rechnung tragen, oder auch nicht 😉
Bei Bildern der Sonne färbe ich ganz gerne hellgelb ein, beim Mond versuche ich einen Weißabgleich an grauen Strukturen. Für ästhetische Fotos wird das aber zu kühl sein.

Sterne wie die Sonne strahlen in unterschiedlichen Farben, die letztlich die Temperatur des Gases widerspiegeln: Von Rot (kühl so ab 3000 Grad) bis blau (bis 100.000 Grad).  Sind viele Sterne am Bild ist der Durchschnitt der Sternfarben ziemlich genau weiß, was man dann für einen Farbabgleich nach der Hintergrundsneutralisation heranziehen kann.
Seit 2 Jahren hat sich die Situation für uns sehr gebessert: Heute verfügen wir aber über wesentlich genauere Photometrische Prozesse: Zuerst wird das Bildfeld „astrometriert“ also festgestellt, welchen Ausschnitt am Himmel haben wir vorliegen. Anhand von Leitsternen im Bildfeld deren Lichtzusammensetzung bekannt ist, kann dann das Bild korrigiert werden. Das macht das Programm FluXX für uns, damit die Farbverhältnisse am Himmel stimmen.

Die schönen Gasnebel aber strahlen selbst nur in ganz engen genau definierten Spektrallinien,  so wie wir es von unseren Gasentladungslampen her kennen:

Das allseits bekannte rote Licht des Wasserstoffs (H-Alpha oder H-α) bei 657nm. Das Blaugrüne Licht des Sauerstoff (O-III) bei 501nm. Oft noch gerne genommen Schwefel dessen Wellenlänge über dem des Wasserstoffs liegt. Also auch bereits im nahem Infrarot.
Normale Digitalkameras haben vor dem Sensor einen Sperrfilter, der ab 650nm schon sehr viel wegschneidet, bei unseren Olympuskameras wird das H-α  zu 2/3 beschnitten. Deshalb werden Kameras dann modifiziert, dass der Sensor auch dieses wichtige Licht registrieren kann.

In weiterer Folge bedeutet das aber: Für Gasnebel reicht es aus, dass man sie nur durch einen Filter, der genau dieses Wellenlängen durchlässt fotografiert. Da jetzt alles andere an Licht ausgeblendet ist, ist es damit möglich, selbst aus einer Lichtverschmutzen Stadt tolle Astrofotos machen zu können. Das ganze nennt sich Schmalband Astrofotografie (narrowband imaging). Denn die Lichtverschmutzung wird ausgeblendet. Der Himmelshintergrund wird schwarz. Da das Leuchten aber recht schwach ist, muss man normalerweise auch länger Belichten. Bei den von uns verwendeten "Farbchips" mit ihrer Bayermatrix sind ja an sich 4 Pixel mit vorgeschaltetem Farbfilter für die Farbe verantwortlich und zwar jeweils eines für Blau und Rot und zwei für Grün, die aber nicht gebraucht werden. Das bedeutet, dass die Auflösung in Rot oder Grün gerade mal 1/4 ausmacht. Also eine 16MPixel Sensor in den wichtigen Farben Rot und blau gerade mal 4 MPixel hat.
Daher wird jemand, der es ernsthaft betreibt auf eine gekühlte schwarz/weiß Kamera zurückgreifen und seine Bilder durch die entsprechenden Filter belichten. Es bedeutet aber einen erheblichen Mehraufwand bei der Belichtung und Ausarbeitung: Man muss ja für jedes Filter entsprechend viele Einzelbilder sammeln, ausarbeiten und dann zusammen mischen.
Die berühmten Falschfarben Bilder des Hubble Spaceteleskops (HST) und der Schmalband Astrofotografen werden z.b. oft in der "Hubble Palette" gezeigt: Dabei wird Schwefel dem roten, Wasserstoff dem Grünen und Sauerstoff dem blauen Kanal zugeordnet. Damit zeigen sich dann bestimmte Strukturen, die Farben sind aber natürlich alles andere als nur ansatzweise korrekt. Wir erinnern uns: Schwefel: Tiefes Rot im nahem Infrarot, Wasserstoff tiefes Rot etwas vor Schwefel, aber immer noch im nahem Infrarot, wo unsere normalen Augen und Kameras nur wenig sehen und Sauerstoff bei Blau/Grün. Was natürlich auch nicht stimmt: Die Intensitäten der Komponenten zueinander.

Man liest immer wieder über Filter, die bei Lichtverschmutzung Wunder wirken. Sie alle schneiden viel im Bereich der Lichtverschmutzung weg und zwar im Grünen und Orangen Bereich. Wer aber da mit herkömmlichen Mitteln dann hinterher versucht, einen Weißabgleich zu Stande zu bringen wird ein Problem haben:  Grau/Weiß besteht nun mal aus R/G/B und wenn Grün fehlt, bekommt man kein Weiß.

Wer dann mal mit Farbkanälen spielt, kann aber versuchen sich den fehlenden selbst zu mischen: Aus etwas Rot und Blau. als z.b.  R+B+G(=50%R+50%B). Besser wird aber sein, die ohnehin hellen Sterne (die ja kontinuierliche Strahler sind) extra zu belichten und mit dem Nebelbild zu vereinigen.

Noch etwas zum Abschluss. Bei vielen Astrofotos schleicht sich ein Grünstich ein. Grün gibt es am Sternenhimmel nicht und sollte entfernt werden. Das sticht einem Astrofotografen zu aller erst ins Auge. Man wird auch merken, dass dabei das Rot und Blau sehr viel schöner am Bild kommt 🙂

Siegfried

bearbeitet von iamsiggi

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Brennweiten

Wenn man der Fotografie verhaftet ist, denkt man in Brennweiten und lernt  dann in etwa abschätzen, wie formatfüllend Objekte bei welchen seiner Objektive werden.
Solange man bei einer Sensorgröße bleibt, wie jetzt beim FT Sensorformat von Olympus, braucht  da auch nicht groß umdenken. Wer unterschiedliche Kameras einsetzt mit unterschiedlichen Sensorgrößen weiß um den "Crop" und muss halt etwas Rechnen.
Es gibt aber eine Messgröße, die würde das alles vereinheitlichen und uns speziell bei kleinen Objekten in der Astrofotografie schneller einen Begriff geben kann, welche Brennweite benötigt wird: Der Bildwinkel

Für unsere FT Sensoren habe ich mir für meine gängigsten Brennweiten mal den diagonale Bildwinkel im Bezug auf die Brennweite herausgesucht:
800mm: 1,55°  280mm: 4,42°  200mm: 6,2° 100mm: 12,35° 75mm: 16,4°  60mm: 20,44°  50mm: 24,4°  30mm: 39.65° 14mm: 75.38° 12mm: 84.06° 7mm: 114,18°

Zur Erinnerung: 1 Grad (als Winkel oder Bogengrad, im englischen als arc bezeichnet) wird unterteilt in 60 Minuten, 1 Minute in 60 Sekunden, darunter in Kommastellen, betrifft uns praktisch nur im ersten Zehntel.

Mond und und Sonne nehmen am Himmel 0,5 Grad oder 30 Winkelminuten ein. Der Unterschied in der Größe des Mondes in Erdnähe oder Erdferne ist gerade mal 10-15%, also vernachlässigbar.
Die Auflösungsgrenze unsere Augen liegt bei ca 1 Winkelminute. Venus erreicht am erdnächsten Punkt gerade mal diese Größe am Himmel. Jupiter ist mit max. 47 Bogensekunden nicht sehr viel kleiner.  Saturn mitsamt dem Ring auch in etwa.  Saturn und Mars messen zwischen 25 bezw, 20 Bogensekunden, Neptun nur noch 2,3 . Ein mFT75/1.8 löst gegen 10 arcsec. auf. Die Ringe des Saturn und die Galileischen Monde des Jupiters sind ohne weiteres mit einem 200mm am Bild zu sehen.

Unser Himmel (laut einem Vortrag eines Astronomen in der Sternwarte 😉 ) lässt nicht viel mehr als günstigsten Fall 1 Bogensekunde Auflösung  zu, bei allerbesten Himmel. Wenn ich den "Seeingvorhersagen" so vertrauen kann, habe ich meist nur so 2,5 bis 4 arcsec.
Nichts desto trotz kann ich praktisch mit meinem 200m Spiegel durch einfaches* stacken (*ohne zu drizzeln) die Auflösung erhöhen, sodass ich das Epsilon-Lyrasytem, wo 2 Doppel Doppelsterne stehen deren Paare nur maximal 2,4 Bogensekunden Abstand haben, auf jeden Fall auflösen.
Mit terrestrischen Teleskopen (so ca. um die 10m derzeit, die >30m gehen ja erst demnächst in Betrieb) bei heutigen Techniken kommt man derzeit auf Auflösungen von unter  0,01 arcsec.  Genug, um auf der Oberfläche der großen roten Riesen Beteigeuze im Orion und Antares Skoprpion "Sonnenflecken" auszumachen.
Nur so viel zur Anmerkung, bevor Verzweiflung hochkommt.... da geht nichts, brauch ich gar nicht erst anzufangen 🙂

Zurück zum Mond: Die Faustformel (für Kleinbild) sagt: Der Mond bei einer Brennweite von 2,2 m formatfüllend wird, also beim Verwendung von FT Sensoren bin ich da bei meinen 800mm Teleskop und einem 1,4x Telekonverter schon gut da. Und es bleibt noch etwas "Fleisch" rundherum, dass man sich bei der Bildbearbeitung rühren kann.
Anders schaut es aus, wenn man ein Video macht (um nachher zu stacken). Da wird ja nur ein ein Teil des Sensors benötigt. Da ist er dann schon bei 800mm genügend groß, bei 1,4x Telekonverter (in der Astronomie als Barlow Linse bezeichnet) geht nur noch ein Teil drauf. Der Vollmond ist aber durch den geringen Kontrast nicht wirklich interessant. Hat man einen 1/4-1/2 Mond und man dreht die Kamera, dann passt der beleuchtet Teil trotzdem ins Bildfeld.

Kometen sind recht dynamisch, mitunter wie das Flackern einer Kerze. Wenn sie uns nahe sind, wandern sie auch recht schnell. Dann braucht man zumindest eine Lichtstarke Optik um die Belichtungszeit auf 60 oder gar nur 30 Sekunden zu halten.

Soweit ich bei Gesprächen mit Anderen erfahren habe, die auch an großen Geräten arbeiten ist an Öffnung (=Auflösung) das Optimum bei 12" (zoll - also 30cm) erreicht. Danach steigen die Probleme stark an. Auch kann ja mittlerweile Gerätezeit bei einigen Remote Sternwarten Stundenweise mieten. Das geht bis zu einem 1m Gerät, aber Preis/Leistungsmäßig hat man von einem 1/2m Gerät mehr, so deren praktische Erfahrung. Wer sich an der Bearbeitung an Rohbildern aus dem Wissenschaftlichem Bereich wir das HST versuchen will, der kommt auch an die Rohdaten.....

Um am Himmel tätig zu sein, braucht man jetzt aber wirklich nicht Langbrennweitiges. Es heißt ja: "Jedes Teleskop hat seinen Himmel", das gilt auch für normale Fotolinsen.

Wohl die meisten hier haben schon mal einen Vorteil: Man hat sie bereits 🙂 

Wer sich in Richtung Macro versuchen will, wäre auch schlecht beraten, gleich mal das Beste zu Kaufen ohne zu wissen, ob einem das liegt. Zum Probieren tut es auch ein vorhandenes Objektiv. Wer sich dann spezialisiert, ist dann auch gut Beraten nicht gleich Spontankäufe zu tätigen. Bei den wirklichen HighEnd/Optimum hält einem ja meist der Preis ab, aber in Zuge der Überlegungen über Alternativen kann man durchaus zum Schluss kommen: Lieber das Geld sparen indem man eine halbherzige Lösung anschafft um dann festzustellen es war eine Fehlinvestition.  Wer ein zweites mal kaufen muss, kauft denn wirklich teuer!

Um von den langen Brennweiten nach unten zu gehen:

Im für uns gerade zu Anfang sinnvoll einsetzbaren Teleskopbereich bewegt man sich so um die  750-1000mm (bei F/4-6) Brennweite. Die Lücke zu nach unten wird an sich nur* durch Linsenfernrohre (APO's) gefüllt (*oder man hat ab 3000 Euro für einen TAK Epsi..) und man bewegt sich dann bei ca. 400-500mm (F5.5-F7). Zumal diese Geräte gerade mal zwischen 500 und 1000 Euro angesiedelt sind.

Wenn man so ansieht, was die Astrofotografen die "weitfield Astrofotografie" machen so verwenden, sieht man sehr häufig Brennweiten zwischen 100 und 200mm. Da haben ja viele eine lichtstarkes Tele herumliegen oder günstig gebraucht erworben. Und wenn sie Glück haben eines dass auch mit ihren KB oder Crop Kameras gute Leistung abliefert. An unserem FT Sensor sind wir da also mit  Objektivbrennweiten von  75-150mm schon sehr gut, wenn nicht sogar besser dabei. Die Optiken sind klein  und Lichtstark, was wenig Ansprüche an eine  Nachführung stellt.

Es gibt da einiges an Objekten am Himmel, die sind einige Grad groß, wenn ich an Andromeda denke, sind 300mm schon fast zu viel, Orion mit seinem Umfeld ist mit jeder Brennweite ein Erlebnis. Man darf auch nicht vergessen: Ein Lichtstarkes 130-150mm Objektiv ist in der Praxis wesentlich leichter zu handhaben als ein lichtschwaches 300er.
Wie ihr wisst, setzte ich oft das Samyang 135/2, ebenso das 75/1.8 ein. Hätte ich das Tönnchen (FT150/2) wäre ich wohl auch sehr glücklich, wenn es Offenblende nur wenig CA zeigt. So manches sehr schwierige Objekt des  NGC oder sogar IC Kataloges kann man auf den Bildern finden.

Manche Sternbilder sind selbst für ein 25mm Objektiv zu groß, sie bieten aber genug Auflösung um Objekte des Messier Katalogs zu finden. Eine der tollsten großen Strukturen für Brennweiten um die 20-70 mm ist wohl Rho-OPH zwischen dem Stern Antares und der Milchstraße im Sommer.

Naturgemäß sehr beliebt sind Weitwinkelobjektive, vor allem bei den "Milchstraßen" Bildern.  Bei genügend hoher ISO kann man selbst ohne Nachführen zu müssen mit 15-20 Sekunden schon ansatzweise genug Licht sammeln um in der Milchstraße die einen oder anderen großen Gasnebel zu sehen, und vor allem schon genügend Hintergrund des Dunklen Himmel mit abzubilden. Denn der gibt ja einem Bild den nötige Unterstützung. Denn was gibt es schlimmeres als Bilder des Sternhimmels wo man ein paar helle undefinierte Punkte auf ansonsten schwarzen Grund sieht.

Je weiter den Winkel, desto mehr bekommt man aber auch Probleme mit einem nicht so gutem Himmel. Sei es das immer wieder Wolken im Bild sind und den Helligkeitsgradienten über den Himmel. Auch die Bildverzerrungen nehmen stark zu, was eine Astrometrierung erschwert. Aber auch hier: Es kommst drauf an, was man will.

Welche Brennweite welchen Himmelsbereich erfassen kann man leicht mit der Freeware "Stellarium" planen. Einfach bei Einstellungen/Erweiterungen unter Okulare bei Sensor die Maße für FT  (4608 x 3456 bei Auflösung und Chipgröße 17,30 und 13.00 hinterlegen, Pixelgröße 3,8 spielt aber keine Rolle) und bei Teleskopen die Brennweiten der Objektive angeben. Dann kann man, wenn man einen Bereich gewählt hat rechts oben einen Rahmen einblenden, der das Bildfeld zeigt etc.

Wenn wir jetzt die Linsen hinsichtlich der Lichtstärke betrachten und deren Auswirkung für die Praxis.

Um genügend Licht  für die Bearbeitung zu haben, brauchen wir am dunklen Himmel bei F/2 ISO800 Eine bequeme Minute Belichtungszeit. Bequem deshalb, weil man ja die Kamera mit der Serienbildfunktion bis 60 Sekunden lang belichten lassen kann. Länger bedarf einen Sequenzer etc. Klar fürs Erste kann man auch immer wieder den Auslöser drücken. Es kann aber über das Steuersignal einer Nachführung etc. auslösen lassen.
Das bedeutet bei einer Blende  4 schon 4 Minuten Belichtungszeit bei ISO800.

Verwenden wir eine Nachführung, so ist es recht leicht, auch bei bei einer nicht exakten Einnordung bei einem weitwinkeligen  Objektiv da über Minuten nachzuführen, ohne das Sterne Striche werden.  Da braucht es auch nicht gleich die F/1,2er .... mit F1.8 oder 2.8. Den Qualitätsunterschied wird man Anfangs über längere Zeit kaum merken. Natürlich kann man sich dann bei einem 1,2er ein Abblenden leicht leisten, bei 1.8 ist es angebracht :-).

Leistbare Telebrennweiten mit guter Abbildungsleistung und hoher Lichtstärke zu finden ist schon schwierig. Hier haben wir da zum Glück eben ein 75/1.8 oder 135/2 etc. die am FT Sensor schon in Richtung kleine Teleskope gehen. Selbst bei Abblenden ist man dann noch schneller (=Lichtstärker) unterwegs als mit einem kleinen APO.

Weil jetzt das Wort "schnell" gefallen ist: Man spricht von schnellen und langsamen Systemen und meint damit die Lichstärke eines Systems. Schnell deshalb, weil man in kürzerer Zeit mehr Licht sammeln kann. Und wenn eine Belichtung kurz gehalten werden kann hat das zwei Vorteile: Die Nachführung ist nicht so anspruchsvoll und man kann mehr Einzelbilder für das nachfolgende Stacken sammeln. Je mehr Bilder, desto besser ist ja das Ausgangsmaterial für die nachfolgende Bearbeitung.
Je mehr man sich an der Grenze der Nachführung befindet, desto mehr Bilder muss man vor dem Stacken ausscheiden.

Von der notwendigen Nachführpräzision ist man bei 75mm noch im Grünen (Ich spreche jetzt bei Verwendung des StarAdventurer als Nachführung), bei 135 wird es schon schwieriger ist aber sicher machbar ohne hohen Aufwand. Wer sich  wirklich genügend Zeit nimmt zur genauen Einnordung kann auch höher gehen.
Ein 300/4 würde ich da aber außer bei Andromeda und Orion nicht mehr sehen. Beides sind extrem helle Objekte, wo man nicht ganz so lange Belichten muss, weshalb da auch noch mit Belichtungen von 1 Minuten trotz F/4 schon einiges Möglich ist.  Gerade bei Orion braucht man mehrere Unterschiedliche Belichtungszeiten um den extremen Helligkeitsumfang besser darstellen zu können.
Ist natürlich ein Mist, dass gerade die zwei bekanntesten größten und hellsten Objekte zu den am schwierigsten Abzubildenden zählen.

Aus den obigen Zusammenhängen ergab sich auch mein Weg bisher: 
Zuerst habe ich mir ein Teleskop mit 800mm und F/4 und gerade noch transportierbarer Montierung angeschafft. Huckepack kann ich eine zweit Kamera mit einem Objektiv verwenden. Beide Fotoapparate wurden über einen Kabelauslöser (Y-Verzweigung) synchron ausgelöst. Da ich für das Teleskop 4 Minuten Belichtungen brauchte, musste ich beim Objektiv entsprechend Abblenden. Letztlich sammelte ich dann halt genauso viele Bilder wie mit dem Großen.
Später habe ich mir dann den StarAdventurer zugelegt, so konnte ich bei größerer möglicher Blende viel mehr Bilder in Kurzer Zeit sammel. Zudem ist das ganze binnen einiger Minuten aufgestellt und läuft dann mal vor sich hin.
Da ich ja über eine bestmögliche Montierung verfüge, verwende ich bei schwierigeren Fällen vor allem ab 100mm Brennweite auch oft diese Große anstatt mich um eine noch präziserer Einnordung der kleinen Nachführung kümmern zu müssen.....

 

 






 

 

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Helligkeiten - was kann man so sehen?

Astronomie ist eine sehr alte Wissenschaft: Schon die Babylonier hatten eine 6 stufige Helligkeitsskala. Und gleich vorweggenommen: Unter besten Bedingungen sehen wir Sterne bis ca. 5,5.
Über die Jahrtausende wurde daraus unser System um die Helligkeit am Sternenhimmel festzulegen. Daraus wurde dann eine Helligkeitsskala entwickelt, die als mag (Magnitudo,  kurz auch m) bekannt ist. Da man ja in den letzten Jahrhunderten die Helligkeit immer besser vermessen konnte, gibt es Sterne, die nicht nur 0 haben sondern Minuswerte aufweisen. Also nicht weiter daran stoßen!

Jedenfalls wurde der Unterschied zwischen einer mag Stufe so festgelegt, dass die alte Skala in etwas vergleichbar blieb. Der Unterschied zwischen einer mag beträgt 2,5 mal heller oder dunkler je nachdem ob man nach oben (dunkler) oder unten (kleinerer Wert=heller) geht.

Wer die Helligkeit der Hauptsterne kennt, kann bei einem Blick auf den Sternenhimmel die Grenzgröße ablesen. Bei uns bietet sich z.B. der kleine Wagen an, denn er ist das ganze Jahr sichtbar:  Sieht man den gesamten Kasten, hat man +5 mag. Oder jetzt gerade am Winterhimmel der Orion: Wer vom Gürtel keinen Stern sieht ist bei mag +1, bei zwei Gürtelsterne mag+2 bei 3 +mag3 und sieht man 4 (der unterhalb des linken - da wo der Pferdekopfnebel ist) hat man mag+4 etc.

Der hellste Stern ist Sirius mit mag -1,4, sieht man ja derzeit im Winter links unterhalb des Orion. Die Planeten Saturn Merkur haben so um die -1 und -0,5 Jupiter wird bis -3 mag hell, Venus um die -4,5. Der helle Vollmond erreicht -12 die Sonne -27. 
Mit um die -4 mag kann man die ISS über den Himmel ziehen sehen. Iridiumflares gehen bis mag -8 und sind daher auch am Tag sichtbar, ebenso wie die Venus:
Wenn man weis, wo genau sie steht, kann man sie auch am Tageshimmel finden, und in der Dämmerung wird man dann halt die sehr hellen nahen Planeten und Sterne als erstes sehen.

Wie oben erwähnt: Mit eigenen Augen unter besten Bedingungen kann man bis mag +5,5 sehen. Das betrifft dann ca 3000 Sterne. Aus der Stadt mit mag +2 sind es gerade mal 70. Ein normales Fernglas wird uns Objekte bis mag +8 herum zeigen. Also selbst der fernste Planet Neptun wäre sichtbar, Uranus sowieso, falls man das "Punkterl" zuordnen kann. Mit dem Fotoapparat hat man dieses "Punkterl" auf so ziemlich jedem Bild, wenn man einige Sekunden lang belichtet. Will man ihn aber jetzt mal genauer sehen, dann nimmt man ein Tele und wird genau die Belichtungszeit herausfinden (je nach Blende im Sekundenbereich) wo er nicht ausbrennt und sollte dann ein grünblaues "Etwas" im Bild sehen.

Im Gegensatz zum Auge kann ja der Fotoapparat Licht sammeln und deshalb sind am Bild  gleich so viel mehr Sterne zu sehen, als wir es jemals mit einem Fernrohr sehen könnten. 
 

Neulich habe ich wieder mal den Kleinplaneten Pluto fotografiert, waren leider nur 2 Bilder mit 4 Minuten bei ISO800 möglich, bevor mein Grünfilter (Baum) im Weg war.
Egal: selbst auf diesem Bild ist er mit seinen mag+14,5 herum leicht zu identifizieren. Es war nur ein Einzelbild, da braucht man nicht mal bearbeiten, aber herzeigen will ich sowas nicht wirklich 😉

An meinem Teleskop mit 200mm Öffnung und 800mm Brennweite kann ich auf meinen üblichen Belichtungen von ISO800 und 4 Minuten ohne Problem Sterne bis mag+17 herum finden. Nach Stacken von in Summe 3 Stunden finde ich Sterne bis mag +21. Dabei habe ich es bei der Bearbeitung jetzt nicht drauf angelegt möglichst auf große Tiefe zu kommen, sondern als Beifang zu meinem Hauptobjekt. Damit sind Quasare bis zu einer Entfernung von 11 Mrd Lichjahren auffindbar. 
Mit der Fotolinse ist der Quasar 3C 273 (im Sternbild Jungfrau im Frühjahr zu sehen) auch in der Reichweite.

Der seit kurzem im Betrieb befindliche Satellit Gaia  der gerade unseren Sternenhimmel genau vermisst geht auch bis in diesen  Helligkeitsbereich.

Daher ist es wenig verwunderlich, dass wenn ich in einem Bild die Sterne bezeichnen lasse und dabei diesen Katalog verwende das Bild an sich vor lauter Beschreibungen weiß wird, weil alles zugepflastert ist.

Man kommt also auch mit geringen Mittel überraschend sehr tief. Eine Unzahl von Kleinplaneten und Kometen kann man jedenfalls finden oder mit etwas Glück auch neu entdecken.


 

 

 

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Unser Himmel

Im Alltag nehmen wir gewisse Dinge als gegeben hin und das ist auch gut so, denn oft müssen wir das Beste daraus machen. Wer allerdings mit zunehmenden Erfahrungen seine Bilder genauer ansieht, wird dann zu ergründen versuchen wie man das eine oder andere verbessern kann.
Was unseren Himmel betrifft, so befinden wir uns in einer Situation die in etwa dem entspricht die in 10m Wassertiefe herrscht und wir wollen da ein vernünftiges Bild von Objekten außerhalb der Wasseroberfläche machen.  Warum 10m? Taucher wissen jetzt spontan die Antwort, denn eine Wassersäule von 1cm2 und 10m wiegt 1 kg und die Luftsäule über uns (auf Meeresniveau) auch.

Meist ist es auch leider so, dass unsere "Wasseroberfläche" nicht plan ist, was optischen Effekte berechenbar machen würde und selten ist das Wasser wirklich glasklar. In der Luft sind es kleinste Teilchen (Staub,feste Teilchen und  Aerosole, kleinste Tröpfchen). Dies streuen das Licht weshalb der helle Mond einer der größten Lichtverschmutzer ist, aber auch schlimmer weil allgegenwärtig und immer: Sie reflektieren das Licht dass wir freisetzen.

Wind am Boden kennen wir, stellt er ja stark erhöhte Anforderung an die Stabilität unsere Montierungen, vor allem wann das ganze ein langes dickes Rohr ist ;-).
In größerer Höhe nimmt die Windstärke schnell zu, In ca 10-13 km Höhe gibt es sogenannte Jetstreams die einige 100 km/h erreichen, denn hier findet der Druckausgleich zwischen den Hoch und Tiefdruckgebieten statt. Es ist ein relative dünner "Schlauch" und im Flugverkehr wird das gerne genutzt, denn aus den ca 820 km Reisegeschwindigkeit addiert sich das zumindest was Geschwindigkeit über Grund betrifft dazu. So ist man schneller am Ziel, bei entsprechen geringerem Treibstoffverbrauch.
Für uns macht sich dieser starke Höhenwind durch ein sehr schlechtes "Seeing" bemerkbar. Das kann man auch visuell an hellen Sternen sehen: Während Sterne ja für unsere Auge punktförmig sind unterliegen sie stark diesen Turbulenzen, sie flackern stark, während die Planeten schon an die Auflösungsgrenze unsere Augen kommen, jedenfalls bedeutend großflächiger, sind die eher stabil in der Helligkeit und so kann man zwischen Plante oder Stern auch unterscheiden.
Der Webdienst Meteoblue kann uns da durch Analyse der Verhältnisse in der Atmosphäre in unterschiedlichen Höhen eine Seeingvorhersage machen. So habe wir zumindest einen Anhaltspunkt. Letzte Gewissheit hat man aber erst, wenn man es praktisch versucht.

Wer den Mond bei hoher Vergrößerung ansieht wird das Flimmern sehen, dass sich so über die Mondoberfläche zieht. Es kann dabei aber durchaus vorkommen, dass für ein kurze Zeit das Seeing wirklich gut ist. Also Geduld zahlt sich hier durchaus aus. Was man noch machen kann ist viele sehr kurz belichtete Bilder zu machen. Danach werden die wirklich sehr guten herausgepickt. Nennt sich "lucky Image".  Man friert so quasi das Flimmern ein, weshalb es oft besser ist, man erhöht die Empfindlichkeit indem man die ISO erhöht zugunsten einer kürzeren Belichtungszeit. Und wenn man dann viele viele der spärlichen guten Bilder zusammenrechnet, wer hält man ein Ergebnis, das in punkto Auflösung jedes andere bei weitem Übertrifft. Bei Planeten natürlich ebenso, wobei man bei Planeten, die ja noch erheblich stärker vergrößert werden müssen schon wesentlich mehr Bilder zu verarbeiten sind, als beim großflächigen Mond. Ist man beim Mond mit einigen Hundert Bildern gut dabei, wird er bei Planten nur ansatzweise reichen. Wer da weiterkommen will, wird aber schnell andere Kameras als Digitale Fotoapparate einsetzten. Für das kleine Scheibchen reicht ein kleiner Sensor, dafür muß man möglichst viele Bilder in kurzer Zeit auslesen können. Eine E-M1.II schafft zwar an die 60 Bilder pro Sekunde, aber nur etwas über eine Sekunde lang und dann brechen die Frameraten stark ein. Beim Jupiter hat man zum Beispiel nur 1 Minute Zeit so 10.000 Bilder zu sammeln denn er rotiert sehr schnell ( etwas über 9 Stunden für eine Umdrehung) und dann verwischen die Strukturen. Es gibt allerdings eine  Freeware: WinJupos, womit man seine Bilder derotieren kann.... Jedenfalls solche Sachen macht man nicht mehr im Vorbeigehen.
Beim großen Mond ist wenigsten der Sensor nahezu gefüllt an unsere Digitalkameras. Übrigens ist das Flimmern am Mond im Infraroten bedeutend weniger, weshalb so manche (schwarzweiße) Mondfotos durch ca 750nm - 850nm  Filtern gemacht wurden. Bedarf natürlich einer offen modifizierten Kamera, aber besser eine mit s/w Chip ohne Bayer Matrix.

Lichtglocke über unseren Städten kennen wir ja. Helle Objekte sind aber durchaus drinnen sie aus einem Bild herauszulösen, mit Schmalbandfotografie geht aber mehr, wie Herwig aus der Wiener Innenstadt zeigt, ist aber definitiv nichts für Anfänger. Da hilft eine CLS oder ähnlicher Filter etwas, mit den Einschränkungen hinsichtlich Farbtreue, aber so leid es mit tut, man muss hinaus aus diesem Lichtsumpf. Ein dunklerer Himmel ist eine Offenbarung, vor allem aber wird einem die Bildbearbeitung wesentlich einfache von der Hand gehen.

In der Nacht kühlt es ab und ist die Luft nicht extrem trocken, bildet sich schnell Nebel, der das Licht von Beleuchtungskörpern auch darüber stark reflektiert. Daher ist es keine gute Idee über Straßenbeleuchtung hinweg fotografieren zu wollen. Also lieber ein paar Meter einen Geeigneten Standort suchen. Schornsteine aber auch Dächer strahlen Wärme ab ab, die schlierenartig aufsteigt. Aus dem selben Grund ist es nicht gut, aus einem Raum, selbst bei geöffneten Fenster zu fotografieren.

Wer jetzt mit viel Akribie sein tolles hochauflösendes Mondbild will, wird hoffentlich eine Stativ verwenden und nicht Freihand. Wir wollen ja alles was Fehlerquellen möglichst ausschließen oder zumindest minimieren und nicht weitere hinzufügen.

Der Frühling ist übrigens die beste Jahreszeit für gutes Seeing.

Unsere Luftschicht ist im Zenit am dünnsten, also so ca 10km, und daher gegen den Horizont immer dicker. Daher ist es gut, die Objekte möglichst am Höchststand zu haben. Wenn man auf ein bestimmtes Objekt aus ist, ist das die Zeit des Meridiandurchgang (also genau im Süden) und damit am Höchsten steht, also um Mitternacht. Da befindet sich die Sonne ja gerade auch Gegenüber. Daher findet man diese Angabe in viele Astronomie Apps für die wichtigen Objekte.
Da die Erdachse ja so gekippt ist, stehen wir bei uns (nördliche Halbkugel) im Winter sehr weit in den Süden des Himmels mit den schwächeren Ausläufern der Milchstraße (links neben Orion). Die Ekliptik (da wo Sonne Mond und Planeten entlangwandern) aber sich auch die "Tierkreiszeichen" befinden steht auch sehr hoch. Im Sommer sehen wir eben bei uns nur gerade mal bis zum Zentrum der Milchstraße, und das leider nur in Horizontnähe. Sie ist da ja besonders hell.
Derzeit ziehen die großen Planeten auch recht tief am Horizont eher im Sommer vorbei. Die wesentlich dichtere Atmosphäre bewirkt aber ein Aufspalten (Diffraktion) der Farben, was zu einem deutlich sichtbaren roten und blauen Saum führt. Ein schnelle Lösung dazu ist, dass Bild in seine 3 Farbkanäle zu spalten und die Farben aufeinander in Deckung zu bringen und danach wieder zu einem RGB Bild zu vereinigen, oder man verschiebt einzeln die Farbkanäle bis es passt. Das ganze geht natürlich nur kleinräumig, denn hat meine einen weiten Bereich, dann ist der Betrag der Aufspaltung ja von der Höhe über dem Horizont abhängig. Was aber auch auf diese Weise nicht korrigiert wird: Es werden ja auch die Objekte etwas in die Länge gezogen. Wenn es also um höchst mögliche Auflösung in Horizontnähe geht, wie bei uns meist bei Planetenfotografie wird man um eine ACD (Athmosperic Dispersions Corrector) nicht herumkommen. Da sind zwei zueinander verstellbare Prismen drinnen, die das gerade richten können. Ist auch ein heikle Angelegenheit.Um den zu entgehen, muss man sich schon Richtung Südhalbkugel bewegen, damit "sein" Objekt möglichst hoch am Himmel steht.

Gerade im Winter kommt es in den Bergen zu ausgedehnten Inversionswetterlagen: Über der kalten und damit dichten Luft in den Tälern liegt warme Luft. Grenzschichten flimmern wie man oft feststellen kann, aber meist bedeutete das dann auch: Unten trüb und Nebelig, oben am Berg beste Sichtbedingungen und trockene Luft. Noch dazu wird durch die dichten Wolken die Lichtverschmutzung mehr oder weniger stark abgeschirmt.

 

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Himmelsmechanik

Was jeder schnell mitbekommt: Im Winter sind die Tage kurz im Sommer lang.
Das gerade im Winter die Erde der Sonne am nächsten ist, wissen aber schon weniger.
Spätestens wenn jemand mal die Milchstraße fotografieren will, muss man dann etwas nachforschen. Zumindest will man herausfinden wo man sie zu suchen hat und dabei kommt man dann weiter drauf, dass sie im Laufe der Jahreszeiten wandert.

Bleiben wir aber jetzt mal im Sonnensystem:

Die Jahreszeiten kommen ja daher, weil die Erdachse gekippt steht. Steht die Sonne tief, fallen die Strahlen flach auf die Erdoberfläche auf, was weniger Energie/Fläche bedeutet. Betrachten wir die Extreme, dann steht die Sonne zur Sommersonnenwende über dem „Wendekreis des Krebses“ im Zenit zu Herbst und Frühlingsbeginn über dem Äquator und im Winter ist sie im südlichen Wendekreis Wendekreis des Steinbocks“ genannt.
Da ich schon öfter gerade den nördlichen Wendekreis (Krebs) überschritten habe:
Er ist zwischen Assuan und Abu Simbel, falls sich jemand in Ägypten auskennt. Marokko, Miami und Dubai liegen da auch in etwa, so zur Orientierung. Der Südliche geht z.b. durch Namibia. Es ist der 23 Breitengrad. Das ganze wandert aber etwas.

Da bedeutet: die Sonne steht bei uns in der nördlichen Hemisphäre nie im Zenit, aber der Tag ist damit sehr lang, und je höher man in den Norden kommt, desto weniger lang finster wird es in der Nacht. Die „Astronomische Finsternis“ ist bei uns im Sommer im Süden von Deutschland und bei mir um Wien herum gerade mal so 1 Stunde lang verfügbar. Im hohen Norden über dem Polarkreis geht dann sie Sonne nicht mehr unter und auch ein paar hundert km südlich wird es nie mehr richtig dunkel. Das sind die berühmten weißen Nächte in St. Petersburg.

Umgekehrt im Winter: Hoch oben am Polarkreis ist ewige Finsternis oder gerade mal etwas dämmrig über den Tag und bei uns ist nur 8 Stunden Tag.

Und wer sich auf die Südhalbkugel der Erde begibt hat das genau umgekehrt: Wenn bei uns Winter ist, ist „unten“ Sommer.


Sonne, Planeten und unseren Mond findet man entlang der Ekliptik. Die steht im Winter besonders hoch im Sommer sehr tief. So erreicht der Mond im Winter seinen Höchststand. Und je höher über dem Horizont etwas steht, desto dünner ist die Atmosphäre, die uns das Fotografieren so verschlechtert. Das Seeing hat natürlich auch viel mitzureden und das ist im Frühling am besten. Und wie wir wohl auch immer ab Herbst mitbekommen: Meist ist es bewölkt und zäher Hochnebel sorgt dafür, dass trotz langer Nächte sich die brauchbaren Zeiten auf einige wenige Stunden im gesamten Winter reduzieren.


Astronomische Beobachtungen waren seit jeher bei den Menschen überlebensnotwendig, zeigen sie doch, wo im Jahr man steht, was wichtig für die Ackerbau ist. So ist es wenig verwunderlich, dass man auf Höhlenzeichnungen die Plejaden identifizieren kann und sie auch auf der Himmelscheibe von Nebra vorkommen. Ihr Erscheinen zeigt nämlich an wenn es Herbst wird, ihr Verschwinden vom Abendhimmel den Frühling. Der Sirus zeigte den Ägyptern, dass die Überschwemmungen kommen, die dann wieder fruchtbaren Boden bringen.
Dieses Wissen bedeutete Macht und wurde lange von den Priestern gehütet. Erst mit genauen Kalendern brauchte es diese „Insider“ nicht mehr, denn es genügte ein Blick auf den Kalender und man wusste wo im Jahr man sich befand.

Schon vor sehr langer Zeit sahen die Menschen in den auffälligen Sternanordnungen (Asterismus) schon bald Dingen des Alltags, meist wurden aber Gestalten aus der Sagenwelt in den Himmel gesetzt. Helle Sterne erhielten Namen und wenige verwunderlich kommen sie aus dem Arabischen und Griechischen.

Was auffällt: Je mehr man in den Süden geht, desto mehr Gerätschaften etc. der letzten paar Jahrhunderte wurden in den Himmel gesetzt: Fornax (Chemischer Ofen) Skulptor (Bildhauer) Mikroskop, Carina (Schiffskiel) etc. Das Kreuz des Südens war wichtig für die Seefahrt, denn es gibt da keinen auffälligen Stern der der Südpol am Himmel kennzeichnet.

Dann wurde so um 1600 das Wort Astrologie (=Sterndeutung) geschaffen, aber die Wurzeln gehen mehr als 2000 Jahren zurück. Nun musste Platz für die Tierkreiszeichen (=Zodiak) geschaffen werden. Und zwar brauchte es 12, einen für jeden Monat. Davor waren es 13.
Man musste sie natürlich entlang der Eklipik angeordnet, denn da bewegen sich ja scheinbar Sonne, Mond und Planeten (Wandelsterne) durch. Für den ungeübten Beobachter sind dabei diese Sternbilder sehr oft nicht einfach zu finden, denn sie bestehen oft nur aus schwachen Sternen. Bei einigen kann man zumindest die helleren Hauptsterne identifizieren.

Warum ich das jetzt ausbreite: Es hat damit zu tun, wann man etwas sehen kann.
In welchem Sternzeichen jemand geboren ist, wurde dadurch definiert, dass im Sternbild gerade die Sonne steht.
Das bedeutet für uns: Das eigene Sternbild ist um den Geburtstag herum nicht zu sehen, denn da steht die Sonne und überstrahlt alles davor und danach. Am besten ist es sichtbar wenn es genau gegenüber der Sonne steht, als ein halbes Jahre danach, zu Mitternacht. Da ist der „Meridiandurchgang“ und auch der höchste Stand über dem Horizont in der Nacht, denn am Tag haben wir ja nichts davon… zumindest nicht wenn man es beobachten will.

Ich empfehle immer die Freeware Stellarium und wer da jetzt mal Nachprüft wird feststellen: Das ganze Zeugs stimmt um einen Monat nicht mehr….. Daher müssten wir jetzt auch anstatt des Wendekreis des Krebs vom Wendekreis des Zwillings und anstatt Steinbock den Schützen anführen.

Und wer jetzt weiß, dass die schöne helle Sommermilchstraße im Sternbild Schütze steht wird jetzt ableiten können, warum man diesen Bereich nur eher im Sommer schön sehen kann, denn im Winter ist da die Sonne.

Bedingt durch die Abweichung des Horoskop um ein Sternbild ist es heute dennoch möglich zumindest Teile des Sternbild zu seinem Geburtstag kurz nach Sonnenuntergang zu sehen.

Wenn man jetzt eine gewisse Region am Himmel ansieht, wird diese zu einem immer früheren Zeit am Himmel zu sehen sein. Wer die ganze lange Nacht, vor allem im Winter 😉 zusieht wird dabei einen großen Teil der Sternbilder die es so gibt vorbeiziehen sehen. Jetzt im Jänner sieht man schon morgens die Sommersternbilder, schon nach Mitternacht die Frühlingssternbilder. Und am Abend kann man im Westen die Sommersternbilder (Schwan z.b.) oder Vega verschwinden sehn und am Morgen im Norden vorbeizieht, allerdings zu tief, als dass man fotografisch was gutes bekommt.
Aber es hilft sich am Sternenhimmel zurechtzufinden.

Bedingt durch die Erdachse gibt es Sternbilder, die man bei uns das ganze Jahr über sieht bzw. Teile davon. Die nennt man Zirkumpolar. Das ist der große Wagen, Kassiopeia (diese W am Himmel) und die helle Capella.
Will man ein bestimmtes Objekt beobachten, kann man selten die ganze Sichtbarkeit über die Nacht verwenden, sondern hat oft nur einen mehr oder weniger begrenzten Bereich, wo es Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten (Bäume, Lichtverschmutzung) sinnvoll ist. Das muss man dann auch in seine Kalkulationen miteinbeziehen.
Zum Teil ist dieses Sichtfenster halt recht eng und wenn man es versäumt dann bleibt einem vielleicht den Standort zu wechseln oder ein Jahr zuwarten bis es wieder vorbeikommt.

Keine Angst, wenn man öfter in die Sterne schaut, lernt man schön langsam dazu und bekommt das dann auch mit wie alles wandert. Dazwischen liegt halt fast ein Jahr, aber je öfter man etwas wiederholt, desto besser verinnerlicht man es.

Zurück ins Sonnensystem:
Wer die Planeten beobachtet sieht, dass sie nicht gleichförmig in eine Richtung wandern, sondern in Schleifen. Das gab lange Zeit ein Rätsel auf, aber nur solange bis man die Erde aus dem Zentrum des Sonnensystems an die richtige Stelle rückte. Damit war dann leicht erklärbar, warum die mal in eine Richtung wandern bis sie dann scheinbar umdrehen und Rückläufig sind.

Entlang der Ekliptik gibt es ja einige helle Sterne, die natürlich benannt wurden und ab und an gibt es da Bedeckungen, vor allem durch den großen Mond.

Der Mond selber unterliegt einem monatlichen Zyklus, der ca. 28 Tage dauert. Nicht umsonst ist z.B. der Zyklus der Frauen auch in etwa 28 Tage. Mit unsere künstlichen Lichtquellen ist das aber auch oft schon verschoben und verwaschen. Ansonsten war um den Vollmond (=hell) meist der Eisprung, um wieder mal abzuschweifen 😉
Eines ist sicher: Die Sterne und anderen Planeten üben keinen unmittelbaren Einfluss auf die Menschen aus. Aber beim Mond merkt man es schon alleine durch Ebbe und Flut. Und so mancher ist „mondsüchtig“. Die Sonne unmittelbar durch ihre Aktivitäten, die aber nur wenige mit eigenen Augen sehen: Polarlichter. Und so einen richtiger Hit ausgelöst durch extreme Sonnenwinde hatten wir die letzten 2 Jahrzehnte zum Glück nicht mehr. Bei der heutigen Abhängigkeit von Telekommunikationssatelliten und Stromversorgung merken wir es dann aber schon wenn es doch passiert…

Auch wenn uns der Mond durch Synchronisationseffekte immer die selbe Seite zeigt, ganz so ist es nicht. Er zeigt uns mal mehr und mal weniger von seiner Nord, Süd, Ost oder Westseite. Das nennt sich Liberation. Innerhalb eines Monats schwankt auch sein Abstand zur Erde und war zwischen 356 400 und 406 700km. Visuell ist der Größenunterschied aber nur maximal um die 15%. Man wird auch feststellen dass er ca. 1 Stunde pro Tag später aufgeht.
Da er am Nachthimmel einer der stärksten „Lichtverschmutzer“ ist, kann man dann abschätzen, wann man wieder besser Beobachtungsbedingungen hat. Also rund um den Neumond. Oder zumindest bis Mondaufgang oder beim Monduntergang.

 



 

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Nachführungen


Außer mit Ultraweitwinkel (7mm,8mm) wo man bei sehr hoher ISO noch mit 10-15 Sekunden annähernd genügend Licht am Sensor sammeln kann vom fixem Stativ, wird man eine Nachführung benötigen.

Wer „nur“ einen schönen Sternenhimmel mit Landschaft (Milchstraßenfotografie, TWAN – the world at night) machen will, nimmt unter Umständen eine leichte Wanderung der Sterne  in kauf um genügend Licht sammeln zu können. Selbst da wird man dann mal an die Anschaffung einer kleinen Nachführung nachdenken. Schon alleine die halbe Nachführgeschwindigkeit als Kompromiss erhöht ja schon die mögliche Belichtungszeit.
Wer mehr will muss sich sowieso damit anfreunden zwei Serien an Bildern anzufertigen: Eines für den Vordergrund und eines für die Sterne, die man dann am Schluss zu einem vereinigt.

Es gibt zwar Ansätze, wo der Kamerasensor hier selbst über den beweglichen Sensor der Sternbewegung folgt, aber das ist mehr oder weniger als Gimik einzustufen.

Ansonsten bedarf es eben einer Nachführung.


An sich gibt es genau zwei Anforderungen: Präzision der Nachführung über genügend lange Zeit und Tragfähigkeit. Aber auch noch zwei weitere Kriterien: Preis und Mobilität. Die besten Nachführung nützt nichts, wenn man sie nicht in den Urlaub oder auf den Berg schleppen kann.

Kann man bei ersterem kaum einen Kompromiss eingehen, muss man ihn bei den letzten zwei Kriterien schon öfter finden.
 

Die Tragfähigkeit wird in den Prospekten und technischen Daten leider meist sehr optimistisch angegeben. Bei unseren leichten µFT Kameras und Linsen ist man da etwas von der Gewichtsproblematik befreit. Was uns dafür schon stark trifft ist die erzielbare Vergrößerung bei der möglichen Brennweite. Wenn man also liest es hat jemand 300mm erfolgreich tracken können, dann ist das oft auf KB Sensor bezogen. Das wäre dann bei uns also 150mm. Und kleinere Pixel unserer FT Sensoren verzeihen auch weniger als große Pixel.

Damit eine Nachführung mit dem Gewicht klar kommen kann, braucht man bei höheren Belastungen dann auch oft ein Gegengewicht. Es kann aber auch eine zweite Kamera sein 🙂
Das ganze muss auch aus tariert sein, aber unbedingt auf Zug, damit sie präzise arbeiten kann.

Die übliche Art der Montierung nennt sich parallaktische (=Deutsche) Montierung. Dabei wird eine Achse parallel zur Erdachse ausgerichtet, also auf den Himmelsnordpol. Man muss also das ganze mal einnorden. Die Bewegung der Sterne, Mond und Sonne wird dann einfach dadurch ausgeglichen, dass ein Motor das ganze um diese Achse dreht.
Einarm oder Gabelmotierungen sind (im Einsteigerbereich) außer für Mond und Planetenfotografie kaum zur Astrofotografie geeignet. Es fehlt die Präzision für längere Belichtungszeit.

Im unteren Bereich so 250-400 Euro gibt es ein paar, wie wohl bekannt habe ich mich für den StarAdventurer (normal, und nicht den Mini, der über WLAN und App gesteuert wird) entschieden und halte ihn nach wie vor für den Besten.
 

Meist hat man ein Problem mit dem Einnorden: Bei den kleineren ist da oft nur ein Guckloch, wo man auf den Polarstern ausrichtet. Diese Präzision wird nur für Weitwinkelbilder mit begrenzter Belichtungszeit reichen.

Ein optionales Polarskope das für ein präzises Einnorden notwendig ist kann dann mit einem Ausleger montiert werden. Das Problem hier: Wie stellt man sicher, dass es dann präzise mit der Ausrichtung der Achse übereinstimmt. Das betrifft auch den Halter für ein Polarskope. Wenn das schon schief in der Fassung sitzt, das dann auszurichten wird wohl sehr hart. Auch wenn es schon vom Werk her ausgerichtet in der Fassung sitzt, wenn das mal zu Boden fällt, kann sich das dann verschieben. Daher immer sehr umsichtig vorgehen und extra darauf achten, dass so etwas nicht passiert. Das gilt dann auch für einen Justierlaser, wobei der zwar mit viel Schweiß aber wohl leichter wieder auszurichten ist.
Oft sieht man auch, dass man nach einnorden erst die Kamera anbringen kann. Dass sich dabei nichts verstellt ist wohl eine wirkliche Herausforderung.

Eine nicht genügend präzise Einnordung mag dann bei kurzer Belichtungszeit und Weitwinkel noch funktionieren, aber bei längerer Belichtungszeit bald nicht mehr. Und mehr Brennweite erfordert auch mehr Präzision.


Je mehr man  an die Grenzen der Nachführpräzision stößt, desto besser muss man dann einstellen. Das bedeutet dann nach jedem Bild ein klein wenig die Ausrichtung korrigieren muss. Alles sehr Zeitaufwändig und ein versehentliches Anstoßen am Stativ und man beginnt von Neuem.


Wer weniger mobil sein muss, wird sich dann vielleicht eine kleinere Astromontierung anschaffen um so größere Brennweiten besser verwenden zu können.
Müsste ich jetzt etwas beschaffen würde ich eine EQM-35 SynScan GoTo in Betracht ziehen, aber mit der HEQ5pro oder AZ-EQ5s glücklicher werden.

Wer kann, achtet darauf, dass Zahnriemen für die Bewegung sorgen, denn Zahnräder haben einen periodischen Fehler.

Bei GoTo Steuerungen gibt es viele Meinungen. Da ich fotografieren will und wenn geht nicht erst lange am Himmel suchen muss, ist es für mich schon eher ein Muss. Keine Angst, es ist dennoch nicht immer einfach sein Objekt zu finden.


Verfügt die Montierung über eines der Standardprotokolle, kann man seine Montierung auch mittels APP oder via Stellarium oder spezielle Software (meist in Verbindung mit Aufnahmesteuerung und mehr) steuern. Man kann dann seine Objekte auch direkt anfahren, ohne GoTo Handsteuerung.

Es gibt auch Montierungen, da wird ein Bild des Himmels gemacht und nach Astrometrierung weiß dann die Montierung wo man sich am Himmel gerade befindet.


Eine EQ5 sind auch geeignet für kleinere Teleskope, für den 800mm Kohlefaser Fotonewton wäre sie das absolute noch erträgliche Minimum. Es sollt halt kein Wind wehen 😉

Für lange Brennweiten und damit einhergehend meist geringere Lichtstärke wird man dann aber auch nicht um Guiding herumkommen. Dazu braucht die Nachführung dann eine ST4 Buchse.
Das rundum „sorglos“ Paket kann man in Form des Mgen Autoguiders kaufen. Dafür konnte ich mich entscheiden. Wer es günstig will benötigt einen Laptop mit einem kleinen Kamerakopf und kann dann auch guiden. Aber es ist nicht so komfortabel und Freeware ist fehleranfällig.

Da ich mit der einfachen und schnellen Kochab Methode einnorde, komme ich bei 800mm Brennweite auf ca 40 – 80 Sekunden Belichtungszeit ohne Guider. Je nachdem wie genau ich‘s erwischt habe. Dazu brauche ich die Sicht auf den Polarstern. Ansonsten kann man einscheinern, auch wenn der Mgen da eine Unterstützung bietet, es dauert relativ lange bis man es auf diese Weise eingestellt hat.


Für meine üblichen 4 Minuten Belichtungen bei F/4 verwende ich dann eben eine Guider. Was macht der jetzt: Eine kleine Kamera an einem Sucherfernrohr zeigt (hoffentlich) Sterne. Die Guidingsoftware sorgt dann mit Hilfe von Korrektursteuersignalen an die Nachführung dafür, dass ein gewählter Stern am selben Ort stehen bleibt.
Zumindest beim Mgen ist der Kamerakopf so empfindlich, dass ich bisher immer eine Stern gefunden habe auf den ich guiden konnte.
Das ganze geht jedenfalls recht unproblematisch und schnell zum Verkabeln.


Man kann auch den StarAdventurer guiden, aber nur eine Achse. Die Firma Lacerta hat zwar versucht, alle zwei Achsen zu guiden, aber letztlich die Entwicklung eingestellt, weil es viel zu Kompliziert und teuer gewesen wäre. Um das Geld bekommt man eine „gscheite“ gute Astromontierung……

Die stärkste wohl noch transportable Montierung ist meine AZ-EQ6. Der Kopf ist sogar eine Spur leichter als die der anderen EQ6 Typen, aber alles viel massiver ausgeführt. Mit Gegengewichten, Fernrohr etc kommt man jedenfalls alles in allem auf 35 – mehr kg. Das schwerste Teil ist mit gut 12-14 kg der Kopf.
Das AZ bedeutet dass man sie auch Azimutal, also wie ein gewöhnliches Stativ verwenden kann.


Ein Ausblick, wie es nach oben weitergeht:

Für mehr Tragfähigkeit also so bis 50kg ist die günstigste und auch weit verbreitetste Montierung die EQ8. Solche Köpfe werden meist auf einer fix einbetonierten Säule einer Sternwarte verbaut.
Da alles fix aufgestellt ist wird hier natürlich gut eingescheinert und so benötigt man zumindest bei üblichen Belichtungszeiten 4-10 Minuten dann eventuell keinen Guider. Spätestens bei den wesentlich teureren Montierung wie ASA, Fornax, Losmandy etc. nicht mehr. Aber das sind schon andere Dimensionen, auch bei den Fernrohren.

Bei so einer kleinen feinen Ausrüstung (Montierung, NoN 200/800 +Zubehör) wie ich sie habe ist man mit um die 4000 Euro dabei, bei Abstrichen in der Montierung und verwendeten Teleskop auch unter 3000.
Alles darüber wird aber dann schnell sehr sehr viel teurer. Da denkt man dann in Regionen ab 15000 bis weit darüber.

Heute zu Tage kann man aber Geräte auch stundenweise mieten, entweder auf einer „Astrofarm“ wie in Namibia oder Chile etc., wo man dann seinen Urlaub verbringt, oder gleich bei Remotesternwarten.
Chilescope bietet uns da bis zu 1m Spiegel von ASA an, aber auch 500mm Teleskope. Preise findet man im Netz, für gängige Brennweiten wird man so 100 US$ pro Stunde Belichtunngszeit bezahlen.

Viele bauen sich dann auch ihre eigenen Remotesternwarten, indem sie alles von der Ferne steuern können. Ist das ganze weit weg, ist es natürlich von Vorteil wenn man vor Ort jemand hat, der das Service übernimmt, oder vor Ort vorbeisehen kann, falls etwas ausfällt.

Für andere Hobbies nebenher ist dann natürlich nicht mehr viel Platz 🙂

Siegfried

...der viele Hobbies hat 🙂
 





 




 

 

 

 

 


 

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