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OlyOlli

Warum wirkt manchmal S/W mehr?

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Mir stellt sich seit einigen Tagen die Frage, warum Schwarz-Weiß-Fotos manchmal besser wirken. Im Grunde genommen bin ich auf der Suche nach der Frage (die mir wahrscheinlich so direkt Niemand beantworten können wird), wann ich ein Bild in S/W fotografieren bzw. in der Bildbearbeitung entsprechend umwandeln sollte und wann nicht. Liegt es an den geringeren Bildinformationen und wird dadurch die Aussage des Bildes an sich verstärkt? Lenken die farbigen Pixel von etwas Essentiellem ab? Warum wird gerade die klassische Streetphotography meistens in S/W abgebildet? Wann wirken Farben besser, wann die Reduktion auf S/W bzw. Sepia? Ist es nur der persönliche Geschmack? etc. etc. etc. Danke für Eure Beiträge und Meinungen... LG Olli

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Hallo Olli, warum Street in S/W? Könnte mir vorstellen dass das ein ganz einfachen Grund hatte. Nehmen wir HCB. Zu der Zeit wahren hochempfindliche Farbfilme nicht existent. Die Jungs haben mit max. 3 lichtstarken FB-Objektiven einfach nur gezaubert. Stelle Dir vor Du bist mit Robin Wong auf einem asiatischen Markt unterwegs. Abgesehen dass Chilies in S/W extrem langweilig ausschauen, würdest Du auf Farbe verzichten wollen? Seine "Streets" sind zu 90% in Farbe. Ich halte es heutzutage pragmatisch simpel und ohne lasse mich nicht von Dogmen leiten. Ich habe viele Bilder manchmal erst nach Jahren nochmals einer S/W Bearbeitung unterzogen und festgestellt dass die Bildwirkung d.h. die Aussage klarer rüberkommt. Mache ich aber nur wenn das Bild das Zeugs hat zum Druck. Liebe Grüße Wolfgang R.

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Servus Olli, pauschal ist das sicher nicht zu diskutieren. Generell denke ich muss die Komposition erst mal gut sein, egal ob in Farbe oder sw. Die Reduktion auf sw lenkt die Aufmerksamkeit eher auf die Formen in einem Bild. Da, wo Du also die Formen zur Bildaussage benötigst, lenken Farben ab. Trotzdem kannst Du auch in sw für Farbe sorgen (blau, violett, grün oder sepia) und entsprechend kühl (blau) oder scheinbar alt/geschichtlich (sepia) gestalten. Ich denke es ist durchaus sinnvoll gleich in sw zum fotografieren, um ein Gefühl dafür zu bekommen (selbstverständlich in RAW, um Dir alle Möglichkeiten offen zu halten). Mein Tipp: Cora & Georg Banek, Sehen lernen. Die visuelle Fotoschule für stimmig komponierte Bilder. Dort werden Bilder unter den Aspekten Motiv, Bildgestaltung, Technik, Licht und Bearbeitung erklärt. Eine wahre Fundgrube an Ideen für das eigene Denken. Selbstverständlich auch andere Bücher, die sich mit Bildgestaltung beschäftigen:) HG Stefan

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Gast Cassius

Gesichter wirken manchmal ausdrucksstärker in Schwarzweiß, besonders wenn sie zu einem Charakterkopf gehören. Kann man aber nicht so pauschal sagen. Bei vielen Aufnahmen wäre es schlicht egal, ob in Farbe oder Schwarzweiß. Manche glauben nur irrtümlicherweise, wenn sie ein Bild in Schwarzweiß veröffentlichen, wird es dadurch automatisch anspruchsvoller und seriöser.

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Hallo Olli, Bruce Barnbaum schreibt in seinem Buch "Die Kunst der Fotografie" sinngemäß: Ich fotografiere in SW, weil so Strukturen deutlicher werden, Farbe nehme ich nur, wenn dadurch eine neue Qualität erreicht wird. Und Robert Häusser, der sehr hart und kontrastreich, sehr geometrisch fotografiert hat, hat auf die Frage, warum er denn nicht in Farbe fotografiere gesagt: Die Farbe ist mir zu geschwätzig. Wenn man sich seine Bilder anschaut, weiß man, dass er für sich recht hatte. Heute ist ja alles farbig (oder schlimmer: bunt). Wir werden in der Stadt von riesigen farbigen Werbewänden nahezu erdrückt. Jede Tagezeitung erscheint heute in Farbe, wenn dadurch eine "neue Qualität" (wie bei Barnbaum) erreicht würde, wäre es ja berechtigt. Ich fotografiere auch meistens in Farbe, weil ich zunächst nicht wusste, wie man digital gute Bilder herstellen kann. Seit drei bis vier Jahren ändert sich das. Immer öfter "entwickle" ich Fotos in SW, auch Blumen und Landschaften, Bereiche, die ja zu den Kernmotiven der Farb-Fotografie gehören. Wie Du im letzten Satz fragst, ist es natürlich der persönliche Geschmack. Jede Aussage, die hier einer trifft, kann und wird durch eine Gegenaussage widerlegt werden. Selbst wenn hier 100 Beiträge kommen, eine eindeutige Antwort wirst Du nicht bekommen, da es richtig und falsch nicht gibt. Gruß Hartmut

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habe gerade probiert in "monoton" modus. Kamera mit Histogram ("S" kurve)eingestellt.RAW ist in Farbe.OoC

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Durch die Reduktion auf Grauwerte konzentriert man sich als Betrachter eines Schwarzweiß-Fotos viel mehr auf den Bildinhalt.Voraussetzung für gute Schwarzweißfotos ist das Vorhandensein von Kontrasten. Ein kontrastloses Schwarzweißfoto wirkt langweilig. Das Löschen der Farbinformationen aus einem Digitalfoto macht noch lange kein gutes Schwarzweißfoto. Viel mehr kommt es darauf an, die Grautonwerte optimal im Histogramm zu verteilen und durch feinfühlige Einstellung der Farbregler (!!!) in der RAW-Bearbeitungssoftware, Kontraste zu schaffen, die das Bild zu einem Hingucker machen. Wenn Du Dir Fotos von Ansel Adams ansiehst, weißt Du was ich meine. Ich habe mich selbst vor kurzem über eine Aufnahme gewagt und versucht (ob es mir gelungen ist, können nur andere sagen) Ansel Adams das Wasser zu reichen. https://www.flickr.com/photos/karlgrabherr/20311707364/in/dateposted-public/

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Moin, Farbe kann z. B. ablenken. Beispiel Street-Fotografie oder auch Portraits mit farblich unruhigen Hintergrund. s/w betont die Formen, Linien, Strukturen, Kontraste. Besonders wenn man ein Bild von vornherein in s/w plant, können wunderbare Fotos entstehen, die so in Farbe weniger wirken. Bei bestimmten Motiven "passt" s/w für mich manchmal auch besser, wenn man beispielsweise eine historische Anmutung erhalten möchte. Dann passt auch gut ein Sepia-Effekt. Für mich ist die s/w-Fotografie gleichberechtigt neben der Farbfotografie trotz vermeintlichem "Defizit". Beste Grüße Ingo

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Ansel Adams ist einer meiner Lieblingsfotografen. Er konnte ebenso virtuos mit Farbe umgehen und hat wunderbare Landschaften geradezu magisch in s/w fotografiert. Einfach seine Bilder anschauen, möglichst in einem hochwertigen Bildband, und s/w wirken lassen. Dann versteht man vielleicht, was s/w-Fotografie ausmacht. Bei mir lösen gute s/w Bilder Emotionen aus, so wie gute Musik von der Schallplatte. Man muß ja auch nicht alles komplett verstehen oder beschreiben können ;)

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Hi Olli, mein Tipp dazu ... falls du dieses kostenlose pdf-Exemplar noch nicht kennst von Thomas Leuthard: http://www.thomasleuthard.com/Books/Seelenraub.pdf Schaue es dir mal an ... lohnt, wie ich finde!;-) LG Gerd

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mein Tipp dazu ... falls du dieses kostenlose pdf-Exemplar noch nicht kennst von Thomas Leuthard: http://www.thomasleuthard.com/Books/Seelenraub.pdf Schaue es dir mal an ... ;-)
Super Tipp, danke :) Er geht das Thema unverkrampft und lässig an und macht einfach nur klasse Bilder. LG Ingo

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Er kümmert sich einen feuchten Kehricht um die Rechte anderer. Mittlerweile soll es besser geworden sein, aber gerade dieses PDF ist ein Musterbeispiel, wie man es nicht machen sollte.
Das sehe ich allerdings auch sehr kritisch. Mein Kommentar bezog sich auf seine grundsätzliche Herangehensweise an die s/w-Fotografie. Also z. B. kein besonderer Fokus auf die Technik, sondern Kreativität und Übung und einfach loslegen.

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Warum. Weil der Mythos besteht das sei anspruchsvoller und würde dokumentarisch wirken. Können wenige. Ich halte die meiste Schwarz-Weiss Fotografie für pure Stümperei. Wenn man nix zu sagen macht man es schwarz-weiss. Das hat es bestimmt eine Relevanz. Schlechte Bildausschnitte, miese Belichtung und alles verwackelt..... ja das ist echt .... das hast du gut gemacht. Am besten noch irgendeinen von hinten abknipsen der an einer Mülltonne rumwühlt. Dann ist schwarzweiss auch noch sozial kritisch. Beste Grüsse Markus

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Kann man denn sagen, dass S/W Bilder häufiger eine gewisse Art Melancholie innehaben als Farbfotos? Wenn ich z.B. auf den Friedhof (Assoziation Tod) gehen würde um zu fotografieren, dann wäre mein Stilmittel aus dem Bauch heraus S/W. Bei einem Babyportrait (Assoziation Leben) würde ich aus dem Bauch heraus in Farbe fotografieren. Mich würde auch mal interessieren, wie richtig gute S/W-Fotos in Farbe aussehen.... @ Markus: vielleicht hast Du (ein wenig) Recht. Ist das Foto Nix, versuche ich mit der Umwandlung in S/W noch eine Aussage rein zu bekommen. Dabei habe ich mich schon gelegentlich ertappt... LG Olli

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 Reinhard Wagner said:
Also z. B. kein besonderer Fokus auf die Technik, sondern Kreativität und Übung und einfach loslegen.
Das wiederum kann er - fotografisch ist er ein Crack - gar keine Frage.
Diese Ansicht nachzuvollziehen hab ich schon öfter nicht geschafft. Bei vielen seiner Bilder hab ich mich gefragt »Na und?«. Aber das muß ja nichts heißen, das ist mir bei Bildern von anderen Leuten, die Andere gut fanden, auch schon oft passiert.

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@ Markus: vielleicht hast Du (ein wenig) Recht. Ist das Foto Nix, versuche ich mit der Umwandlung in S/W noch eine Aussage rein zu bekommen. Dabei habe ich mich schon gelegentlich ertappt...
Die s/w Umwandlung mag vielleicht manch wenig gelungenes Farbbild noch retten, aber die richtig guten s/w Bilder werden sicher auch in s/w geplant.
Wenn ich z.B. auf den Friedhof (Assoziation Tod) gehen würde um zu fotografieren, dann wäre mein Stilmittel aus dem Bauch heraus
Ich habe im letzten Monat auf 2 verschiedenen Friedhöfen fotografiert. Bei einem passte s/w besser, der andere wirkte in Farbe schöner. Geschmackssache halt, aber unsere Oly bietet ja beide Varianten in einem Gehäuse an. LG Ingo

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@ Gerd: Nochmals Danke für den Tipp mit Thomas Leuthard. Wird meine Nachtlektüre werden... LG Olli

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Mich würde auch mal interessieren, wie richtig gute S/W-Fotos in Farbe aussehen....
...vielleicht wäre das doch mal was für ein MT, also ein Thema wo die Bilder gleichzeitig in Farbe und in s/w ausgearbeitet werden müssen. LG, Matthias

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Gast

Vorsicht bei Leuthard. Ich habe mich Anfangs von seinen Bildern stark blenden lassen. Seine Bilder sind grafisch gesehen überdurchschnittlich gut, kein Zweifel. Er infiziert sicher viele mit dem Streetvirus. Aber unterm Strich finde ich seine Bilder inhaltlich doch sehr oberflächlich, wenig oder gar nicht erzählerisch. Seltenst wahrhaftig emotional (immer wieder diese fast schon hohl fragenden Gesichter, die in die Kamera blicken). Sein maschinelles Vorgehen tritt in seinen Bilder zutage. Zudem wiederholt er sich oft selbst, dazu immer wieder mit klischeehaften Motiven. Er hat sich selbst abgenutzt finde ich. Ich habe viele seiner Bilder angeschaut, aber im Nachhinen hat sich doch keins bei mir wirklich eingeprägt. Warum? Ich glaube keins seiner Fotos hat es geschafft mich wirklich emotional zu berühren. Er macht guten Fast-Food Street. Nicht mehr nicht weniger. Leuthard versteht es exzellent sich selbst zu vermarkten. Ich erwarte nicht, dass sonst noch jemand meiner Meinung ist ;) Und nein, ich halte mich nicht für einen besseren Fotografen!

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Ich entwickle immer dann in SW, wenn die Farbe keine relevanten, zusätzlichen Informationen ins Bild bringt. Oft passt eine bestimmte Farbe nicht mit den anderen zusammen. In SW sieht es dann einfach besser aus. In der letzten Zeit kommt es immer öfters vor, dass ich SW entwickle, weil das (so empfunden) bei vielen Motiven zutrifft. Gruss von Ralf

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Moin, ich finde immer noch: Um etwas zu verändern brauchen wir mehr Bessermacher und weniger Besserwisser. Also Olli, viel Freude ... ... und dann noch mein neues Unwort der Woche: Fast-Food Street :-) lggerd ;-)

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 knurz said:
Bei vielen seiner Bilder hab ich mich gefragt »Na und?«. Aber das muß ja nichts heißen, das ist mir bei Bildern von anderen Leuten, die Andere gut fanden, auch schon oft passiert.
Das erinnert mich sehr an die Leica-Ausstellung im Haus der Photographie in Hamburg. Wir haben da mal eine Führung mit gemacht. Der gute Mann war vollkommen hin und weg von den Bildern. Und bei vielen hatte ich genau die Gedanken, die Du äußerst: "Na und?". Viele dieser Bilder leben davon, dass sie zu einer Zeit entstanden sind, in der eine Kamera etwas exotisches war. Und ich muss ehrlich sagen, dass ich viele der dort gezeigten Bilder, hätte ich sie genauso heute selber gemacht, schon in der Kamera gelöscht hätte. Andere geraten dabei in Extase. Ist doch gut so! HG Martin

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 MartinGroth said:
... Viele dieser Bilder leben davon, dass sie zu einer Zeit entstanden sind, in der eine Kamera etwas exotisches war. ...
Exakt, 100Punkte! Demnach ein Retro in Sachen Bildgestaltung? Ich finde es okay dieses Mittel der Bildinszenierung zu nutzen. Ich bin zwar nicht immer von der Begeisterung des Erschaffers geprägt, aber das ist auch gut so, weil Geschmäcker eben unterschiedlich sind. Ach da war doch noch was zu Retro ... wie war "das" noch mit den Oly-Gehäusen? :-p lggerd

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