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FAQ [012]: Mein mFT-Teleobjektiv stellt manchmal nicht scharf

6. April 2015 - 9:01

Der Kontrast-Autofokus beurteilt die Schärfe einer Kontrastkante. Der Fokus des Objektivs wird schrittweise bewegt, solange bis die Kontrastkante wieder unschärfer wird. Daraufhin wird der letzte Schritt rückgängig gemacht.
Im Prinzip ist ein Fehlfokus dadurch unmöglich.

Fehlerquellen:
- Das Motiv bewegt sich, bevor der Fokusvorgang abgeschlossen ist. Folge: die Kontrastkante verschwindet aus dem Fokusfeld, wird also "unschärfer" und die Kamera ist der Meinung "höchstmögliche Schärfe erreicht."
- Der Fotograf bewegt sich oder das Objektiv. Folge: die Kontrastkante wandert aus dem Feld aus, oder wird unschärfer. Dann siehe oben.
- Die Naheinstellgrenze des Objektiv ist unterschritten, sprich das abzulichtende Objekt ist zu nah am Objektiv dran. Abhilfe: Abstand vergrößern.

"Bewegung" meint in diesem Zusammenhang jede Bewegung, die dafür sorgt, dass die von der Kamera betrachtete Kontrastkante aus dem Feld auswandert, bzw die den Abstand zwischen Kamera und Motiv beeinflusst.

Fokus erneut starten:
Solange das Motiv gleich bleibt, ist die Kamera auch der Meinung, der Fokus passt immer noch. Sie startet also bei einem erneuten Druck auf den Auslöser keinen neuen AF. (Dies wäre auch, korrekten Fokus vorausgesetzt, kontraproduktiv) Abhilfe: kurz auf eine andere Entfernung fokussieren.

Hintergrund:
Der AF wird bei Offenblende gemessen (vorausgesetzt, das Licht ist nicht zu stark), Die Schärfentiefe beträgt bei 10m Abstand, 200mm Brennweite und Blende 4 13cm. Schon die Bewegung um die Hälfte dieser Distanz kann die Kontrastkante aus dem Bereich der Schärfentiefe bringen und damit den AF irritieren. Je näher das Motiv ist, desto kritischer können Bewegungen werden.

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