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Der Sternenhimmel im Herbst


iamsiggi

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Ein Blick auf den Sternenhimmel im Herbst, wie er im Osten  hoch steigt.

Entstanden sind die Bilder am 4.9. bei Halbmond, wo ich zwischen 0:30 und 1:30 (da stand der Halbmond am Höchststand und es war entsprechend hell) noch mit dem mFT12/2 60 Sekunden Belichtungen bei ISO800 machte. In Summe 65x 1 Minute. Nachgeführt mit dem StarAdventurer.

Ich beschränke mich auf Objekte, die man mit freiem Auge erkennen kann und auf Dinge, die man so auf etwas länger (10-20 Sekunden bei hoher ISO) belichteten Bildern mit Digitalkamera finden kann.

Also viel Spaß beim suchen / finden auf eigenen Bildern !

Zunächst  ein Bild wo ich versucht habe, dass die Sterne zeigt, wie wir sie unter dunklem Himmel finden können.
Bei hellerem Himmel ist es einfacher, denn man sieht dann nur die hellsten Sterne, auf die ich mich beziehe.

Zu Herbstbeginn wandert das Sommersternbild des Schwans über den Zenit gegen den Westen. Darüber steht die helle Wega.
Die Milchstraße zieht sich durch das Sternbild Schwan Richtung Osten wo sie immer schwächer wird und durch das Sternbild der Kassiopeia weiter läuft.
Unschwer an diesem großem W am Himmel zu finden.

Unterhalb ist der Perseus, weiter links unten ist der helle Stern Capella im Sternbild Fuhrmann (Auriga). Nahezu gleich hell wie die Wega hoch oben Richtung Westen.

Rechts unter der Kassiopeia sind die 3 hellen Sterne der Andromeda zu finden und weiter das große Viereck des Pegasus.
Unter Andromeda findet man das Dreieck darunter zumindest die 3 hellsten Sterne die den Widder symbolisieren.

Das Siebengestirn, die Plej
aden sind noch tiefer, aber auch nicht zu übersehen.

Das größte der unscheinbaren Sternbilder ist das Sternbild der Fische, nur am wirklich dunklem Himmel unterhalb der Pegasus Viereck als V zu erkennen.


 

FB01_nat_M45_CAS_12mm_65L_DBE_ABE_sAC_ExT_HTStrNat_v2_LC.thumb.jpg.0a729d7f992e2ea878e5ea7dc95e8bc4.jpg

Hier mal das ganze eingezeichnet:

FB02_Anno2_Nat_M45_CAS_12mm_65L_DBE_ABE_sAC_ExT_HTStrNat_v2_LC_anno.thumb.jpg.7ca4e54d86b440c23350e580f653fe48.jpg
Die Sternbilder

CAS: Kassiopeia
AND: Andromeda
TRI: Dreieck (Triangulum)
PER: Perseus
AUR: Fuhrmann (Auriga)
ARI: Widder (Aries)
PSC: Fische (Pisces)
PEG: Pegasus
TAU: Stier (Taurus)

C Capella 
Einer der hellsten Sterne. Er ist "zirkumpolar", ist also bei uns wie der Große Wagen das ganze Jahr zu sehen.

zeta-Aurigae:
Ein Doppelsternsystem wo zwischen 24. und 26. Oktober 2019 wieder eine Bedeckung stattfinden wird, die man mit etwas Erfahrung und Fotoapparat durchaus anhand der Helligkeitsveränderung messen kann.

M: Mirfak - Hauptstern des Perseus

A: Algol auch als Teufelsstern in der Geschichte bekannt.
Er verändert präzise alle 20 Tage und 49min sein Helligkeit zwischen mag +2.1 auf mag +3,4.
Das kann man mit freiem Auge feststellen, wenn man seine Helligkeit mit Nachbarsternen vergleicht.
Die Ursache dafür ist, dass sich hier zwei unterschiedlich helle Sterne umkreisen.

H: Hamal - Hauptstern des Sternbild Widder.

P: Plejaden (M45)

N: Navi
Ein Apollo Astronaut schmuggelte den Stern Namen in Navigationskarten der Apollomission ein.
Eigentlich heißt er aus dem chinesischen: Tsih (Chi). Ist aber in viele Sternkarten als Navi zu finden.

Al: Almach
Ein schöner Doppelstern mit Oranger und Blauer Komponente im Abstand von 10 Bogensekunden. Mit einfacheren Fernrohren schon zu sehen.

Mi: Mirach
Zwei schwächere Sterne von Mirach aus führen uns sicher zur Andromeda Galaxie
und in der Gegenrichtung zur Dreiecksgalaxie nach Andromeda unsere zweit nächste Nachbargalaxie.

FB03_deep_anno_M45_CAS_12mm_65L_DBE_ABE_sAC_ExT_ArcSin_CTs_Lm_LC.thumb.jpg.4b175cb65d7743501b4abd130b4a5d7c.jpg 

Ein tiefere Belichtung zeigt dann weiter Deep Sky Objekte:  

DC: Double Cluster
Zwischen Kassiopeia und Perseus gerade noch mit freiem Auge erkennbar der Doppelsternhaufen (h&Chi Perseii)
Daneben der Herz (H) und darunter der Seelen Nebel (S).
Weiter links diese Sternenkette/Wasserfall:
K: Kembles Kaskade im Sternbild Giraffe

C California Nebel.
Ein großer heller Emissionsnebel im Fuß des Perseus.

M45: Plejaden
M31: Andromeda Galaxie
M33: Dreiecksgalaxie

Wegen der Größenverhältnisse.
Das Bild zeigt das Bildfeld eines 12mm Objektives am FT Sensor. Die Plejaden (M45) haben eine Ausdehnung von 2 Grad  also 4 x Vollmond.
Es gibt also auch im Herbst einiges an Bildfeldern für Fotoobjektive mit und ohne Nachführung.

Und gegen Morgen steigt dann schon unter dem Sternbild Stier der gut bekannte Orion herauf, wobei wir wieder bei den Wintersternbildern wären.

Siegfried

 

 
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6 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Die Andromeda Galaxie bei 430mm Brennweite

Die Andromeda Galaxie zählt wie der Orion Nebel wohl zu den bekanntesten Objekten. Damit zählen sie wohl zu den ersten Objekten die ein angehender Astrofotograf abbilden wird.

Der Helligkeitsumfang ist aber recht groß, so dass man bald mal feststellen wird, dass da ein einzelnes Belichtungsregime nicht reicht. Denn entweder sieht man eher das besonders helle Zentrum und vom weitläufigen Rest nicht mehr viel oder das Zentrum ist überbelichtet dafür ist viel der schwächeren Ausläufer zu sehen.

Aus diesem Grund habe ich letzten Sonntag zwei Belichtungen gemacht:

Einmal bei dunklerem Himmel vor Mondaufgang (es war Halbmond nahe der Plejaden):
27 Bilder zu 4 Minuten und nach Mondaufgang für das helle Zentrum noch 48 Bilder zu 1 Minute.

Kamera war die E-M10.II und ich verwendete ISO800, Teleskop war der Lacerta APO mit 432mm Brennweite und 72mm Linse was Blende 6 ergibt.


Die Andromeda Galaxie hat im Messier Katalog den 31. Eintrag, daher auch M31.

Der letzte Eintrag im Katalog ist M110, und die ist hier auch zu sehen. Diese nicht wirklich gut aufzulösende elliptische Galaxie links oberhalb. Heute als Zwerggalaxie eingestuft. Sie ist wie M32 (rechts das helle eher Runde) ein Begleiter der Andromeda Galaxie. Bislang hat man fast 40 weitere Begleiter gefunden.

Sie ist wie schon mal geschrieben unser nächster Nachbar mit 2,5 Mio Lichtjahren Entfernung. Damit ist sie bei uns das am weitest entfernt Objekt, das wir mit freiem Auge sehen können.

Von der Ausdehnung am Himmel hat sie gegen 2 Grad, also 4x die Größe des Vollmonds.
Man sieht, dass 430mm Brennweite bei unseren FT Sensoren schon zu viel sind.

Also wer sich versuche will: Lieber nur maximal 300mm Brennweite und damit auch mehr Lichtstärke und weniger Probleme bei der Nachführung.

FB_M31_4m27L1m48L_Mix_RGB.jpg

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Diese  Bilder sind gleich nach Herbstanfang mit dem mFT8/1.8 entstanden.

Herbstbeginn ist ja Tag und Nachtgleiche. Es wird schon recht früh finster, so kann man die Milchstraße im Süden (rund ums helle Zentrum - Sternbild Schütze) noch gut sehen, am Beginn der Nacht. (19:50-20:05)


fb_SGR_CYG8mm_15LI8001m_DBE_sAC_STFStr_LC_clone.thumb.jpg.63f1247b60b23f6d4626b51583a1f18c.jpg

Und hier habe ich in der selben Nacht noch die Kamera mit dem 8mm in den Zenit gehalten....... Unheimliches Feld, schwierig bei unsere Lichtverschmutzung die Helligkeitsgradienten auszugleichen.
Das Sommersternbild Schwan fliegt da über den Zenit Richtung Westen und im Osten steigt dann bereits das Sternbild des Stiers hoch und gegen 2:00 früh - Morgendämmerung steht der Orion  schon am Himmel.

fb_AQLCAS_8mmF28I8001M_23L_ABE_sAC_STFStr_RMCTs_Decon_SM_DEcon.thumb.jpg.ad81aee790662626510bcd14b53fc468.jpg

 

Hier kommt wieder etwas Himmelsmechanik ins Spiel:

Im Frühjahr( so ab April)  wo die Luft normalerweise trocken ist, kann man die Milchstraße im Süden nach Mitternacht erwischen. Man muss nur lang genug aufbleiben.
Dann im Sommer sind die Nächte sehr kurz, wo man nur mit etwas Glück ein passendes Zeitfenster hat.
Jetzt im Herbst (und natürlich Winter) hat man meist hohe Luftfeuchte, die sehr schnell die Linsen zu taut und auch Dunst und Nebel schnell entstehen lässt. Da bleibt meist nur ein kleines Fenster zu Beginn der Nacht.
Danach ist ja das Zentrum der Milchstraße schnell untergegangen. Im Dezember wären dann die Schütze geborenen und das ist im Dezember, was an sich bedeuten würde dass die Sonne genau da steht.

Ein genauere Beschreibung der beiden Bilder findet man hier: Beitrag Nr:9

 

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Dieses Bild entstand mit dem Olympus mFT45/1.8 bei F/2, ISO800 und bequem mit dem eingebauten Serienbildmodus. 145 Bilder habe ich gestackt und bearbeitet.

Einfach zu finden zwischen Kassiopeia und Perseus ist ja, wie oben schon mal beschrieben der Doppel Sternhaufen (Double Cluster oder h & Chi Perseii) zu finden ist.

Also leicht zu finden, am dunklem Himmel kann man das gerade noch sehen. Die gesamte Ausdehnung der jeweiligen Haufen ist jeweils 30 Winkelminuten, also Mondgröße. Am Sucher mit der Liveviewerweiterung II auch zum Einstellen des Feldes gut zu sehen. 

Die Milchstraße ist ja reich an Emissionsnebel, so findet man im Feld gleich daneben den sogenannten Herz und den Seelen Nebel. Wie man sieht auch sehr groß und relativ hell. Natürlich können sie mit dem extremen Orion Nebel nicht mithalten. Deshalb habe ich das ganze mit meiner modifizierten E-PL6 Kamera gemacht, so kommt mehr des roten Lichtes auf den Sensor.

Also ein Feld für jede Brennweite, die auch mal etwas helleren Himmel verträgt, zumindest die Sternhaufen.
Hier bei 800mm: https://astrob.in/271835/0/

 

OLY-F_DC_145F2EPL6_Dcr_IS_ABE_PCC_ArcSin_mStr_GMsmDCDecMT_SLmR.jpg

Siegfried

bearbeitet von iamsiggi
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Ist schon faszinierend was man mit einer Kamera und dem nötigen Kow How/Erfahrung so alles Sichtbar machen kann. Deine Bild-Erklärungen dazu sind auch sehr aufschlussreich/interessant. Ich bin noch bei Stufe 1 😉, versuche den Nacht/Sternenhimmel einzufangen. Nach jetzt bald einem Jahr mit Olympus hab ich mich in Menü/Kamera/Objektive usw. eingearbeitet und finde mich jetzt zurecht. So ist die nächste Stufe Nacht Bilder Experimente. Danke für deine Mühe auch deine Vorgehensweise  mit zu den Bilder zu packen. LG Roland  

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Hier die zwei Sternbilder Kassiopeia und Kepheus.
Dafür habe ich letzte Woche mit einer E-M10.II und dem mFT25/1.8 bei ISO800 60 Sekunden Belichtungen gemacht.

Zunächst mal zur Orientierung: Hier ein Einzelbild mit dem Weichzeichenfilter (Cokin P830):

FB_P830_X1200853_registered.thumb.jpg.ee42697472596f54a03dd90b992f49b6.jpg
Rechts das W der Kassiopeia - Links der Kepheus.
Er besteht aus einem Quadrat und aufgesetztem Dreieck, das hellere Stern bilden.

Der hellste Stern ist Alderamin - man findet ihn leicht, wenn man den hinteren Schenkel des W verlängert.
Schön sieht man links oberhalb des Kasten des Kepheus den roten Granatstern. (µ-Cephei)
Es ist ein roter Überriese - der größte Stern, den wir mit freiem Auge bei dunklem Himmel sehen können.

Das ganz Astrometriert:

FB_X1200853_registered_Annotated.thumb.jpg.9784e166666f9647c826a6e87591ab03.jpg

Noch etwas größer der derzeit 3. oder 4. größte Stern, den wir kennen ist vv Cep. Er ist im Kasten des Kepheus zu finden.

In unser Sonnensystem gesetzt würde der Stern bis über die Saturnbahn reichen.

Der große Rote Hauptstern hat einen blauen Riesen als Begleitstern.... der für eine Umrundun 20,3 Jahre braucht. Verschwindet der große Blau Stern hinter dem roten, sinkt die Helligkeit stärker ab.
Ist der Blaue Riese in der nähe des großen roten fliest Materie in den Roten ab...der dann immer schwerer wird.

Ein Stern der Superlative.....

Das tief belichtete Bild, ein Stack aus 117 Bildern:

FB_1490_AB_66p_25mm117L_EM102_CAS-CEP.thumb.jpg.f06e3f7cdf54529535efd996c329ef1e.jpg
Links oben um den Granatstern ist IC1396. In diesem "H-alpha" Gebiet (das rote Leuchten des Wasserstoff) ist links hinein der sogenannte Elefantenrüssel Nebel.
Ein sehr schöne Region für Brennweiten ab 100mm.

Rechts unten sehen wir den Herznebel - dazwischen die Struktur wurde Fragezeichen Nebel getauft
Rechts der Kassiopea ist ein kleines rotes Nebelchen: Das ist der Pacman Nebel.

Die Milchstraße zieht sich hier wie man sieht durch, daher die vielen Sternentstehungsgebiete.

Links unten sieht man auch schon viel Staub,  das Sternbild Kepheus ist voll davon.
In dunklen Nächten ein schöne Region mit 50-100mm Brennweite um die Dunkelnebel einzufangen.
 

Siegfried
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Gleich außerhalb des "Kasten" des Sternbilds Kepheus (siehe Post oben gleich links des Stern Alfirk, ß-Cep) liegt ein wunderschöner großer Reflexionsnebel: NGC 7023, besser unter Iris Nebel bekannt. Das Sternenlicht wird durch die umgebenden Staubwolken reflektiert.
Man sieht, diese Region ist voll von Staubwolken unserer Milchstraße

Unten ist eine Staubregion, die sich LBN 468 nennt, (ich hab sie vergrößert dazu montiert)  das kleine bläuliche, fächerförmige Objekt ist unter dem Namen Gyulbudaghian's veränderlicher Nebel bekannt (GM 1-29).

Ein sehr junger Stern stößt hier große Gasmengen aus, ähnlich wie Eruptionen auf unserer Sonne, nur sehr sehr viel stärker, und das ganze wird dann durch das Licht des Sterns beleuchtet. Es sind sehr dynamische Vorgänge und so kann sich das Aussehen innerhalb von Monaten ändern.
Der Stern ist maximal 100.000 Jahre alt und von uns 1600 Lichtjahre weit weg. Die ausgestoßene beleuchtete Wolke misst in etwa 0,4 Lichtjahre.

Es ist also durchaus erstaunlich, dass man das so einfach mit einer E-M10.II und dem Samyang 135/2 selbst beobachten kann......

Belichtet wurde bei ISO 800 jeweils 1 Minute bei F/2 ... mit der praktischen Serienbildfunktion. 129 Bilder habe ich dann für die Bearbeitung genommen.

Siegfried

FB_Iris_widefield_2018.jpg

bearbeitet von iamsiggi
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