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Weißpunkt bei Monitorkalibrierung mit Spyder


Curly

Empfohlene Beiträge

Hallo,

meinen Eizo Monitor, der eine Hardware-Kalibrierung eingebaut hat, habe ich auf einen Weißpunkt von 5500K kalibriert (Gamma ist 2,2). Dieser Wert basiert auf dem "Fotografie" Ziel, das als eine von 4 Vorlagen mit der ColorNavigator Software des Monitors mitkam. Ein anderes vorgegebenes Ziel im ColorNavigator heißt "Druck" und weist einen Weißpunkt von 5000K auf. 

Meinen Labtop kalibriere ich mit dem SyderX. Voreingestellt waren hier 6500K (Gamma ebenfalls 2,2).

Nun ist für mich die Frage - was ist richtig? Mein Workflow ist komplett in sRGB, und mir kommt es darauf an dass Fotobücher von z.B. Fuji, Saal, Cewe o.ä. keine Farbabweichungen zu dem was ich auf dem Monitor sehe aufweisen.  Ich bearbeite meine Bilder in Lightroom. Welcher Weißpunkt-Kelvin-Wert ist dann richtig??? Und wie wirkt sich das dann aus, wenn die Bilder auf unkalibrierten Handy/Tablet/Labtopbildschirmen angeschaut werden, sind die Farben dann dort nicht völlig verfälscht? Was ist hier der beste Kompromiss?

Viele Grüße,

Curly

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Zitat

Nanu, hat denn niemand von Euch seinen Monitor kalibriert?????

Hallo Curly,

doch, sicherlich so einige; aber das Thema ist sozusagen ein weites Feld, und es wurde auch hier im Forum mehrmals fleißig abgearbeitet... Dabei wurde auch sichtbar, dass einige Forenten bezüglich der Kalibrierung regelrechte Glaubensgrundsätze aufstellen und der Ton im Forum durchaus schon mal - äh - erfrischend wirkte... 😉

Also ich kann mich ja täuschen, aber wenn Du über einen Grafikmonitor von Eizo mit der Software ColorNavigator verfügst, dann hast Du den Monitor ja bereits mittels Kolorimeter eingestellt. Und Du kannst sicherlich den Monitor auf einen anderen Weißpunkt als 5.500 Kelvin einstellen. Auch beim SpyderX sollte dieses problemlos möglich sein (außer ggf. mit der Express-Software, sie ist deutlich eingeschränkt gegenüber den anderen Versionen). Der Weißpunkt ist vorrangig von den Lichtverhältnissen am Arbeitsplatz (Monitor) her zu wählen.

Hier kannst Du Dich schon einmal ein wenig über das komplexe Thema einlesen: hier und hier

Selber habe ich meinen LG-Monitor mit erweitertem Farbraum und hardwareunterstützter Kalibrierung quasi auf Standardwerte eingestellt:

TrueColorPro.thumb.jpg.36f56d56a87adf5ff5d225b284eb8cc3.jpg

Viele Grüße

Wolfgang

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Hallo nochmal,

danke für Deine Antwort, Wolfgang! Aber ich will auch gar keine allgemeine Diskussion über Farbverwaltung anzetteln. Mir geht es nur darum, den besten Kompromiss für den Weißpunkt zu finden. Monitor und Spyder erlauben und erwarten beide die Vorgabe dafür. Du schreibst "Der Weißpunkt ist vorrangig von den Lichtverhältnissen am Arbeitsplatz (Monitor) her zu wählen." Demnach müsste ich meinen Eizo auf 5000K einstellen (da eher warmes, sanftes Umgebungslicht), und den Labtop auf 6500 (da oft draußen bei hellem Tageslicht verwendet). Bearbeite ich nun aber auf dem Labtop Fotos in Lightroom, sehen die anschließend auf dem Eizo völlig flach und farbverfälscht aus. Das kann es ja nicht sein.

Mein Problem:

- Eizo empfiehlt für "Fotografie" 5500K, für "Druck" 5000K und für "Webdesign" 6500K
- SpyderX bzw. Datacolor empfiehlt generell 6500K
- CEWE empfiehlt 6000-6500K
- Saal empfiehlt 5000K

Was will ich erreichen: Ich möchte dass auf meinem Eizo, auf dem Labtop und bei gedruckten Fotobüchern (von CEWE, Fuji oder Saal) die Farben möglichst gleich aussehen. Zwischen D50 und D65 liegen aber Welten. Ein "je nach Anwendung umschalten" kommt auch nicht in Frage, weil ich die Bilder ja nicht doppelt bearbeiten kann. Daher suche ich hier den besten Kompromiss und frage mich, wie Ihr damit umgeht. 

Viele Grüße,

Curly

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Vorab: Leider bin ich weder Profifotograf noch verfüge ich über einschlägige, umfangreiche Kenntnisse im Farbmanagement; daher wünsche ich Dir, dass sich zu Deinen Fragen andere, in dem Thema fittere Forum Teilnehmer noch melden werden.

Nur kurz meine laienhaften Gedanken dazu:

Zitat

Mein Workflow ist komplett in sRGB, und mir kommt es darauf an dass Fotobücher von z.B. Fuji, Saal, Cewe o.ä. keine Farbabweichungen zu dem was ich auf dem Monitor sehe aufweisen

Ist es nicht so, dass Du - abgesehen vom Farbraum und der von Dir sorgfältig vorgenommenen Bildbearbeitung - keinen Einfluss darauf hast, was das Labor aus Deinen Fotos macht? Denn jedes Fotopapier hat ja seinen eigenen Weißton, und es kommt letztlich darauf an, ob das Labor beim Ausbelichten hier den entsprechenden Weißpunkt selber passend auch für das verwendete Papier setzt. Aber vielleicht sehe ich das ja falsch... Wie gesagt, ich bin kein Profi...

Zitat

Bearbeite ich nun aber auf dem Labtop Fotos in Lightroom, sehen die anschließend auf dem Eizo völlig flach und farbverfälscht aus. Das kann es ja nicht sein.

Nun ja, ich vermute einmal, dass Deine verschiedenen Monitore (Laptop und Eizo) einfach zu unterschiedlich sind. Selber bearbeite ich auf meinem kleinen Laptop keine Fotos, kalibriert habe ich den Laptop jedoch auch. Die Farben wirken auf meinem Laptop (gleiche Weißpunkteinstellung wie am Rechnermonitor) aber deutlich flacher... Er ist einfach nicht in der Lage, richtig leuchtende Farben wiederzugeben. Also ich fürchte, dass ein eher einfacher Laptop-Monitor durch eine Farbprofilierung und -Kalibrierung zwar die Farben "richtiger" darstellen kann, aber dadurch nicht zu einem besseren Monitor wird... 😉

Du kannst es ja auch einmal versuchen, als Weißpunkt einen Kompromiss (z.B. 5.800 K) zu finden und ihn beiden Geräten vorzugeben.

Mehr als diese vielleicht ein wenig kruden Gedanken kann ich Dir leider nicht bieten - vielleicht melden sich aber noch einige besser informierter Forum Teilnehmer und sie können Dir passende Tipps liefern. Viel Erfolg! 🙂

Beste Grüße

Wolfgang

 

bearbeitet von wolfcgn
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Hallo,

danke Wolfgang, aber beide Monitore sind hochwertige Wide-gamuts mit 100% sRGB und Adobe RGB Abdeckung, und wenn ich sie auf den gleichen Weißpunkt kalibriere, sehen die Farben auch identisch aus.

Die Frage ist doch nur, auf WELCHEN Weißpunkt, unter oben genannten Aspekten???

Wäre schön wenn hier noch jemand weiterhelfen kann...

Viele Grüße,

Curly

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Die Farbtemperatur stellt man in Abhängigkeit des Umgebungslichts ein, deshalb hat der Spyder auch eine Umgebungslichtmessung (zumindest beim Pro und Elite).

Da sich über den Tag bei Licht das durch das Fenster fällt, die Farbtemperatur ständig ändert, müsste man also für jede Farbtemperatur das passende Profil erstellen.
Man muss also über seinem Arbeitsplatz eine Leuchte hängen bzw. so einrichten, das auf den Bildschirm immer gleiche Beleuchtung fällt, und das einfallende Licht durch das Fenster z.B. durch Rollo abschirmt.

Ich z.B. mache Bildbearbeitung für mich grundsätzlich abends, wenn die Zimmerbeleuchtung an ist und kaum Tageslicht mehr vorhanden ist.
Die Farbtemparatur im Zimmer ist bei diesem Licht dann immer gleich.
Da kann ich mit dem Spyder das Umgebungslicht messen lassen, und bekomme von Spyder den Vorschlag auf z.B. 5800 Kelvin einzumessen.

bearbeitet von Stafford
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Stafford, Wo ist denn in der Spyder-Software die Funktion, dass er auf Basis der Umgebungslichtmessung eine Farbtemperatur vorschlägt?

Mein Problem mit den Vorgaben der Druckhersteller löst das aber auch noch nicht 😞

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vor 18 Stunden schrieb wolfcgn:

Der Weißpunkt ist vorrangig von den Lichtverhältnissen am Arbeitsplatz (Monitor) her zu wählen.

Das ist richtig, denn zu große Unterschiede in Farbtemperatur zwischen Umgebungslicht und Bildschirm macht die Farbkorrektion schwer.

Es geht aber auch darum den Bildschirm mit dem Druck vergleichen zu können. Schaust du deine Drucke z.B. unter Halogenlicht an sehen sie eben gelber aus (sofern dein Gehirn das nicht wieder automatisch berichtigt). 

Die 5000K sind eher eine Referenz im Buchdruck, auch weil das Papier nicht komplett weiß ist. Für die Fotografie müsstest du aber dann auch  deine Drucke unter 5000K anschauen. Das ist z.B. der Grund warum ich meine Bilder einen Hauch wärmer zu Saal schicke, Tageslicht ist oft kühler.

Auch haben Bildschirme einen eigenen Weißpunkt, meistens 6500K. Nur sehr hochwertige Grafikbildschirme können z.B. 5000K vernünftig darstellen, bei den anderen kommt der Gelbstich. Dein Labtop  hat sicher 6500K, ich würde es dabei belassen. Farbretusche mit dem Labtop-Bildschirm würde ich eh nicht machen.

Was ich damit sagen will, es gibt keine 100% Antwort. Wenn du möglichst gleiche Darstellungen auf Eizo und Labtop suchst ist vermutlich 6500K die beste Wahl. 

Gruß Jochen

 

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vor 2 Stunden schrieb Curly:

Stafford, Wo ist denn in der Spyder-Software die Funktion, dass er auf Basis der Umgebungslichtmessung eine Farbtemperatur vorschlägt?

Mein Problem mit den Vorgaben der Druckhersteller löst das aber auch noch nicht 😞

Ich lass da einfach den Assistent durchlaufen, ich mach halt den Haken bei Umgebungslicht messen, und irgendwo kommt dann halt der Vorschlag
mit Kelvin und Gammawert, und ich klick dann auf OK, das er das so kalibrieren soll.

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Das mit dem Messen des Umgebungslichtes (hat meiner Meinung nach nur Einfluss auf den Helligkeitswert des Monitors, nicht auf den Weißpunkt) gibt es bei der Pro- und Eliteversion des Spyders - zumindest bei den früheren Versionen vor SpyderX... 😉 Die Express-Version bietet dieses, zumindest bisher, nicht...

Wie gesagt, versuche es doch wirklich mal mit gleicher Weißpunkteinstellung an beiden Displays - z.B. bei 5.800 oder 6.500 - und schaue mal nach, ob Du damit leben kannst...

Viele Grüße

Wolfgang

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