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Die PEN, OM-D & E-System Community

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Ich habe heute Morgen den ganzen Thread durchgelesen und mir die z.T. Für mich sehr spannenden Bilder angeschaut – so viele interessante Gedanken und Arbeiten! Also danke an alle, die hier mitmachen und besonders an den Initiator Karl Heinz. Es gab ja schon mal einen Ansatz hier im Forum („Es ist ein Gesamtsystem“), der allerdings aus meiner Sicht kläglich aus dem Thema und damit aus dem Ruder gelaufen ist. Macht aber nichts. 

Was mir nun nach dem Durchlesen und -schauen aufgefallen ist und als Fragen durch den Kopf geht: Ganz überwiegend scheint künstlerisch mit verfremdet gleichgesetzt zu werden. Gibt es also keine „naturalistische“ Fotografie (die also nicht mehr als etwas Nachschärfen, Kontrast anheben etc. macht (und wo ist dann die Grenze?)), die als Kunst einzuordnen wäre? Muss ich mit dem „reinen“ Abbild etwas „anstellen“, es künstlerisch (oder kšnstlich) umgestalten? Oder wie z.B. Gotti oder Frank Gegenstände (künstlich oder künstlerisch) arrangieren und ablichten, ggf. so, dass der Gegenstand nicht auf Anhieb als solcher erkannt wird und der Phantasie des Betrachters Raum gibt? (Das ist jetzt völlig wertungsfrei Gotti und Frank!) Was ist dann z.B. mit den Niederländern und ihren ganz naturalistisch gemalten Stilleben? Keine Kunst, nur Kunsthandwerk, Kitsch gar? Wieso wird eine Leinwand, gleichmäßig in blau bemalt, zum Kunstwerk erklärt? Und was ist mit den Fotografien z.B. eines Ansel Adams? Nur Dokumentation und nur zu Kunst erklärt wegen Seltenheit und der Preisschilder? (Habe mir dazu nur mal den Wikipedia-Eintrag zu Gemüte geführt – da gab es damals heftigen Streit, ob Fotografien überhaupt ein Platz in einer Galerie zukommt, ob das den Kunst sei (Sic!))  Oder noch anders: Kann nicht auch das Einfangen einer Ansicht (z.B. einer Landschaft, eines Gesichts), die den Fotografen berührt, und die “nur” dank der Gestaltung durch den Fotografen (Ausschnitt, Perspektive etc.) dieses Berührtsein an den Betrachter weiterzugeben vermag, Kunst sein? Ist es nicht auch eine Kunst (oder doch nur Kunstfertigkeit, Handwerk?), den Augenblick, die Perspektive, das Licht so einzufangen, dass ich ein Berührtsein, eine Intention via Fotografie vermitteln kann?

Ich bin mir darüber im Klaren, dass wir hier nicht das Wesen der (Foto-)Kunst ergründen werden. Aber ich finde diese Fragen schon interessant in Bezug auf mein Selbstverständnis als eines Fotografierenden (und nicht von künstlerischen Ambitionen Geplagten).

Sorry, dass ich es nicht habe kürzer fassen können…

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Hallo dece1709

Es sind durchaus interessante Fragen die Du da stellst. Ich kann dazu nur meine eigene Sichtweise kundtun.

Nach meiner Ansicht entscheidet der Fotograf bei der Entstehung des Bildes, bei der Motivwahl, seiner Entscheidung wie und warum er das Motiv ablichtet, aus welcher Perspektive, bei welchem Licht und und und ...ob er einfach nur ein Bild gut und handwerklich richtig (was auch immer dazu gehört) festhalten oder wie Gotti sagen würde einfangen möchte oder ob er mit seinem Bild seine eigene Sichweise, seine ganz eigene Interpretation eines Motivs zum Ausdruck bringen will. Dies kann mit Bildbearbeitung oder auf andere Weise geschehen. Der Fotograf entscheidet sich für Kunst oder für das handwerkliche fotografieren. Wenn er sich für die Kunst entscheidet bedeutet dies jedoch noch lange nicht das andere sein Werk auch als Kunst bewerten. Entscheidet er sich für das handwerkliche Fotografien kann das Ergebnis durchaus von anderen als Kunstwerk betrachtet werden. Ich finde das gerade so spannend bei der Kunst. Je nach Betrachter, Bildung, sozialem Umfeld, Zeit, Interessen anderer und noch vielen anderen Faktoren wird aus einem Bild ein Kunstwerk. Manchmal braucht es auch einfach nur Zeit dass aus einem Bild ein Kunstwerk wird. Für mich und für meine Bilder ist es klar. Ich suche nach dem für mich richtigen Bild und wenn ich es gefunden habe ist es für mich ein Kunstwerk. Ich bin mir durchaus bewußt, dass dies eine ganz persönliche Sichtweise darstellt aber bisher habe ich noch keine andere Definition kennengelert die mich überzeugt hat.

LG Karl Heinz

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Am 19.4.2019 um 15:36 schrieb dece1709:

Kann nicht auch das Einfangen einer Ansicht (z.B. einer Landschaft, eines Gesichts), die den Fotografen berührt, und die “nur” dank der Gestaltung durch den Fotografen (Ausschnitt, Perspektive etc.) dieses Berührtsein an den Betrachter weiterzugeben vermag, Kunst sein?

Hallo dece 1709,

so gesehen ist Fotografieren grundsätzlich Kunst. Mit jedem meiner Bilder versuche ich, beim Betrachter irgendein Gefühl hervorzurufen. Ich kann es eigentlich schlecht beschreiben. Aber es geht mir darum, dass sich im Betrachter etwas tut, dass etwas "in ihm arbeitet", vielleicht Sehnsucht, Erinnerung, Horror, belustigt sein, wie auch immer. Es gibt bestimmt viele Ausdrucksmöglichkeiten, um dies zu erreichen. Alle haben meiner Meinung nach ihre Berechtigung

vor 17 Stunden schrieb khbrudke:

Je nach Betrachter, Bildung, sozialem Umfeld, Zeit, Interessen anderer und noch vielen anderen Faktoren wird aus einem Bild ein Kunstwerk.

D'accord!

Ich finde diesen Thread auch hochinteressant, denn er zeigt wie unheimlich vielfältig verschiedene Menschen den Begriff "Art" auslegen.

Viele Grüße

Peter

bearbeitet von Peter F.

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Hallo Peter,

das hast Du eigentlich ganz richtig erkannt. Fotografieren ist auch meiner Ansicht nach per se „Kunst“. Es kommt eben

auf den Fotografen an was er daraus macht.

LG Karl Heinz

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en_el_jardin_194226035.jpg.98d26a7402f6ddf5b4da7c75a81e8c29.jpg

„En el jardín #6035” – Olympus E-5 mit Pancolar electric 50 mm f/1.8 (Adaption) @ f/2.8, 1/1600 sec, ISO 200; Ausarbeitung in Lightroom

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Hier möchte ich mal einen Gedanken einbringen, der mich schon länger beschäftigt, auf den ich aber immer noch keine definitiv abschliessende Antwort gefunden habe.

Wo bzw. wann entsteht Kunst?

a) indem ein Fotograf einen Ausschnitt auswählt, Einstellungen macht, auslöst und bearbeitet (was das Bild zeigt, soll mal keine Rolle spielen)
b) indem ein Betrachter ein Bild sieht und er dabei bewusst oder unbewusst Gedanken bekommt.

Je länger ich überlege, tendiere ich zu b). Den Begriff "Kunst" kann man spannenderweise auch ersetzen z.B. durch Begriffe wie Fakenews, Lüge, Predikt...

khbrudke sagte oben: "Je nach Betrachter, Bildung, sozialem Umfeld, Zeit, Interessen anderer und noch vielen anderen Faktoren wird aus einem Bild ein Kunstwerk." Also auch b)? Oder brutal deutlich ausgedrückt: Kunst kann man selbst gar nicht machen. Erst der Konsument macht etwas zu Kunst. 

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vor 2 Stunden schrieb mccs:

Hier möchte ich mal einen Gedanken einbringen, der mich schon länger beschäftigt, auf den ich aber immer noch keine definitiv abschliessende Antwort gefunden habe.

Wo bzw. wann entsteht Kunst?

Zuerst ist (a) Der Fotograf/Künstler ist kreativ, macht ein Foto, mit seiner Sichtweise des Augenblicks, so wie er ihn zeigen/darstellen will.

(könnte durchaus als Fake angesehen werden - wobei ein künstlerisches Foto bestimmt nicht den Anspruch auf eine objektive, unbeeinflusste Dokumentaraufnahme erheben wird - was im übrigen für viele sogenannte Dokumentarfotos gelten kann)

Nach (a) kommt (b). Der Künstler hat ein Werk geschaffen (Bild)  - ein Kunstwerk, er macht es öffentlich. Jetzt erscheinen all die vielen Wissenden und Besserwissenden und entscheiden ob dieses Werk nun auch ein Kunstwerk sei. In Wahrheit entscheiden Sie nicht darüber ob dieses Werk nun Kunst sei oder nicht, sie entscheiden darüber ob dieses Werk erfolgreich zu vermarkten oder den von Ihnen festgelegten Ansprüchen genügt. Sie bewerten und legen Ihren Wert fest. Dem wahren Künstler ist dies eigentlich egal, denn er erschafft seine Kunst wertfrei, nach seiner Inspiration, seiner Gedankenwelt entsprechend. 

Warum leidet zum Beispiel ein van Gogh Hunger und kann seine Bildet nicht verkaufen. Sie werden zu seiner Zeit eben nicht entsprechend wertgeschätzt. Heute werden seine Bilder als Kunstwerke zu horrenden Preisen gehandelt. Waren die Bilder damals keine Kunst? Sie waren doch eigentlich schon immer Kunst, nur die Wissenden und Besserwissenden haben das damals nicht erkannt oder sehen wollen.

Es ist müßig über Kunst zu streiten, macht sie einfach und damit meine ich nicht die erfolgreichen Fotos anderer nachzumachen und zu kopieren, wie Fälscher die großen Meister kopieren. Ich denke der Fotograf als Künstler zeigt in seinen Bildern seine ganz eigene  Welt und Weltanschauung. 

Dies ist meine ganz persönliche Sichtweise und der kann man folgen oder nicht. Ich sehe das wie der Künstler, wertfrei und ohne Anspruch auf Zustimmung.

LG Karl Heinz 🙃🙃🙃🙃🙃😽

 

bearbeitet von khbrudke
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vor einer Stunde schrieb pit-photography:

Kleiner Spielerei mit Photoshop. Portrait einer Krähe:

Sehr schön, richtig eindrucksvoll 👏

LG Karl Heinz

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vor 2 Stunden schrieb pit-photography:

Noch eine Spielerei mit Photoshop. Diesmal mit Sport:

Sieht gut aus  - Motiv kreativ umgesetzt. Gefällt mir sehr gut 👍👍👍

LG. Karl Heinz

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vor 6 Stunden schrieb pit-photography:

Portrait einer Krähe:

 

Starkes Portrait (und Bearbeitung)!

HG Jürgen

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vor 7 Stunden schrieb pit-photography:

Spielerei

Warum sagst du zu deiner Arbeit „Spielerei“? Findest du sie so lächerlich?

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vor 7 Stunden schrieb Subhash:

Warum sagst du zu deiner Arbeit „Spielerei“? Findest du sie so lächerlich?

Nun sei mal locker! 🙂
Das ist nicht negativ oder lächerlich gemeint! Sondern im Sinne von Spiel mit der Kreativität 😉

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Geschrieben (bearbeitet)

Da mag die „trennende gemeinsame Sprache“ zugeschlagen haben. In meinem sprachlichen Umfeld ist „Spielerei“ immer abwertend gemeint. Und Abwertung hat die Fotografie schon genug erfahren.

bearbeitet von Subhash
Verdeutlichung

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vor einer Stunde schrieb Subhash:

Da mag die „trennende gemeinsame Sprache“ zugeschlagen haben.

Tja, so ist das leider. Jeder fasst anders auf und nimmt die "negativ" meinende Sichtsweise oder Auffassung obwohl der andere aber eher positiv meinen will. Ist aber überall in der Gesellschaft, leider.

Aber kehren wir uns zum eigentlichen Thema: Kreative Fotografie und Bildbearbeitung.

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vor 4 Stunden schrieb pit-photography:

… zum eigentlichen Thema: Kreative Fotografie und Bildbearbeitung

Hm, ich hätte es eigentlich eher als „Kunst und Eigenart” aufgefasst …

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Geschrieben (bearbeitet)

Was ich an meiner E-M5II am meisten liebe, sind die Möglichkeiten der kreativen Fotografie. Man braucht eben dazu nicht zwingend die Pen F. Und sie ist kaum weniger stylisch als die Pen F. Oder sehe ich das falsch?

Die Ausgangsbasis für dieses Bild war der Gemälde-Filter. E-M5II mit mZuiko 60 mm f/2,8 - 1/500 Sek., f/5,6, ISO 200

P5141235-3.thumb.jpg.3460f762130b9c9abe4d2214ef840d75.jpg

Anschließend experimentierte ich mal wieder ein wenig mit den Tonwerten.

P5141235-2.thumb.jpg.feb39d5a614e2dfc617045e4aad13e89.jpg

 

bearbeitet von Peter F.

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vor 12 Minuten schrieb Peter F.:

dieses Bild

welches? - ich sehe leider keins

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Sorry, musste es zwecks Nachbearbeitung meines Beitrags nochmal herausnehmen. Ist aber wieder drin.

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