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Der Sternenhimmel im Sommer

iamsiggi

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Andreas hat ja Kürzlich ein schönes Weitwinkelbild der Milschstraße in Horizontnähe fotografiert:

Ich hab dann ein paar der bemerkenswerten Objekte eingefügt.

Im Sommer sieht man bei uns ja im Süden das Sternbild des Schützen (Sagittarius/SGR). Die hellen Sterne erinneren an eine Teekanne. Leider ist es bei uns sehr nahe am Horizont. Und da ist der Himmel meist sehr aufgehellt und die viele Atmosphäre tut ihr übriges. gleich rechts der hellen Milchstraße durch dunkle Staubwolken, die das sichtbare Licht verschlucken ist das Zentrum unsere Galaxie. In 26.000 Lichtjahren Entfernung. Durch Beobachtung im Infraroten konnten hier über mehr als 10 Jahren die Bahnen eines  Sternes verfolgt werden, die um etwas sehr Masse reiches kreisen muss. Dieses Etwas ist zugleich ident mit der lange bekannten Quelle an starker Strahlung im Radiowellenbereich Sagittarius A*. Es ist das aktive schwarze Loch, das ab und an ein Häppchen Materie verschluckt und entsprechende Strahlenausbrüche produziert.

Nun aber zum Sichtbaren. Die Milchstraße selbst beherbergt ja einiges an Gasnebeln, der Lagunen Nebel (M8) ist der hellster große und wohl auf jedem etwas tiefer belichteten Bild der Milchstraße zu entdecken. Darüber oft auch noch der Trifid Nebel und weiter oberhalb der Schwanen- oder Omega Nebel, auch relativ groß und hell. Gleich drüber der Adler im Sternbild Schild.
Das Bild "Säulen der Schöpfung" dürfte wohl bekannt sein. Auch ein lohnendes Objekt für kleinere und größere Teleskope.

2019 steht rechts der extrem helle Jupiter, und weiter links Saturn auch recht hell, also leicht zu finden, Leider bleiben sie derzeit sehr Horizont nahe.
Rechts und leicht unterhalb des Jupiters kann man einen sehr hellen orangen Stern finden: Antares im Sternbild Skorpion. Dieses ist wohl die  Farbenprächtige Region für Weitfeldbilder so mit 50-100mm Brennweite. Bei uns natürlich schwierig gut abzulichten, aber doch einige Versuche wert. Die Staubbanden Richtung Milchtraße findet man zumindest auf den Milchstraßenbildern
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Technisch hat man es in unseren Breiten im Sommer mehrfach schwer: 

Der Himmel wird nur mehr für 1-2 Stunden dunkel genug um Astrofototechnisch arbeiten zu können - auf der Höhe von München.... im höheren Norden natürlich nie (weiße Nächte).
Auch wenn es nichts ändert am Himmel, schon von daher wäre es gut wenn wir zur normalen (=Winterzeit) zurückkehren. Die, die am Morgen arbeiten müssen ist es halt nicht egal ob sie gegen 1:00 oder 2:00 morgens im Falle eines klaren Himmels ins Bett kommen.

Die heiße Luft kühlt natürlich bei klarer Nacht stark ab und es wird sehr schnell sehr feucht. Kühlt es nicht stark ab, ist das Rauschen der warmen Sensoren besonders hoch.

Aber das soll einem nicht aufhalten, gerade mit einem Tracker und Photolinsen kann man ja bei Belichtungszeiten mit um die 1-2 Minuten einiges an Material sammeln um vernünftiges Ausgangsmaterial zu bekommen.

Nicht vergessen: Es sollte und darf ohne weiteres so lange belichtet werden, dass der Histogrammpeak der im wesentlichen den Himmelhintergrund darstellt 30-60% von links wegkommt:
Im RAW hat man dann noch immer 10-11 Bit Auflösung zur Verfügung, um die dunklen Staubbanden die sich im Bereich des Peaks befinden herauszukitzeln.
belichtet man zu kurz, gehen die schwachen Strukturen im Rauschen unter.....

Hier das OOC (outOfCam) Bild der rho-OPH Region:

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  • Danke 1


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Hier der weitere Verlauf der Milchstraße, wie er dann im Sommer hoch über den Zenit zieht.
Wer die Milchstraße vom Sternbild Schützen nach oben folgt findet den hellen Stern Altair (oberhalb unterhalb stehen zwei weitere etwas hellere Sterne) im Sternbild Adler.
Er bildet mit dem sehr hellen Stern Wega und Deneb das Sommerdreieck.

Oberhalb des Altair beim nächsten hellen Stern ist eine Große Abdunklung durch Staub in der Milchstraße inform eines E (E-Nebel) Das Sternbild des Delphins hat nicht ganz so helle Sterne, aber da es schon etwas außerhalb der Sternmassen der Milchstraße steht, kann man es leicht finden, wenn man mal weiß wonach man sucht 😉
Oberhalb kann der Geübte auch das Sternbild Pfeil finden (Sagitta) hier findet man den größten Planetarischen Nebel des Sommersternhimmels: M27 - Hantelnebel
Wer auf der Linie Altair und Wega in der Milchstraße sucht findet den Kleiderbügel Sternhaufen in seinen Bildern dieses Teils der Milchstraße. Er passt gerade so mal in das Gesichtsfeld eines einfachen Fernglas. Er hat im Collinders Katalog den Eintrag Cr399. Es handelt sich um einen Asterismus, eine zufällige Anordnung von Sternen, die wir als bekanntes Objekte interpretieren.

Die Wega als hellster Stern des Sommerhimmels ist der Hauptstern des Sternbilds Leier / Lyra. Auch recht einfach zu finden. Im untersten Teil zwischen den zwei hellen Sternen findet man den bekannten Ringnebel M57. Er ist sehr hell, aber nicht sehr groß. Im Fernrohr (800mm / 200mm Spiegel) zeichnet er sich als kleinen Ringerl ab.
Interessant vielleicht auch epsilon Lyrae, einen Daumen breit neben Wega. Wer da zwei Sterne sieht hat sehr scharfe Augen. Erst mit wirklich hoher Auflösung im Fernrohr kann man erkennen dass die zwei Komponenten e1 und e2 jeweils wieder Doppelsterne sind. Der Abstand ist aber nur so um die 2,5 Bogensekunden. Also ein Auflösungstest für Fernrohre oder Himmelsqualität...

Das vielleicht bekannteste Sternbild im Sommer ist das große Sternbild Schwan. Im Schwanz der helle Stern Deneb - in der Mitte der Flügel Sadr und der Kopfstern im langen Hals Albireo. Ein schöner Doppelstern auch für das Teleobjektiv:  Eine Komponente ist Gelb die andere Blau. Der Abstand ist 30 Bogensekunden, also mit guten Teleobjektiven auflösbar. Man muss halt wirklich knapp belichten, dass die Farben nicht ausbrennen. oder ganz leicht unscharf stellen....dann besteht weniger die Gefahr der Überbelichtung.

Die Region um Sadr ist mitten in der Milchstraße und daher reich an großen H-alpha Gebieten. hier tummeln sich viele größere DeepSky Objekte wie Tulpen, Sichelnebel etc. Der größte davon ist aber links unter Deneb: NGC7000 oder Nord Amerika Nebel.  Alles durchaus Objekte für (natürlich nachgeführte) Fotoobjektiv. Bei entsprechender Belichtung und Bearbeitung wird man da vieles finden.
Beim Stern Ginea im Flügel der Schwans ist über eine ebenso großen Bereich ein Supernova Überrest zu finden Der Cirrusnebel komplex. Gegenüber steht ein heller Stern in einen Nebelfilament und ist unter Hexenbesen Nebel bekannt. Dazwischen gibt es auch einiges, aber das braucht man schon sehr viele tief belichtete Bilder und sehr gute Bildbearbeitung.


61-Cyg ist ein Doppelstern, der mit Teleobjektiv oder Fernglas aufgelöst werden kann. Interessant ist er dadurch, dass man früh seine starke Bewegung im Himmel erkannte: 5" (Bogensekunden) pro Jahr. Und es war daher der erste Stern, dessen Abstand man direkt messen konnte. 1838 hatte der deutsche Astronom Wilhelm Bessel auf der Königsbergsternwarte eine Entfernung von 9,25 Lichtjahre errechnet, heute spricht man von 11 Lichjahren.

Folgt man die Milchstraße über den Schwan hinaus wird man auf die Kassiopeia (Himmels-W) treffen ..... das wird im Herbst dann für uns der Sternenhimmel sein.
 

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Milchstrasse über den Gipfeln der Berner Voralpen. Aufnahmestandort Meniggrat in Diemtigtal.

Die Aufnahme wurde in der Nacht am Pfingstsonntag gemacht. Eine wunderbare Nacht bei den Sternen😊

Liebe Grüsse aus der Schweiz

Peter

Milchstrasse Meniggrat-6090449-2.jpg

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Hallo Peter,

da sind die Hauptsterne des Schützen sehr gut zu sehen, da kann man die Teekesselform erkennen.

Das Bild selbst ist sehr natürlich in der Farbanmutung....
Lagunen Nebel auch schön selbst in der Kleinansicht zu finden.

Siegfried

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Hallo Siegfried

Danke fürs Feedback😊.

Nun aber einige Fragen betreffend Astrofotografie:

Wie sieht es mittlerweile aus mit Astroumbau von Oly Kameras? Ich überlege mir, ob ich meine alte OMD EM1 ev. umbauen will. 

Hast Du Erfahrung mit alten OM Objektiven wie das 100 mm 2.8 für Astrobilder?

Welche Nachführung empfiehlst Du, wenn mann diese in den Bergen rum schleppt? 

Liebe Grüsse Peter

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Hallo Peter,
Ich will mir 1-2 E-M10.II umbauen lassen. Da muß ich erst nachfragen wie es derzeit mit den Filter steht. Ich fürchte nämlich die haben in der Größe keine UVIRCutfilter.
Was aber schon sein sollte, sonst brauche ich bei Objektiven immer einen entsprechenden Filter. Der Haida UVIR750nm lässt ja bis 750nm durch, was mit zu viel roten Saum erzeugt, bezw. unschärfere Sterne.
Bei kleinen Filterduchmesser kann ich aber problemlos einen 2" Astrofiter verwenden. Zumindest geht das mit dem mFT60/2.8 mFt25/1.8, 45/1.8 und Sigma Art mft30/2.8.
Das mFT712/2 Vignettiert mir aber durch den Adapter....

Bei hellen Nebel wir M27 M81/82 geht aber auch unmodifiziert - wenn man den roten Bereich stark verstärkt.
Aber natürlich geht bei modifierte Kamera mehr...... da sind ja dann fast 100% drauf gegen 33% ohne Modifizierung.

Siegfried
 

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Ein Bild der Region aus 2018 mit dem mFT12/2 habe ich jetzt in die Galerie gestellt:

Und mit Objektbeschreibungen:
Herunterladen und in groß ansehen..... wers genauer wissen will 🙂

 

bearbeitet von iamsiggi

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Ein Bild mit dem mFT45/1.8 das die wichtigsten großen Objekte im Sternbild Schwan zeigt:

Das Bildfeld habe ich so gewählt, dass die hellen zwei Sterne ins obere 1/3 gelegt hatte und das ganze möglichst auf einer Linie
Der helle Stern links oben: Deneb (Schwanz des Sternbild,
α -Cyg) der helle Stern oberhalb der Mitte Sadr (γ -Cyg) . Rechts unten der Mitte der helle ist Gienah (=Flügel, ε -Cyg) , der erste Stern des unteren Flügels des Schwans. Auch den sieht man bei relativ hellem Himmel noch ganz leicht.

Links unschwer zu finden: NGC7000 - der Nordamerika Nebel, daneben der schwächere Pelikan Nebel.
Um den Stern Sadr der gleichnamige Nebelkomplex, der Untere Teil auch als Schmetterlingsnebel bekannt.
Gehen wir vom Sadr nach rechts, so finden wir etwa oberhalb direkt in der Milchstraße schwach, aber relativ groß den Mondsichelnebel (Crescent).
Schon eher gegen den rechten oberen Rand links aber gerade noch vor der Dunkelwolke steht aufrecht der Tulpen Nebel.
Diese zwei sind eher etwas für Große Brennweiten und dunklem Nachthimmel.
Interessant vielleicht: Gleich rechts oberhalb der Tulpe finden wir Cygnus-X1 das erste (1972) aufgefundene schwarze Loch, zu uns das zweit nächste in der Milchstraße.
Nur ca. 8000 Lichtjahre weit weg, hat es um die 16 Sonnenmassen, der Ereignishorizont ist dabei gerade mal 50 km. Wenn es gerade wieder mal Materie aus der
Akkretionsscheibe frisst, kann die Röntgenstrahlung auf das 100 Mrd fache der der Sonne steigen. Lange Zeit die stärkste Röntgenquelle am Himmel. So gilt Cygnus X1 als eine der stärksten Quellen für Röntgenstrahlung.

Rechts unter Gienah findet sich der Cirrus oder Schleiernebel Komplex (Veil). Ein sehr großer Überrest einer Supernovae vor einigen 1000 Jahren. Den verbleibenden Reststern hat man bis heute nicht gefunden. Aufgrund der Größe, sieht man meist nur die zwei hellsten hellen Teile links  und rechts. Diese sind bei 400mm und FT Sensor bereits Format füllend, mit 3 Grad am Himmel ist das ganze also sehr groß, der Mond hat 0,5.
Der rechte Teil mit dem hellen Stern (ist unter dunklem Himmel mit dem Auge noch zu sehen) ist unter dem Namen Hexenbesen Nebel oder Sturmvogel bekannt. Der extrem helle Stern (52 Cyg) erschwert die Ausarbeitung natürlich.  Dazwischen vor allem oben der Teil ist unter Dreieck bekannt und nur bei tiefer Belichteten Bildern gut zu sehen.
Die Nebelfilamente strahlen in Rot Wasserstoff und auch stark im Blau des Sauerstoff (O-III).

Für Fotolinsen bietet das Sternbild also einiges an großen und hellen Objekten.

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Hier eingezeichnet die wichtigsten Objektbezeichnungen:

OlyF_anno_logSommer_CYg45mm_EPL6_mix_2_147L.thumb.jpg.ea545c6f3b24819e17522ed4ddfd37c3.jpg

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Hier ein Ausschnitt der Sommermilchstraße gleich oberhalb des Sternbild Schützen. Entstanden mit dem mFT45/1.8 Objektiv.

Der Lagunen Nebel (M8) ist wohl auch so gut wie auf jedem Bild mit der "Milchstraße" zu finden. Darüber der Trifid Nebel ist auch ansatzweise zu identifizieren. Qualitätskriterium könnte hier sein, wie gut man den blauen Anteil dieses "Dreigeteilten" Nebel herausbringt.
Nur etwas kleiner als der Lagunen Nebel ist der Omega Nebel und wohl auch auf Bildern zu finden. Der Adlernebel wohl auch gerade noch.

M22 ist an sich der größte Kugelsternhaufen des Nördlichen Sternhimmel, aber Aufgrund des tiefen Standes bei uns nicht so einfach wie der große Kugelsternhaufen im Herkules (M13) der hoch oben über den Zenit zieht.

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