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Professionelle Sprecher bei DVD-Workshops


fabb

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Seit es diese Video-Workshops gibt, die ja übrigens auch für Fotografie u. a. auch hdr-Fotografie existieren, nehme ich regelmäßig daran teil. Auf diese Art lerne ich sehr effektiv und mit viel Vergnügen. Seit einiger Zeit stelle ich allerdings fest, dass nun professionelle Sprecher engagiert worden sind. Das hat zur Folge, dass plötzlich Leute Vorträge halten über Sachen, von denen sie nicht die Bohne verstehen. Das ist nach meinem Empfinden schlimmer, als wenn jemand ein bisschen nuschelt, aber dafür weiß, wovon er spricht. Grüße frank

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Hallo Frank, das interessiert mich jetzt als Autor solch einer von Dir angesprochenen DVD natürlich persönlich. :-) Hast Du bei dem Video-Seminar "HDR-Fotografie" aus dem dpunkt-Verlag auch den Eindruck, das die Texte nicht korrekt gesprochen wurden? Wir waren mit der DVD ja der erste Anbieter zum Thema HDRI überhaupt und haben uns bewußt für einen professionellen Sprecher entschieden. Andere haben es dann wohl ebenso gemacht. Herzliche Grüße, Dieter

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Hi Dieter, sachlich und fachlich ist die DVD selbstverständlich ein Musthave in puncto HDRI, keine Frage, so viel vorweg. Es war ehrlich gesagt auch an dich adressiert. Ich bin der Meinung, dass dieser Spagat nicht gelingen kann. Jemand, der von einer Sache nichts versteht, flüchtet sich in die Aussprache und hofft, man möge nichts merken. Dabei geht die ganze Wärme verloren, die der echte Autor seinem Thema entgegenbringt. Der Sprecher auf eurer DVD mag vielleicht über eine der ausgeprägtesten Explizitlautungen verfügen, die man weit und breit zu hören kriegen kann. Freiwillig hör´ ich mir das aber kein zweites Mal an, denn so spricht kein normaler Mensch. Ich bin jetzt sehr direkt, aber ich bin auch unangenehm berührt und überzeugt, dass damit der falsche Weg gegangen wird. Da kannst du doch gleich deine Texte vom Computer einlesen lassen, das geht mittlerweile doch auch schon sehr gut. Dem Computer kann ich verzeihen, dass er nicht weiß, wovon er spricht, beim Menschen wird´s ungemütlich, erst recht wenn er kalt über meine Leidenschaft spricht. Deswegen gehen doch die Leute in die Hörsäle, um jemand, der es schon weiter getrieben hat, von seinen Erfahrungen berichten zu hören. Darum kaufen sich auch Leute die DVD und diesmal kein Buch, um den Autor kennenzulernen und zwischen den Zeilen sich was abzuhören und mitzuleiden und mitzufreuen. Diese Kultur sollte man ganz einfach nicht kaputtmachen. Natürlich ärgere ich mich manchmal über falsche Aussprachen, die entstehen, wenn man besonders deutlich sprechen will und dann auf einmal glaubt, dass -ig tatsächlich -ig gesprochen wird und nicht -ich, wie es richtig wäre. Aber dieser Regeln sind nicht viele und sie sind nicht einmal ausschlaggebend -- um das zu wiederholen. Auch der professionelle Sprecher kommt ja meist vom Darstellenden Spiel und was er da lernt, ist, dass das, was wirklich trägt, seine Intentionalität ist, seine innere Überzeugt- und Ergriffenheit und nicht seine Lautstärke und Stimmgewalt. Insofern schade und für mich eine Enttäuschung dieser Weg, der da neuerlich beschritten wird. Leute, die was zu sagen haben, sollen es selbst sagen. Das ist doch auf der Uni genauso und genauso ist es richtig und gut. Ein Dozent stellt seine Überlegungen dar und fordert zum Mitdenken auf. Die besondere Note, die darin liegt, ist doch gerade, dass er das Wissen als sein Wissen weitergibt und damit konstruktiv relativiert. Diese Relativierung findet bei einer Fremdvertonung nicht statt und überhöht sich damit künstlich. Ausgebildete Sprecher findet man bspw. in den "Tagesthemen". Wer da aufmerksam zuhört, kann sich alle Fragen zur Aussprache selbst beantworten. Die perfekte Stimme kann es nicht geben. Gerade die Stimme, die unperfekt ist, verrät Seele und macht symphatisch. Sachlich und fachlich ist die DVD selbstverständlich ein Musthave in puncto HDRI, keine Frage, so viel zum Schluss. Grüße frank

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Vielen Dank für Deine ausführliche und nachvollziehbare Rückmeldung Frank. Für weitere Projekte lass ich mir das dann nochmal gut durch den Kopf gehen - vor allem vor dem Hintergrund wieviel Arbeit allein das Sprechermanuskript gemacht hat. ;-) Auch wenn ich denke, dass ich schon ganz gut sprechen und erklären kann, hat der professionelle Sprecher es nun mal von der Pike auf gelernt und moduliert seine Stimme sehr angenehm. Es gab ja auch reichlich positive Kritik für diese Wahl. Nicht zuletzt durch die sachliche Distanz des Sprechers zum Thema habe ich das Manuskript mehrfach für ihn überarbeitet, was die inhaltliche Korrektheit und Präzision des Video-Seminars gestärkt hat. Uns war es wichtig, dass der Zuschauer bei diesem komplexen Thema nicht aufgrund von eventuellen Versprechern sachlich irregeführt wird. Das hatte ich nämlich im Vorfeld bei der Analyse anderer Seminare auf DVD oder im Internet (zu anderen Themen) häufiger beobachtet. Anscheinend wurden die so produziert, dass der Fachautor einfach parallel seinen Text spricht, während die Videosequenzen aufgezeichnet werden. Dabei muss man sich dann auf 3 Dinge gleichzeitig konzentrieren: Auf die Bedienung der vorzuführenden Software und das Ziel der Übung, auf die Videoaufzeichnung und eventuelle Anschlüsse zum vorigen/nächsten Take UND auf das selbstgesprochene Wort. Das Ergebnis dieser Produktionsweise erscheint dann authentischer, aber mir leider auch fehlerbehafteter. Im Gegensatz zur Live-Vorführung vor Publikum erhält man als Sprecher/Trainer dabei kein direktes Feedback aus dem Auditorium und merkt nicht dass Unklarheiten aufgekommen sind - kann sich also auch nicht korrigieren. Das nur als kleine Erläuterung zur Entscheidung auf einen Sprecher zu setzen. Wie gesagt, ich werde mir das für zukünftige Projekte nochmal reiflich durch den Kopf gehen lassen. Deine Rückmeldung ist angekommen. Vielen Dank für Deine offenen und direkten Worte. Herzliche Grüße, Dieter

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Ich denke mal beides hat Vor- und Nachteile. Natürlich ist es schön und spannend, einem Experten zuzuhören. Er könnte jedoch Gefahr laufen, zu komplex in seinen Erklärungen zu werden, so dass ein "Neuling" kaum noch mitkommt. Ein Manuskript wäre also auch für den Fachmann von nöten. Eine DVD, auf der undeutlich oder gar falsch gesprochen wird, erweckt schnell den Anschein "unseriös" oder leienhaft zu sein. Ich persönlich würde auch leiber den Experten sehen und hören; wenn es sich in Grenzen hält, ruhig mit Dialekt und co. Beides kann man machen. Der Foto-Fachmann würde aber warscheinlich mit mehr Begeisterung die Sachen erklären, was dann auf den Zuhörer überspringt. Wenn er halbwegs verständlich spricht, dann bitte den Foto-Experten.

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Hi Dieter, freut mich, dass ich Gehör gefunden habe. Auch wenn ich das Gefühl habe, dass alles, was ich jetzt noch sage, eigentlich zu viel ist, möchte bitte das noch nachtragen. Der Text im Workshop war wirklich präzise, man hat ihm die Überarbeitung deutlich angemerkt. So etwas schreibt man nicht beim ersten Mal. Das allerdings wäre kein Argument für einen externen Sprecher, sondern es ist ein Argument dafür, dass es sinnvoll ist, Text zu überarbeiten. Grüße frank

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Hallo Frank,

… sondern es ist ein Argument dafür, dass es sinnvoll ist, Text zu überarbeiten.
Das in jedem Falle. Ganz klar. Aber jetzt stell Dir mal vor, ich hätte meinen zunächst live gesprochenen Rohtext (O-Ton) nochmal überarbeitet, so wie ich es für den Sprecher gemacht habe. Und dann eben nochmal selber aufgesprochen. Das Ergebnis wäre ein ebenso präziser, aber eben distanzierterer Text, nur von einem ungelernten, wahrscheinlich schwerer verständlichem Sprecher gesprochen. Ist das dann besser? Für mich leitet sich daraus ab: Wenn schon selber sprechen, dann gleich den ersten O-Ton nehmen und fertig. Sonst ist es nicht, wie gewünscht, mit authentischem Charakter. Herzliche Grüße, Dieter
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Hallo Michael,

Natürlich ist es schön und spannend, einem Experten zuzuhören.
Und genau deswegen sind für nächstes Jahr wieder Workshops in Vorbereitung, bei denen man mich dann persönlich live hören und sehen kann. Sogar Fragen kann, darf und soll man dann stellen. :-) Herzliche Grüße, Dieter
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