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Fotos aus dem Donaudelta


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Hallo zusammen,

von Ende April bis Mitte Mai war ich zusammen mit vier Fotokollegen in Rumänien am Schwarzen Meer, genauer im und am Donaudelta um dort die Tierwelt zu fotografieren. Was genau auf uns zukam, wussten wir nicht, wir vertrauten auf das was wir im Internet lesen konnten und auch ein bisschen auf unsere Routine mit anderen Gebieten.

Es war aber schlichtweg unglaublich, was es für (tier-)fotografische Möglichkeiten gab, dort wo die Landschaft noch ursprünglich war, gab es ornithologische Raritäten an jeder Ecke. Anfangen möchte ich mit den Fotos von Bienenfressern, die dort eigentlich überall zu finden waren, wo es Abbruchwände gibt.

Wir fanden mehrere tolle Möglichkeiten aus dem Auto die Bienenfresser aus guter Entfernung fotografieren zu können und sie nicht zu stören. Alle Aufnahmen wurden mit der E-M1 Mark II und dem 4/300 mit 1,4x-Konverter gemacht.

An einem kleinen steinigen Hang waren mind. 15 Exemplare auf Insektenjagd und setzten sich immer wieder auf die Steine. Dieses Foto gefällt mir wegen der Farbharmonie der Vögel mit dem Hintergrund.

Da ich aber mehr auf Action-Fotos dieser sehr flinken Vögel aus wahr, habe ich mich auf den An- und Abflug konzentriert. Hier fliegt das Männchen über das Weibchen hinweg, aufgenommen mit ProCapture H.

An einer anderen Stelle sassen ein Pärchen auf einem Busch und habe sich wohl überlegt, in der Nähe eine Bruthöhle zu graben. Vorerst haben sie sich um die Nahrung gekümmert und mit unglaublicher Geschwindigkeit mit jedem Jagdflug Bienen, Wespen, Schmetterlinge, Libellen u. ä. angebracht.

Hier landet das Männchen mit Beute neben dem Weibchen, das Foto entstand am Anfang des etwa fünfstündigen Ansitzes.

Später änderten wir unseren Standpunkt minimal, um einen etwas schöneren Hintergrund zu erhalten - Bei dieser Aktion blieben die Bienenfresser ruhig auf ihrer Warte sitzen und putzten sich. Dass wir dabei sehr langsam und vorsichtig vorgingen, versteht sich von selbst.

Die beiden gingen dann gleichzeitig auf die Jagd und kamen auch zusammen zurück.

Die Beute wird meistens hochgeworfen um sie in die richtige "Schluckrichtung" zu bekommen, bei Insekten mit wehrhaftem Stachel wird dieser mit Schlagen und Reiben am Ast entfernt. Dieses Hochwerfen geschieht extrem schnell und ist eigentlich nur als Kopfnicken erkennbar, hierbei half mir die Bildfrequenz von 18 Bildern/s im Modus L mit elektronischem Verschluss.

Apropos elektronischer Verschluss: Anfangs hatte ich noch den mechanischen Verschluss benutzt aber die Geräuschkulisse meiner Kamera und der Canon EOS-7 Mark II meines Kollege daneben hat die Bienenfresser zu einer kleinen Reaktion veranlasst. Daraufhin habe ich den elektronischen Verschluss verwendet und das Geräusch nur einer Kamera war dann den Vögeln egal.

Schmetterlinge wurden nur einmal gebracht, beim Foto in Originalgröße sieht man die Schuppen des Schmetterlings durch die Luft fliegen.

Großlibellen wurden zwei Mal gebracht, diese hier wurde als "Brautgeschenk" an das Weibchen übergeben. Das habe ich zwar auch aufgenommen ist aber optisch nicht so schön wie dieses hier.

Hier ein schönes Anflugbild von vorne, häufig flogen sie mit dem Rücken zu uns auf den Zweig. Das An- und Abfliegen passiert so extrem schnell, dass höchste Aufmerksamkeit erforderlich ist. ProCapture geht hier leider nicht, da nicht vorauszusehen ist von wo die Vögel ankommen und ich brauchte den AF im Anflug schon für minimale Korrekturen der Schärfenebene. So habe ich die Schärfe vorab auf den sitzenden Vogel gelegt und wenn ich im Augenwinkel den anderen anfliegen sah, habe ich im Sucher leicht geschwenkt und gehofft, dass der AF dann den landenden Vogel "erwischt" - was er dann auch mit einer erstaunlichen Trefferquote tat.

Um einmal zu demonstrieren, wie irrsinnig schnell die Bienenfresser fliegen können (wie sollten sie auch sonst Insekten im Flug erwischen) hier ein Bild eines durchfliegenden Vogels. Wieder ein Riesenkompliment an den Autofokus der E-M1 Mark II, der Kollege mit der Canon EOS-7D Mark II hat keine derartigen Aufnahmen... Der kleine Seitenhieb sei erlaubt;-)))

Und zu guter Letzt ein Beispiel, wie vertraut "unser" Bienenfresser-Pärchen und keinerlei Beunruhigung bei den beiden erkennbar war. Hier sind beide beim Sonnenbaden, dabei wird das Gefieder gesträubt, so dass die Sonne auf die Haut gelangt. Dieses Komfort-Verhalten zeigen andere Vögel auch aber nur wenn sie sich absolut sicher und nicht gestört fühlen.

So, das war es für's erste. Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass ich in den zwei Wochen etwa 32.000 Fotos gemacht habe, davon blieben bis jetzt auf der Festplatte ca. 8.500 übrig. Von diesen sind mind. 700 auf dem Niveau dieser Aufnahmen hier. Noch nie ist es mir so schwer gefallen, Bilder zu löschen, die Zuverlässigkeit der Kamera mit dem hervorragenden AF und dem irrsinnigen Tempo (inkl. ProCapture) haben für eine Ausbeute gesorgt, wie ich sie in der Vergangenheit (immerhin mehr als drei Jahrzehnte) nicht erhalten habe.

Wenn Euch die Aufnahmen gefallen stelle ich nach und nach noch andere Tiere ein (Blauracke, Wiedehopf, Seeadler, Triel, Rotfussfalke...).

Viele Grüsse

Axel

Vielen Dank für die netten Kommentare, es freut mich, wenn es Euch gefällt.

Kommen wir zu den nächsten "Darstellern", zuerst die Blauracke. Ein wunderschöner Vogel in türkis mit Ultramarinblau, etwas kleiner als eine Krähe, also deutlich größer als ein Bienenfresser. Ich hatte mir keine großen Hoffnungen auf gute Blauracken-Bilder gemacht, da die Blauracken, die ich in der Estremadura in Spanien gesehen habe, extrem scheu waren und schon auf riesige Distanzen geflüchtet sind. Blauracken im Donaudelta sind nicht selten, nicht so häufig wie Bienenfresser aber man kann sie täglich sehen, sie sind aber deutlich scheuer als Bienenfresser, die Fluchtdistanz ist meistens beträchtlich (mind 50 m). Sie sitzen sehr gerne auf Stromleitungen, was fotografisch nicht so toll ist und meistens gegen den Himmel geht, im Bild hier mal mit "Riesen"-Beute...

Aber es kam zum Glück besser: Beim Ansitzen bei den Bienenfressern hörten und sahen wir immer wieder Blauracken, meist weit weg aber präsent. Plötzlich landet direkt vor uns auf dem "Bienenfresser-Busch" eine Blauracke und mustert aufmerksam die Umgebung. Mit deutlich erhöhtem Pulsschlag wird die Mark II mit dem 300er gaaaaaaanz vorsichtig auf die Racke gerichtet und so kann ich einige schöne Fotos dieses wunderbaren Vogels machen. Aufnahme mit S-AF und Einzel-AF auf das Auge.

Später kam sie noch einmal mit Beute, saß aber nicht mehr so offen aber trotzdem sehenswert. Nur mit dem Einzelfeld beim S-AF war dieses Motiv so fotografierbar, nach 5 Sekunden war sie wieder weg.

Die Blauracken haben ein beeindruckend schönes Flugbild, hier sieht man das Türkis des Körpers, begleitet vom Ultramarinblau auf den Flügeln und das Braunrot des Rückens sehr schön. Die Aufnahme wurde mit ProCapture im Modus H gemacht, der Abflug erfolgt derart schnell und ansatzlos, dass auf konventionellem Weg kein derartiges Foto möglich ist.

Kommen wir zu den Wiedehopfen. Sie sind relativ häufig aber nicht einfach zu fotografieren, wenn man sie nicht an der Bruthöhle aufnehmen will. Wir haben zwar ein paar Stellen gefunden, wo sie gebrütet haben aber das war fotografisch nicht attraktiv und ausserdem versuchen wir wann immer es geht NICHT am Brutplatz zu fotografieren. So haben wir die Wiedehopfe bei der Nahrungssuche "begleitet", die recht kleinen Vögel (so groß wie eine Amsel) wuseln dabei aber hin und her und das ist nicht ganz einfach aufzunehmen. Häufig suchen die Hopfe an Feldwegen nach Maden und Würmern und so findet man sie bei der Autopirsch fast zwangsläufig. Sie halten dann aber eine bestimmte Fluchtdistanz ein und laufen so vor dem Auto her. Der hier blieb in einer recht guten Entfernung stehen und "maulte" uns zwischendurch immer mal wieder an um dann mit der Nahrungssuche weiterzumachen.

An einem der besten Tage des ganzen Urlaubes trafen wir auf einer Weide diesen Wiedehopf der ganz emsig nach Futter suchte und beim schönen Morgenlicht tolle Bilder ermöglichte. An diesem Tag sollten wir noch Triele, Rotfussfalken, Waldohreule und einen Zwergadler fotografieren können, der Wiedehopf war die Nr. 2 nach den Trielen...

An einem anderen Tag führte die letze Fahrt auf einem alten Betonplattenweg zum Schwarzen Meer. Kaum auf der Rüttelpiste unterwegs, sass ein Wiedehopf auf der Straße und putzte sich in aller Ruhe. Als er den Flügel noch ausstreckte, blieb der Finger länger auf dem Auslöser!

Später sahen wir noch einen weiteren Wiedehopf auf einem Stein sitzen, der farblich wunderbar zum Gefieder des Vogels passte. Nachdem ich ein paar Fotos des sitzenden Hopfes gemacht hatte, schaltetet ich ProCapture H ein, um ihn beim Abflug zu erwischen - hier das Ergebnis (das beste von der Flügelhaltung von vier Aufnahmen). Hierbei kam wieder der Wunsch auf, ProCapture auf einen Knopf zu programmieren um den Modus schnellstmöglich aktivieren zu können.

Und zum Abschluss dieser Serie mal kein Vogelbild. An einem Morgen war es sehr neblig und wir waren unterwegs ins Macin-Gebirge. Zu fotografieren gab es da eigentlich nichts, bis dieser Eselkarrren uns entgegenkam. Wir sind sofort ausgestiegen und haben uns intensiv um dieses Motiv gekümmert, der "Kutscher" war sehr kooperativ und hat von uns auch noch ein kleines Dankeschön bekommen, worüber er sich sehr gefreut hat. Die Menschen im Donaudelta sind sowieso sehr freundlich und herzlich. Die Nebelstimmung passte jetzt natürlich für dieses Motiv hervorragend.

Viel Spass beim Anschauen

Axel


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Einfach fantastische Aufnahmen! Gerne mehr davon (auch von Blauracke, Wiedehopf usw.)! Wenn ich mir das so anschaue, dann kann ich mir eigentlich meine Fahrten ins heimische Umfeld zu den wenigen hier brütenden Bienenfressern komplett sparen... ;-)

Viele Grüße

Wolfgang


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Das fängt ja toll an, Danke für den Bericht und die tollen Fotos und auch dass Du uns Detailansichten ermöglichst. Der Bienenfresser mit der Wespe ist der Hammer!

Ich war 2011 mit meinen rumänischen Kollegen sowie einer E5 und einer E-PL1 - also nach heutigem Maßstab mit vorsintflutlicher Ausrüstung im Delta, wir haben allerdings mittendrinn auf einer Insel gewohnt. Ich wusste gar nicht, dass es dort in der Nähe auch Bienenfresser gibt und könnte mich grade nachträglich in den Hintern beißen. Trotzdem bin auch ich damals schwer beeindruckt mit mehreren vollen Karten heim gekommen und hatte beschlossen, dass ich da unbedingt nochmal hin möchte, allerdings als echte Fotoreise. Meine bescheidene Ausbeute gibt es hier zu sehen https://flic.kr/s/aHsjvSRbUf, kann sich aber natürlich nicht im Ansatz mit Deinen Bildern messen.

Deswegen schon sehr gespannt, was Du uns noch alles zeigen wirst und würde mich auch über allgemeine Reiseinfotos freuen.

Seid Ihr mit dem Auto gefahren oder geflogen und dann von Constanta aus mit dem Mietwagen gefahren? Wir sind damals von Bukarest nach Tulcea gefahren und ich fand die Strecke auch unterwegs teilweise so schön, dass ich da gerne öfters mal angehalten hätte.

Viele Grüße - Sabine


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Ganz tolle Fotos der Bienenfresser. Gratulation.

Gerne auch mehr von deinen vielen anderen Vögel.

Jetzt schon ein Danke fürs zeigen.

Liebe Grüße

Train-Shooter

Edit: War 1976 auch im Donaudelta, als junger Vogelbegeisterter. Schätze das kann man mit heutigen Verhältnissen nicht mehr vergleichen. Diese Artenvielfalt von Pelikanen bis Eisvogel war paradiesisch.


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Hi Axel. Ich lese alle deine Berichte immer mit großem Interesse - danke, dass du dir immer die Mühe machst!

Die Fotos sind klasse, ich würde mich über weitere Aufnahmen definitiv freuen!

Tja, hilft nix - ich muss wohl auch ins Donaudelta!

Grüße, Michael


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Hallo Sabine,

wir sind mit dem Flugzeug nach Bukarest geflogen und von dort mit Mietautos (Dacia Duster mit Allrad) nach Jurilovca, das liegt etwa 60 km südlich von Tulcea. Im Hinterland des Donaudeltas Richtung Westen gibt es aber sehr viele abwechslungsreiche Landschaften mit tollen Pflanzen und Tieren. Ein Deutscher, der in Jurilovca wohnt, vermietet Ferienhäuser und kennt sich sehr gut dort aus, er ist sehr hilfsbereit. Wir haben eine fünftägige Bootsfahrt durchs Donaudelta gemacht, das war zwar interessant aber fotografisch nicht so ergiebig - es war zwar immer noch sehr gut, aber die Landschaft drumherum gab einfach viel mehr her.

Viele Grüsse

Axel


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