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Die OM-System Community
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Zhongyi Mitakon Speedmaster 25mm 0.95


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Ich weiß nicht ob es zu diesem Objektiv schon einen Bericht gibt, möchte aber mal meine Erfahrung mit dem guten Stück teilen. 

Ich habe gestern mein Zhongyi Mitakon Speedmaster 25mm 0.95 bekommen. Und da sage nochmal einer das Olympuskameras schwierige Namen haben. 😁 

Die erste Überraschung war die Wertigkeit die das doch sehr kleine Objektiv vermittelt. Es ist komplett aus Metall und für die Größe relativ schwer. Der Fokus- und Blendenring laufen super weich. Es gibt diesbezüglich aber auch zwei negative Sachen. Die Übersetzung des Fokus ist etwas zu klein. Man hat wenig Spiel zum korrekten manuellen Fokussieren. Mit einem kleinen Dreh ist man eventuell schon über das Ziel hinausgeschossen. Der Blendenring hat keine Rastung. Dadurch kann es, bedingt durch die kompakte Bauweise schon mal dazu kommen, dass man versehentlich die Blende verstellt ohne es zu merken. Ich denke die ist aber reine Gewöhnungssache. 

Leider musste ich nach dem Auspacken feststellen, dass der Mitarbeiter bei Zhongyi das Objektiv nicht sauber justiert hat. Ein Fokussieren auf weit entfernte Objekte war nicht möglich. Da ich keine Lust auf Einsenden hatte, da ich doch gerne mit dem guten Stück fotografieren wollte, habe ich es erstmal auseinander gebaut und selber justiert. Jetzt gibt es zwar eine sehr kleine Abweichung bei der Entfernungsskala, dafür kann man jetzt aber auf Unendlich Fokussieren. Was die Skalen angeht ist auch noch Verbesserung nötig. So ist die 0.95 Markierung immer einen Tick vor dem Strich, trotz komplett offener Blende. Dies lässt sich auch nicht beheben, da ansonsten die anderen Blenden nicht mehr passen. Aber gut, bei dem Preis muss man wohl Abstriche machen. Es kostet neu 350 € plus Versand. Und natürlich Zoll und Steuer, falls es durch den Zoll geht. 

Was mich aber angesichts des Preises sehr überrascht hat ist die optische Qualität. Das Teil ist bei Offenblende in der Bildmitte so scharf wie mein 45mm 1.8. Allerdings nicht so kontrastreich und die CA‘s sind bei starken Kontrastkanten auch etwas doller vorhanden. Alles in allem aber für ein Objektiv mit einer solchen Offenblende mehr als beeindruckend. Dies hätte ich so nicht erwartet. Zum Bildrand und den Ecken hin fällt die Auflösung bei Offenblende ab. Dies liegt aber leider auch an der Bildfeldwölbung. Dies bedeutet, dass die Ränder in einer anderen Schärfeebene liegen als die Mitte. Wenn man also ein Objekt am Bildrand scharf stellen möchte, so ist das Fokussieren in der Mitte mit anschließendem Verschwenken nicht möglich. Da ich das Objektiv aber vornehmlich für Portraits gekauft habe, stört mich dies nicht. 

Ich hatte vor geraumer Zeit auch schon mal das Voigtländer 25mm 0.95 ausprobiert. Das ist gegenüber dem Mitakon eher unscharf. 

Ich werde heute, wenn ich zu Hause bin, noch ein paar Bilder einstellen, welche die optische Qualität verdeutlichen. 

Ich kann das Objektiv auf jeden Fall sehr empfehlen, wenn man eine lichtstarke Normalbrennweite haben möchte und mit manuellem Fokus keine Probleme hat. 

bearbeitet von quentintarantino
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Danke für die Eindrücke! Das Objektiv ist bei mir auch noch auf der "Vielleicht-mal-näher-anschauen"-Liste (die gar nicht so lang ist, wie sich das vielleicht anhört), und gerät durch den Bericht für mich auch nochmal mehr in den Fokus.

Wie sieht es denn so mit dem Gegenlichtverhalten aus? Ich meine, in Erinnerung zu haben, dass es da Berichte über Hotspots gab, also etwas bläulich-violett erscheinende, etwas hellere Bereiche in der Bildmitte; das hatte mich zunächst abgeschreckt, weil ich das schon von einem Lens-Turbo-I-Adapter kannte (auch Mitakon), den ich mal hatte, was mir dabei etwas den Spaß verdarb. Der Lens Turbo II hatte das dann nicht mehr, soweit ich weiß...

Grüße

Robert

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Danke für deinen Bericht, das klingt interessant!

Dass man das Objektiv erst einmal - gewusst wie - zerlegen und justieren muss, um es sinnvoll nutzen zu können, gefällt mir gar nicht. So billig ist es ja nicht. Um den von dir genannten Preis wird man es in der EU nicht leicht legal kaufen können, oder?

Von Richard Wong gibt es einen Vergleich dieses Objektivs mit dem entsprechenden Voigtländer:

http://photobyrichard.com/reviewbyrichard/wp-content/uploads/mitakon-speedmaster-25mm-f0.95-review-09.jpg

Gruß, Gerhard

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vor einer Stunde schrieb Fotofirnix:

Danke für deinen Bericht, das klingt interessant!

Dass man das Objektiv erst einmal - gewusst wie - zerlegen und justieren muss, um es sinnvoll nutzen zu können, gefällt mir gar nicht. So billig ist es ja nicht. Um den von dir genannten Preis wird man es in der EU nicht leicht legal kaufen können, oder?

Von Richard Wong gibt es einen Vergleich dieses Objektivs mit dem entsprechenden Voigtländer:

http://photobyrichard.com/reviewbyrichard/wp-content/uploads/mitakon-speedmaster-25mm-f0.95-review-09.jpg

Gruß, Gerhard

Das Zerlegen ist bei einem manuellen Objektiv ja nicht so schwer. Schrauben rausdrehen und auseinanderziehen. Man darf halt keinen Angst haben. Da ich aber keinen Lust auf Rücksendung usw. hatte, blieb mir nur der Weg. Ich habe vorher im Internet recherchiert. Den Fehler habe ich nirgends gefunden. Ich gehe also davon aus, dass dies Objektiv normalerweise gut justiert ist. 

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Im von @Fotofirnix verlinkten Bericht wird auf eine recht starke Neigung zu rötlich-violetten Flares und entsprechend reduziertem Kontrast bei massivem, direktem Gegenlicht hingewiesen, deutlich mehr als das Voigtländer sie hat, aber auf Hotspots gibt es dort keine Hinweise, und wenn man solche Extremsituationen vermeidet (es sei denn, man will den Effekt vielleicht ja sogar mal haben), sieht es so aus, als wäre das Objektiv auch in der Hinsicht relativ unproblematisch.

Ich sehe schon; früher oder später will das auch in meine Fototasche 🙂 

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vor einer Stunde schrieb Rob. S.:

... eine recht starke Neigung zu rötlich-violetten Flares und entsprechend reduziertem Kontrast bei massivem, direktem Gegenlicht hingewiesen, deutlich mehr als das Voigtländer sie hat...

Dieser Hinweis taucht in reviews öfter auf. Das V. hat ja eine schöne Streulichtblende dabei, das bräuchte das M. bei Offenblende sicher auch. Ob das bei direktem Gegenlicht viel hilft müsste man erst testen. Das ist wohl eine Frage unterschiedlicher Vergütung der beiden.

 

 

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So, hier kommen ein paar Bilder. Alle Beispiele sind bei Offenblende. Immer das gesamte Bild inkl. 100 % Ansicht. Die Bilder sind mit den Standardeinstellungen aus Lightroom exportiert. Nicht extra nachgeschärft. Das erste Beispiel hat schon einen gewissen 3D Look finde ich. 

Ich habe auch noch Fotos bzgl. der Vignette erstellt. Das Erste ist bei 0.95, das Zweite bei 1.4, das Dritte bei 2.0 und das Vierte bei 2.8

Das Objektiv könnte zu einem meiner Lieblingsobjektive werden.

P2221594.jpg

Bildschirmfoto 2019-02-22 um 09.23.01 Kopie.jpg

P2221593.jpg

Bildschirmfoto 2019-02-22 um 09.21.50 Kopie.jpg

P2221618.jpg

Bildschirmfoto 2019-02-22 um 09.40.58 Kopie.jpg

0,95.jpg

1,4.jpg

2,0.jpg

2,8.jpg

bearbeitet von quentintarantino
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Viel Spaß weiterhin damit.

Noch eine Anmerkung zum 0.95/25 Voigtländer, weil ich es selbst seit längerm besitze und von dem Objektiv begeistert bin:

Mit den Noktonen von Voigtländer, besitzt man quasi 2 Objektive in einem. Bei offenen Blenden sehr weich, mit nicht perfekter Schärfe aber noch recht guter Auflösung. Abgeblendet gehören sie zu meinen schärfsten Objektiven überhaupt.

Die Noktone wurden auf gutes Bokeh hin konstruiert, die spährischen Aberationen wurden unterkorrigiert, wie bei vielen alten Objektiven. Das führt zu einem unvergleichlich weichen und schönen Bokeh, geht aber auf Konsten des Kontrastes, sprich der Schärfe. Abgeblendet spielen diese spährischen Aberationen aber keine Rolle mehr.

Für mich sind die Noktone einzigartige Objektive und ihren Preis absolut wert, außerdem mit überragender Nahgrenze. Mache kaufen sich nur wegen dieser Noktone eine MFT- Kamera.

Wen die Zusammenhänge interessieren, der google mal nach Bokeh und Zeiss, von Zeiss gibt es eine ellenlange Abhandlung, wie die Objektivkonstruktion das Bokeh beeinflusst.

Habe ich gerade mal heraus gesucht, im 2. Teil geht es ums Bokeh:

https://lenspire.zeiss.com/photo/app/uploads/2018/04/Article-Bokeh-2010-EN.pdf

LG Thorsten

bearbeitet von Libelle103
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In der Konstruktion von Objektiven ist es immer ein Geben und Nehmen. Will man ein schönes weiches Bokeh geht es auf die Schärfe. Will man ein sehr scharfes Objektiv bekommt man dies auf Kosten des Bokeh. Ein extrem scharfes Objektiv mit einem sehr weichem Bokeh gibt es leider nicht. Ich finde das Bokeh des Mitakon auch ansprechend. Zwar nicht ganz so weich wie die des Voigtländer, aber dafür kann ich es bei Offenblende problemlos nutzen und habe eine super Schärfe. Ich würde mich freuen wenn Zhongyi auch noch ein 17er und ein 45er machen würde, da dies eigentlich meine bevorzugten Brennweiten sind. Mit dem 25mm 1.8 von Olympus habe ich bisher so gut wie nichts fotografiert. Das 25er Mitakon zwingt mich jetzt ein bisschen mich wieder mit der Brennweite anzufreunden. Ich liebe halt diese Freistellung, die beim 25mm 1.8 nicht wirklich vorhanden ist. 

 

Hier mal zwei Bildausschnitte. Das Erste mit dem Mitakon bei 0.95 und das Zweite mit dem Olympus bei 1.8.

 

 

BE83A875-745F-4219-9A86-AC555BCCE069.jpeg

DBD9234E-97B9-470D-8385-33CEABAD0A1F.jpeg

bearbeitet von quentintarantino
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vor 42 Minuten schrieb quentintarantino:

In der Konstruktion von Objektiven ist es immer ein Geben und Nehmen.

Das stimmt – aber ...

.

vor 42 Minuten schrieb quentintarantino:

Will man ein schönes weiches Bokeh, geht es auf die Schärfe. Will man ein sehr scharfes Objektiv, bekommt man dies auf Kosten des Bokeh.

... das ist zwar oft so, aber nicht immer und zwangsläufig. Es gibt ja auch noch andere Parameter, bei denen man den Kompromiß machen könnte. Baugröße, zum Beispiel. Oder Kosten.

.

vor 42 Minuten schrieb quentintarantino:

Ein extrem scharfes Objektiv mit einem sehr weichem Bokeh gibt es leider nicht.

Doch, gibt's. Kostet aber 'ne Kleinigkeit.

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vor 58 Minuten schrieb Omzu Iko:

Das stimmt – aber ...

.

... das ist zwar oft so, aber nicht immer und zwangsläufig. Es gibt ja auch noch andere Parameter, bei denen man den Kompromiß machen könnte. Baugröße, zum Beispiel. Oder Kosten.

.

Doch, gibt's. Kostet aber 'ne Kleinigkeit.

Finde das 25 1.2 macht da nen sehr guten Job

bearbeitet von Spanksen
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vor 17 Minuten schrieb Spanksen:

 

Finde das 25 1.2 macht da nen sehr guten Job

Mit dem habe ich noch nicht fotografiert. Ich wette aber, dass es noch schärfer sein könnte, dann aber das Bokeh wieder etwas leiden würde. Das 40-150mm 2.8 ist eine extrem scharfe Linse. Bei Spitzlichtern im Hintergrund und dem richtigen Abstand zwischen Objekt und Hintergrund ist das Bokeh aber alles andere als schön. 

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vor 2 Stunden schrieb quentintarantino:

Hier mal zwei Bildausschnitte. Das Erste mit dem Mitakon bei 0.95 und das Zweite mit dem Olympus bei 1.8.

Interessanterweise – und obwohl ich das 25/1.8 auch habe und, weil ich's der begrenzten Lichtstärke wegen eher langweilig finde, für Unschärfespiele fast nie einsetze – finde ich in diesem Beispiel den (Un-) Schärfeverlauf des Olympus sogar ansprechender 😉 

Zum 25/1.2: das liegt nach allem, was ich bisher gesehen und gelesen habe, sowohl in der Schärfe als auch in der Weichheit des Bokeh nahe am überhaupt Möglichen – im Rahmen dessen, was die Öffnung erlaubt.

Ähnlich bewerte ich inzwischen übrigens auch das vergleichsweise preiswerte Sigma 56/1.4, das mich inzwischen fast reizt, mir auch noch das Sigma 30/1.4 zu besorgen...

bearbeitet von Rob. S.
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Ja, es ist immer ein Kompromis, zwischen Schärfe und Bokeh, aber da hat Omzu schon Recht, kann man das in Grenzen mit Aufwand doch so weit treiben, das beides sehr ansprechend wird, dafür habe ich zwei gute Beispiele, das sind Objektive die bei Offenblende schon knackscharf bis zum Rand abbilden und dies mit einem sehr weichen und schönen Bokeh verbinden, nicht so butterweich wie bei den Noktonen, aber immerhin. Diese beiden gehören zu meinen absoluten Lieblingsobjektiven, leider nicht ganz billig:

- Das 2.0/90 OM Macro, ein einzigartiges Objektiv, mit springender Schärfe. Knackscharf bei Offenblende und trotzdem mit sehr weichem, wunderschönen Bokeh, das soll nur noch das Zeiss 2.0/100 Macro hinbekommen. Dabei ist das 2.0/90, auch im Fernbereich bei Offenblende knackscharf bis zum Rand, das schaffen viele andere Makroobjektive nicht. Das 2.0/90 ist für mich ein absolutes Highlight des Objektivbaus, nicht umsonst bezahlt man für gut erhaltene über 30 Jahre alte Objektive, immer noch ab 800€. Die sind es aber auch wert! Es ist das beste Makro das ich jemals besaß und dazu gehören so Top- Objektive wie das aktuelle 4/200 AF-D von Nikon und das 4/200 Macro von Pentax (Auch ein echtes Highlight, ab ca 2000€ gebraucht) Ich habe meines vor Jahrzehnten beim Umstieg auf Nikon verkauft, ich Depp. Und das 2.8/60 Macro von Zeiss. Das 2.0/90 schlägt sie alle!

- Das 1.8/75 MFT hat auch ein sehr schönes und weiches Bokeh und ist selbst bei Offenblende bis zum Rand hochauflösend und knackscharf. Ich besitze es noch nicht so lang, aber das Objektiv begeistert mich, mit seinen Abbildungseigenschaften. Zitat aus dem Test von Digitalkamera.de: " Phänomenal hohe Auflösung, über das gesamte Bildfeld" Das kann ich nur bestätigen.

LG Thorsten

 

bearbeitet von Libelle103
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