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Die PEN, OM-D & E-System Community

Über diesen Club

Astrofotografie, insbesondere mit Olympus-Produkten
  1. Was gibt es Neues in diesem Club?
  2. Sven Lamprecht von IRre-Cams bietet in Zusammenarbeit mit fuji-store.de ein Astro-Webinar an. Ich fand das Webinar zum Thema Infrarot schon sehr gelungen und auch nicht zu Fuji-spezifisch, von daher wird dieses sicher auch wieder sehr interessant: https://www.fuji-store.de/p/online-workshop-am-12-10-2021-oder-19-00-uhr-astro-fotografie-mit-fuji-x-kameras-mit-irrecams Aus dem Inhalt: "Einführung in die Astro Fotografie. Was ist zu beachten, bei Astro Aufnahmen. Welchen Standort sollte man wählen. Welches Zubehör ist Pflicht Was ist ein Sensor Umbau für die Astro Fotografie Welches nicht sichtbares Licht kann wiedergegeben werden. Welche Filter oder Kamera Umbauten gibt es ? Was ist beim Fotografieren zu beachten. Welchen nutzen hat es. Müssen oder sollen die Bilder nachbearbeitet werden. Wie werden die Kameras umgebaut. Was ist ein Stativ mit Nachführung Ein hoher Anteil von Interaktiven Fragen ist hier möglich. Dadurch kann die Schulung länger als bis 20:00 Uhr dauern." Gruß Uli
  3. Es gibt ein neues Patent von OMDS, das Astrofotografie erleichtern soll. Allerdings kein Astrotracer wie bei Pentax wie vielfach kolportiert, sondern anscheinend für Derotation für die Verwendung mit azimutalen Montierungen: E.
  4. Ich habe mal vor einiger Zeit ein kleines Filmchen zum Thema Jupiter am Teleskop gemacht. Gruß Uli
  5. iamsiggi

    DeepSky Astrofotografie

    ...alles außerhalb unseres Sonnensystem
  6. Jupiter hat mittlerweile (Ende August 2021) auch um Mitternacht seinen höchsten Stand am Himmel. Er zieht ja jetzt unübersehbar hell (mag -2,6) von Osten nach Westen und ist die ganze Nacht sichtbar. Entfernt ist er derzeit 604 Mio km. Sogar die leichte Bewölkung kann ihm visuell nur wenig anhaben. Ich versuche mich immer noch in der Planetenfotografie. Hier mein letztes Ergebnis: Auch wenn gerade der große Rote Fleck nicht im Bildfeld war. Wann der GRF sichtbar ist und wie die Monde stehen, kann man ja einfach in Stellarium herausfinden. Die raschen Bewegung der 4 Galileischen Monde lassen sich mit einem Teleobjektiv gut verfolgen. Einfach jede Stunde ein Bild machen! Jupiter ist der größte Planet unseres Sonnensystem, und er dreht sich auch am schnellsten um seine Achse: Er braucht dazu nicht mal 10 Stunden für eine Umdrehung. Das bewirkt diese Wolkenbänder die auch viele Wirbel in der dichten Atmosphäre erzeugen. Der größte "Wirbelsturm" der schon einige Hundert Jahre tobt, wäre ja der Große Rote Fleck, der sich gerade versteckt. Bedingt durch die hohe Rotationsgeschwindigkeit ist man auch beim Sammeln der vielen notwendigen Einzelbilder limitiert. Belichtet man über längere Zeit, verwischen die Strukturen immer mehr. Es gibt eine Freeware "WinJupos" das sich dem Problem der Derotierung von Planetenbildern annimmt. Recht viel mehr als 1 Minute sollte man also nicht für das Sammeln der Einzelbilder zum Stacken brauchen. Bei meinen Versuchen verwendete ich wie beim Saturn kürzlich das selbe Setup: "Newton ohne Namen" 200/800 + APM 2,67 Barlow. Was 2m Brennweite ergibt bei F/11. F/11 limitiert eben schon wie viele Bilder man so sammeln kann. Bei der E-M1.III oder II sind da gerade mal 1000 Bilder möglich in 60-100 Sekunden. Mit der Lacerta PlanetPro Kamera kommt man da auf 6000 - 10000 Bilder. Denn da kann man ja mit ROI (Region of interest) ja einen kleinen Bereich aus dem Chip wählen, und nur der muß ausgelesen werden. Das erhöht die Framerate stark, denn man sollte ja ein unkomprimiertes Video erstellen. Da limitiert bald mal USB3. Da unsere Kameras kein ROI können ist natürlich sehr viel schwarz am Bild, weshalb man in der Bearbeitung dann bald mal das erwünschte Bildfeld herausschneiden lässt. Am einfachsten mit PIPP. Will man die Monde sehen, muß man aber sehr viel länger belichten, und Jupiter ist überbelichtet. Erfahrungsgemäß braucht man für die Planetenoberfläche Bilder, wo sich in der Bildansicht am Display nach Probebelichtung die erst Strukturen zeigen. Wie auch am Mond: Belichtet man zu hell, geht der Kontrast zu stark zurück. Daher bleibe ich da wie beim Mond bei maximal 60% zur Sättigung. Damit kann man ja dann auch etwas kürzer belichten, was Framerate bringt. Letztendlich ist bei solchen Unterfangen immer das Seeing entscheidend. Üben kann man immer, aber wenn man dann mal Glück hat und die Luft bleibt genau dann mal für kurze Zeit stehen - sind wirklich gute Bilder möglich. Mit einmal ist da eben kaum was auszurichten, es ist das Los der Planetenfotografen. Hier zusammenkopiert ein paar Versuche in der 100% Ansicht. Kamera war E-M1.III ist aber an sich egal! OOC=out of cam - also nur herausgeschnitten ohne Bearbeitung. def.sharp - einfach das voreingestellte Schärfen das Autostakkert anbietet. F=Frame Anzahl der Bilder. Hier hab ich mir noch das beste der 3 gemachten Videos der PlanetPro USB3 Kamera vorgenommen und noch nachgeschärft: Die Unterschiede der 3 gemachten Belichtungseinstellungen waren aber auch nicht weltbewegend, aber mit gutem Seeing darf man sicher mehr erwarten. Also nach bearbeitet ein 5% Stack aus10178 Bildern Noch schnell ein Screenshot der üblichen Einstellungen aus AS!3 Drizzle brachte außer größeres Bild nichts. Dazu bräuchte man einfach wesentlich mehr Bilder oder besseres Seeing. Was wichtig ist: RGB Align, denn bei so tiefem Stand merkt man die Farbaufspaltung deutlich. Allererdings wird auch das Bild insgesamt oval, weshalb Planetenfotografen hier auch noch einen sogenannten ADC (Atmospheric Dispersion Corrector) einsetzen. Nur der kann das wirklich ausgleichen. Hier noch nicht so von belang. Für ersthafte Planetenfotografie nimmt man natürlich darauf spezialisierte Teleskope: Große Spiegel und große Brennweiten. Siegfried Weniger anzeigen
  7. Gestern war ich auf einem Freiluftkonzert und da waren dann mal Jupiter, Saturn und Mond zu sehen, wie sie sich aus Dunst schälten. Kurzerhand hab ich das mFT100-400 genommen und Freihand ein Bild gemacht. Also Planetenfotografie mit einfachen Mitteln. Da die Objekte sehr hell sind ( unter mag 0) ist das Ganze auch sehr robust und durchaus in der Stadt oder recht heller Umgebung (ich konnte gerade noch ein paar der hellsten Sterne während der Veranstaltung erkennen) auch machbar. Der Mond stand ja 2/3 gefüllt auch noch in der Nähe. Bevor ich vergesse: LiveView manuell scharf stellen ohne Stativ wird etwas schwierig. Beim Jupiter aber sieht man beim Fokusassistent bereits im vergrößerten Sucherbild einiger der Monde. Erkennt man die, ist wirklich scharf gestellt. Ein gute Möglichkeit das zum "unendlich fokussieren" zu verwenden, wenn man sonst nichts hat und Jupiter gerade sichtbar ist. Aber hier mit gesetztem Fokuspunkt hat auch der Autofokus funktioniert. Belichtet wurde natürlich im "M" Manuellen Modus. Hier also der Saturn: Nicht bearbeitet, nur herausgeschnitten E-M1.III, 400mm 1/125s ISO3200, Offenblende (F/6.3) Bei 1/80sec war der Ring gerade noch zu erkennen, aber schon zu hell. Bei ISO8000 und und 1/80 war nur die ovale Form zu erkennen. Aber irgendwann bei mehr Belichtung könnte etwas weiter ab auch Titan zu erkennen sein. Solches Bilder konnte man aber auch schon sehr viel früher machen mit dem FT: ED50-200+EC14 auf jeden Fall. Beim Jupiter hatte ich auch 3 Bilder probiert: ISO1600 1/400sec Wäre die Belichtung um die Planetenoberfläche zu sehen, viel mehr Brennweite wäre aber hier sehr von Vorteil. ISO6400 1/200sec nur zwei Monde sind ohne Bearbeitung sichtbar, davon einer schwach. ISO1600 1/80sec alle 4 Galileischen Monde sind gut zu sehen: Diverse Apps, Webseiten und Programme (Stellarium) verraten bei den Planeten, wo gerade welcher Mond steht. Das ist ja sehr dynamisch und verschiebt sich binnen Stunden stark. Das kann man also recht gut so dokumentieren. Übrigens ist es in diesem Jahr so, dass die Jupitermonde alle fast auf gleicher Ebene zu uns stehen: Daher gibt/gab es bereits einiges an (Jupiter) Mond/Mond Bedeckungen etc: https://www.waa.at/apo/jumo/main.html Die Belichtungszeiten sind nur Anhaltspunkte, und können kürzer sein, wenn sie höher wandern und/oder aus dem meist vorhandenen Dunst in Horizontnähe steigen. Siegfried
  8. iamsiggi

    Sonnensystem

    Bilder aus unserem Sonnensystem.
  9. Zwei Fliegen auf einem Streich: Der wunderbare Herbststernenhimmel mit etwas Perseiden. Zunächst kurz zur Technik. Da Perseiden zwar mitunter sehr hell sind, aber das nur kurz, hinterlassen sie nur wenige Spuren auf den Bildern. Weniger als man glauben sollte. Das Licht wird ja auch nur schnell über einen größeren Sensorbereich verteilt. Also möglichst hohe ISO (Empfindlichkeit) verwenden und all zu lange sollte man auch nicht belichten, dann der Himmelshintergrund wird ja immer heller, weil man ja über einen längeren Zeitraum additiv Licht sammelt. Und bald ist der Himmel dann so hell dass er die meist schwachen Spuren überdeckt. In letzter Konsequenz wäre es daher zielführend: Möglichst dunkler Himmel (wie immer bei DeepSky), sehr hohe ISO aber nur kurz bei Offenblende belichten. Aber wenn man pro Bild nur 5-10 Sekunden Belichtet (oder noch kürzer) endet man in hunderten bis mehr als 1000 Bilder, das einem vor andere Herausforderungen stellt: Alle durchzusehen um die Perseiden aus der Vielzahl der Satellitenspuren herauszufinden. Zwischen 2:00 und 3:00 morgens machte ich mit dem 12mm Bilder den Bereich um die Kassiopeia mit der Hoffnung dass sich auch ein paar Perseiden ins Bildfeld verirren. 12mm statt 8mm deshalb, weil ich das noch astrometrieren kann und nicht alles zu verzerrt ist. Daher habe ich mich (es war ja nach Mitternacht recht dunkel) entschieden nur maximal 40 Sekunden zu belichten. Für die Perseiden wohl zu lang, aber ich wollte ja auch die stärkeren der tollen DeepSky Ziele die der Herbsthimmel für Teleobjektive bietet in und abseits der Herbstmilchstraße noch ansatzweise zeigen können. Und für die braucht es einfach auch mehr Belichtung. Also ein Kompromiss. Verwendet wurde das Olympus mFT12/2 bei Offenblende und ISO1600 an der E-M1.III. Der StarryAF erleichtert ja das Scharfstellen enorm. Nach 1 Stunde gegen 3 wurde es dann endgültig bewölkt, aber letztlich waren es 77 Bilder die ich zum Bearbeiten hatte. Man braucht ja jede Menge an Bildern um das starke Rauschen das sich bei hoher Empfindlichkeit und höheren Temperaturen einstellt, zu verringern. Jeweils 4 x mehr Bilder bewirken ein sichtbar besseres Bild durch weniger Rauschen, das Signal/Rauschverhältnis verdoppelt sich. Und damit ist man in der Lage, schwaches stark hervorzuheben. Es ist also schon gut wenn man 10 Bilder hat, 40 sind besser und ob man jetzt 80 oder 340 hat ist nicht mehr so entscheidend. zumindest hier. Genug der Technik - hier das Bild. Insgesamt hatten sich ein heller und 3 schwache Perseiden in dieser Stunde mit ins Bildfeld gesellt. Bei der Bearbeitung machte ich zunächst einen normalen Stack, da wird ja alles an "Bildfehlern" herausgerechnet. Also auch Satelliten und Perseiden, da sie ja nur einmal im Bild vorkommen. Hier ist die Bearbeitung wie üblich: Hervorheben der schwachen Nebelstrukturen durch anheben der Helligkeit und Intensivierung der verblieben Farben. Nach heraussuchen aller Bilder, die einen Perseid enthalten habe ich die dann genommen, in Hinblick auf die Perseidenspur bearbeitet und hernach ins "normale" DeepSky Bild eingemischt. Alles was heller ist kommt ins Bild, also die Spur. Es gibt ja einige Meteritenstöme, aber die Perseiden sind die stärksten. Allerdings gibt es immer wieder überraschende Ausbrüche. Sie sind nach ihrem scheinbaren Ursprungsort benannt, wo her sie zu kommen scheinen. Zu dieser Zeit gibt es auch die Cygniden. Sternbild Schwan der gleich oberhalb des Bildfeldes ist. Also wären Spuren, die von da kommen eher diesen zuzuordnen. Daneben kann man natürlich immer wieder Meteoriten aus allen Richtungen sehen, die dann nicht dazugehören, aber natürlich immer wieder gerne im Bild gesehen werden. Das Leuchten der Spur kommt von den Mineralien und ist Anfangs meist grün. Bei hellen kann man dann mit freiem Auge auch oft noch eine Rauchspur über mehre Sekunden kann ausmachen. Zu den Objekten im Bild: In der Bildmitte ist das W des Sternbild Kassiopeia rechts darunter das Sternbild der Andromeda mit der hier gut sichtbaren und großen Andromeda Galaxie (M31). Wer da die Sterne rechts runter folgt sieht dann auch noch M33 , die Dreiecksgalaxie im gleichnamigen Sternbild Dreieck (Triangulum). Im Feld unter der Mitte sieht man die zwei hellen Sternhaufen der "Doppel Sternhaufen" h und Chi Perseii. Aus dieser Gegend scheinen die Perseiden zu kommen. Bei unserem mag +5,5 Himmel wenn es wirklich dunkle ist, kann man den Doppelsternhaufen und Andromeda Galaxie mit freiem Auge ausmachen. Links des Doppelsternhaufen sieht man den Herznebel und darunter den Seelennebel. Dazwischen war ein kleiner Perseiid. Weiter Rechst hinunter sieht man den "Sternen Wasserfall" (Kembles Kaskade) den hier eine Reihe schwacher Sterne zu bilden scheinen. Links oben der Kassiopeia ist das große Sternbild des Kepheus. Hier kann man mit freiem Auge gerade noch diesen roten Stern sehen: Der Granatstern (μ Cephei). Ein sehr großer kühler Stern. Es ist der größte Stern, den wir mit bloßem Auge erkennen können. Lange Zeit der Größte bekannte überhaupt. Er liegt in einem großen Emissionsnebel Bereich und hier ist das bekannteste Objekt eine Struktur mit passendem Namen: Elefantenrüssel Nebel. Von der Größer her sind das lohnende Ziele für Teleobjektive. Die Galaxien und Sternhaufen natürlich mit Fernglas. Wer es nicht alles gefunden hat - sieht es am nächsten Bild. Hier also ein astrometriertes Bild, Sternennamen habe ich weggelassen ebenso wie alles außer Messier Katalog. Bei so einem großen Feld würde es zu unübersichtlich. P = Polaris, der Polarstern. G = μ Cephei / Herschels Granatstern A = Algol aus dem Arabischen für Dämon. Ein über Jahrtausende bekannter veränderlicher Stern. Daher auch als Teufelsstern bekannt. Mal sieht man ihn, mal nicht mit freiem Auge. K = Kembles Wasserfall - im Sternbild Giraffe H = Herznebel S = Seelen Nebel DC - Doppelsternhaufen Wer sie am Himmel finden will z.b. mit Fernglas und später vielleicht mit Nachführung und Tracker: Als Ausgangspunkt Kassiopeia. Der innere Schenkel des W verlängert zum hellen Hauptstern des Perseus (Mirfak). Der Doppelhaufen ist da ca in der Hälfte des Weges. Zur Andromeda geht es auch einfach: Hinterer Schenkel des W hinunter führt zum hellen Stern Almach und dann sieht man nach rechts zwei weitere einsamere aber helle Sterne in größerem Abstand. Beim mittleren (Mirach) kann man zwei schwächere Sterne ausmachen (ca. im Abstand des Bildfeldes eines einfachen Fernglases) denen man nach oben folgt - und beim zweiten findet man den nebeligen Fleck. "Gegenüber" der Andromeda Galaxie wird es schwieriger, weil schon schwächer und nicht mehr so groß: M33 die Dreiecksgalaxie. Das Sternbild Dreieck lässt sich aber auch relativ gut finden. Geht man den hinteren Schenkel der Kassiopeia hinauf, kommt man zu einem recht hellen Stern: Alderamin im Kepheus. Hier bilden 4 heller Sterne einen Kasten und ein 5. das aufgesetzte Dreieck. Zwischen den oberen Sternen etwas außerhalb wird man den Granatstern nicht verfehlen können. Viel Erfolg beim Suchen, die Nächte sind ja jetzt schon lange (von 22:30-3:30 geht die Astronomische Dunkelheit bei uns. Und momentan sind sie oft noch recht warm. Unterhalb des Perseus kommen jetzt schon wieder die Plejaden die den Herbst einläuten. Gegen die Morgendämmerung dann auch schon Orion. Siegfried
  10. Blick in den Sommersternhimmel Anfang Juli mit dem 8mm Weitwinkelobjektiv. Zunächst an zwei Einzelbildern 30 Sekunden am Fotostativ belichtet (F/2 ISO1250, E-M1.III) Außer Kontrast nicht wesentlich bearbeitet. 9.7. ca 23:30 Blick Hoch hinauf Richtung Südosten Der hellste Stern hoch oben ist die Wega (Vega) im Sternbild Leier. Wer auch frei Sicht gegen Südosten hat, dem wird das hellste Objekt, der Jupiter und als zweithellstes auch den Saturn auffallen. Hier hinter dem Baum/Strauch rechts unten verdeckt. Die Milchstraße zieht sich von Süden nach Norden. Im Süden wenig über den Horizont das Sternbild des Schützen wo auch das Zentrum unsere Galaxie ist. Am anderen Ende sieht man hier gerade noch das Sternbild des Perseus. Weiter würde es da dann links des Wintersternbilde Orion gehen. Aber da steht jetzt die Sonne. Mit freiem Auge kann man hier die hellsten Sterne sehr gut finden, hier am Foto bedingt durch diese Aufnahmetechnik werden die hellsten Sterne nur gleich hell und damit schlecht gezeigt. Helle Sterne brennen ja gleich aus und werden ja dabei kaum größer, und auch dunklere werden immer heller je länger man belichtet. So muss man hier vielleicht etwas suchen: Links unterhalb der Wega, ziemlich genau in der Bildmitte ist der hellste Stern Deneb, der den Schwanz des Sternbild Schwan markiert. Und rechts in der Milchstraße der helle Stern Altair im Sternbild Adler. Wega, Deneb und Altair bilden das „Sommerdreieck“. In der Milchstraße verdecken einige dunkle Staubwolken immer wieder das viele Sternenlicht der Milchstraße,was man entlang der Milchstraße an dunklen Orten auch gut mit eigenen Augen sehen kann. Zwischen Altair und Wega z.b. stehen vor einem solchen dunklem Bereich einige Sterne die ein Muster eines Kleiderbügels zeigen: Collinder 399 (kurz Cr399). Mit freiem Auge sind nur die hellsten Sterne gerade noch zu sehen. Mit dem Fernglas füllt er das Bildfeld und auf Fotos ist er auch leicht zu entdecken wie man sieht. Selbst auf diesem extremen Weitwinkel. Rechts unterhalb des Deneb ist ein rötlicher großer Bereich, der Nordamerika Nebel (NGC7000). Den sieht man nur auf Fotos gut, denn unser Auge ist beim dunkelroten Leuchten des Ionisierten Wasserstoff (H-alpha) kaum empfindlich. Normale Digitalkameras auch nicht, aber zumindest bei den normalen Olympus Kameras kommen 1/3 dieses Licht durch und man kann dunkles ja auch verstärken. Wer diese Gasnebel in voller Pracht abbilden will, lässt die in den Digitalkameras verbauten Filter entfernen oder kauft eine spezielle Astrokamera, die dieses schwache Leuchten zu 100% auf den Sensor lassen. Hier habe ich ein Weichzeichenfilter vorgehalten (Cockin P830). Dabei wird das Licht hellerer Sterne auf eine größere Fläche verteilt und da man nicht so leicht in die Sättigung kommt sind auch die Farben der Sterne zu sehen. Mit einer gewölbten Ultraweitwinkellinse und solchen flachen Filter erzeugt aber jede helle Lichtquelle (wo leider immer einiges in meiner Umgebung zu finden ist) aber auch starke Reflexe die man hier sehen kann. Plötzlich erkennt man auf diesem Bild das W der Kassiopeia am linken Ende der Milchstraße, Die Sternbilder werden ja durch die hellen Sterne markiert und so kann man sich bei Wega rechts unterhalb die Saiten eine Leier zwischen den 4 Sternen denken. Der Schwan wie er mit langem Hals entlang der Milchstraße zu fliegen scheint, links und rechts des zweiten Stern des Deneb (Sadr) die helleren Sterne, die in den langen Flügel des Schwans bilden. Ganz vorne steht der orange Kopfstern Albireo, Einer der schönsten Doppelsterne wo ein Blauer und Oranger Stern im einfachen Fernrohr sichtbar werden. Der granatrote Stern zwischen Deneb und Kassiopeia heißt auch Granatstern. Über Jahrzehnte der größte bekannte Stern, und man kann ihn gerade noch mit freiem Auge sehen. In den letzte Jahren wurden aber weitere wesentlich größere Sterne gefunden. Er steht inmitten eines großen Gasnebel wo auch der bekanntere „Elefantenrüsselnebel“ (eine Dunkle Wolke vor dem leuchtenden Gas. Zur linken oberen Ecke der „Kleine Wagen“ oder Bär mit dem Polarstern und hinten im Kasten / Körper der orange Stern Kochab. Wichtig für die, die ihre Nachführung schnell auf den Himmelspol ausrichten wollen. Rechts unterhalb des Altair und am Rand der Milchstraße sieht man die charakteristischen Sterne des kleinen Sternbild Delphin. Wer mal die Milchstraße beobachtet wird ihn dann auch leicht finden. Und noch mal einiges Eingezeichnet: Die Sternbilder mit ihren internationalen Abkürzungen. Cygnus (Schwan/CYG) mit dem Schwanzstern Deneb (D) und Kopf:: Albireo. Der 2 Stern nach Deneb nennt sich Sadr (S) und hinunter der 1. Stern im Flügen Gienah (G) hier kann man auch mit freiem Auge 52 Cyg sehen: genau dazwischen und unterhalb Gienah war vor ca. 8000 Jahren eine SuperNova, dessen Überrest jetzt den Cirrusnebel bildet. Zur Kassiopeia bilden ein paar hellere aber unauffälligere Sterne in zick zack Anordnung das Sternbild der Eidechse – Lacerta (LAC). Zwischen der Kassiopeia (CAS) und Perseus habe ich den Doppelcluster h und Chi Perseii bezeichnet, wo dann 12/13. August die Perseiden auszugehen scheinen. Dieses Jahr haben wir auch Glück, weil der Mond zum Zeitpunkt der Beobachtung dann schon untergegangen sein wird. Oben Mitte ist der kürzlich vorgestellte Herkules mit seinem großartigen Kugelsternhaufen. Gegen Westen steht schon das Sternbild Schlangenträger (OPH) mit der Schlange (SER) in Händen. In der Milchstraße steht das erst in 1690 in den Himmel gesetzte Sternbild des Schildes (des Sobieski – Befreier von Wien von den Türken) - SCT / Scutum. Im Grenzbereich SCT / Serpens (Schlange) findet sich der berühmte M17 indem sich die „Säulen der Schöpfung“ befinden. Das Ikonische Bilde des Hubble Weltraumteleskop. AQL – Sternbild Adler DEL-Delphin und das recht unscheinbare Sternbild des Füllen (EQU). Etwas oberhalb das kleine (aber mit etwas Übung auffindbare) Sternbild des Pfeils (SGE). Kann man sich gut vorstellen. Vulpecula (Füchschen/VUL) ist unscheinbar, aber beherbergt den sehr großen wohl bekannten Hantelnebel. (M27) ansonsten unscheinbar. Der Baum verdeckt das Sternbild des Steinbocks (CAP/Capricorn) man sieht gerade noch die zwei Sterne der Hörner. Da drunter aber weiter Links steht derzeit Saturn noch weiter links und auch nicht mehr zu sehen im Sternbild Wassermann eben Jupiter. Links sind dann schon die Herbststernbilder, Der Pegasus (PEG), Sternbild der Andromeda mit M31 – der Andromeda Galaxie und eben Perseus mit Kassiopeia. Alles drüber ist bei uns Zirkumpolar – also das ganze Jahr über zu sehen. Sternbild Kepheus (CEP), Giraffe (CAM) und kleiner Wagen/Bär (Umi) mit Polaris (P) und Kochab (K). Das Sternbild Drache (DRA) zieht sich relativ unscheinbar durch einen großen Bereich. Viele Spaß beim Selber finden! Siegfried
  11. Schon lange nicht mehr die Sonne fotografiert, aber eine Sonnenfinsternis, wenn auch nur sehr partiell bot halt wieder die Gelegenheit. Gleich vorweg für die Sonnenfotografie: Wenn Euch eure Augen oder Kamerasensoren lieb sind, verwendet nur die genau dafür geeigneten Filter. Auch wenn ein Medium für uns sehr dunkel erscheint, es ist nicht gesichert, dass es nicht Licht anderer Wellenlängen durchlässt und dann unser Auge oder Sensor grillen. Die Firma Baader bietet da auch eine spezielle Folie dafür an. Man kann sich damit auch eine für seine Optik geeigneten Filter basteln. Aber bitte stellt sicher, dass nicht ein Windstoß diesen von der Optik stoßen kann, die Auswirkungen wären fatal. Auch mit bloßen Auge in die Sonne zu sehen ist keine gute Idee und schadet! Daher immer eine Sonnenfinsternisbrille oder durch besagte Folie. Bei Teleobjektiven genügt die günstige Folie, für Linsenteleskope auch. Wer ambitioniert Sonnenfotografie / Beobachtung betreiben wird, gibt es da aber auch andere Hilfsmittel wie Herschelkeil und spezial „Energieschutzfilter“ was aber gleich sehr teuer wird. Was man aber gleich vergessen kann: Hoch dichte Filter vor zuschrauben. Die können schnell man springen…. Auch Spiegelteleskope werden bei der weitergehenden Sonnenbeobachtung nicht eingesetzt. Das sind es eben kleine Linsenteleskope. Wer mehr als Weißlicht beobachten/fotografieren will wird mehr als 1000 Euro einplanen müssen, an sich wird es bei kleinen Sonnenteleskopen ab 3000 Euro interessant und bei etwas größeren geht es schnell Richtung 10.000 Euro. Also zu meiner „mini“ Sonnenfinsternis am 10.6.2021. Oben habe ich erwähnt: Lange nicht mehr gemacht: Auch wenn ich schon ab und an die Sonne fotografierte, es geht hier nicht über verinnerlichte Praxis. Am besten wäre es wie in der Fliegerei: Ein Checkliste zu verwenden. Damit man nichts vergisst. Es fing bereits damit an: Wo habe ich meinen Sonnenfilter für das Teleskop überhaupt liegen 😉 Nach etwas suchen dann doch gefunden. Eine Sonnenfinsternisbrille hatte ich griffbereit in einem der zwei Koffer wo all das Zeug für’s Teleskop gelagert ist. Zum Seeing: Wer mal Sonnenflecken fotografieren will: Morgens oder abends ist das Seeing (flimmern der Luft) am besten. Muß nicht sein, aber meist ist es so. Steht die Sonne hoch, wäre zwar die Luftschichte gering, aber das Seeing ist einfach sehr schlecht. Natürlich kann man sich den Zeitpunkt bei einer Sonnenfinsternis nicht aussuchen, man muss halt nehmen war man hat. Bei mir war das Maximum der Bedeckung gegen 12:40 und ca 30 Minuten Später war alles vorbei. Bei 5% die bei mir war, aber selbst bei 80% sieht man die Effekte dass es dunkler wird sicher nicht, vielleicht etwas bei 95%. Nur wenn wirklich 100% der Sonne bedeckt sind, gibt es dieses unheimliche Spektakel einer totalen Sonnenfinsternis, das ist aber eine andere Geschichte….. Wohl aber visuell mit der Sonnenfinsternisbrille, ich hab es probiert: Ja da fehlt ein Zipferl 😉 Was man auch mit einplanen sollte (nebst Eigenschutz wie vielleicht Sonnencreme oder Kopfbedeckung) Etwas großes möglichst dunkles, mit dem ihr die Kamera bezw. das Display abdecken könnt: Sonst sieht man am Kameradisplay außer die Scheibe nicht wirklich etwas. Und immerhin muss man ja scharf stellen. Und scharfstellen fällt mir bei der Sonne mit all den Umständen viel schwere als an Sternen. Wenn man Glück hat sind ein paar dicke fette Sonnenflecken sichtbar, an denen man fokussieren kann, ansonsten bleibt nur der Rand. Also vorher ein aktuelles Bild der Sonne suchen, dann sieht man, wo man nach den Sonnenflecken suchen sollte. Ich habe ja den Luxus, über eine gute Nachführung zu verfügen und ein 800mm Spiegelteleskop. Im Garten weiß ich auch mittlerweile gefühlsmäßig wie ich das ganze hinstelle, dass es in etwas eingenordet ist. Das hilft dann sehr, dass die Sonne dann nicht allzu schnell aus dem Bildfeld wandert. Bei der Belichtung verwendete ich den P Modus und machte eine Probebelichtung. Mit der +- Korrektur steuerte ich dann die gewünschte Belichtung. An sich ging +0,7 eV leicht, und der Histogramm ging bis ca 80% ins Helle. Sicher kein Problem bei Alltagsfotografie. Aber wie am Mond auch: Mit Bildern wo der hellste Wert nur so bei 66% liegt hat man einen besseren Kontrast und ich tu mir bei der Ausarbeitung leichter. Natürlich machte ich auch Bilder mit +0,3 und 0,7 eV, Aber letztlich wie angenommen, waren die Bilder mit +-0 Blenden Korrektur besser. Meiner Meinung nach ist das deshalb, weil der Sensor bezw. Das was dann in den File geschrieben wird gerade im oberen Bereich nicht mehr lineare arbeitet um ein Bild nicht gleich ausbrennen zu lassen und eben 13,x Blenden Dynamik zu „erzeugen“ trotz 12 bit Sensor. Also ist das Bild im hellen Bereich nicht mehr so kontrastreich. Da wir bei der Sonnenfotografie ja nicht annähernd den vollen Dynamikumfang brauchen, spielt es auch keine Rolle. Ist das Bild zu dunkel, machen wir es einfach heller. Was uns aber hilft: möglichst guter Kontrast bei den ohnehin flauen Sonneflecken. Zur Belichtung: Steht kein Fernauslöser zur Verfügung, dann sollte auf jeden Fall wie immer eine Auslöseverzögerung eingestellt sein. Bei mir standardmäßig 4 Sekunden. Natürlich auch hier: Wenn man kann: Möglichst viele Bilder machen und das das stacken. Da bei mir der Himmel um den Beginn und zum Maximum stark bewölkt war konnte ich nur auf eine Wolkenlücke hoffen. Nunja: Eine genügend lange braucht man natürlich um mal das Teleskop auszurichten und eine um Scharf stellen zu können. Auch so ein Problem, wo Geduld gefragt ist, und wie immer: Rechtzeitig Aufbauen hilft hier, vor allem wenn der Zeitpunkt vorgegeben ist. Damit ich dann mal wenigstens ein Bild habe, denn die Wolkenlücken waren nicht wirklich groß und meist auch nie ganz klar, machte ich auch Bilder als Wolken durchzogen: Dann war mal ca. 5 Minuten nach Maximum eine größere Wolkenlücke und mit schnellsten Serienbildmodus (Silent Shutter, 60 Bilder / Sekunde bei den E-M1.III und Fernauslöser konnte ich 300 Bilder sammeln. Natürlich ist eine wirklich schnelle UHS-II Karte auch Voraussetzung. Weitere 10-15 Minuten gaben die Wolken weitgehend die Sicht auf die Sonne frei, so daß ich weiterer Serienbelichtungen machen konnte. Wie üblich exportierte ich dann mal die Bilder in 48bit TIFF, was dann Autostakkert lesen kann. 4% der besten Bilder bezw. Ausschnitte, mit 1,5x drizzle verrechnet: Das Ergebnis nachbearbeitet wie beim Mond: Schärfen, Kontraste erhöhen, selektiv bei den Sonnenflecken. Und die Sonne, welche Farbe sie am eigenen Bild auch hat, ist nun mal weiß und etwas fad wie ich finde. So färbe ich sie dann auf eine Farbe die mir mehr gefällt: Bei der Sonne eben gelb. Siegfried
  12. genau zum Thema passend hat Frank "Astrocologne" gerade ein U-Tube Video veröffentlicht:
  13. Außer bei sehr hellen Objekten wie die Sonnensystemkörper wo man notfalls ein bestimmtes Ereignis festhalten will, ist klarer und möglichst dunkler Himmel eine der wichtigsten Grundvoraussetzung. Zwischen den Schlechtwetterperioden Ende Mai bot sich eine kurze Gelegenheit um die ohnehin kurze astronomische Dunkelheit. Bei mir war das damals, 3 Wochen vor Tag/Nachtgleiche erst kurz nach 23:40. Der noch sehr helle Mond gesellt sich dann auch gegen 1:00 dazu, was hier sowieso zu einem Abbruch führen würde. Durch die feuchtere Luft und starke Abkühlung (Ende Mai bis auf 4 Grad morgens) konnte man schon ahnen, dass es wenn überhaupt nicht lange klar bleiben würde. Denn es bilden sich dann bald in größeren Höhen Dunstbänke oder gar Wolken, die den Himmel durch reflektiertes Licht der noch immer stark zunehmenden Lichtverschmutzung stärker aufhellen. Bei solchen Objekten wie Sternhaufen aber nicht so das Problem. Sterne sind ja recht hell. Ein Test mit dem Himmelsqualitätsmesser (SQM-L) hatte ich dann tatsächlich bald mal Werte um 20,70 später sogar gegen 21 gemessen, bis es dann merklich aufhellte gegen 01:10 durch Dunst und aufgehenden Mond. Rein visuell merkt man diese Verdoppelung der Helligkeit am Himmel kaum. Nur im Histogramm wandert der Peak (der Himmelshintergrund) leicht. Durch Dunst verbreitert sich dann irgendwann mal auch der Peak, weil das helle Sternenlicht zu Halos um die Sterne führt. Das kann natürlich auch eine beschlagene Linse sein, aber das war hier gerade nicht mehr das Problem, es war knapp davor und gerade noch klar für das Anfertigen der Flats. Egal aus den mehr als 2 Stunden konnten ich nach visuellem Aussortieren aller schlechten Bilder (durchziehende Wolkenbänke und diffuse Eintrübungen durch hohe Nebelbänke) 21 Bilder bekommen für die Bearbeitung. Damit kann man dann schon was anfangen und für diesen Zweck reicht es. Ich notiere mir immer wieder ein paar Eckdaten zu der Session: --------------------- Samstag immer wieder Wolken AZ-EQ6GT + E-M1.III mFT100-400 @400 F/6 2min ISO1600 24L 8D 58FD 34B 60F 23:25 8/82% SQM 20,70 23:45 8/84% SQM 20,70 00:15 7/86% SQM 20,90 00:40 7/88% SQM 20,68 Dunst! Abbruch Drüb hell !! Mond bereits aufgegangen F/D/FD/B ISO200 +1eV -------------------------- Neben der Qualität des Nachthimmels gibt es einen zweiten unabdingbaren Punkt: Wir brauchen scharfe genügend lang belichtete Bilder. Scharfzustellen vor allem bei länger brennweitigen Objektiven geht u.a. mit einer Bahtinov Maske, aber auch bei hoher Vergrößerung rein Visuell an einem helleren Stern recht gut. Die E-M1.III kann hier auch den Sternen AF Modus, der aber bei lichtschwachen Objektiven und langen Brennweiten auch bald mal versagt bezw. auch kein besseres Ergebnis bietet, als visuell die Größe des Sterns beim manuellen fokussieren zu beobachten. Das grundlegende Problem ist aber nun mal: Man muß oft minutenlang belichten. Das kann man mit wenig Aufwand und einem gutem Tracker bei kleinen Brennweiten (<70mm) noch hinbekommen. Noch dazu sind kleine Lichtstarke Brennweiten noch vergleichsweise günstig. Größere Brennweiten brauchen dann eine nochmals stark gesteigerte Nachführgenauigkeit und weil sie naturgemäß auch lichtschwächer sind zusätzlich noch längere Belichtungszeit. Da wird es mit den Freiheiten der Fotografie schnell sehr eng. Man liest ja oft, StarAdventurer (wohl einer der Besten günstigen) von bis zu 400mm kein Problem, aber man darf hier nicht vergessen: Wir haben FT Sensoren wo 400mm eine Vergrößerung eines 800mm an einem KB Sensor sind. Diese KB Sensoren haben noch dazu größere Pixel, die mehr verzeien. Also 200mm bei 4 Minuten an einem StarAdventurer würde ich schon als sportlich bezeichnen, wo sich einer wirklich mit der präzisen Einnordung gespielt hat und man das Glück hatte, dass gerade alles so läuft wie es sollte. Das tut es nämlich oft nicht, was man aber in der eigenen Praxis bald herausfindet. Dazu kommt aber auch: Auch wenn die Sterne rund aussehen mögen aber über längere Zeit sich das Bildfeld in eine Richtung verschiebt, kommt es dann zu einem sehr eunschönen, praktisch nicht zu korrierenden Effekt der "wandelnden Schatten" besser als walking shades oder moving noise. Dem kann man entgegensteueren indem man ab und an sein Bildfeld etwas versetzt. Nennt sich dithering. Da ich über eine sehr gute Montierung verfüge und ich zu einem Ergebnis kommen will, habe ich es hier leichter: Einfach das Ganze auf die große GoTo Montierung (SkyWatcher AZ-EQ6) und damit auch die Nachführung absolut präzise läuft mit Guiding. Mittlerweile brauche ich (wenn alles läuft wie es soll) unter 30 Minuten bis alles von alleine meine Belichtungen sammelt..... Der letzte wichtige Punk, den ich hier aber jetzt nicht bespreche: Die nachfolgende Bildbearbeitung. Da kann man auch mit noch soviel Geld keine Software kaufen, die einem das abnimmt. Da ist hart erarbeitetes eigenes Gewusst wie gefordert. Unsere Oly Kameras und verfügbaren guten Linsen sind hier jedenfalls die längste Zeit nicht der limitierende Faktor. Jetzt also zu dieser Session: Vorher habe ich mal bei MeteoBlue die Seeingprognose geschaut, wie die Bedingungen für meinen Raum vorhergesagt sind und beim lokalen Wetterdienst (INCA Karte) den Bewölkungsverlauf studiert um zu entscheiden probieren oder lieber schlafen 😉 Für alles andere wäre die Nacht sowieso zu kurz und schlecht, so entschied ich mich spontan für M13 mit dem 100-400 Zoom. Also das Ganze aufgebaut und mit der schnellen Kochab Methode eingenordet: Mit einem Auge durch das Polsucherfernrohr geschaut und mit dem anderen Auge die Position von Kochab (2. hellster Stern im Kasten des kleinen Wagen/Bären) und dann den Polarstern an die Position im Ring des Polarscope gebracht dass er auf einer Linie vom Zentrum aus zu Kochab steht. Das ist genau genug, dass ich bei 800mm zwischen 40 Sekunden und 1min 20 belichten könnte. Mehr Präzision erfordert dann einfach wesentlich mehr Zeit zum Einnorden. Aber das erspare ich mir, weil ich ja mit einem Stern guide. Damit wird eine Abweichung von soll präzise laufend korrigiert. Danach ein 1-Stern Alignment an der Wega gemacht: Das Teleskop fährt dabei von der Startposition (auf Norden ausgerichtet) in die Nähe des Sterns. Wenn man Glück hat, sieht man den Stern im Sucherfernrohr. Dahin muss man ihn mit der Motorsteuerung der Handbox (oder was auch immer man verwendet) bringen.Und zwar mittig ins Fadenkreuz. Hat man bei den vorherigen Sessions schon mal alles so abgeglichen dass der Stern dann auch in der Mitte des Bildfeldes der Kamera steht bestätigt man die Position. Wenn nicht: Stern in der Mitte des Kameradisplays und bei der Gelegenheit das Fadenkreuz des Sucherfernrohr so einstellen, dass der Stern auch in der Mitte steht. Unseren Alignment Stern nehmen wir dann gleich um gut scharf zu stellen. Nicht vergessen: Fokus auf manuell lassen und bei der Kamera sollte die Linsenrückstellung deaktiviert sein. So bleibt der Fokus erhalten, sollte man mal einfach die Kamera abschalten wollen. Danach lasse ich mein Objekt anfahren. Wer eine Kamera mit LiveView Ext II hat, sieht M13 im Display. Er ist ja eingerahmt von zwei Sternen in ca 90 Grad Winkel zueinander. Hier könnte man dann natürlich noch sein Bildfeld korrigieren. Wer nichts sieht (hier aber sieht man zumindest 2-3 schwache Sterne auch ohne Restlichtverstärkung) macht ein Probebild bei hoher ISO und 10-15 Sekunden. Jetzt ist der Zeitpunkt, das Sucherfernrohr gegen eines mit dem Kamerakopf für den Guider zu tauschen. Ich habe da zwei (sind ja günstig) und man erspart sich sehr viel Ärger, wenn man da nicht Kamerakopf gegen Okular tauschen muß. Danach alles verkabeln: Bei meinem MGen Autoguider: Ein Kabel (Batchkabel) geht an den Kamerakopf, der durch das Sucherfernrohr auf einen Stern im Bildfeld schaut. Ein Kabel (ST4) geht an die Montierung und korrigiert Nachführungsfehler. Dann gibt es natürlich ein Stromkabel dass an eine 12V Quelle (Batterie oder stabilisiertes Netzteil) geht. Und ein Kabel für den Fernauslöser zur Kamera. Danach lässt man am Guider einen Stern suchen und startet eine Eichung. Dabei bewegt er die Montierung, wertet das aus um danach zu wissen, wie stark das Korrektursignal sein muss, damit der Stern bewegt wird. Das dauert keine Minute. Danach ist alles Fertig zur Belichtung: Die Kamera ist hier auf LiveTime 2 Minuten gestellt, ISO ist richtig, Antiwackel ist aus und die Auslöseverzögerung auf meine üblichen 4 Sekunden gestellt. An der Belichtungssteuerung des Guiders sind dann 2 Minuten und ca. 10 Sekunden eingestellt. Die Kamera braucht ja etwas zum Speichern auch noch und die 4 Sekunden Auslöseverzögerung. Besser auf der sicheren Seite - vor allem wenn man 2 Kameras auslösen will, die unterschiedlich schnell sind beim Speicher. Wenn dann das Guiding gestartet wird wird die Kamera ausgelöst und man kann dann im Display (bei mir alle 30 Sekunden ein refresh) zusehen, wie hier bequemer Weise das Bild sich aufbaut. Günstig auch: Die Kamera so einstellen, dass sie nach Speichern kurz das Histogram zeigt, zu schnellen Beurteilung. Da der Guider auch das dithering mache, wird dann das Bildfeld für die nächste Aufnahme leicht versetzt (schlangenförmige). Sobald dann alles stabil läuft wird die nächste Belichtung ausgelöst. Wer sich nicht sicher ist, kontrolliert nach dem ersten Bild an der Kamera nach ! Würde sich die Temperatur der Linse stark ändern sollte man zwischendurch mal erneut scharf stellen. Wer eine präzise Montierung hat mit GoTo, hat es hier relativ leicht: Einfach wieder einen hellen Stern fürs Scharfstellen anfahren und danach das Objekt wiederfinden und weiter belichten. Ihr könnt vielleicht heraushören: Wiederfinden! Hier ja kein Problem, aber es gibt Himmelsgegenden, da sieht man nichts am Display. Wenn man Glück hat mit starker Restlichtverstärkung vielleicht einen Stern, vielleicht hat man den Luxus sogar ein charakteristisches Sternenmuster zu erkennen, anhand dessen man sein Bildfeld möglichst genau wiederfindet. Sind die Aligmentsterne all zu weit vom Objekt entfernt, kann es aber sein, dass man das Objekt mit Probebelichtungen wiederfinden muß was ja noch geht, wenn man weiß wo man ist und da sein Objekt da auch sehen kann..... wenn nicht wird es mitunter Zeitraubend. Das sollte man bedenken, dass einem das ereilt wenn man immer wieder zwischendurch Scharfstellen muß. Also 15-20 Minuten belichten, neu scharfstellen und 5-? Minuten um sein Feld wiederfinden. Die Schärfe wird sich bei Temperaturänderung. Schon aus diesem Grund lege ich Kamera und Objektiv vorher schon zum Akklimatisieren hinaus. Zunächst offen damit im Body nicht auch noch feuchtere Luft aus dem Wohnraum im Gehäuse ist, die dann innen kondensiert. Und daher liebe ich meinen optimierten "Newton ohne Namen": Der Tubus ist aus Kohlefaser und der Spiegel aus Pyrex. Mit Ausnahme eines noch besseren Quarz Glas Spiegels, ändert sich nämlich dann auch der Spiegel. Das bei vielen billigen Teleskopen eingesetzte PK7 Glas ändert seine Form besonders stark. Spitz Zungen sprechen davon, dass er nie die Richtige Form hat. Natürlich muß der Okularauszug sehr gut sein, aber da merkt man auch schon mal wie fummelig es ist damit schonmal überhaupt Scharfstellen zu können. Ich hab es immer wieder bei meinem nachgeprüft: Der Fokus ändert sich die ganze Nacht nicht. Alle anderen Geräte haben eben das Problem der Fokusänderung wenn sich die Temperatur ändert. Bei Fernrohren für visuelle Beobachtung spielen solch Aspekte keine Rolle, wohl aber für Astrofotografie, wo sie darüber entscheiden ob man ohne graue Haare zu seinen Belichtungen kommt. Nach Abbruch sammle ich zunächst Flat Files: Dabei achten, dass die Schärfe nicht verändert wird und die selbe Blende verwendet werden muß. Da habe ich eine Flatfieldbox (die auch nicht flimmert!). Einfach mit +1eV (Blende) und schnellen Serienbild (silent shutter) 20-40 Bilder bei ISO200 sammeln. Danach merken wie lang die Belichtungszeit dafür war: Objektivdeckel drauf und mit der selben Zeit FlatDarks sammeln (geht ja schnell) und / oder BIAS Files: Einfach kürzest mögliche Belichtungszeit. Es geht aber auch nur mit BIAS oder FlatDarks, je nachdem, was Eure Stackingsoftware kann/braucht. Danach nicht vergessen: ISO wieder auf den Wert setzen mit dem man Seine Lights gesammelt hat. Und dann Darks machen: Gleiche Temperatur / ISO und Zeit wie bei den Lights. Da ich ja in der Zwischenzeit alles abbaue, drücke ich da immer wieder den Auslöser. Wer eine Sequenzer hat, kann den natürlich auch anstecken um die Darks zu sammeln. Danach sichte ich die Files: Zunächst in Ordner für Lights, Darks, BIAS und FlatDarks. Die Lights werden visuell in der Vorschau auf Helligkeit geprüft. Zu heller Hintergrund sind dann während der Session ja Wolken oder Dunst, oder gar Tau. In der 1:1 Ansicht prüfe ich auf verwacklte Bilder oder sonstwelche Fehler wie unrunde Sterne. Die verbleibenden Bilder werden dann wie üblich mit den Darks/Flat/BIAS kalibriert und gestackt und dann final ausgearbeitet... Hier also das Beste Einzelbild ohne Bearbeitung nur verkleinert (OOC): Mit einer E-M10.II am Stativ und dem mFT8/1.8 habe ich die Situation festgehalten. Dazu reicht ein Bild mit 15 Sekunden Belichtungszeit. Das Bildfeld wurde bewusst so gewählt, dass man das Objekt meiner Begierde sogar hier findet: Hier ein Ausschnitt in der 100% Ansicht des vorherigen Bildes - man kann selbst hier mit diesen einfachen Bildmittel M13 sehen. In der Astrofotografie helfen einem besondere Sternanordnungen immer wieder sehr, seine Objekte zu finden. Bei M13 sind es die zwei relativ hellen Sterne in unmittelbarer Umgebung, in etwas mehr als 90 Grad Winkel. Die finden dann gerade noch im Bildfeld Platz, wenn man ein 800mm Teleskop mit MC14 verwendet. Siegfried
  14. Eine nur im Hohen Norden totale Sonnenfinsternis wird bei uns im Süden eher unspektakulär und unmerkbar stattfinden. Ist sie auf Höhe München nur gegen 5% sind es in Hamburg immerhin 17% auf Sylt immerhin 21% aber das bemerken wir so auch nicht mehr wirklich. Da ganz beginnt so gegen 11:30 und endet so ca 13:30. Dazwischen (je nach Ort des Beobachters) ist dann die maximale Bedeckung. Hier noch eine Anmerkung: Keinesfalls ohne geeigneten Schutz in die Sonne schauen oder Fotografieren. Ein ND Filter (außer 100.000) ist keine geeigneter Schutz auch nicht IR Filter oder sonst wie für uns dunkel / schwarz aussehenden Filter, denn sie können immer noch UV oder IR ungebremst durchlassen und unser Auge / Sensor grillen. Ein geeignetes Filter ist dieses Baader Sonnenfolie. Günstig und gut. Siegfried
  15. Anfang Juni geht es schon schnell Richtung kürzeste Nacht. Gerade mal 1,5 Stunden Astronomische Dunkelheit bleiben mir im Süden ( Wien/München). Gegen Norden Europas wohl gar nicht mehr! Hier mal ein Überblick des Sternenhimmel Anfang Juni gegen Mitternacht: Die Frühlingssternbilder mit den kleinen fernen Galaxien wandern schon sehr gegen Westen und im Osten steigt schon die (Sommer) Milchstraße mit ihren großen Gasnebel hoch. Hoch über den Zenit zieht das Sternbild Herkules mit einem der großartigsten Objekten die der Sternenhimmel bei uns bietet: Der große Kugelsternhaufen im Herkules, Messier 13 oder kurz M13 genannt. Wie im Frühling, erlaubt dieser Himmelsausschnitt noch recht ungetrübten Blick in die Tiefen des Weltraums, bevor dann wieder die vielen Sterne und Staubbanden der Milchstraße die Sicht behindern. Wega und Arktur sind die zwei hellsten Sterne am Himmel. Der hellste, Sirius ist ja nur im Winter sichtbar und der zweit hellste Canopus ist bei uns nie zu sehen. Arktur ist leicht auffindbar: Die Deichsel des Großen Wagen /Schwanz der Große Bärin einfach geschwungen nach unten verlängern. Wer dann weiter nach unten geht, landet bei der Spica die schon tief im Südwesten steht. Der hellste Stern im Osten ist die Wega (Vega) Sie bildet mit den hellen Sternen Altair und Deneb im Schwan das Sommerdreieck. Im folgenden jetzt der Ausschnitt, der das Bildfeld eines 12mm Objektiv zeigt. Ich hab mir dazu die markantere Gegend zwischen Arktur und Wega vorgenommen: Hier findet sich die Nördliche Krone (Crb - Corona borealis) und das Sternbild Herkules. Für ungeübte am Sternenhimmel nicht ganz so einfach zu identifizieren, aber wer es mal gesehen hat, vergisst es kaum und man findet sich schnell zurecht: In diesem Fall gibt es ein einfaches Hilfsmittel: Man denkt sich eine Linie zwischen den zwei hellen Sternen Arktur und Wega. Die Nördliche Krone ist dabei im Ersten 1/3 zu finden, Herkules in 2/3 Abstand (oder 1/3 von Wega weg). Sogar M13 liegt ziemlich genau an der Linie. Nämlich genau zwischen den zwei linken Sternen im ersten oberen 1/4. Sterne und Sternhaufen sind ja selbst recht hell und so kann man auch recht knapp belichten, beziehungsweise bei nicht ganz dunklen Himmel ja Bilder machen. So habe ich die Zeit in der Astronomischen Dämmerung (ab 23:00) genutzt um einige Bilder zu machen: Im nachfolgenden ein Einzelbild knapp vor 23:00. E-M10.II , mFT12/2 F/2.5 IS1250 60 Sekunden belichtet Und zwar nur verkleinert, und nicht bearbeitet, also so wie es aus der Kamera kommt (OOC - out of Cam). Wie üblich taucht hier folgende Problematik auf: Nur wenn man knapp belichtet, brennen hellere Sterne nicht aus, dann verlieren sich aber die schwächeren Sterne. Und man erhält ein wenig ansprechendes Bild: Wenig sehr helle Punkten auf schwarzem Grund. Belichtet man länger, geraten auch zunehmend schwächere Sterne in die Sättigung und wir können kaum mehr die hellen Hauptsterne erkennen die uns helfen, dass wir uns am Himmel zurechtfinden, von den sehr viel mehr schwächeren Himmel unterscheiden und wir verlieren uns hier in weißen Punkten auf mehr oder weniger schwarzen Hintergrund. Je länger man Belichtet desto mehr Himmelshintergrund kommt hervor in dem sich eine große Anzahl von sehr weit entfernten Galaxien findet. Mit freiem Auge hat man es hier also zunächst etwas einfacher und bedingt durch meist den aufgehellten Himmel sieht man die vielen schwächeren Sterne sowieso nicht bis kaum. Um trotzdem die Sternfarben zu sehen und den Helligkeits- und Größeneindruck zu erhalten kann man jetzt folgendes machen: Leicht unscharf stellen. Damit verteilt sich das Licht heller Sterne über eine größere Fläche und die Pixel geraten damit viel später in die Sättigung, die ja jegliche Farbinformationen vernichtet. Oder wie hier, wo ich einfach mein Cokin P830 Weichzeichenfilter vorgehalten hatte: Die Form der Krone (einst die der Ariadne aus der griechischen Mythologie) kann man sich jetzt gut vorstellen. Der hellste Stern Gemma leuchtet heraus. Der Körper des Herkules, den vier heller Sterne bilden, zeichnet sich zwar etwas schwächer, aber für den Kundigen doch erkennbar, ab. Wer genau hinsieht kann auch M13 erkennen. Hier eine Astrometrierte Version: Dazu hatte ich einige der "normalen" Fotos gestackt und astrometriert. Natürlich dabei die Verzerrung des nur elektronisch korrigierten 12/2 ausgleichen lassen. Die gefundenen Koordinaten habe ich dann in die Metadaten des weichgezeichneten Bildes übertragen und dann einen Auswahl an Objekten ins Bild zeichnen lassen Hier noch mit den helleren Sternen: Noch etwas "Wissenschaft" zu den zwei hellen Sternen Wega und Arktur: Beide Sterne sind an sich gleich hell. Wega wurde mit einer Helligkeit von mag 0 festgelegt und diente früher als Helligkeitsreferenz. Arktur erscheint uns etwas dunkler, weil unser Auge im roten nicht so empfindlich ist. Wega war 1850 der erste Stern (außer unsere Sonne) der fotografiert wurde. Mit einer Temperatur von 16.000 Grad erscheint er uns blauweiß. Durch die Präzissionsbewegung der Erdachse war Wega vor 14.000 Jahren der Polarstern. Mit einer Entfernung von 25 Lichtjahren ist er auch einer der mit bloßen Augen Augen sichtbaren nächsten Sterne. Er bewegt sich ganz langsam Richtung Sternbild Schwan. Wega hat etwas mehr als die doppelte Masse der Sonne, aber ist mit 400 Mio Jahre noch recht jung. Durch die größere Masse und schnelleres Brennen wird er kaum 1 Mrd Jahre alt werden. Messungen im IR Licht zeigen eine Staubscheibe, in der man Planeten finde könnte, was bisher nicht gelang. Die kurze Zeitspanne bei solchen Sternen würde aber kaum für die Entwicklung von Leben ausreichen. Spätestens mit aufblähen zum roten Riesen würde es ausgelöscht. Auch Wega wird als weißer Zwerg enden. Heutige Messungen zeigen, dass Wega sehr schnell rotiert: 12,5 Stunden für eine Rotation. Das ist nur leicht unter der Geschwindigkeit (93%) wo der Stern zerrissen würde. Dadurch ist der Stern stark abgeplattet. Arktur: Er ist 37 Lichtjahre von uns weg und bewegt sich entsprechend schnell am Himmel (2,3 Bogensekunden pro Jahr) in Richtung Sternbild Jungfrau. Der Stern ist gut doppelt so alt wie unsere Sonne und damit ist er das älteste Objekt, das wir mit freiem Auge sehen können. Er hat maximal 1,5x die Masse der Sonne, aber hat sich schon deutlich zu einem roten Riesen aufgebläht. Dabei ist er bereits 25x größer als die Sonne. Durch die geringe Masse über einen so großen Raum, könnte man da durchfliegen, wäre nicht die starke Strahlung. Er "verbrennt" auch nicht mehr Wasserstoff, sondern bereits Helium zu Kohlenstoff und Sauerstoff. Bei der geringen Masse wird er als weißer Zwerg enden. Viel Spaß beim Selbsterforschen! Siegfried
  16. Am Mittwoch erreicht der Mond um 3:30 Morgens die größte Erdnähe mit 357 363km. Da der Vollmond dann um 13:15 ist (den wir nicht sehen können und andernorts sogar eine Mondfinsternis bietet) ist das der größte Vollmond des Jahres. Mit 33,4 Winkelminuten ist er ca 14% größer als der kleinste nächsten Jahr. Visuell natürlich nicht wirklich erkennbar. Also Wetterbericht beobachten ob es die Bewölkung eine Nacht davor oder danach erlaubt Bilder zu bekommen. Wer herausfinden will, wo man sich hinstellen muß um den Mond neben ein markantes Objekt zu setzen kann es hier machen: https://www.mondverlauf.de Er steht dabei bereits links des Riesenstern Antares im Skorpion. Gegen 22:00 herum steht er ziemlich genau da wo sich das Zentrum unsere Galaxie befindet. Also da wo man die Milchstraße beginnt.... Übrigens ist da auch gleich oberhalb (Sternbild Schlange) ein Sternchen zu finden, wo man erst vor kurzem durch Auswertung der Gaia3 Daten (die Anfang Dezember 2020 verfügbar sind) herausgefunden hat, dass er sich in 1,3 Million Jahren der Erde bis auf 0,06 Lichtjahre nähern wird. Er durchfliegt dabei unseren Kuiper Gürtel..... Es ist der rote Zwerg Glise 710 und derzeit mit um die mag +9 mit einem Teleobjektiv bei 1 Minute Belichtungszeit auffindbar. momentan ist er so um 63 Lichtjahre weit weg.
  17. bis
    Abendsichtbarkeit Venus und Merkur 2021 Unsere 2 inneren Planeten sind ja nur sichtbar, wenn sie etwas weit ab der Sonne stehen. Die glanzvolle Venus, die letztes Jahr ihren längeren Auftritt hatte, hält sich dieses Jahr stark zurück: Das ist immer dann, wenn sie im Frühjahr am Abendhimmel auftauchen würde. Bedingt durch die verkippte Erdachse flacht sich der Winkel zur Ekliptik (da wo Sonne/Mond und Planeten in etwas vorbeiziehen) ja ab und ein Hochsteigen der Venus über den Horizont nach Sonnenuntergang wird fast im selben Maße kompensiert. Daher bleibt dieses Sichtbarkeitsperiode der Venus äußerst schwierig. Sie wandert im Laufe des Jahre jetzt einfach mehr gegen Süden, bleibt aber tief am Horizont. Durch die dicke Luftschichte in Horizontnähe wird sie also nicht gut sichtbar sein. Erst Ende November, Anfang Dezember wird sie etwas höher steigen und dann Anfang 2022 rasch in Sonnennähe wandern um dann später zum Morgenstern zu werden. Beim Merkur, der als innerster Planet auch schneller um die Sonne wandert sieht es dagegen anders aus: Seine Bahn ist stärker gegen die Ekliptik geneigt. So daß er theoretisch (wenn es nicht die Tageslänge verhindert) sogar öfter im Jahr relativ gut zu sehen ist. Jetzt Anfang Mai 2021 steht er bereits leicht (links) über der Venus und steigt jetzt steil nach oben in der Abenddämmerung. So wird er zwischen 7. und 21. Mai recht hoch stehen. Maximaler Höchststand wird Mitte Mai sein. Man wird ihn also als helles „Sternchen“ in der Abenddämmerung in etwas da finden, wo zuvor die Sonne untergegangen ist. Am 28. Mai wird er dann leicht links der Venus stehen. Das wird aber bereits schwierig, weil Horizontnähe. Mars ist schon weit Richtung Stierhörner gewandert und auch noch relativ hell sein. Wenngleich nicht eher nur mehr nur noch so wie hellen rote/orangen Sterne Beteigeuze, und Aldebaran, die ja auch jetzt schnell untergehen, leuchten. Am Morgenhimmel wird man dann schon links der Milchstraße Saturn und Jupiter finden.
  18. Abgesehen vom Preis: Schlau werde ich auch aus dem Video nicht. Um Guiden zu können braucht es ja einen Anschluss an der Nachführung und dazu ist halt ST4. Dass man da weg will habe ich noch nicht gelesen. 30% besser zählt nicht, es zählt einzig alleine dass der Stern rund bleibt. Und da muß auch die Montierung und Einstellung mitspielen. Die Günstigste Lösung dafür ist sicher PHD und es soll mittlerweile auch gut funktionieren. Und die Funktionen wie Alignment und mehr kann das günstige SharpCap. Alles was es braucht ist ein kleine günstige Kamera. Ich habe halt den Luxus über einen MGenII zu verfügen. Solange ich für die Fotografie keinen Laptop brauche, wird es wohl dabei bleiben. Siegfried
  19. aperture 8

    Lyriden

    Denkbar ungünstige Voraussetzungen heute: Der Mond versank erst 4:30 und aufziehender Morgendunst. Nachdem der Mond weg war, begann schon gleich die Dämmerung. LiveComposite für Sternschnuppen mit 1s Basisbelichtungszeit ist definitiv zu wenig, es sollten schon so 4s sein, zumindest bei den Lyriden. Das 7-14er ist für Sternschnuppen einfach zu lichtschwach. Und es war saukalt um vier Uhr früh morgens auf dem Feld. Aber: Lernprozeß und Test der Nachführung sowie Arbeiten mit Sequator beendet.

    © www.fotosachse.de

  20. Alle Welt rät weg von ST4. Wenn ich mal Labtop, und Guidekamera zusammenrechne, da ist der Preis (wie du sagts für Astrofotografie) moderat. Ist schon eine Übelregung wert, aber mit z.B. PHD2/NINA kommt man auch schon sehr weit, und das für lau, und das ist nicht so "blackbox" wie das Baader Gerät. Gruss Peter
  21. Heute bei mir im feed aufgetaucht, ist das schon älter und bekannt? https://learnandsupport.getolympus.com/learn-center/photography-tips/astrophotography/astrophotography-101?fbclid=IwAR2iEFrWx4NhXsZ5JPzkw3OAiBMNX8HvGy4fhEjkdtR4vyxChuXPOeZtnqA Gruß, Uli
  22. Wird schon kommen, das Frühjahr hat meist trockene Luft bei bestem Seeing. Und wenn dann der nächste Neumond kommt, wäre ja gerade das kurze Zeitfenster für den "Messier Marathon" 😉 Wobei: Mit Teleobjektiv und Fotoapparat ist es ja feig sich auf die Jagt zu begeben, aber was solls 🙂 Siegfried
  23. >würde ich jetzt liebend gern die Wolken hier wegschieben! Hab mir ein A4-Seite vollgekritzelt, was ich alles ausprobieren will, aber kein seeing in Sicht!
  24. Der Sternenhimmel Anfang Frühling Auch am Sternenhimmel hat die Frühlingssaison begonnen: Die Plejaden und Sternbild Stier gehen bald im Westen unter und erst wieder den Herbst anzukündigen, wenn sie dann im Osten aufgehen. Mit ihnen verschwinden bald auch Orion und die Wintermilchstraße mit den großen Gasnebel. Wir blicken jetzt fast ungehindert vom Staub der Milchstraße in die tiefen des Alls mit ihren meist weit entfernten, dafür aber um so zahlreichen Galaxien. Der Frühling ist "Galaxie Saison". Die Nächte werden rasch kürzer und damit werden auch die Wintersternbilder bald nicht mehr sichtbar sein. Ich habe noch ein Übersichtsbild mit meinem 8mm Objektiv gemacht, dass noch die Situation derzeit nach Einbruch der Dunkelheit zeigt. Der Bildwinkel ist extrem groß und es bildet entsprechend verzerrt einen großen Himmelsteil ab. E-M10.II am fixem Stativ, mFT8/1.8 bei F/2.2 ISO1600 (der Himmel war ja ziemlich aufgehellt) Hier also ein Einzelbild Blick Richtung Süd/Südwest. Rechts noch der Orion, oberhalb zum rechten Rand Sternbild Stier und Plejaden. Oberhalb aber links das (verzerrte) Sechseck des Sternbild Fuhrmann/Auriga mit der sehr hellen Capella. Die können wir dann im Sommer tief am Horizont über den Nördlichen Sternenhimmel ziehen sehen. Sie ist wie die Kassiopeia, Großer Wagen bei uns "zirkum polar", also das ganze Jahr über zu sehen. In der linken Ecke oben ist der große Wagen zu erkennen, eigentlich "große Bärin - der Körper mit den zwei Tatzen zieht sich Richtung Bildmitte..... Genau in der Bildmitte sieht man den kleinen schwachen Sternhaufen der Presepe (M44) im Sternbild Krebs. Rechts davon oberhalb Castor und Pollux des Sternbild Zwillinge, das man mit etwas Phantasie in Richtung Orion ausmachen kann. Links der Mitte das Sternbild Löwe, dass ich heute wieder mal genauer vorstellen will. Rechts der Mitte der kleine schwache Sternhaufen in Coma Berenike / Haar der Berenike - zwischen Sternbild Löwe und Deichsel des großen Wagen. Unterhalb des Sternbild Krebs kann man die Sterne in runder Anordnung sehen, die den Kopf der Wasserschlange bilden. Das Sternbild Wasserschlange (Hydra) zieht sich vom links unten hinauf. Unten Rechts der Mitte noch der Stern Sirius im Großen Hund, auch da kann man schön die wichtigsten Sterne erkennen. Rechts des Sirius, unterhalb des Orion noch das Sternbild Hase / Lepus. Links des Sirius sind schon Teile des Sternbild Puppis (Achterdeck des Schiffs der Argonauten) zu sehen. Wir sehen hier eben sehr tief in den Sternenhimmel, der dann nur mehr im Süden sichtbar ist... Das selbe Bild wie vorhin, allerdings ein Cokin P830 Weichzeichenfilter vorgehalten. Die hellen Lichter meiner Umgebung zaubern da leider starke Reflexe... aber sie zeigen eben schöner die Hauptsterne der Sternbilder: Hier noch die Sternbilder und die wichtigsten Sterne eingezeichnet UMs - Ursa Majoris / Große Bärin CNv - Canis Venatici / Jagdhunde COM - Coma Berenices / Haar der Berenice Leo - Leo / Löwe LMi - Leo Minor / Kleiner Löwe HYA - Hydra / Wasserschlange SEX -Sextant CNC -Cancer / Krebs CMi - Canis Minoris / Kleiner Hund CMa - Canis Majoris / Großer Hund PUP - Puppis / Achterdeck des Schiffs GEM - Gemini / Zwillinge MON - Monoceros / Einhorn LEP - Lepus / Hase ORI - Orion TAU - taurus / Stier AUR - Auriga / Fuhrmann Also für Übersichtsaufnahmen kann man mit einfachen Mittel wunderbar Bilder machen. Einzelbild und 10-20 Sekunden bei höherer ISO reichen da ja um selbst anhand der eigene Bilder den Sternenhimmel näher kennen zu lernen. Siegfried
  25.  

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