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Was bringt »Expose to the right« (reichlich belichten)


DieterB

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In einem anderen Thema hier im Forum ging es um die erzielbare Qualitätssteigerung bei Aufnahmen nach der sog. »Expose to the right«-Methode, also dem gezielten reichlichen Belichten. Dabei soll der Kontrastumfang der Kamera soweit wie möglich im optimalen Bereich genutzt werden, aber keine bildwichtigen Lichter ausbrennen. Man verschiebt die aufgezeichneten Tonwerte im Histogramm so weit wie möglich an den rechten Rand. Durch gezielt längere Belichtung , oder, wo sinnvoll, durch eine offenere Blende. Den damit erzielbaren Effekt möchte ich euch hier gerne nochmal deutlich vor Augen führen. Dazu habe ich für euch eine anschauliche Vergleichsaufnahme im Studio gemacht. Ohne das Studiolicht zu benutzen, nur das durchs Fenster von Rechts einfallende Tageslicht. Damit gilt das Beispiel auch für Naturaufnahmen im Freien. Hier die Übersicht des gesamten fotografierten Motivs: Bei der ersten Aufnahme (20100305_10003, links) habe ich etwas knapper belichtet, so wie es die unkorrigierte Belichtungsautomatik auch machen würde. Bei der zweiten Aufnahme (20100305_10003, rechts) habe ich dann gezielt eine Blende überbelichtet: Bei der überbelichteten Variante habe ich dann die Belichtung im Raw-Konverter lediglich eine Blende runter korrigiert. Im Anhang findet ihr drei 100% Bildschirmfotos vom direkten 1:1 Vergleich. Rechts immer das nach der "Expose to the right"-Methode aufgenommene und dann runterkorrigierte Foto. Hier die Previews davon: Die volle Auflösung bitte in den Anhängen laden. Macht euch bitte selbst ein Bild, was das reichlichere Belichten also bringt und teilt uns eure Beobachtung dann hier mit. Herzliche Grüße, Dieter

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Für die Nicht-Studiofotografen... angenommen ich bin auf einem Event und wäre bei ISO 640 Blende 2 und 1/30 sek. (was je nach Situation schon grenzwertiges Rauschen in den Schatten generiert), wäre es dann also von Vorteil (bezogen auf das Rauschen/ die Bilddetails) die ISO zu verdoppeln? oli

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 Michael Feiden said:
Nein, einfach eine "etwas länger belichten".
... also wie ich befürchtet habe. "Einfach" etwas länger ist unter beschriebener Situation eben nicht so einfach (nicht weil ich wackele, sondern, weil die Leutchen wackeln). Also guter Tip, aber nicht für Eventfotografen... oli
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Natürlich ist es immer Situationsabhängig. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass du bei ISO 640 und der 1/30 mehr rauschen hast, als bei ISO 800 und ner 1/30 bei gleicher Situation. Test mal etwas damit. Ich bin begeistert. Wenns nur ums rauschen geht könnte man auch ganz einfach formuliert sagen: lieber etwas zu lang als zu kurz belichtet. Wenn du im M-Modus z.B. 1/30 brauchst, und ISO 640 "normal" wäre, du aber nicht länger belichten kannst, dann lass die 1/30 und geh auf ISO 800. Mensch, ich brech mir hier einen ab, finde nicht die Worte, die beschreiben was ich denke... Mit den Mitteln die wir haben (Zeit, Blende, ISO, EV)... vertraue nicht der Kamera, sondern machs heller. Guck dir das Bild von Pit an, dem sieht man die 2000ISO doch nicht an.

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Ich geb mal ein relativ unerfahrenes Statement dazu ab. Ich habe mit meiner Kompakten und die ersten 2 Monate mit der E-520 immer -0.5 EV belichtet, um Verwackelungssicherheit zu erreichen. Bis ich gemerkt habe, daß das Rauschen durchs Aufhellen natürlich stärker wird. Aufgehellte Farben sahen nicht sonderlich schön aus. Seitdem fotografiere ich mit +-0 oder +0.3 EV, in den seltenen Fällen, in denen ich etwas abdunkle, sehe ich keinen Qualitätsverlust beim Abdunkeln. Und weniger Rauschen. Das passt bestens zu dem was Ihr beschreibt. Viele Grüße Frank

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Natürlich ist es immer Situationsabhängig. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass du bei ISO 640 und der 1/30 mehr rauschen hast, als bei ISO 800 und ner 1/30 bei gleicher Situation. Test mal etwas damit. Ich bin begeistert.
das werde ich in nächster Zeit tatsächlich tun müssen (deswegen interessiert mich dieser Thread ja)
Wenns nur ums rauschen geht könnte man auch ganz einfach formuliert sagen: lieber etwas zu lang als zu kurz belichtet. Wenn du im M-Modus z.B. 1/30 brauchst, und ISO 640 "normal" wäre, du aber nicht länger belichten kannst, dann lass die 1/30 und geh auf ISO 800.
vor ISO 800 habe ich Angst, aber ich werde es mal versuchen. Was passiert eigentlich mit den somit zu heftig belichteten Bildteilen? Gerade die E-3 frisst ja am oberen Ende gerne aus - was besonders häufig bei selektiver Beleuchting (Jazzkonzerte) vorkommt, wenn man "reichlich" belichtet.
Guck dir das Bild von Pit an, dem sieht man die 2000ISO doch nicht an.
Ganz anderes Sujet ! Nicht ansatzweise zu vergleichen und auch nicht wirklich zu beurteilen bei der Minidarstellung oli
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 Michael Feiden said:
Klar, ist schon ne andere Situation, aber es verdeutlicht, dass eine Aufnahme mit +1EV aufegenommen und im Nachhinein am PC wieder etwas abgedunkelt, weniger Rauschen verursacht als eine "normale" Aufnahme. Beispiel...
dafür müsste ich aber mal das selbe Motiv in beiden Versionen und natürlich in 100% (crop) sehen! Danke - oli
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Klar (habs grad probiert) bei gleicher ISO hat man mit leichter Überbelichtung tatsächlich weniger Rauschen (und eine etwas andere Farbcharakteristik) Aber müßte sich eine Verdoppelung der ISO Zahl, zusammen mit +1EV Bel.korrektur nicht aufheben? Eine Erhöhung der ISO-Zahl bedeutet ja, daß das Ausgangssignal der Pixel mehr verstärkt wird. Dadurch ist das Verhältnis von Eingangssignal zu den systembedingen Rauschen geringer und man "sieht" das Rauschen mehr. Statt +1EV zu belichten, könnte ich die ISO halbieren und +-0EV belichten. Die niedrigere ISO rauscht auch weniger. Bzw.: bedeutet eine Verdopplung der ISO-Zahl nicht im wesentlichen eine Verkürzung der Belichtung auf 50% und anschließend eine Verstärkung der Signale um den Faktor 2? Dann würde es nur helfen, wenn man in bestimmten nichtlinearen Bereichen der Kurven unterwegs ist, wenns nur ums Rauschen geht. Meine Vergleichsaufnahmen waren: 1. ISO 400 +-0EV 2. ISO 400 +0.5EV 3. ISO 200 +-0EV Ergebnis (E-520): bei (2) wenger Rauschen als bei (1), zwischen (2) und (3) kein nennenswerter Unterschied. Grüße Frank

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Aber müßte sich eine Verdoppelung der ISO Zahl, zusammen mit +1EV Bel.korrektur nicht aufheben?
Nein. Durch die Belichtungskorrektur von +1EV läßt Du ja mehr Licht auf den Sensor fallen (doppelte Zeit, oder offenere Blende). Mit der Erhöhung der ISO-Einstellung wird das vom Sensor aufgenommene Signal (von mehr Photonen ausgelöst, wg. obiger Bel-Korrektur) in der Signalaufbereitung der Kamera zusätzlich verstärkt. Es hebt sich also nichts auf. Es verstärkt sich gegenseitig. Herzliche Grüße, Dieter
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Gast E30-Rookie

Eine längere Belichtungszeit bei hohen Isowerten halte ich persönlich für kontraproduktiv.:-) Wenn ich hohe Isowerte brauche dann doch nur weil die Belichtungszeit bei einem niedrigeren Isowert grenzwertig für freihand Aufnahmen ist. An Stelle der Überbelichtung kann ich dann gleich einen niedrigeren Isowert einstellen um auf die gleiche Belichtungszeit zu kommen. Und bei einem niedrigerten Wert rauscht es dann auch weniger. Wo die Überbelichtung echt was bringt sind Aufnahmen bei niedrigem Isowert z.B. Iso 200 an der E-30. Die rauscht mitunter nämlich auch schon mal heftiger in den Schatten schon bei Iso 200. Da belichte ich je nach Situation 0,3 EV~ 0,5 EV über. Die E-30 kann das vom Dynamikumfang den sie im Licht hat, locker weg stecken da frisst kein Licht weg. An einer E-510 ist das aber nicht zu empfehlen sonst fressen die Lichter ruckzuck weg. mfg Thomas

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Hallo Oli, ich habe da auch mal was für Dich vorbereitet. Zwei Bilder, beide aus der E-3 mit unterschiedlichen ISO Einstellungen und mit unterschiedlicher Belichtung, die ich dann in Lightroom wieder angepasst habe. Schau Dir bitte beide in Ruhe an und sag mir dann welches Dir besser gefällt. Mich würde auch interessieren was Du denkst, welche ISO-Einstellung bei welchem Bild zum Einsatz kam. Nur mal so grob schätzen. Ist nicht wirklich wichtig. Dient nur der Steigerung der Spannung. Die EXIF-Infos fehlen mit voller Absicht. Ich werde sie später nachreichen. Herzliche Grüße, Dieter

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Gast E30-Rookie

Von der Bildqualität her entsprechen die Aufnahmen ca. Iso 5000 mit einer Alpha 700 bei jpeg out of Cam;-) Und was die Olympus DSLR`s anbelangt, würde ich meinen die Pics entsprechen einer E-500 mit Iso 4000 über das geheime Service Menü eingestellt und dann entsprechend bearbeitet:-) Ich kann da keinen Unterschied feststellen was die scheidene Bildqualität anbelangt, sorry. Gruß Thomas

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Ich geh mal vor, und stelle fest, das Bild 08 tendiert zu mehr rauschen, das Bild 011 gefällt besser, ist farblich minimal satter, aber vieleicht beeinflusst auch etwas die Bewegung bei Bild 08, Iso eher wenig, kanns nicht einschätzen, 1000 ! Gruss, Pierre.

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Die Erklärung dieser Phänomene ist eigentlich naheliegend, zumal für Olympus-Fotografen. Olympus nutzt das Prinzip intern ja seit der E-30 in der anderen Richtung, um ab ISO 200 – und dort mit derselben internen Sensorempfindlichkeit, wie sie bei ISO 100 verwendet wird – die Lichterdynamik zu erhöhen. Umgekehrt lässt sich natürllich gerade bei Kameras mit hoher Lichterdynamik tendenziell wieder umso weiter to-the-right belichten, weil da noch mehr ist als bei anderen. "Tausche Lichterdynamik gegen Rauscharmut" heißt das Spiel – aber das funktioniert natürlich nur mit nicht zu kontrastreichen Motiven, d.h. nur so lange, wie keine hellen Bildpartien im Spiel sind, die womöglich schon ohne weiteres Überbelichten auszufressen drohen oder bereits ausfressen. Rauschmindernd wirken hier zwei Umstände, Dieter deutete es an, nämlich zum einen, dass bei der Überbelichtung plus Abdunklung um eine EV-Stufe auch die Lichterdynamik verkürzt und quasi der Schattendynamik, d.h. der Rauschfreiheit, aufgeschlagen wird (den Olympus-Sonderfall zwischen ISO 100 und 200 hier mal außen vor), womit eine Reduktion der Sensorempfindlichkeit emuliert wird, zum anderen ist die Rauschvermehrung durch Analogverstärkung tendenziell etwas geringer als durch digitale Verstärkung, woraus im Umkehrschluss folgt, dass durch digitale ISO-Absenkung (nichts anderes ist das Überbelichten mit nachträglicher Abdunklung) das Rauschen stärker zurückgeht als durch das normale Zurückdrehen der Analogverstärkung am ISO-Regler. Wendet man dieses Verfahren konsequent an, dann lässt sich dem Sensor tatsächlich mehr Rauscharmut entlocken als im "Normalbetrieb", auch wenn man ISO 800 +1 EV mit ISO 400 vergleichen muss, nicht mit ISO 800 +/-0 EV. Grüße, Robert

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Also mein Tipp: Bild 11 ist mit ISO 2000 +1EV und Bild 8 ist ISO 1000. Aber mir pers. egal. Mich interessieren die techn. Hintergründe zwar, aber eher nur so zum Spaß. Ich muss keine Begründung dafür haben; wenn mir was besser gefällt wenns anders gemacht wird, dann mach ichs einfach anders. Nicht falsch verstehen, aber bevor man sich darüber "streitet", obs denn überhaupt sein kann, einfach mal testen und dann für sich selber entscheiden. Ich habs gemacht und bin begeistert.

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Übrigens: Diese Methode funktioniert bei ALLEN digitalen Cams recht gut ! Man muss nur den Mut haben einfach mal +1 oder mehr einzuwählen :) ( Bei den E-Px mit Live-Histogramm kann man sehr schön sehen, was dann passiert :) Okay, auf die Lichter muß geachtet werden. Aber bei überwiegend dunklen Motiven ist die Methode ein super Tool um den NOISE Level deutlich zu drücken. Grüße Klaus

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Ist ein interessanter Ansatz - und etwa das was ich auch schon mal angeführt hatte - und auch schon ausprobiert habe. Das Ganze hat natürlich Grenzen. Meine Tests bei meiner "Vogeljagd" haben ergeben, dass selbst die E30 zu rettungslos ausgefressenen Lichtern neigen kann. Bereits bei +0,3 hat das angefangen, bei +0,7 war es dann völlig aus. Und das ohne nennenswerte Vorteile zu bringen. Bei +-0 ging alles genausogut und ich konnte die Zeichnung in den Lichtern problemlos retten. Im Theater ist es ähnlich. Dort ist allerdings die Situation so, dass die Dynamik eine extrem hohe ist, d.h. das Histogramm ist eh schon von Anschlag bis Anschlag voll, oft sogar mit einem Tal in der Mitte statt einem schönen Berg - da ist mit dieser Methode wenig zu holen. Ausnahme: sehr dunkle Szenen, hier haben wir die Methode auch schon erfolgreich angewendet. Weil wir eh die ISO hochschrauben mussten (2000 und mehr) haben wir dann auch noch überbelichtet - was tatsächlich am Ende zu (etwas) besseren Bildern geführt hat. Hier hat sich allerdings erwiesen, dass die E3 deutlich empfindlicher ist, und die Lichter schneller weg sind, als bei der E30 - sollte man in dem Zusammenhang natürlich wissen. Soviel mal meine Erfahrungen damit. Ja, es geht, nein, es nützt nicht immer was. Wie immer ist es also Situationsabhängig und wir müssen bei jedem Foto aufs neue entscheiden wie wir arbeiten - was unser Hobby ja nicht unspannender macht ;-) Andy belichtend

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