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Die PEN, OM-D & E-System Community
Ignoriert

Naturfotograf Patrik Stanek und E-M1 II


olynord

Empfohlene Beiträge

Schöner Blogbeitrag von Patrik Stanek über seinen Umstieg auf die E-M1 II:

https://en.patrikstanek.cz/olmypus-om-d-e-m1-mark-ii-why-did-i-replace-my-equipment.html

Noch besser gefällt mir allerdings seine Seite auf 500px, wo man viele erstklassige Fotos sehen kann, die er mit der E-M1 II gemacht hat und wo man sieht, was dieses Format in den richtigen Händen leisten kann:

https://500px.com/patrikstanek

VG, Andreas


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Bonbonfarben überall!

So wie heute eine Erdbeere nach nix schmeckt, wenn man Erdbeeraromastoffe gewohnt ist, so verändern sich anscheinend auch die visuellen Gewohnheiten. Die diskreten, ungeheuer vielschichtigen Abstufungen in der Natur werden in farbliche Superlative übersetzt.

Ich bin gespannt, wie lange meine "alten" Sehgewohnheiten sich noch halten lassen.....

Wie schade ...... dabei sind es sicher tolle Bilder.


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Schöne Geschichten, sowohl der Umstieg als auch die Bildbearbeitungen. Alles sehr gut nachvollziehbar und vieles was ich schon lange empfinde und weitergebe.

Mein Betrag zu den Kritiken:

Haben nicht all die grossen Kritiken/Kritiker dazu geführt, dass man sich total out fühlte, wenn man OOC zeigte ? Da ein bisschen zu hell, dort ein bisschen zu dunkel, dort zu flau, zu grell, zu bunt, zu grau usw.....

Das ehrliche Bild gibt es doch schon lange nicht mehr. Stillstand ist Rückschritt, ohne Entwicklung ging nie was und 1000 andere schlauen Sprüche werden uns laufend eingetrichtert.

Wie war das denn damals, als die PEN-F rauskam ! Das vordere Rad der Inbegriff der Kreativität, Farbspiele ohne Ende und überhaupt, wie konnte man so lange ohne das Ding leben.

Mit was wird man heute verglichen ? Mit Werbaufnahmen, Profibildern und Gags aller Art. Da muss man flach rauskommen, wenn man nur fotografiert. Wer will das schon.

Also alles abschaffen, was mehr kann als Faststone, und der kann schon zuviel !?!?!?!?!?!?

Das schöne an der ganzen Diskussion ist aber, jeder kann wie er will ! Sogar nach dem Wind segeln darf/muss man akzeptieren !

Ich fotografiere seit mehr als 40 Jahren, bald 20 Jahre digital und meine Stile und Vorlieben haben x-mal gewechselt, so wie auch die Kamera-Systeme, mein Lieblingsobjektiv, meine Lieblingstasche, das beste Stativ usw. und vor allem auch die Betrachter. Jede Phase war irgendwie spannend und hat erfreuliche Ergebnisse gebracht und so wird es weitergehen. Ich mag Spaghetti sehr, aber nicht jeden Tag und das 30 Jahre lang.

Nota bene, ich lerne auch von einem Bild, welches mir nicht gefällt.

In diesem Sinne weiterhin viel Spass am Entwickeln, erlaubt ist was gefällt, von OOC bis Gag.


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Ich fotografiere seit mehr als 40 Jahren, bald 20 Jahre digital und meine Stile und Vorlieben haben x-mal gewechselt, so wie auch die Kamera-Systeme, mein Lieblingsobjektiv, meine Lieblingstasche, das beste Stativ usw. und vor allem auch die Betrachter.

Jede Phase war irgendwie spannend und hat erfreuliche Ergebnisse gebracht und so wird es weitergehen. Ich mag Spaghetti sehr, aber nicht jeden Tag und das 30 Jahre lang.

Ich fotografiere zwar erst seit fünf Jahren, aber Deine Aussage kann ich zu 100% nachvollziehen.

Wenn ich meinen "track record" ansehe, stelle ich beschämt fest, dass auch ich Phasen hatte, in denen ich (unbewusst) übertrieben habe: zu scharf, zu knallig zu kontrastreich, zuviel von diesem oder jenem. Muss ich mich jetzt schämen; ich denke nein, denn das gehört zu einer Entwicklung dazu: Grenzen austesten, überschreiten und dann wieder in die andere Richtung zurück gehen. Der Klassiker ist die 50jährige, die nach meiner "Optimierung" jünger als ihre Tochter aussieht (ich hatte es nur gut gemeint ;-). Im Grunde ist es die Naivität eines Kindes, die ich fotografisch durchlaufen habe (und vielleicht noch immer durchlaufe).

Auch heute sind meine Bilder noch - nennen wir es - plakativ. Das ist mein Stil. Nicht immer ist es der "dramatischen Effekt", aber den Hang dazu habe ich schon. So wie andere SW oder IR fotografieren. Ich bin sicher kein begnadeter Fotograf, aber auch wenn ich es wäre, würde es mir nicht gelingen, in jeder Situation und in Echtzeit hier den Faltenwurf herauszuarbeiten und gleichzeitig dort die Überbelichtung zu vermeiden.

Wir alle wissen, dass auch Bilder (z.B. allein durch einen geschickten Beschnitt) lügen können. Das dürfen sie nicht. Aber Zusammenhänge oder Gegensätze zu betonen, den Blick durch Aufhellen oder Abdunkeln zu lenken, Kontraste zu verstärken oder die berühmte rote Jacke im Hintergrund zu entsättigen, finde ich in Ordnung.

Das alles heißt ja nicht, dass man sich nicht schon beim Fotografieren konzentrieren und anstrengen soll.


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Wenn ich meinen "track record" ansehe, stelle ich beschämt fest, dass auch ich Phasen hatte, in denen ich (unbewusst) übertrieben habe: zu scharf, zu knallig zu kontrastreich, zuviel von diesem oder jenem.

Ich schäme mich nicht, hatte das auch mal bisschen zu viel an Farben gedreht. Mal ehrlich, an die Kritiker hier: haben wir auch mal bisschen zu heftig angefangen? HDR-Look damals, wer hat das mal probiert, bis dem Fotografen beim Ansehen einer fotografierten Rostlaube auf dem Monitior selbst übel wird ;-)

Wer auf 500px Naturfotos erwartet, hat auch die falsche Website ausgesucht. Die Bilder dort sind ziemlich heftig an der Bearbeitung und der allgemeine Geschmack dort ist auch eine andere als hier. Da braucht man nicht zu erwarten, dass der Fotograf nichts daran gemacht hatte ;-)

Ebenso hier: Hier werden auch Bilder gelobt, die auch heftig an den Farben gespielt wurde. Bleiben wir auf dem Teppich, machen wir doch Bilder, die dem Fotografen und vielleicht paar andere gefallen.

Gruß Pit So, das hier ist mein honiggelber Senf


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Als Hobbyknipser sehe ich das auch eher entspannt und bin froh über die Möglichkeiten, die einem die EBV bietet. Mit meinem begrenzten Zeitetat kann ich halt eher selten aufs optimale Licht warten, vor allem auf den spärlichen Urlaubsreisen muss man's nehmen wie's kommt und kann nicht zehnmal auf den Gipfel klettern bis endlich alles stimmt.

Vor 3 Jahren hatten wir eine 10-tägige Schottland-Rundreise gemacht. Bei genau einem Foto war ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort:

Zufällig genau richtige Athmosphärendichte fürs Sonnenuntergangsrot, zufällig mal kein Regen, zufällig keine 1000 Besucher am rumrennen, zufällig nicht gerade Ebbe usw.

Bei 20-30 weiteren Bildern konnte ich immerhin mithilfe von EBV so hinbiegen, dass man sich ein Jahr später beim Betrachten der Bilder sagt "Mensch, war das ein toller Urlaub".

Und das ist es letztlich, was für mich zählt.

Glücklicherweise hat man als Hobbyist ja auch so weit Narrenfreiheit. Wenn ich Lust habe, mache ich mal Navi CIS-Look, mal Erik Ode-Look mal mache ich garnichts.

Solange man ein kleines Licht bleibt geht das. Gefährlich wird's erst, wenn man zuviele Likes bekommt ;)


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Ich sehe mir gerne Kinofilme an, und alle diese eindrucksvollen Filme leben von übersteigerten Bildern die einem die Augen aufreißen. Fade dokumentenechte Realität sehe ich zu oft beim Blick aus meinen Fenstern, das wollte ich nur in Dokumentarfilmen sehen ;-)

Einem Maler wird auch nicht der "unangemessene" Einsatz von Farbe angelastet, warum dem Fotografen?

Aus welchem Munde, welcher Feder stammt die Bezeichnung "Naturfotograf"?

Dies ist der verfängliche Begriff. Von einem Naturfotograf erwartet man dokumentarische Bildergebnisse - Hardcore - wirklich in rauer Natur aufgenommen - weder im Tierpark noch im Zoo. Denn dies ist wirklich unfair gegenüber den "ernsten Naturfotografen" (das hatten wir schon mal ;-)

Viele Bilder von Patrik Stanek sind sicherlich im Zoo entstanden - was natürlich legitim ist. Aber nicht in einem Bezug als Naturfotograf.

Gruß Dieter, der viele seiner Bilder gut findet


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Glücklicherweise hat man als Hobbyist ja auch so weit Narrenfreiheit. Wenn ich Lust habe, mache ich mal Navi CIS-Look, mal Erik Ode-Look mal mache ich garnichts.

Als Fotograf lernt man nie aus;

Rembrandt-Licht kenne ich.

Miami-Vice-Farben kenne ich.

Henri Cartier-Bresson-Stil kenne ich.

Erik-Ode-Look ist mir völlig unbekannt. Mann mit Hut und Zigarette in SW?


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Ich sehe mir gerne Kinofilme an, und alle diese eindrucksvollen Filme leben von übersteigerten Bildern die einem die Augen aufreißen. Fade dokumentenechte Realität sehe ich zu oft beim Blick aus meinen Fenstern, das wollte ich nur in Dokumentarfilmen sehen ;-)

Einem Maler wird auch nicht der "unangemessene" Einsatz von Farbe angelastet, warum dem Fotografen?

Aus welchem Munde, welcher Feder stammt die Bezeichnung "Naturfotograf"?

Dies ist der verfängliche Begriff. Von einem Naturfotograf erwartet man dokumentarische Bildergebnisse - Hardcore - wirklich in rauer Natur aufgenommen - weder im Tierpark noch im Zoo. Denn dies ist wirklich unfair gegenüber den "ernsten Naturfotografen" (das hatten wir schon mal ;-)

Viele Bilder von Patrik Stanek sind sicherlich im Zoo entstanden - was natürlich legitim ist. Aber nicht in einem Bezug als Naturfotograf.

Gruß Dieter, der viele seiner Bilder gut findet

Das Problem mit dem Begriff „Naturfotograf“ ist dass dieser im Gegensatz zu Wildlife Fotograf recht dehnbar ist, so dass sich letztenendes jeder, der Dinge fotografiert, die die Natur „repräsentieren“ als Naturfotograf bezeichnen kann.

Liest man sich Wettbewerbsregeln durch, dann gilt z.B. „Wildlife in kontrollierter Umgebung“, d.h. z.B. Zebras im Safaripark ebenso wie zahme freilaufende Tiere in freier Wildbahn, wie z.B. mein Tiger vom letzten Jahr, als Naturfotografie, jedoch natürlich nicht als Wildlife. Manche internationalen Wettbewerbe lassen sogar Zootiere als Naturaufnahmen zu, sofern diese nicht im Käfig fotografiert werden.

Der Fotograf selbst bezeichnet sich übrigens nicht als Natur-, sondern als Tierfotograf und gibt Kurse zum Thema Tierfotografie, insbesondere im Zoo und für Haustiere. Er fotografiert aber offensichtlich auch Wildlife, wie einige seiner Aufnahmen aus Borneo zeigen.

Patrik Stanek ist erst kürzlich inspiriert von Petr Bambousek, der hier ja auch kritisiert wurde, auf Olympus umgestiegen und hat einen recht positiven Umstiegsbericht geschrieben.

All das ist eigentlich kein Grund, ihn so wie das in diesem Forum ja gerne mal passiert, heftigst zu kritisieren und ihm die fotografische Qualifikation abzusprechen, wobei die die am lautesten meckern selbst leider keine besseren Tier-Bilder vorzeigen.

Was meint Ihr, sollen wir dem Patrik und Olympus Tschechien mal einen Link auf dieses Thema schicken? Dann könnte Patrik wenigstens mitdiskutieren, anstatt dass hier nur hinter seinem Rücken weiter über ihn abgelästert wird und Olympus Tschechien lernt vielleicht, dass es Leihgeräte gefälligst nur noch an OOC Fotografen geben soll, deren Bilder dem Geschmack von ein paar Mitgliedern des deutschsprachigen Oly-Forums entsprechen?

Kopfschüttelnde Grüße - Sabine


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und Olympus Tschechien lernt vielleicht, dass es Leihgeräte gefälligst nur noch an OOC Fotografen geben soll

Der ist gut!

Dann könnte man im hier Forum auch gleich die ganzen Threads schließen, bei denen es um RAW Converter geht. Der Aufschrei wegen LR-CC lässt mich aber vermuten, dass OoC-Fotografen doch nicht die Mehrheit hier im Forum ausmachen. ;-)


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Klar, aber die Minderheiten sollten die Mehrheiten ebenso tolerieren wie umgekehrt.

Im konkreten Fall: Die Bilder von Patrik Stanek gefallen nicht jedem, auch mir nicht. Aber sie sind auf ihre Art gut gemacht. Patrik kann, wenn ich es richtig verstanden habe, von/mit dieser Fotografie leben (und macht im Gegensatz zu z.B. manchen Streetfotografen nichts ungesetzliches, ja nicht mal was unmoralisches). Wer bin ich also, dass ich sage diese Bilder sind sch...?? Ich sage diese Art ist nicht nach meinem Geschmack, aber es gibt sichtlich genug, denen diese Bilder gefallen. Und er ist wohl auch als Lehrer gut (genug), um Kurse abzuhalten. Er ist sogar gut genug, dass er als Multiplikator von Olympus Kameras geliehen bekommt - ich muß mir meine kaufen.

Allgemein: Ob OoC oder RAW ist jedem seine Sache.

Die Sprüche, "wer mehr als JPEG-OoC braucht, kann nicht richtig fotografieren", etc. sind arrogant und zeigen auch Ignoranz.

Wenn ein RAW-Fotograf erzählt, "wer nur JPEG macht ist ein anspruchsloser Knipser", der liegt genau so daneben.

Mehr Toleranz und weniger Neid!


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Ich finde, man kann Bilder immer von 2 Seiten betrachten.

Erstens, ist das Bild technisch gut, und zweitens, wie ist die Bildaussage, bzw. berührt mich das Bild irgendwie.

Die "Naturfotos" in dem Link sind, wie so oft, lediglich Indikatoren, welches Potenzial mein Equipment hat. Für mich sind sie belanglos & Einige von ganz, ganz vielen. Obwohl ich gestehen muss, so etwas würde ich nie hin bekommen :-)

In der Musik ist es ähnlich...ich kann einem Song den besten, derzeit möglichen Sound verpassen. Das macht ihn aber nur geringfügig besser. Oftmals sogar schlechter (siehe Cover-Versionen alter Meisterstücke).

Daher schaue ich mir Fotos immer sehr differenziert an.

Mir machen die Leute Probleme, die EBV sehr gezielt, sparsam & gekonnt einsetzen. Denn da frage ich mich immer, wie hat der das nur gemacht ???


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Moin,

buh,buh, buh, wie kann der nur!............

Erst einmal vielen Dank für den Hinweis auf Patrik Stanek, Andreas.

Fotografie sehe ich als eigenständige Kunstform. Ich finde die Bilder grundsätzlich sehr schön, aber auch viel zu stark nachbearbeitet - besonders die Augen "schreien" einen ja oft an. Kunst halt.

Mein Stil ist eher "analog", also nur möglichst wenig Bearbeitung, leichte Unterbelichtung für einen bestimmten Farbeindruck/Bildlook.

Dennoch haben mich die Fotos durchaus inspiriert. Ich versuche es "besser" zu machen - also im Sinne meines persönlichen Geschmacks.

Geht es nicht eher darum? Sich anregen zu lassen, Motive zu entdecken? Warum muss man denn "immer" draufhauen?

Mal nebenbei, ich fotografiere nun gute 2 Jahre mit digialer Technik und konnte mich noch nicht entschließen, Fotos zu posten. Hat verschiedene Gründe. Vielleicht veröffentliche ich ja mal tatsächlich ein Foto um den ggf. folgenden Shitstorm zu genießen - oder ich lasse es besser bleiben, da meine Fotos möglicherweise verrissen werden ;)

Bissel Toleranz gegenüber anderen, die anders fotografieren oder gar "Mainstream"-Bilder machen fände ich schön!


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... Kunst halt. ...

"Kunst halt."

"Fotografie sehe ich als eigenständige Kunstform". (Zitat von Analog im Kopf, s.o.)

Diese Ansicht hat auch am Anfang des 20 Jhs lange gebraucht, sich durchzusetzen.

Der Begriff Kunst ist aber weitläufiger und sagt auch was aus über den kulturellen Zustand der Gesellschaft.Das kann man gut über die Jahrhunderte an der Malerei sehen - wie sich das Verhältnis gegenseitig bedingt hat.

Beispielhaft dann der Anfang des 20 Jhs. Ich nehme gern das "Schwarze Quadrat" von Malewitsch. Stellvertretend bringt das Bild eine neue Sicht- und Denkweise nicht nur in die Kunst sondern auch in die Gesellschaft. Die Fotografie hat diesen "kulturellen Beitrag" sicherlich inzwischen auch geleistet.

Ein Fotokurs und Photoshop machen nicht zwangsläufig Kunst. Jede/r kann zwar "Kunst machen", aber so einfach ist das nicht. Inzwischen hat sich in der Fotografie Photoshop zur eigenen Gattung verselbstständigt. Da wird das Foto zur Nebensache und die Mediengestaltung macht das Bild. Es geht lediglich um den Effekt.

Kunst hat auch eine Grenze. Irgendwann verlässt die Kreativität den Rahmen eines kulturellen Anspruchs. Das ist in allen Bereichen anzutreffen: Literatur, Malerei, Musik und auch beim Film und Foto. Die Ergebnisse bringen Nichts mehr ein in einen eventuell möglichen gesellschaftlichen Diskurs. Man findet sich dann wieder im Abendprogramm des ZDF, bei Helene Fischer oder den Zeitgeistkrimis. Oder (bezüglich der bildnerischen Künste wie auch der Fotografie) in der Deko Abteilung von Ikea. Und dort ist auch Fotografie keine "Kunst" mehr.

Das Alles zusammen genommen nennt man dann "kulturell auf den Hund gekommen".

Dieses sind meine allgemeinen Gedanken. Was man so denkt halt. Und es ist nicht auf einzelne Personen hier oder sonstige Fotografen bezogen. Ich möchte wirklich niemanden zu nahe oder "auf den Schlips" treten. Das stünde mir gar nicht zu - ich bitte,das zu berücksichtigen.


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Ein Fotokurs und Photoshop machen nicht zwangsläufig Kunst. Jede/r kann zwar "Kunst machen", aber so einfach ist das nicht.

Muss ja auch nicht alles Kunst sein.

Ich persönlich mache z.B. jede Menge Alltags- oder Gebrauchsfotografie. Dazu gehört die Dokumentation des familiären und sozialen Umfeldes, Urlaubsbilder, Feiern gei Freunden etc.Ich habe viel Spaß in einer Facebook-Rätselgruppe, in der die Teilnehmer Fotos aus der Heimatregion posten und die anderen versuchen, zu erraten, wo das Foto entstanden ist. Dann mache ich viele Bilder bei Hockeyspielen des örtlichen Vereins. Die werden konsumiert, ein bisschen diskutiert und können dann eigentlich weg. Weil "nach dem Spiel ist vor dem Spiel" wie Sepp Herberger treffend feststellte.

Ich glaube, dass ich nicht der einzige bin, der feststellen musste, dass das etwas verwackelte Bild vom Kindergeburtstag nach Jahren noch wohlwollend betrachtet wird, während bei dem von der Allee im Abendlicht mit künstlerischem Anspruch gleich weitergecklickt wird.

Soll jetzt nicht heissen, dass man nicht nach Weiterentwicklung und Verbesserung streben sollte, aber ein bisschen auf dem Teppich bleiben erhöht m.E. den Zufriedenheitsfaktor ein wenig. Und man betrachtet die oben verlinkten Bilder von Paul Stanek recht entspannt, geniesst sie vielleicht sogar ein wenig, weil man halt nicht den Zwang verspürt, vergleichen und bewerten zu müssen.

Ich kenne einige Journalisten, denen ihre Arbeit Spaß macht. Währen sie wie Hobbyfotografen, würden sie, statt ihre Arbeit zu machen, ständig erfolglos versuchen, einen Hamlet oder eine Effie Briest zu schreiben und nebenbei akribisch in den Veröffentlichungen von Berufskollegen nach Fehlern suchen ;)


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Allgemein: Ob OoC oder RAW ist jedem seine Sache.

Die Sprüche, "wer mehr als JPEG-OoC braucht, kann nicht richtig fotografieren", etc. sind arrogant und zeigen auch Ignoranz.

Wenn ein RAW-Fotograf erzählt, "wer nur JPEG macht ist ein anspruchsloser Knipser", der liegt genau so daneben.

Mehr Toleranz und weniger Neid!

Kann ich nur unterstreichen, Danke!

Gruß Pit


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Wo hört das "Knpsen" auf und wo fängt das "Fotografieren" an?

Wo hört das "Dokumentieren" auf und wo fängt die "Kunst" an?

Im Englischen unterscheidet man recht treffend zwischen "to take a picture" und "to make a picture". Ich würde für den Bereich Kunst noch den Ausdruck "to create a picture" ergänzen. Das Fotografieren (to make a picture) unterscheidet sich vom Knipsen (to take a picture) darin, dass eine interessante Perspektive, ein passender Bildausschnitt, eine optimale Kameraeinstellung usw. aktiv und bewusst gewählt wird.

Wer sich Fotograf nennt, hat die Wahl zwischen Dokumentation und Kunst. Der Unterschied liegt für mich darin, dass bei der Dokumentation das Motiv an sich - egal ob Event oder Landschaft - nicht manipuliert wird, während bei der Kunst das Motiv im Einflussbereich des Fotografen liegt, z.B. durch Model- und Locationauswahl, gezielte Lichtsetzung, aktives Posen, Einsatz von Schminke sowie besonderem Outfit, Einfluss auf Abstand zwischen Vordergrund, Hauptmotiv und Hintergrund usw.). Fotografie ist für mich dann auch keine reine bildende Kunst wie die Malerei oder Bildhauerei sondern geht schon in den Bereich darstellende Kunst wie Theater und Film.

Durch eine extensive Bildbearbeitung verlieren Dokumentarbilder ihre ursprüngliche Aufgabe aus den Augen, weil das Dargestellte eben nicht mehr der Realität entspricht, Je nach Qualität und Sichtweise wird dann aus Dokumentation entweder Kunst oder Kitsch.


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Deine Definition ist sicher passend und zutreffend.

Allerdings ist das "To take a Picture" ja auch nicht ganz einfach, man kann vieles dabei falsch machen.

Das Knipsen und Dokumentieren halbwegs richtig zu machen, ist ja auch schon mal was, und kann m:E. Spaß machen.


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Allerdings ist das "To take a Picture" ja auch nicht ganz einfach, man kann vieles dabei falsch machen.

Definitiv können Dokumentarbilder ausgesprochen anspruchsvoll sein, zumal sie häufig in Echtzeit unter erschwerten Bedingungen (bewegliches Hauptmotiv, schlechte und wechselnde Lichtbedingungen, fehlende Bewegungsfreiheit und Sichtbehinderung des Fotografen usw.) entstehen. Das gilt für Streetfotografie genauso wie für Sport-, Konzert-, Hochzeits- oder andere Eventfotografie.

Ich kenne Amateurfotografen, die bereiten sich monatelang auf Bilder zu exkten Uhrzeiten an bestimmten Orten am Kilimanjaro oder im Grand Canyon vor. Von Knipsen kann man da wirklich nicht reden.

Als Beispiel drei Bilder (im mehrfachen Sinne) von mir:

(1) ein Acrylbild von Martin Luther (Leinwand 80x80 cm), das ich zum runden Geburtstag unsererer Pfarrerin gemalt habe,

(2) ein Selbstportrait, das beim Einrichten der Ausleuchtung für Headshots entstanden ist,

(3) ein Composing aus beiden Bildern, das ich für das Plakat einer Ausstellung erstellt habe, bei der zwei Malerinnen und zwei Fotografen gemeinsam ausstellen.

Der Begriff "Kunst" sagt genauso wenig über Qualität aus wie "Profi" oder "Vollformat". Ich bin weder Künstler, noch Profifotograf, noch besitze ich eine KB-Kamera. Ich bin nur Ingenieur, Amateur(licht)maler und arbeite ausschließlich mit MFT. Und das ist gut so ;-)


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