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Ignoriert

Objektivschärfe in den Bildecken


Prakticer

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Ich verstehe nicht, dass man immer die Güte eines Objektivs von der Schärfe im Zentrum und gleichzeitig am Rand abhängig macht. Mathematisch kann zumindest im Nahbereich bei Offenblende eine Schärfe zentral und am Rand gleichzeitig gar nicht erreicht werden. Dazu folgendes Beispiel:

In 5 m Entferung fotografiere ich eine Mauer mit einem "Normalobjektiv" mit einem Bildwinkel von 46Grad. Während zentral die Mauer 5,0m entfernt ist, beträgt die Entfernung Kamera-Randbereich 5.42m. Eine Schärfe in 5m und gleichzeitig in 5.42m zu erreichen ist bei Offenblendmessung nicht möglich.

Liege ich da falsch?


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Da liegst du falsch.

Es ist sehr wohl möglich, für ein ebenes Bildfeld zu sorgen – und bei Makroobjektiven gelingt das in der Regel sogar sehr gut. Je größer aber der Bildwinkel und je höher die Lichtstärke, desto schwieriger wird es für den Objektivkonstrukteur, das Bildfeld zu ebnen. Im allgemeinen gilt eine möglichst geringe Bildfeldwölbung als wünschenswert, doch ist das für die bildmäßige Fotografie eine der weniger wichtigen Eigenschaften. Deswegen wird bei Nicht-Makro-Objektiven meist ein gewisses Maß an Bildfeldwölbung hingenommen, um dafür eine geringere Baugröße, ein geringeres Gewicht, einen geringeren Randlichtabfall oder sonst irgend einen Vorteil auf der anderen Seite zu erzielen. Jede Objektivkonstruktion ist nun einmal ein Spiel mit Kompromissen; ein vollkommen kompromißlos konstruiertes Objektiv würdest du weder schleppen wollen noch bezahlen können.

Daß die Schärfeleistung in der Bildmitte stets besser ist als am Rande, ist davon erst einmal unabhängig. Es ist normal, daß die Schärfe zum Rande hin etwas abfällt, und zwar auch dann, wenn das Bildfeld perfekt eben oder aber das Testmotiv dem gewölbten Bildfelde angepaßt wäre. Stimmen die Wölbungen von Bildfeld und Motiv nicht überein, so addiert sich der dadurch bedingte Fokus-Fehler am Bildrand zum konstruktionsbedingten Randschärfeabfall noch hinzu. Ein Objektiv gilt als umso besser, je höher die Schärfe in der Bildmitte ist und je geringer der Schärfeabfall zum Rande hin ausfällt.

An der berühmt-berüchtigten Ziegelmauer als Testmotiv kann man sich sehr leicht einen ungefähren Eindruck von der Bildfeldwölbung eines Objektives verschaffen. Richte das Objektiv bei offener oder fast offener Blende senkrecht auf die Mauer aus und fokussiere so, daß die Bildmitte scharf abgebildet wird. Sind auch die Ecken scharf, so ist der Randschärfeabfall gering und das Bildfeld eben. Sind die Ecken aber unscharf, so rücke man einige Zentimeter näher an die Mauer heran, ohne die Fokuseinstellung am Objektiv zu verändern, und mache eine weitere Aufnahme. Die Bildmitte wird nun weniger scharf, weil ja die Fokussierung nicht mehr exakt stimmt. Werden aber zugleich die Bildecken schärfer, so liegt eine positive Bildfeldwölbung vor – d. h. das Bildfeld ist aus Sicht der Kamera konkav gewölbt. Werden hingegen die Ecken schärfer, wenn man den Abstand zur Mauer ein wenig vergrößert, so liegt negative Bildfeldwölbung vor, also ein konvex gewölbtes Bildfeld. Werden die Bildecken in beiden Fällen unschärfer, so handelt es sich einfach um eine schwache Schärfeleistung in den Ecken.

Übrigens ist bei Nicht-Makro-Objektiven die Bildfeldwölbung im Nahbereich meist stärker ausgeprägt als im Fernbereich.


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Darf ich zu dem informativen Statement (danke!) ergänzend anmerken, dass neben der originalen Abbildungsleistung eines Objektivs ja die nachträgliche, softwaremäßige Korrektur bereits in der Kamera hinzukommt.

Man möge sich nur einmal ein rohes, unkorrigiertes RAW ansehen, um zu erkennen, was damit gemeint ist.

Im fertigen JPG oder normalen RAW ist die „wahre“ Abbildungsleistung eines üblichen mft-Objektivs ja gar nicht mehr zu sehen, wohl aber bei alten tollen OM´s oder manuellen Objektiven für mft wie die /0,95er Voigtländer etc.

Meine 2Groschen mit Gruß,

Gerhard


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... ergänzend anmerken, daß neben der originalen Abbildungsleistung eines Objektivs ja die nachträgliche, softwaremäßige Korrektur bereits in der Kamera hinzukommt.

Ja, natürlich ... doch das ist in diesem Zusammenhang von untergeordneter Bedeutung. Denn für adaptierte, systemfremde Objektive finden erstens schon einmal gar keine kameraseitigen softwaremäßigen Korrekturen statt. Und zweitens befassen sich diese Korrekturen, sofern ein systemeigenes Objektiv zum Einsatz kommt, ohnehin nur mit (bis zu) drei Fehlern: (1) Vignettierung, (2) Verzeichnung und (3) Farbquerfehler.

Eine Korrektur der ersten beiden Fehler hat gar keinen Einfluß auf die Bildschärfe, sondern "nur" auf Bildhelligkeit und Bildgeometrie. Und der positive Einfluß der Korrektur des dritten, also des Farbquerfehlers (auch als laterale chromatische Aberration bekannt) auf die Bildschärfe ist eher gering. Bildfeldwölbung und sphärische Aberrationen aber, die gemeinsam die Hauptursachen für unbefriedigende Eckenschärfe sind, werden softwaremäßig überhaupt nicht korrigiert.

Zwar ließen sich die durch Bildfeldwölbung und sphärische Aberrationen verursachten Unschärfen im Prinzip zumindest teilweise softwaremäßig wieder ausbügeln, etwa durch Dekonvolution. Doch die dafür benötigte Rechenleistung wäre so groß, daß so etwas praktisch nicht möglich ist und daher auch nicht stattfindet ... vielleicht in Zukunft irgendwann einmal.


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Der TO hat aus meiner Sicht die Erwartungen zu hoch angesetzt und meint mit ; trotz Summikron 50 mm F/2 es ist das einzige ware , vom Preis vielleicht zutreffend .Das Zuiko aus dem OM System mit gleichen Daten kann da aber locker mithalten oder auch noch besser sein , Ein Ft 50 mm spielt in der Bundesliga und von jedem anderen Hersteller gibt's auch einen würdigen Gegner . Schaut man sich die Rechnung an bei dem Summikron ist es schwer zu übersehen das die anderen weit vorne sind und das hält bis heute an . Zu der digitaler Korrektur in der Kamera ist es mit D&O Presset keine Korrektur am besten nachvollziehbar und zeigt das mein 75 mm oder 14-54 mm mit Altglas kaum vergleichbar sind.

Gruß Johann


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... ergänzend anmerken, daß neben der originalen Abbildungsleistung eines Objektivs ja die nachträgliche, softwaremäßige Korrektur bereits in der Kamera hinzukommt.

Ja, natürlich ... doch das ist in diesem Zusammenhang von untergeordneter Bedeutung. Denn für adaptierte, systemfremde Objektive finden erstens schon einmal gar keine kameraseitigen softwaremäßigen Korrekturen statt.

...Und der positive Einfluß der Korrektur des dritten, also des Farbquerfehlers (auch als laterale chromatische Aberration bekannt) auf die Bildschärfe ist eher gering.

Darauf, dass bei adaptierten Objektiven keine kameraseitigen Korrekturen stattfinden, hatte ich ja hingewiesen.

Wie groß oder gering der Einfluss der Korrektur des Farbquerfehlers auf den Schärfeeindruck ist, wird vom Einzelfall abhängen. Als Laie merke ich Unterschiede jedenfalls manchmal deutlich.

Wobei ich zugebe, dass ich dabei nicht klar differenzieren kann, wie stark denn die kameraseitige Schärfung sich ohnehin schon auswirkt.

Diese Schärfung wurde ja bisher noch gar nicht angesprochen. Ich gehe davon aus. dass diese an unschärferen Randbereichen massiver eingreift.

2 unscharfe Groschen mit Gruß,

Gerhard

Wenn ich hier schon oben meine Vermutungen anbringe, dann auch noch eine:

Irre ich mich, dass sich hinter dem Omzu Iko ein uns wohlgekannter Fachmann steht und weiter wirkt?


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Ich hatte das als "Ja, Du irrst Dich" interpretiert.

Ich ebenso, da ist ja wenig Spielraum für Interpretationen.

Was die freundliche Aufforderung von cuatro an Omzu Iko ja nur verständlicher macht, zumal der Angesprochene ja sonst nicht zu so kurzen Statements neigt ; )


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Ich hatte es ja auch so verstanden, umso mehr würd ich gern Näheres über "den Neuen" erfahren. Er scheint ja über profundes Wissen zu verfügen, was ja an sich sehr positiv und auch lesenswert ist. Kamera- und Objektivpark lassen ja auch darauf schließen, dass es sich nicht um einen totalen Neueinsteiger handelt... ;)


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