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[ Mitmach-Thread] Astrofotos Sternenbilder mit u.ohne Landschaft

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Hallo zusammen 

Ich denke (und hoffe) das es im Forum einige Interessierte an dieser schönen Art der Fotografie gibt,und möcht mal den Anfang machen.

Nordamerika und Pelikan Nebel vom 21 u.22.9.2019

mein erster HDR Versuch mit einer Gesamtbelichtungszeit von 5 stunden und 30min. Iso 400 78 Bilder a.120sec. ISO 640 170 Bilder a. 60sec.

Aufnahmekamera: em5 MarkII + Samyang 135mm/f2,0 Nachführung  Vixen Polarie

Software: Deepsky stacker,Fitswork u. Photoshop

Nordamerika u.Pelikan Nebel.jpg

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Alle Achtung, sehr gut gelungen!

Und 135mm auf Polarie ist schon sehr sportlich! 
Schönes und schon recht tief belichtetes Bild des NGC7000. Auch die Farben passen!

Siegfried

 

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vor 33 Minuten schrieb iamsiggi:

Alle Achtung, sehr gut gelungen!

Und 135mm auf Polarie ist schon sehr sportlich! 
Schönes und schon recht tief belichtetes Bild des NGC7000. Auch die Farben passen!

Siegfried

 

Hallo Siegfried

Danke für dein Lob.

Es hat mich auch gewundert das so etwas in unserer lichtverseuchten Gegend ( ca 16 km südlich von Dortmund) möglich ist,es waren aber auch einige Schritte in Fitswork und Photoshop für die Ausarbeitung nötig.2 min. sind bei korrekter Einordnung auf der Polarie sehr gut machbar.

Gruß Detlef

 

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Auch etwas aus dem Sommer, steht ja noch hoch oben:

Das Sternbild Leier (Lyra) mit dem hellen Stern Wega.

Es geht sich mit dem Samyang 135 gerade noch aus.....

16x 60 Sekunden bei Offenblende und ISO800 mit der E-M10.II bei Halbmond

Ein Suchbild - wer findet den Ringnebel 😉

Links unten die Wega (auch Vega):

Wega ist ein relativ junger Stern und die Helligkeit wurde mit mag 0 festgelegt und diente damit lange Zeit ein Referenzstern für die Helligkeit am Nachthimmel.
Heute weiß man dass die Helligkeit leicht schwankt. Sie ist nur 25 Lichtjahre weit weg und hat die 40 fache Leuchtkraft der Sonne.
Nach Sirius, Arktur ( steht im Herbst schon weit im Westen, in der Verlängerung der deichsel des großen Wagens leicht zu finden) der 3 hellste Stern an unserem Nachthimmel. dicht folgt dann die Capella. Am Südlichen Himmel gibt es noch zwei weitere hellere Canopus und alpha-Centauri die auch noch etwas heller wären.


Wega war übrigens der erste Stern, der 1850 fotografiert wurde.

Aufgrund der Präzessionsbewegung der Erdachse (Wie ein Kreisel) wird in 12.000 Jahren hier der Himmelspol zu finden sein, bevor der Pol wieder zum Polarstern zurückwandert.
Derzeit haben wird das Glück, dass der Polarstern dem Himmelsnordpol sehre nahe steht.

OlyF_190823_Lyr135mm_v1_EM102_16L_ABE_IS_FluXX_TGVc_ArcSinHTStr_CTsrgb_gm_CTs_sm.thumb.jpg.310e36b14b5c43a3eae37b76d84efad3.jpg

Rechts oberhalb der Wega gegen den Rand das ε-Lyrae Doppelsternsystem:
ε1 und ε2 Lyrae sind zwei mag +4,6 helle Sterne mit 3,5 Bogenminuten Abstand, das ist 1/10 der Größe des Mondes und Sonne am Himmel. Somit sind sie für schärfste Augen bereits visuell trennbar. Fotografisch sind sie sehr leicht zu trennen.

Das Sternsystem ist 160 LJ von uns weg, und besteht in sich aus Doppelsternen. Weitere Begleiter konnten mittlerweile auch nachgewiesen werden.

Das ist jetzt mit dem 800mm Fernrohr und mit 2,65x Barlow, wie Telekonverter in der Astronomie genannt werden.
Das sind etwas mehr als 2,1m Brennweite.

Belichtet hatte ich das ganze im Zentelsekunden Bereich. Da muss man schon aufpassen, dass die Sterne nicht zu einem verschmelzen.
Es braucht auch ein recht gutes Seeing.


eLyr199L_crop.thumb.jpg.c8aad644b3629c31108385ff77c88505.jpg


Ein schon größere Herausforderung allerdings ist es, die zwei Komponenten A/B und C/D aus denen ε1 und ε2 Lyr besteht auch noch aufzutrennen:

Der Abstand der Komponente ε1 A/B und ε2 C/D beträgt aber nur noch 2,3 bzw. 2,4 Bogensekunden.
In dieser Größenordnung liegt allerdings schon das normale schlechte Seeing (Luftflimmern) meines Himmels. Nur in Ausnahmenächten wird mir unter 2 arcsec (Bogensekunden) angezeigt. Das beste Seeing von der Erdoberfläche aus wird bei ungefähr 0,7 – 1 Bogensekunde liegen. Durch Mitteln vieler Bilder kann aber die Auflösung erhöht werden.

Die Helligkeit der Sterne A, C und D ist mit um die mag 5-5,4 in etwa gleich groß, nur B ist mit mag 6 deutlich schwächer. Der Unterschied von einer mag stufe ist ja in etwa 2,5x weniger Licht.

Die Sterne A/B brauchen 1804 Jahre um sich zu umkreisen, C/D 724 Jahre.

 

Hier noch ein 100% Crop aus dem vorhin gezeigtem "Widefield" der die zwei hinteren Sterne des Sternbilds zeigt. Das kleine blaue Kringerl ist der berühmte Ringnebel (M57) in der Leier.

FB_Crop_M57_Lyr135mm_EM102_16L_ABE_IS_FluXX_TGVc_ArcSinHTStr_CTsrgb_gm_CTs_sm.thumb.jpg.8010efec72180818b3de02e18a000ab5.jpg

 

Siegfried

 

bearbeitet von iamsiggi

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Noch etwas unscheinbares, aber interessantes:

Barnard's Pfeilstern.

Gemeinhin nimmt man ja an, dass die Sterne relativ stabil am Himmel zueinander stehen, zumindest ein Menschenleben lang.
Der amerikanische Astronom Barnard hat 1916 an einem längst bekannten kleinen Stern die derzeit höchste Bewegung am Sternhimmel festgestellt. Bei uns heißt er daher Barnard's Pfeilstern. 

Einmal mehr das Samyang 135/2, wo einfach bei ISO800, Blende 2 60 Sekunden belichtet .. etwas über eine halbe Stunde - 37 Bilder hatte ich dann.... Kamera war die E-M10.II

Natürlich war es nicht ganz einfach, genau das Feld zu finden, aber da ist ja ein heller Stern (Cebalrai) und wenn ich den Kamera Mittig in der Vorschau nach unten setze, sollten oben 3 hellere Stern zu sehen sein. Dann sollte das gesuchte Objekt im Bild sein...

Keine Details - welche Gegend ?


Derzeit etwas höher über dem Jupiter (das hellste Objekt derzeit im Süden). Und westlich des hellen Stern Altair Im Sternbild Adler.
Zumindest die hellsten Sterne im Bild kann man in einer dunklen Nacht finden.
Da ist nämlich das große Sternbild des Schlangenträgers (Ophiuchus, OPH).
Sagt den meisten wohl nichts, kein Wunder ! Aber es wäre an sich das 13. Sternzeichen und so haben es die Astrologen unterschlagen ! Wer zwischen 30.11. und 18.12. geboren wurde, dessen Sternzeichen ist das des Schlangenträger.

Und noch etwas menschengemachtes:
Die Raumsonde Voyager 1, das am weitesten von der Erde entfernte und menschengemachte Objekt fliegt in diesem Sternbild hinaus in die Weiten des Alls...

Hier das gesamte Feld, astrometriert:

1548612992_fb_anno_gro_Pfeilstern_Sy135_EM102_32L_DCr_ABE_IS_sAC_TGVCrDN_ArcSinHTStr_SCNR_MCTs_Dec_Annotated1.thumb.jpg.816192db41a067c37c1cc3e036c09895.jpg

Mit im Bild habe ich auch den den Asteroiden 914 Palisana, einen sehr kohlestoffreichen dunklen 77km Brocken im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Da sieht man halt auch, was mit einfachen Mitteln noch nachweisbar ist....

Das kleine rote Sternchen ist der Pfeilstern..... wo der grüne Pfeil hinzeigt.
...mit einer Sternkarte oder der Freeware Stellarium findet man das aber auch heraus... zumindest mit etwas Suchen 1f609.png


Derzeit ist er 6 Lichtjahre weit weg, und damit der nächste Stern am Nördlichen Sternhimmel - im Süden ist das Alpha Centauri 3 Fachsternsystem - mit dem "Proxima Centauri" ein kleiner roter Stern der ist unser nächster derzeit mit etwas über 4 Lichtjahren.

Der Stern selbst ist ein roter Zwerg, nicht mal doppelt so groß wie unser Jupiter ! Aber sehr alt, mindestens 9-10 Mrd Jahre und damit doppelt so alt wie unsere Sonne.

Er bewegt sich mit 142 km/s auf unser Sonnensystem zu,  die größte Annäherung wird in 11.000 Jahren sein, bis auf 3,8 Lichtjahre. Dann ist er kurzzeitig unser nächster Stern.

Am Himmel bewegt er sich jedes Jahr um 10,3 Bogensekunden weiter. Bei dieser Vergrößerung sind das 2 Pixel pro Jahr.
Wer das Bild in Groß ansieht: Da ist links eine Sterngruppe inform eines umgekehrten V. Da oberhalb beim kleinen Sternchen war die Position vor 40 Jahren.
Es ist also mit einfachen Mittel auch nachvollziehbar und berechenbar.

Und mit 99% Wahrscheinlichkeit wurde voriges Jahr bekannt gegeben, dass er von einem Planeten umkreist wird. Er soll die 3,2 fache Erdmasse haben und 233 Tage für einen Umlauf um den Stern benötigen.


Siegfried


 

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Ich lese und lerne und habe viel zu wenig klare Nächte ☹️

Danke für deine Erklärungen 

Detlef

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Ich habe auch wenig gute Nächte, aber so über's Jahr kommt schon etwas zusammen.

Wenn ich mal ratlos bin oder wissen will, was noch auf meiner Wunschliste steht ziehe ich ein Buch zu Rate:

Ronald Stoyan "Deep Sky Reiseführer".

Der ist ein begnadeter Beobachter, aber das schöne daran:  Er zeigt die wichtigsten Objekte und beschreibt, wie man sie freisichtig, mit kleinerem und größerem Gerät sehen kann und auch die Abbildungen zeigen dann die Sachen so, wie man es dann sehen könnte, wenn man geübt ist. Und da unsere Digitalkameras um einiges besser sehen, kann man dann anhand der Bilder und der eigenen gemachten Bilder abschätzen und eingrenzen, was man mit seinen Mitteln machen könnte.

Meist entscheide ich spontan, welches Objekt am günstigsten steht. Und da hilft es in etwa, wenn man schon grob weiß was da so zur Auswahl steht. Da man ja auch oft nur ein enges Zeitfenster hat, wo es optimal wäre.

In Kombination mit Stellarium ist das einfach ideal.

Siegfried

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Diesen Sonntag Nacht (29/30.9.2019) war ganz kurz klar und dunkel ....
So wanderte ich hinter meinen Garten ca 300m etwas den Weinberg hinauf und stelle den StarAdventurer auf. So kann ich über die kleine Ortschaft hinweg gegen den Süden fotografieren.
Wunderschön wie noch um19:45 die Milchstraße im Süden hochsteigt.

Als Objektiv habe mich für das mFT8/1.8 entschieden. Da die Zeit durch die Wolken die vom Westen hereinwanderten habe ich zunächst  gegen den Spden fotogrfiert.
15 Bilder zu 60 Sekunden F/2.8 bei ISO800.

Dann habe ich das ganze etwas "defished" (ganz verzerrt die Sterne gegen den Rand zu viel) und beschnitten.


Rechts der Milchstraße sieht man den relativ hellen Strahl der Kirche der Nachbarortschaft Etsdorf. Zum Glück war die Luft trocken, sodaß man den Strahl der gegen den Himmel geht, nicht gar so arg sieht. Links der Milchstraße beleuchtet unsere Kirche recht breit den Südost Himmel und  gegen den linken Rand ist die Lichtglocke von Wien, 65km weit weg..


Gerade bei größeren Himmelsausschnitten ist es deshalb wichtig, möglichst keine Störlichtquellen zu haben.
Darum nehme ich meist auch ein leichtes Teleobjektiv, da sind die Helligkeitsgradienten  noch einigermaßen beherrschbar.

fb_SGR_CYG8mm_15LI8001m_DBE_sAC_STFStr_LC_clone.thumb.jpg.63f1247b60b23f6d4626b51583a1f18c.jpg

Danach richtete ich die Sache gegen den Zenit und investierte dann den Rest der Zeit, bis es zuzog. 28 Bilder zu 1 Minute sind es geworden.

Hier das ganze Feld des 8mm. So weit es geht wurde versucht, die Helligkeit des Himmels auf gleiche Werte zu bringen. Nennt man Hintergrundextraktion (Backgroundextraction) oder das Feld "flach machen" (flatten).
Das ist das Um und Auf bei der Astrofotobearbeitung. Bei einem so großen Bildfeld geht das allerdings nicht mehr wirklich...... ansatzweise schon.



fb_AQLCAS_8mmF28I8001M_23L_ABE_sAC_STFStr_RMCTs_Decon_SM_DEcon.thumb.jpg.ad81aee790662626510bcd14b53fc468.jpg


Wie man sieht, ist das Feld des 8mm wirklich groß, brauchbar aber nur ein kleiner Teil, wenn man's genau nimmt. Rechts oben ist fast der Südhorizont - etwas über dem Schützen und links unten der Perseus. Darüber Kassiopeia - und Rechts unterhalb gegen den Rand ist die Andromeda Galaxie. ganz oberen im linken Eck zieht sich der Große Wagen/ Große Bärin) über den Nordwest Horizont.

Im rechten Viertel oberhalb der Mitte sieht man das Sommerdreieck - Oben die helle Wega (mag 0) rechts unten Altair im Sternbild Adler (leicht Identifizierbarkeit durch die zwei Sterne oben rechts und unten links) und eben leicht oberhalb der Bildmitte Deneb - der Schwanzstern des Sommersternbild Schwan, der inmitten der Milchstraße gegen Westen fliegt...

Gleich unterhalb des Deneb, ist der Nordamerika Nebel nicht zu übersehen. Auch andere Nebel, erkennbar an ihrem roten Leuchten, die sich in unsere Milchstraße befinden kann man jetzt erkennen.
Besonders viel gibt es da eben im Sternbild Schwan und links davon im Sternbild Kepheus.
Auch die Dunkelwolken die die vielen Sterne der Milchstraße verschlucken sieht man schön.

Und den Kleiderbügelhaufen  (Cr399) des Himmels sieht man auch, wenn man entlang der Linie zwischen Altair und Wega in der Milchstraße sucht.


Das übrigens ist das Bild, das die Pixel zeigt, die in der Helligkeit über dem Durchschnitt lagen. Die fallen dann beim zusammenrechnen heraus.
Die ISS sieht man dann im Erdschatten verschwinden - die Unterbrechung war durch Speichern und Auslöseverzögerung von 4 Sekunden.

FB_reject.thumb.jpg.326054102a5ad6a4aaf4b78badf85a96.jpg

 

Siegfried

bearbeitet von iamsiggi

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Eigentlich wollt ich ja den Sonnenaufgang erwischen - komme ich raus, steht da wunderbar der Orion im Osten - gerade noch so, dass der Morgenhimmel ihn noch nicht überstrahlte. Hatte gar keine Zeit, irgendeine Nachführung aufzubauen - deswegen ganz generisch E-M1X mit dem 75er bei 1.8 und 2 Sekunden. OK, nix profimäßiges, aber für einen Quickshot bin ich zufrieden!

PA010247.jpg

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...es zeigt zumindest das Wesentlich, wo man dann mal länger draufhalten könnte..... falls man mal im Winter einen trockenen klaren Himmel erwischt 🙂

Siegfried

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Das Feld zwischen der Kassiopeia und dem Perseus mit dem fantastischen mFT45/1.8

In dunklen Nächten kann man genau dazwischen gerade noch den Doppel Sternhaufen (Double Cluster) sehen.
Sie sind auch unter den Namen h und chi Perseii bekannt.
Diese Sternhaufen nehmen am Himmel die Größe unseres Mondes ein und sind 6100 bezw. 6400 Lichtjahre weit weg.

Links davon befinden sich weitere große Emissionsnebel unserer Milchstraße die kurz als Herz und Seelen Nebel genannt werden.
Die einzelnen mehr oder weniger hellen Strukturen haben alle verschiedene Bezeichnungen, der Sternhaufen inmitten der Gaswolke regen den Wasserstoff zu seinem Leuchten an. Von uns ist das ca. 7500 Lichtjahre weit weg im Perseus Arm der Milchstraße.

Siegfried

OLY-F_DC_145F2EPL6_Dcr_IS_ABE_PCC_ArcSin_mStr_GMsmDCDecMT_SLmR.thumb.jpg.6c21491d24b4e74a88981d19a85df554.jpg

 

bearbeitet von iamsiggi

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Ich hatte ein Bild hier auf der Seite unter "Hilfe gesucht" gepostet, weil ich mir nicht klar war, ob ich was falsch gemacht hatte und ob die Bearbeitung in die richtige Richtung geht. Ich wurde eingeladen, das ruhig hier in den Thread zu hängen - mache ich doch gerne.

Ich fotografiere eigentlich keine Sterne - hier in der Nähe von Düsseldorf muss man einfach zu weit fahren - Licht überall - und deswegen habe ich auch kaum Erfahrung damit und keine tiefere Ahnung davon. Deswegen lasse ich die Finger auch vom Stacken - die Lernkurve scheint doch recht hoch und ich würde es zu selten benötigen. Trotzdem ist die Thematik an sich faszinierend und ich staune immer, was andere da so ans Licht bringen.

Allerdings war ich im September mal wieder in Südafrika und es hatte mich dort nach Norden, weit ins Nichts verschlagen und es gab ein Zeitfenster von zwei Tagen, die brauchbare Bedingungen versprachen. Das wollte ich dann doch mal nutzen. Was dann schwieriger als gedacht war, war die totale Dunkelheit. Wobei der Sternenhimmel einen dann natürlich umhaut. Eigentlich ja von Vorteil, aber die hat mich dann auch getäuscht, was die Beurteilung des RAWs in der Kamera anging. Es erschien mir hell genug, war es aber nicht. Ich muss also die Bilder in LR doch ziemlich pushen. Benutzt habe ich das 8mm/f1.8 Olympus Fisheye und die EM1II, ISO1600, 13 Sekunden. Defishen werde ich nicht. Ich halte es für kontraproduktiv, erst vermeide ich die Strichspuren, um sie dann wieder zu erzeugen?  

Der Vordergrund ist leider stockdunkel, das ging nicht anders. Da war nichts, nur Buschwerk und ich hatte nicht die Möglichkeit, da noch groß zu suchen. Und im Gebüsch krabbelt man da halt besser nicht alleine rum. 

20190902-224142.jpg

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Hier erkennt man am südlichen Ende den "Kohlensack" (Dunkelnebel) und daran angelegt das Kreuz des Südens. Über dem Kreuz dessen beiden Pointer Alpha- und Beta Centauri.

20190902-230604-Bearbeitet.jpg

kreuz des südens.JPG

bearbeitet von Meerbuscher
Bild vom Kreuz des Südens angehängt - vergrößert
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Jupiter/ Venus Konjunktion am 24.11.2019

Für Jehne, die sich fragen, was das für helle Sterne kurz nach Sonnenuntergang im Westen sind:

Derzeit beginnt für uns die Sichtbarkeit der Venus am Abendhimmel, kurz nach Sonnenuntergang in der Abenddämmerung.
Am höchsten wird sie dann Ende März 2020 stehn.

Momentan kann man beobachten, wie sich die Venus schnell dem Jupiter nähert. Am 24.11. ist dann die Konjunktion (enges Zusammentreffen) mit Jupiter.

Nach Sonne und Mond ist ja die Venus das hellste Objekt am Sternenhimmel (mag -4) danach kommt gleich Jupiter.

Also so 10-25 Minuten nach Sonnenuntergang in der Dämmerung am Horizont suchen.

Ich war ja bis vor kurzem noch im tiefen Süden von Ägypten unterwegs und habe am 20.11. 18:20 Ortszeit dieses Bild gemacht:

Der hellste Punkt rechts unten ist Venus, darüber Jupiter und gegen den oberen Bildrand sieht man noch den Saturn.

Saturn ist noch im Sternbild Schütze.
Schon alleine daran erkennt man dass das mit der Astrologie ein absoluter Blödsinn ist:

Den Astrolgischen Besprechungen gestern im Radio nach hat gestern die Sonne um 15:xx das Sternbild Schütze erreicht.
Faktencheck: Dann wären solche Bilder einfach nicht möglich.
Jupiter und Venus treffen sich im Sternzeichen Schlangenträger (da ist rho-OPH - die bunteste Region am Himmel für Normalobjektiv bis leichtem Tele). Der ist ja das unterschlagene 13. Tierkreiszeichen. Momentan sind also alle zwischen 29.11. und 16.12. geborenen also ohne Horoskop 😉
Erst danach steht die Sonne im Schützen. Derzeit steht sie nämlich in der Waage.

Allerdings: Die Venus/Jupiterkonjunktion wurde bei den Astrologen gestern im Radio auch breit besprochen....
Für mich stellt sich die Frage: Also was denn nun: Sind die Astrologen jetzt in der Zeitrechnung um 2500 Jahre zurück ...oder Aktuell ? 🤣🤣

Venus.jpg

bearbeitet von iamsiggi

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vor 17 Stunden schrieb Meerbuscher:

Hier erkennt man am südlichen Ende den "Kohlensack" (Dunkelnebel) und daran angelegt das Kreuz des Südens. Über dem Kreuz dessen beiden Pointer Alpha- und Beta Centauri.

 

kreuz des südens.JPG

Du kannst versuchen ob Du noch Proxima Centauri findest, ist ein schwaches rötliches Sternchen - der nächste Stern zu uns mit 4,3 Lichtjahren

https://astrob.in/290550/0/

bearbeitet von iamsiggi

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vor 9 Stunden schrieb iamsiggi:

Du kannst versuchen ob Du noch Proxima Centauri findest, ist ein schwaches rötliches Sternchen - der nächste Stern zu uns mit 4,3 Lichtjahren

https://astrob.in/290550/0/

Oh Mann, ich habe mir jetzt einen Wolf gesucht, bin nahe dran an der Stelle, aber irgendwie sieht es immer ein wenig anders aus als bei Stellarium ... "I can no more ..." Ich hatte mit dem 12-100 spaßeshalber dieses Gebiet um das Kreuz des Südens fotografiert. Viel Spaß beim sonntäglichen Puzzlespiel. Wer weiß schon, was da Störung ist und was ein Stern.

20190903-201653-Edit-Bearbeitet.jpg

bearbeitet von Meerbuscher

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vor 1 Stunde schrieb Meerbuscher:

Oh Mann, ich habe mir jetzt einen Wolf gesucht, bin nahe dran an der Stelle, aber irgendwie sieht es immer ein wenig anders aus als bei Stellarium ... "I can no more ..." Ich hatte mit dem 12-100 spaßeshalber dieses Gebiet um das Kreuz des Südens fotografiert. Viel Spaß beim sonntäglichen Puzzlespiel. Wer weiß schon, was da Störung ist und was ein Stern.

 

Das Bild mit dem 12-100  ist definitiv zu wenig tief, das 8mm hat zwar eine gute Tiefe, aber mit mag 11 wird er dann kaum an Einzelbild klar erkennbar sein.
Aber immerhin weißt Du jetzt wo unser nächster Stern zu finden ist ......

Da hat es Tommy eingezeichnet: https://www.astrobin.com/full/290550/B/ 
Selbst da muss man mal die Markierung suchen 😉

Wegen der Störungen: Deshalb ist es ja so wichtig, dass man seine Bilder gut kalibriert, wie man es nennt: Also Darkframes und Flat/BIAS Korrekturen macht. Dann kann man an den gestackten Bildern ziemlich sicher sein, dass dieses Punkterl..... was ist 😉

Siegfried
 

bearbeitet von iamsiggi

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Heute blies heftiger Südföhn, der sorgte aber auch dafür, dass es nicht gleich dichten Hochnebel gab.

Bei soviel Wind ist es sowieso problematisch mit großen Brennweiten, weil die Luftunruhe einfach keine hohe Auflösung erlaubt.

So habe ich schnell mal am StarAdventurer die E-PL6 mit dem mFT75/1.8 laufen lassen. Wie immer 60 Sekunden Belichtungszeit bei ISO800 und F/2...
Danach habe ich alle Bilder eliminiert, wo zu viel hohe Bewölkung durchzog, es waren sehr viele, aber 34 Bilder sind übrig geblieben.

Auch nicht üppig, aber es reicht, das schöne Feld im Linken Fuß des Sternbild Perseus zu zeigen.
Man findet das Ganze auch relativ leicht:  Gleich links neben den Plejaden.

Hauptobjekt ist da der California Nebel (NGC 1499) wie man sieht ein typischer Emission Nebel in ca 1200 Lichtjahren Entfernung, und wirklich groß!
Was man noch sieht, die Staubmengen in dieser Umgebung. Das ganze Feld zwischen Plejaden Perseus und Sternbild Fuhrmann ist voll davon und sind als Taurus Molekülwolken bekannt.

Wer lange genug belichtet, sodass man nicht nur die hellsten Sachen am Sensor hat und bei der Bearbeitung den Hintergrund nicht beschneidet, der wird sie auch am Bild haben. Das ist dann schon fortgeschrittene Astrofotografie.

Siegfried

fb_1490_34L_75mmF3I81mI800_California_ABE_IS_PCC_TGV_ArcSin_r.jpg

bearbeitet von iamsiggi

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Dem Orion ins Zentrum geschaut.....

Wer schon mal ohne Hilfsmittel versucht hat, den Orion Nebel zu sehen, der sieht an dunklerem Himmel unterhalb der 3 Gürtelsterne das sogenannte Schwertgehänge und kann da ein schwaches "Sternchen" (mag +4,5) sehen.
Wer ein Fernglas oder Teleobjektiv zur Hand nimmt, der wird 4 Sterne erkennen. Die sogenannten Trapez Sterne (wegen der Anordnung).

Sie laufen unter dem Namen (griechische Buchstaben der Sternhelligkeiten im Sternbild - alpha für den hellsten Stern)  Theta1 Orionis = θ1 Ori 
Theta2 ist der Erste der hellen 3 Sterne links hinter der Schockfront.

Zum Trapez: Von den 4 Sternen Theta1 C / A  / B / E ist optisch schon leicht erkennbar  C am hellsten. Mit 40 Sonnenmassen ist er ein sehr massereicher Stern und mit 50.000 Grad sehr heiß. Sogar der heißeste Stern, den wir mit freiem Auge sehen können. Er leuchtet 200.000 fach heller als unsere Sonne. Seine großteils harte UV-Strahlung regt das Gas des Orion zum Leuchten an. Ohne ihn würde wir hier kaum etwas sehen.
Das rote Licht ist wie immer der Wasserstoff, Sauerstoff in Blau ist kaum vorhanden, sondern kommt vom reflektiertem Sternenlicht (Reflexionsnebel).

Die Sterne des Trapez sind vor 1 - 2,5 Mio. Jahren aus der Gaswolke entstanden und füllen hier in etwa einen Raum von der Größe unseres Sonnensystem. Es sind nicht nur 4 Sterne, sondern sehr komplizierte Mehrfachsternsysteme. Selbst auf diesem 13 Sekunden Bild sind 2 weitere (E & F) zu erkennen.

Der Strahlungsdruck hat regelrecht eine Höhle in den Nebel frei geblasen. Man sieht die Schockfront (S) links. Dabei wurde weiteres Gas destabilisiert was zu größeren dichteren Massenansammlungen führt. Die Vorstufen sind sogenannte Protoplanetare Scheiben (P) die man hier zahlreich sieht. Hier entstehen gerade neue Sterne und Planetesysteme.


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Hier also das gesamte Feld, des 800mm Fernrohr mit einem EC14 und der E-M1.II Kamera. Bei sehr hellem Mondlicht wurde das Bild letzten Jänner aufgenommen.
Dabei wurde aber nur 13 Sekunden bei ISO800 und F/5.6 belichtet. Allerdings 110 Bilder in Summe.

FB_M42center_DCrop_gmLHECSCTsrgb_IS.thumb.jpg.ff3ed3eb1a1e2874b6b51153c4207424.jpg

So viele Sterne man im Orion Nebel auch sehen mag, im Laufe der Zeit sind hier über 3000 Sterne entstanden. Die weitaus meisten sind hinter oder im Nebel  versteckt, der aber das sichtbare Licht verschluckt.

Diese Sterne kann man aber im infraroten Licht sichtbar machen, ein paar selbst mit im kurzwelligen IR das CMOS Sensoren unsere Kameras auch zeigen, wenn man den Filter vor dem Sensor entfernt.

So habe ich einen Monat später (auch bei Vollmond, da kann man ja üblicherweise auch nichts ausrichten am stark aufgehellten Sternenhimmel) mal versucht, was meine Klarglasmodifizierte E-PL6 Kamera da sehen kann. Es wurde durch ein IR Filter belichtet, das nur Licht über 742nm durch lässt. Belichtet hatte ich bei F/4 30 Sekunden bei ISO1000.

Jedenfalls habe ich erst jetzt ein Lösungsansatz gefunden, da die Sterne, die man nur im IR sieht herauszurechnen, daher sind die Daten jetzt fast ein Jahr gereift 😉

Und das war mein Ergebnis: In Rot eingeblendet die Sterne, die nur im IR zu sehen sind.

FB_1490_M42_NBRGBCombination_IR.thumb.jpg.dc33091b5ee9609e17f7928084212801.jpg


Zur Bearbeitung eines solchen "Schmalband" Bildes:  Von den 4 Pixel der Bayermatrix (R/G/G/B)  die gemeinsam für einen Farbwert aus R/G/B) zuständig sind, wird nur das Rote Pixel belichtet. Die Auflösung ist entsprechend schlecht.
Ich habe aus dem ORF  nur die roten Pixel extrahiert und beim Stacken die trizzle funktion verwendet. So ergibt sich wieder ein gleich großes Bild. Das wurde dann auf das vorhandene R/G/B Bild ausgerichtet.
Vom IR Bild, dass ja auch die hellen "normalen" Sterne zeigt, die auch im IR stark leuchten, habe ich die Sterne des RGB Bild abziehen lassen und da noch etwas Hand angelegt, wo man Sterne, die man im sichtbaren auch noch schwächer sieht aus dem IR Bild entfernt. Man hat manche Sterne gesehen, die im visuellen nur schwach leuchten, im IR aber sehr hell. Da war es nicht immer einfach, welchen löscht man aus dem IR Bild weg, welchen lässt man noch....
Letztlich wurde das Bild mit den IR Sternen als roter Stern in das RGB mittels Schmalband - RGB Kombination  (NB-RGB Combination) integriert.

Siegfried

 

 

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      Nach langer Zeit traf es sich wieder: Relativ klar und dunkel für eine Zeit, was im Winter bei mir recht selten ist.

      So richtete ich wieder meinen "Newton ohne Namen" (nix anderes als ein gepimpter SkyWatcher Quattro) auf den Orionnnebel.
      Um auf Nummer sicher zu gehen, wählte ich ein Belichtung, dass das extrem helle Zentrum nicht zu sehr ausgebrannt wird in der Hoffnung beim recht schwachen  Rest noch etwas in  der Bildbearbeitung herausquetschen zu können.
      Das ist bei F/4 und 2 Minuten Belichtungszeit bei ISO400 in etwa der Fall. Letztlich sind es 32 Bilder geworden die verrechnet wurden. Hier jedenfalls das Ergebnis.

      Jetzt bräuchte es noch eine Dunkel Nacht um viel länger belichten zu können und eine wo ich viel kürzer Belichte, damit man dann ein nettes HDR ohne viel Rauschen in den schwachen Bereichen erstellen kann. Jetzt hoffe ich dass ich nicht wieder 3 Jahre auf so ein Ereignis warten muß 😉
       
    • Von pit-photography
      Es hellt sich langsam auf. Zeit, langsam aufzustehen 😉
      Objektiv: mFT 7-14/2,8
    • Von pit-photography
      Morgengrauen in der Natur
    • Von iamsiggi
      Kurz gab es gegen 18:00 beine Wolkenlücke, also füllte ich innerhalb 4 Minuten eine 32 GB UHS-II 2000x Karte (Lexar, alte Produktion) mit der E-M1.II, was 1838 Bilder ermöglichte...
      Der Mond hatte am 5.12. gerade seinen erdfernsten Punkt erreicht (etwas über 404.000km) Das Seeing war wie immer im Winter nicht wirklich gut..... aber ich wollte einen speziellen Krater, von dem ich eine Woche zuvor erfahren hatte zeigen... 🙂

      Teleskop war wie immer mein 800mm Newton und ein EC14 zusätzlich. Silentshutter mit der E-M1.II.  ISO400 und es ergab sich 1/250sec.

      Die 1838 Bilder (32GB) wurden wie üblich mit PIPP gecropt und in 48 Bit TIFF exportiert - was dann 780 GB an Daten brachte. Danach wurden 10% gestackt mit AS!3 ....was nicht ganz so lang dauerte und schnell bearbeitet.
       
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