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Rauschen bei Nachtaufnahme

10. August 2018 - 15:36

Hallo zusammen, 

da bald am Wochenende ja sehr viele Sternschnuppen zu sehen sind, möchte ich diese fotografieren. Allerdings habe ich sehr wenig Ahnung was die Nachtfotografie betrifft. Habe heute morgen um 0.30 Uhr mal zwei Testaufnahmen mit meiner Olympus E-520 gemacht. Allerdings sind die Bilder leider sehr stark verrauscht.

Bild 1: https://flic.kr/p/MRikiQ
Bild 2: https://flic.kr/p/LdMHat

Beide Bilder wurden mit Blende 4 und einer Belichtungszeit von 30 sek aufgenommen. Beim ersten Bild habe ich iso 1600 benutzt und beim zweiten iso 800. Meine Kamera ist ca. 10 Jahre alt und iso 1600 ist der maximale iso wert. Ist das Grundrauschen meiner Kamera für solche Fotos einfach zu hoch oder weiss jemand wie ich in Zukunft dieses Rauschen aus meinen Bildern bekomme?

Vielen Dank, LG Malte

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10. August 2018 - 15:48 changed 10. August 2018 - 15:49

Hallo Malte!

Check mal bitte deine Links, dort gibt's nur einen sehr rauscharmen Fehler 404 zu sehen ;)

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10. August 2018 - 15:54 changed 10. August 2018 - 15:54

Danke für den Hinweis, jetzt funktionieren die Links :)

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10. August 2018 - 16:18 changed 10. August 2018 - 16:18

Hallo Malte,

Suche mal nach Rauschminderung - die auf AUTO schalten - oder Ein. Damit belichtet die Kamera eine gleich langes "Dunkelbild" und zieht diese vom Bild ab.....

Beim Bild mit ISO 1600 habe ich keine Ahnung wo Du da hingezielt hast, bei dem mit ISO800 erkenne ich Delphin und Pfeil - also das ist der Bereich im rechten Bereich des Sommerdreieck:

Die Perseiden könnten zwar da auch sein - aber an sich ist es eher die falsche Richtung :-)

DIe Perseiden sind ca. Nord/NO zu suchen. Da findest du ein Sternbild das aussieht wie ein W - rechts unterhalb ist der Punkt von wo sie zu kommen scheinen, wenngleich sie oft auch weiter weg erst sichtbar sind.

http://www.austrianaviationart.org/cms/sommersternhimmel-perseus-kassiopeia/

Siegfried

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10. August 2018 - 17:01 changed 10. August 2018 - 17:01

Hallo,

Für deine E-520 ist dieses Grundrauschen durchaus normal.
Man konnte zur Zeit der 520 eigentlich nur im Notfall mal bis ISO 800 hochziehen. Der 'darkframe' ist nur ein schwacher Versuch der Schadensbegrenzung. Auch das nachträgliche Entrauschen per Software bleibt selten ganz schmerzfrei.
Bleibt dir nur, mit dem Rausch zu leben, oder auf eine der aktuellen Knipsen umzusteigen, die das Problem deutlich besser im Griff haben.

Gruß
Andreas

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10. August 2018 - 18:14 changed 10. August 2018 - 18:14

Schade, dann werde ich mich eventuell mal bei den neuen Kameras umsehen müssen..

Trotzdem danke :)

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17. August 2018 - 1:57 changed 17. August 2018 - 1:57

Hallo Malte,

gebrauchte E-M1.1-Gehäuse gibt's derzeit für 'nen Appel und'n Ei.

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17. August 2018 - 2:06 changed 17. August 2018 - 2:06

Danke für den Tipp, steht das .1 für mark II?

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17. August 2018 - 2:18 changed 17. August 2018 - 2:18

Hallo Malte,

...steht das .1 für mark II?

bitte entschuldige, hier die Langschreibung:

E-M1.1 steht dür die alte E-M1.

Die neue "E-M1 Mark 2" wird als "E-M1.2" oder schlicht als "M1.2" abgekürzt.

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17. August 2018 - 2:29 changed 17. August 2018 - 2:29

Danke :)

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17. August 2018 - 11:13 changed 17. August 2018 - 11:13

Hallo Malte,

gebrauchte E-M1.1-Gehäuse gibt's derzeit für 'nen Appel und'n Ei.

Leider ist die E-M1.1 nicht wirklich für Langzeitaufnamen geeignet. Die rauscht wirklich.

Man kann es zwar mit Dunkelbildabzug mildern, aber ich halte das so:

Wozu soll ich auf tausende Pixel verzichten, (was aber an sich egal ist bei 16 MPixel ) - wenn die Sony CMOS 16 MPixel da viel besser sind. Und der Senso ist in den übrigen 16 MPixel mFT Kameras verbaut.

Also alle außer E-M1 (erstes Modell). Daher würde ich eher eine E-PLx (x =5-9) oder E-M10.x E-M5 kaufen.

Die E-M Serie hat die Liveviewerweiterung II damit sieht man auch am Display noch in wirklicher Dunkelheit noch genug.

Somit würde ich Dir zu einer günstigen E-M10.II raten. Leider hält die Batterie bei Dauerbelichten aber nur so 2 Stunden - bei der E-PL6 / 7 aber so etwas über 3.....

Die E-M1.II brauchst Du glaube ich nicht - ob der Sensor 16 oder 20 MPIxel hat ist nicht so entscheidend. Sie rauscht etwas mehr bei Langzeitbelichtungen als die 16 MPixel Sony Sensoren, aber bei weitem nicht so wie die E-M1.

Detail am Rande: Der Panasonic 16MPixel Sensor der E-M1 (wohl ohne Olympus spezifische Modifikationen) wird heute gekühlt (bis -25 Grad) für Astrofotografie sehr häufig eingesetzt. Und ist sehr sehr gut. Er rauscht da praktisch nicht mehr. Leider hat er halt nur 12 bit Auflösung, und naturgemäß halt kleine Pixelgröße.

Das stark in die Jahre gekommen Arbeitstier bisher (wird langsam durch Sony CMOS Chips verdrängt) ist immer noch der Kodak CAF8300 Chip - und der wurde von Olympus damals erstmalig in der E-300 und 500 verbaut !!
Ungekühlt würde ich aber die E-300 nicht verwenden wollen, ...aber vielleicht sollt ich es mal probieren ;-)
Ich habe ja praktisch jedes wichtige Olympus Kameramodell wo herumliegen :-)

Siegfried

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10. August 2018 - 18:12 changed 10. August 2018 - 18:12

Danke für die ganzen Tipps bezüglich der Milchstrasse! :)

Die Rauschminderung hatte ich als ich die Bilder gemacht hatte schon schon auf "ein" gestellt. Es gibt eine andere Einstellung "Rauschunt.", was denke ich für Rauschunterdrückung steht ( bin mir aber nicht sicher), diese hatte ich auf "stark" gestellt. Vielleicht hilft es wenn ich dort etwas anderes einstelle, zur Not gehzt es heute Nacht nochmal raus :)

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10. August 2018 - 18:48 changed 10. August 2018 - 18:48

Hast du denn vielleicht noch andere Objektive zur Verfügung? Wenn du mehr Licht durch die Tröte bringst, musst du nicht so lange belichten, ergo sinkt auch das Bildrauschen.

Ft-Linsen sind ja ansonsten auch oft günstig gebraucht zu finden, vielleicht erst da mal schauen, was noch geht, bevor du dir ne neue Kamera zulegst (für die du dann ja zwangsweise auch noch neue Linsen brauchst)

Liebe Grüße!

Patrick

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10. August 2018 - 19:16 changed 10. August 2018 - 19:16

Ja, die Bilder wurden mit dem 14-42mm fotografiert, habe aber auch noch ein 40-150mm (f4-5.6) . Wahrscheinlich eine dumme Frage aber was sinbd Ft-Linsen?

Danke für die Antwort :)

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10. August 2018 - 19:40 changed 10. August 2018 - 19:40

Wahrscheinlich eine dumme Frage aber was sinbd Ft-Linsen?

Die FT-Linsen gehören zu der Generation, wo in der Kamera noch ein Spiegel bei der Aufnahme klappert. Da gehört auch deine E-520 dazu. Sie sind abgelöst worden vom mFT-System. Da hier nun kein Spiegel mehr klappert (wei es keinen gibt), können Kameras und Objektive etwas kompakter gebaut werden.
Deine Objektive sind optisch nicht schlecht, aber nicht besonders lichtstark. Gebrauchte FT-Linsen tauchen auf dem Markt oft für relativ kleines Geld auf. Für besonders lichtstarke (die du für deine Perseiden bräuchtest) musst du aber auch entsprechend mehr berappen. Für eine E-520 steht das in keinem günstigen Verhältnis.

Gruß

Andreas

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11. August 2018 - 9:00 changed 11. August 2018 - 9:00

Keine dumme Frage, eher eingeschränkte Antwort. Schau mal hier http://de.wikipedia.org/wiki/Four-Thirds-Standard#Micro_Four_Thirds da ist der Unterschied sehr gut erklärt. Die gleiche Frage hatte ich vor ein paar Jahren auch gehabt.

Wilkommen hier im Forum, viel Spaß beim Himmel entdecken und iamsiggi ist aus meiner Sicht der qualifiziertest Tippgeber zum Thema Nacht und Sterne in diesem Kreis :-)

Beste Grüße

Frank

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10. August 2018 - 20:11 changed 10. August 2018 - 20:11

Die Rauschminderung hatte ich als ich die Bilder gemacht hatte schon schon auf "ein" gestellt. Es gibt eine andere Einstellung "Rauschunt.",

Ok, wenn das schon ein war - passt es. Der Rest ist themisches Rauschen. Wir haben gerade extrem hohen Temperaturen, das verschärft die Sache zusätzlich.

.,...dass der Sensor der E-510 bei -25 Grad praktisch nicht mehr rauscht, hilft Dir jetzt aber auch nicht ;-)

Die Rauschunterdrückung ist nichts anderes als ein Entrauschungsfilter. Der kostet Dir aber Details und macht man wenn überhaupt nur extern beider Bildbearbeitung.

Das Probate Mittel ist einfach: Genügend Licht, dass am Sensor ankommt, aber das geht bei Deinen Linsen sowieso nicht, und vom fixem Stativ gerade mal bei 7mm und ISO1600 oder mehr....... was bei den heutige Sensoren grad noch so la la geht.....

http://www.austrianaviationart.org/cms/die-richtige-belichtung/

Daher verwendet man dann andere Techniken wie Nachführung um länger belichten zu können und stacken vieler Bilder.

http://www.austrianaviationart.org/cms/category/astronomy/astrofoto/bildbearbeitung/

Allgemeiner vielleicht:

http://www.austrianaviationart.org/cms/fotografie-astrofotografie/

Siegfried

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10. August 2018 - 22:04 changed 10. August 2018 - 22:04

Lesezeichen

VG Jürgen

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10. August 2018 - 22:06 changed 10. August 2018 - 22:06

Danke, sind sehr interessante Artikel, leider verstehe ich davon gar nichts aber ich bin sicher das wird noch ;)

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10. August 2018 - 21:53 changed 10. August 2018 - 21:54

Hallo Malte,

ich besitze ebenfalls die E-520. Was das Rauschen angeht habe ich aktuell sehr gute Erfahrungen

mit der Software Neat Image V 8.3 gemacht. (Auch als kostenloser Download mit geringfügig eingeschränkten Funktionen)

Damit kannst Du der E-520 rauschtechnisch einen Quantensprung nach vorn verschafften.

Probier es einfach mal aus und berichte von Deinen Erfahrungen.

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10. August 2018 - 22:14 changed 10. August 2018 - 22:14

Danke für den Tipp! :)

Hatte mir das Programm eben runtergeladen und das rauschen hat bei einem Testbild gut geklappt.

Haben sie damit schonmal Sternenbilder bearbeitet und wenn ja wie hat es geklappt?

LG

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10. August 2018 - 22:22 changed 10. August 2018 - 22:24

Habe gerade mal die ISO 1600 Aufnahme "quick and dirty" entrauscht. (Siehe Ausschnitt Bildmitte)

Finde das Ergebnis kann sich sehen lassen.

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10. August 2018 - 23:10 changed 10. August 2018 - 23:10

Das sieht wirklich klasse aus:) Probiere das ganze jetzt auch mal

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10. August 2018 - 23:17 changed 10. August 2018 - 23:17

https://flic.kr/p/27exSkC

Sieht aufjedenfall besser als vorher aus, danke für die Tipps :)

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11. August 2018 - 10:22 changed 11. August 2018 - 10:26

Sieht aufjedenfall besser als vorher aus

Das liegt in den Augen des Betrachters.

Vom Rausch her ist der Sensors sehr gleichförmig ohne grobe Strukturen zu bilden .... also alles bestens, auch die Helligkeit des Hintergrundes passt so.

Ich habe mal einen Crop aus Deinen zwei ISO800 Bildern angefügt, der Cr399 (Kleiderbügel Haufen) zeigt.

Den findest Du wie folgt:
Unten rechts im 1/3 die hellen Sterne die ca ein Ellipse/Rhombus bilden mit rechts weg ein paar Sterne ist der Delphin, darüber kann man die hellen Sterne des Sternbild Pfeil (Sagitta) erkennen und darüber eben den (umgedrehten) Kleiderbügel....

Vergleiche mal beide Bilder, was du siehst: Du vernichtest eine Menge Signal. CR399 hat bei Dir sogar schöne Farben, denn da ist nicht überbelichtet. Die Fülle an schwachen Sternen ist weg....
Das hättest Du auch erreicht, wenn du nur den Hintergrund dunkler gemacht hättest.

Entrauschen ist ein sehr sehr heikler Prozess. Der muss recht selektiv angewendet werden, denn es rauscht nur in den dunklen Bereichen. In den helleren zerstört es Details.

Diese helleren Sachen musst Du mit einer Maske schützen, da sollte es bei besseren Entrauschungstools ja entsprechende Regler geben. (highlight mask, protect oder preserve Highlights oder so?)

Generell am Sternenhimmel zeigt man den Hintergrund (ca 15%-20% Helligkeit - so wie Dei ISO800 Bild ohne Entrauschung) denn da findet man jede Menge schwacher Strukturen.

Daher wird man immer sehr vorsichtig entrauschen, im wissenschaftlichen Bereich darf meist gar nicht entrauscht werden.

Generell ist es so, dass man in der Bildbearbeitung Prozesse wie Entrauschen oder Schärfen nicht in einem Rutsch anwendet. Denn es gibt da verschiedene Möglichkeiten, die alle ihre stärken und schwächen haben. Daher sollte man sich das vorher/nachher genau ansehen und zwar an den kritischen Stellen in der 1:1 Ansicht. Sobald das ein stärkere sichtbare Wirkung zeigt, sollte man die stärke zurücknehmen. So kann man sich in mehreren Schritten herantasten.

Siegfried

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11. August 2018 - 19:57 changed 11. August 2018 - 19:57

Ok, danke wieder für die professionellen Tipps ;)

Was ist denn zur Sternschnuppenfotografie zu empfehlen ( kleine Brennweite mit langer belichtungszeit oder lieber eine grosse brennweite ( zB. 100 mm ) mit kürzerer Belichtungszeit) ? Wenn man mit der grösseren Brennweite fotografieren würde müsste man doch eigentlich glück haben, wenn man eine sternschnuppe mit aufs bild bekommt, da der Bildausschnitt ja entsprechend kleiner ist. Oder irre ich mich?

LG

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11. August 2018 - 20:19 changed 11. August 2018 - 20:28

Ja, je größer die Brennweite, desto weniger Feld.

Die Sternschnuppen kann man aber im sehr weitem Umfeld sehen .... das ginge sich nur mit einer "AllSky" Camera die 360 grad abbildet aus.

Selbst mit 7mm Objektiv, das ja ca 110 Grad Bildwinkel hat kann man nur einen kleinen Teil einfangen.

Es kommt halt auch drauf an, ob sich die Erde zu unserer Nachtzeit gerade im Hauptstrom des Kometenmüll, den uns Swift Tuttle hinterlassen hat, befindet.
Das kann man nicht wirklich zuverlässig vorhersagen. Aber man wird mehr sehen, wenn es dunkler ist - oder die Optik mehr Licht durchlässt.
Die wirklich Großen sind aber halt seltener, die hat man immer drauf. Sie leuchten oft 2-3 Sekunden nach und man sieht eine grüne Rauchwolke....

Generell ist es aber so, dass man in jeder Nacht hellere Sternschnuppen sehen kann, man muß halt nur gerade dahin schauen ..... In den letzten 2 Wochen habe ich vermehrt welche gesehen - so 5 pro Nacht.

Das Problem der langen Brennweiten ist aber eben nicht nur das geringe Gesichtsfeld: Je länger die Brennweite, desto lichtschwächer sind sie in der Regel....... wenn es bezahlbar bleiben soll.
Und vom fixem Stativ, desto kürzer ist die mögliche Belichtungszeit bis man sieht dass die Sterne wandern.

BTW: Batterie laden nicht vergessen !!!

Siegfried

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11. August 2018 - 20:57 changed 11. August 2018 - 20:57

Dann werde ich mein Glück im weitwinkeligen Bereich probieren :)

Danke für den Tipp mit dem Akku, hätte ich wieder vergessen..

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