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Der kritische Mönch



Erschöpft suchen wir uns ein schattiges Plätzchen unter einem Baum. Die Mittagssonne brennt, wir sind nassgeschwitzt, die Füße qualmen. Vor uns erstreckt sich das Gelände des Sarnath-Tempels im Nordosten Indiens. Ein Mönch umrundet die steinernde Stupa, immer und immer wieder, stets im Uhrzeigersinn. Fast lautlos murmelt er Gebete... Sein Schritt ist schnell und ich bewundere seinen Elan unter der schweren roten Kutte. Was der Glaube alles bewirken kann... Bei jeder Runde schenkt er mir einen Blick und nickt in meine Richtung. Wahrscheinlich beobachte ich ihn zu auffällig... Ich setze schnell die Sonnenbrille ab, irgendwie habe ich das Gefühl, es wäre unhöflich. In der nächsten Runde lächelt er mich an, das Nicken wird stärker. In einer der folgenden Runden bleibt er stehen und winkt mich herbei. Verdutzt stehe ich auf und eile zu ihm hinüber. Er zeigt auf meinen Fotoapparat, er wäre auch Fotograf, allerdings gäbe es so "große" Kameras in seiner Heimat nicht. Ich lasse ihn ein paar Fotos machen, er ist schlichtweg begeistert. Er erzählt mir, dass dies der Ort ist an dem Buddha seine erste Rede gehalten hat und er den langen Weg aus Tibet auf sich genommen hat. Er möchte die Stupa bis zum Sonnenuntergang umrunden. Er scheint sehr gebildet zu sein, spricht viel besseres Englisch als ich. Ich frage nach einem Foto, und er will es sofort sehen. Kritisch begutachtet er das Bild... nee, das gefällt ihm nicht. Noch eins und noch eins. Immer sein vernichtendes Urteil. Er winkt ab. Schließlich hört er auf zu lächeln und ich zweifle an meinen Fotografierkünsten. Ja ! Das ist es... dieses Bild gefällt ihm richtig gut. Mein Favourit war ein anderes Portrait von ihm, doch dieses ernste ist seine Auswahl! :) Uttar Pradesh, Indien, 11.2008


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... Ich setze schnell die Sonnenbrille ab, irgendwie habe ich das Gefühl, es wäre unhöflich. In der nächsten Runde lächelt er mich an, das Nicken wird stärker. In einer der folgenden Runden bleibt er stehen und winkt mich herbei. Verdutzt stehe ich auf und eile zu ihm hinüber. Er zeigt auf meinen Fotoapparat, er wäre auch Fotograf, allerdings gäbe es so "große" Kameras in seiner Heimat nicht. Ich lasse ihn ein paar Fotos machen, er ist schlichtweg begeistert. Er erzählt mir, dass dies der Ort ist an dem Buddha seine erste Rede gehalten hat und er den langen Weg aus Tibet auf sich genommen hat. Er möchte die Stupa bis zum Sonnenuntergang umrunden. Er scheint sehr gebildet zu sein, spricht viel besseres Englisch als ich. Ich frage nach einem Foto, und er will es sofort sehen. Kritisch begutachtet er das Bild... nee, das gefällt ihm nicht. Noch eins und noch eins. Immer sein vernichtendes Urteil. Er winkt ab. Schließlich hört er auf zu lächeln und ich zweifle an meinen Fotografierkünsten. Ja ! Das ist es... dieses Bild gefällt ihm richtig gut. Mein Favourit war ein anderes Portrait von ihm, doch dieses ernste ist seine Auswahl! :) Uttar Pradesh, Indien, 11.2008 Das Textfeld oben hat leider nicht ausgereicht ;)

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