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Blaumeise

ajax
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Empfohlene Kommentare

Hallo Ajax,

Du zeigst uns hier immer wieder wunderschöne, anmutige Vögel ein einem feinem Umfeld. So auch hier diese kleine hübsche Meise in einem schön herbstlich gefärbten, durch den Regen und die feinen Tropfen fast zauberhaften Umfeld. Man könnte meinen, das Meisilein schaut nach oben und fragt sich: "Wie lange noch..." ;-)

Sicherlich hast Du länger überlegt, mit welchem Beschnitt Du das Foto hier zeigen sollst. Und Du hast Dich für das Zeigen des nach unten zeigenden und mit einem dekorativen Tropfen versehenen Zweiges entschieden. So kommt auch der herbstliche Regen sehr gut zur Geltung.

Hier wie auch bei manchen anderen Deiner gezeigten Fotos fällt mir eine gewisse Unschärfe auf. Klar, ISO 2000 machen ein Foto in eher dunklem Umfeld sicherlich nicht besonders knackig, aber entweder war der Fokus nicht ganz richtig auf den Vogel ausgerichtet, für das FT-Objektiv sollte ggf. eine AF-Justage vorgenommen werden, es wurde leicht verwackelt aufgenommen oder das Problem liegt vielleicht bei der Nachbearbeitung des Fotos am Rechner. Also ich weiß es einfach nicht, aber Deine wundervollen Aufnahmen hätten sicher etwas mehr Schärfe verdient ;-)

Trotz allem eine schöne herbstliche Blaumeisenstudie im Regen :-)

Vielen Dank für das Zeigen und viele liebe Grüße

Wolfgang

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Hallo Wolfgang,

danke für Deinen ausführlichen Kommentar, den ich weitgehend teile - auch ich hadere etwas mit der Schärfe der Aufnahmen, selbst wenn ich berücksichtige, daß es oft relativ starke crops sind. Tatsächlich ist es so, daß ich versuche systematisch einen Überblick über die Leistungsfähigkeit vieler meiner Objektive (viele FT, mft und manuelle Canon Optiken) in Kombination mit der M1 und M1 Mk2 unter realistischen Nutzungsbedingungen meist im Bereich bis Iso 3200 zu finden. Als Test dienen meistens Singvögel im Bereich ihres Futterplatzes.

Dieses Bild ist mit dem 150mm/f2.0 mit EC-14 bei Offenblende mit kleinstem AF-Feld (meist Spotmessung) bei hoher Bildfrequenz gemacht. Die Verweilzeit der Vögel auf den Ästen ist extrem kurz und es gibt mehrere Anflugpositionen und gleichzeitig einen hohen Futterkonkurrenzdruck durch mehrere Singvögel-Populationen: Kleiber, Kohlmeisen, Blaumeisen, Rotkehlchen, Tannenmeise, Haubenmeise, etc. Daraus resultiert eine hohe Agilität der Vögel, zumal gleichzeitig auch noch mein Hund störend eingreift.

Variiert werden Kameratyp, Objektiv, Konverter (EC-14, EC-20), Iso, AF-Feldgröße, Belichtungskorrektur (bei Gegenlicht), Wetterbedingungen, Blende (für Bokeh-Vergleich), CAF vs S-AF, elektronischer Verschluß mit unterschiedlichsten Bildfrequenzen, alles unter freihand Bedingungen.

Unter diesen Bedingungen ist am wichtigsten, den Vogel möglichst schnell scharf zu bekommen und eine möglichst kurze Auslöseverzögerung zu haben. Hier ist der Einfluß der Kamera sehr groß, mit der Mk2 geht das um Welten schneller als mit der M1, bleibt aber bei 3-4 Anflugpositionen und den schnellen Positionswechseln herausfordernd. Bei hohen Bildgeschwindigekeiten wird bei CAF und S-AF nur das erste Bild scharf gestellt - das ist mit eine Ursache, daß Folgebilder leicht unscharf werden können, weil die Vögel sich bewegen, der Ast nachschwingt oder Wind stört. Hinzu kommen Probleme mit dem kleinen AF-Feld im Astgestrüpp - wirklich sicher kann man bei einem kleinen Vogel nicht sein, daß der AF immer punktgenau auf dem Auge sitzt. Zusammen mit der relativ hohen Iso und dem Regenwetter bei Offenblende mit Konverter sind die wesentlichen Störparameter hier genannt. Wäre es möglich gewesen, kleinere Iso und kleinere Blende mit dem EC-14 zu verwenden, wäre diese Erklärung nicht notwendig geworden. Es gibt von mir mit demselben Objektiv auch sehr scharfe Aufnahmen (z.B. der Haubenmeise) am gleichen Ort unter denselben Bedingungen so daß ich das Objektiv selbst eigentlich "freispreche" von Schuld.

Zusammenfassend: Ziel ist es nicht, ein druckreifes Vogelbild mit perfekt aufgelöstem Gefieder für das Vogelkundebuch bei optimaler Beleuchtung zu generieren, sondern unter real life Bedingungen mir Entscheidungshilfen zu geben, welches Equipment ich bei welcher Fragestellung und Witterung mitschleppen möchte und wie bei meiner Arbeitsweise die Ergebnisse dann ausfallen werden. Dabei möchte ich natürlich meine Fehlerquellen vorrangig ausschalten und die für das Equipment beste Arbeitsweise herausfinden.

Grob qualitativ sind folgende Parameter für die Bildqualität besonders ergebniswirksam:

1. Kamera für Latenzzeit bis zum ersten fokussierten Bild mit Auslösung bei bewegtem, unkalkulierbarem Objekt.

2. Abstand (Tiefenschärfe, crop, Kontrast in Details, Motiv, Bokeh)

3. Licht (Iso, Belichtungskorrektur, Blende für DOF bzw. Schärfeleistung bei Konverter, Offenblend-leistung)

4. Kamera/Objektiv-Kombination (FT,mft, manuell)

5. Einstellungsparameter (S-AF vs CAF, Bildfrequenz)

6. Umgebung des Motivs

Bei statischen Motiven ist die Festlegung der optimalen Bedingungen überhaupt kein Problem. Relevant ist für mich das Ergebnis, das ich erziele, wenn ich das erste Rufsignal des Vogels vor Anflug höre und dann ein Bild von ihm anstrebe unter dem beschriebenen Futter-Konkurrenzdruck der Vögel.

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Hallo Ajax,

vielen Dank für Deine ausführliche, ja schon fast wissenschaftliche Abhandlung der diversen Probleme bei der Vogelfotografie, dich ich leider auch sehr gut kenne... ;-)

Nur noch mal ein Tipp von mir: Je nach Kombination von FT-Objektiven und Telekonvertern und E-M1 (II) kann eine AF-Justierung hilfreich sein, insbesondere, je länger die erzielte Brennweite ist. Für meine FT-Teleobjektive habe ich mit jeder verwendeten Kamera eine AF-Justage vorgenommen, und für jede Objektiv-Konverter-Kombi eigene AF-Korrekturdaten je Kamera gespeichert.

Weiterhin viel Erfolg und viele Grüße

Wolfgang

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Danke, Wolfgang, für den Tip mit der AF-Justage. Ich habe Deine Aktivitäten in diesem Bereich mit Bewunderung "aus den Augenwinkeln" verfolgt und war bisher vor dem Aufwand zurück geschreckt (bei 2 Kameras und 3-4-fach Abdeckung des Brennweitenbereichs bis ca 400mm). Mir ist auch momentan nicht klar, ob ich dazu noch Fremdsoftware benötige.

Eines ist sicher, ich möchte erst alle meine  Fehlerquellen ausschließen, ehe ich einer Olympusvoreinstellung mißtraue, deswegen interessieren mich die Grenzen meiner Arbeitsweise und deren Auswirkungen im Bild.

Abgesehen davon glaube ich auch, daß der Motivkontrast bei den Vögeln sehr wichtig ist und Grenzen setzt: Die Unterschiede in der Größe einmal unberücksichtigt - das Gefieder einer Haubenmeise, einer Heckenbraunelle, einer Tannenmeise oder eines Amsel-Männchens sind bei ungünstiger Beleuchtung oder gar im Gegenlicht sehr verschiedene Herausforderungen für den Kontrast-AF und da rede ich noch nicht von Bewegung, hoher Iso, Verwackelung ...

Trotz alledem nehme ich den Hinweis mit der AF-Justage sehr ernst - mich würde wirklich interessieren, wie viele diesen Aufwand tatsächlich betreiben und wie die Erfahrungen mit der praktischen Durchführung sind. Gibt es da vielleicht auch Temperatureinflüsse (Winter/Sommer)?

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Hallo Ajax,

zur AF-Justage nur ein paar kurze Anmerkungen:

An Deiner Stelle würde ich bei berechtigtem Verdacht erst einmal schauen, ob eine AF-Justage überhaupt bei Deinen Objektiven/Kameras sinnvoll oder notwendig wäre. Dazu reicht es durchaus, einige Probeaufnahmen auf einen Gegenstand in freier Umgebung, z.B. einem Pfahl in einem Gewässer, in dem fraglichen Abstand (Aufnahmeentfernung zu den meisten von Dir zu fotografierenden Vögeln) zu machen.

Sollte dann eine AF-Justage in Betracht zu ziehen sein, kann man z.B. an besagtem Pfahl auch die Korrekturwerte grob händisch ermitteln... ;-)

Zur Justage benötigt man nicht zwingend ein käufliches "Target" und erst recht keine Software. Bezgl. "Target" gibt es z.B. hier etwas zum behelfsmäßigen Selberbasteln: http://oly-e.fotografierer.com/?q=node/14

Ein vernünftiges Target kann hilfreich sein, und z.B. die Software "Focus Tune" von Michael Tapes (die nur mit dem firmeneigenen Target funktioniert) kann helfen, bei der Bewertung der durchzuführenden Testfotos das richtige durchschnittliche Mittel zu finden. Kostet aber etwas und direkt notwendig ist dies alles nicht.

Hier einen Link zu dem (etwas älteren) Bericht eines Oly-Eigners: http://olye.fotografierer.com/olye/download/olyep/olyep201401.pdf

Also alle meine FT-Teleobjektive benötigen (sowohl an  FT- als auch mFT-Kameras) eine AF-Justage. Diese führe ich in der jeweiligen Entfernung durch, in der je Objektiv die meisten meiner Fotoziele sich befinden. Damit handele ich entgegen den üblichen Vorschlägen, die zwischen dem 25- und 50-fachen der Brennweite als Entfernung zwischen Kamera und Ziel liegen. Aber was soll eine Justage für das 300/2.8er auf - sagen wir mal - 9 Metern bringen, wenn ich damit Vögel in 3-4 Metern Entfernung fotografiere? ;-)

Die AF-Justage muss dann auch je Kamera, Objektiv und ggf. verwendeten Telekonverter erfolgen. Also wenn Du z.B. das FT 150/2.0 mit dem EC-14 und EC-20 verwendest, müsstest Du die Werte für das Teleobjektiv alleine, mit EC-14 und auch mit EC-20 ermitteln und in der Kamera speichern. Und das darfst Du dann entsprechend mit jeder Kamera einzeln durchführen...

Temperatureinflüsse? Keine Ahnung, allerdings habe ich schon mal eine AF-Justage neu durchführen müssen, weil die alten Einstellungen nicht mehr geholfen haben...

Vielleicht hast Du Glück und brauchst Dich darum nicht zu kümmern. Ich würde Dir das jedenfalls von Herzen wünschen... ;-)

Viele Grüße

Wolfgang

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Danke, Wolfgang, für die hilfreiche Information und die konstruktiven Tipps. Ich glaube immer noch, daß das Objektiv OK ist - siehe nachfolgendes Foto der Kohlmeise in fast identischer Position - aber bei besserem Wetter  (kleinere Iso) und abgeblendet auf f=4.0. Abstand war auch vergleichbar. Motivkontrast verschieden. Vielleicht ist unter den Bedingungen einfach nicht mehr drin? Ich habe mich bei beiden Aufnahmen nicht verändert - mache also dieselben Fehler.

Ich rätsele immer noch, wie ich für meine vielfältigen fotografischen Interessen (Vögel, BIF, Action, Sport, Hunde, Makro) eine sinnvolle AF Justage machen soll, ohne mich hoffnungslos zu verzetteln. AF-Justage nur für die Arbeitsbedingungen mit problematischen dynamischen kleinen Objekten (Singvögel etc.)?

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Die Kohlmeise sieht richtig gut aus :-)

Also AF-Justage nur dann, wenn es wirklich sein muss...

Beim Phasen-AF mit den FT-Objektiven  - auch wenn der AF in der Regel sitzt - gibt es immer winzig kleine Abweichungen von Foto zu Foto. Das ist nun einmal so, und nicht jedes Foto (unter gleichen Bedingungen) ist dann trotz bester Optik und top Vorbereitung super scharf. Etwas Geduld und auch ein wenig Leidensfähigkeit kann da nie schaden... ;-)

Viele Grüße

Wolfgang

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