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[ Mitmach-Thread] Astrofotos Sternenbilder mit u.ohne Landschaft


DeHau

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Hallo zusammen 

Ich denke (und hoffe) das es im Forum einige Interessierte an dieser schönen Art der Fotografie gibt,und möcht mal den Anfang machen.

Nordamerika und Pelikan Nebel vom 21 u.22.9.2019

mein erster HDR Versuch mit einer Gesamtbelichtungszeit von 5 stunden und 30min. Iso 400 78 Bilder a.120sec. ISO 640 170 Bilder a. 60sec.

Aufnahmekamera: em5 MarkII + Samyang 135mm/f2,0 Nachführung  Vixen Polarie

Software: Deepsky stacker,Fitswork u. Photoshop

Nordamerika u.Pelikan Nebel.jpg

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vor 33 Minuten schrieb iamsiggi:

Alle Achtung, sehr gut gelungen!

Und 135mm auf Polarie ist schon sehr sportlich! 
Schönes und schon recht tief belichtetes Bild des NGC7000. Auch die Farben passen!

Siegfried

 

Hallo Siegfried

Danke für dein Lob.

Es hat mich auch gewundert das so etwas in unserer lichtverseuchten Gegend ( ca 16 km südlich von Dortmund) möglich ist,es waren aber auch einige Schritte in Fitswork und Photoshop für die Ausarbeitung nötig.2 min. sind bei korrekter Einordnung auf der Polarie sehr gut machbar.

Gruß Detlef

 

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Auch etwas aus dem Sommer, steht ja noch hoch oben:

Das Sternbild Leier (Lyra) mit dem hellen Stern Wega.

Es geht sich mit dem Samyang 135 gerade noch aus.....

16x 60 Sekunden bei Offenblende und ISO800 mit der E-M10.II bei Halbmond

Ein Suchbild - wer findet den Ringnebel 😉

Links unten die Wega (auch Vega):

Wega ist ein relativ junger Stern und die Helligkeit wurde mit mag 0 festgelegt und diente damit lange Zeit ein Referenzstern für die Helligkeit am Nachthimmel.
Heute weiß man dass die Helligkeit leicht schwankt. Sie ist nur 25 Lichtjahre weit weg und hat die 40 fache Leuchtkraft der Sonne.
Nach Sirius, Arktur ( steht im Herbst schon weit im Westen, in der Verlängerung der deichsel des großen Wagens leicht zu finden) der 3 hellste Stern an unserem Nachthimmel. dicht folgt dann die Capella. Am Südlichen Himmel gibt es noch zwei weitere hellere Canopus und alpha-Centauri die auch noch etwas heller wären.


Wega war übrigens der erste Stern, der 1850 fotografiert wurde.

Aufgrund der Präzessionsbewegung der Erdachse (Wie ein Kreisel) wird in 12.000 Jahren hier der Himmelspol zu finden sein, bevor der Pol wieder zum Polarstern zurückwandert.
Derzeit haben wird das Glück, dass der Polarstern dem Himmelsnordpol sehre nahe steht.

OlyF_190823_Lyr135mm_v1_EM102_16L_ABE_IS_FluXX_TGVc_ArcSinHTStr_CTsrgb_gm_CTs_sm.thumb.jpg.310e36b14b5c43a3eae37b76d84efad3.jpg

Rechts oberhalb der Wega gegen den Rand das ε-Lyrae Doppelsternsystem:
ε1 und ε2 Lyrae sind zwei mag +4,6 helle Sterne mit 3,5 Bogenminuten Abstand, das ist 1/10 der Größe des Mondes und Sonne am Himmel. Somit sind sie für schärfste Augen bereits visuell trennbar. Fotografisch sind sie sehr leicht zu trennen.

Das Sternsystem ist 160 LJ von uns weg, und besteht in sich aus Doppelsternen. Weitere Begleiter konnten mittlerweile auch nachgewiesen werden.

Das ist jetzt mit dem 800mm Fernrohr und mit 2,65x Barlow, wie Telekonverter in der Astronomie genannt werden.
Das sind etwas mehr als 2,1m Brennweite.

Belichtet hatte ich das ganze im Zentelsekunden Bereich. Da muss man schon aufpassen, dass die Sterne nicht zu einem verschmelzen.
Es braucht auch ein recht gutes Seeing.


eLyr199L_crop.thumb.jpg.c8aad644b3629c31108385ff77c88505.jpg


Ein schon größere Herausforderung allerdings ist es, die zwei Komponenten A/B und C/D aus denen ε1 und ε2 Lyr besteht auch noch aufzutrennen:

Der Abstand der Komponente ε1 A/B und ε2 C/D beträgt aber nur noch 2,3 bzw. 2,4 Bogensekunden.
In dieser Größenordnung liegt allerdings schon das normale schlechte Seeing (Luftflimmern) meines Himmels. Nur in Ausnahmenächten wird mir unter 2 arcsec (Bogensekunden) angezeigt. Das beste Seeing von der Erdoberfläche aus wird bei ungefähr 0,7 – 1 Bogensekunde liegen. Durch Mitteln vieler Bilder kann aber die Auflösung erhöht werden.

Die Helligkeit der Sterne A, C und D ist mit um die mag 5-5,4 in etwa gleich groß, nur B ist mit mag 6 deutlich schwächer. Der Unterschied von einer mag stufe ist ja in etwa 2,5x weniger Licht.

Die Sterne A/B brauchen 1804 Jahre um sich zu umkreisen, C/D 724 Jahre.

 

Hier noch ein 100% Crop aus dem vorhin gezeigtem "Widefield" der die zwei hinteren Sterne des Sternbilds zeigt. Das kleine blaue Kringerl ist der berühmte Ringnebel (M57) in der Leier.

FB_Crop_M57_Lyr135mm_EM102_16L_ABE_IS_FluXX_TGVc_ArcSinHTStr_CTsrgb_gm_CTs_sm.thumb.jpg.8010efec72180818b3de02e18a000ab5.jpg

 

Siegfried

 

bearbeitet von iamsiggi
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Noch etwas unscheinbares, aber interessantes:

Barnard's Pfeilstern.

Gemeinhin nimmt man ja an, dass die Sterne relativ stabil am Himmel zueinander stehen, zumindest ein Menschenleben lang.
Der amerikanische Astronom Barnard hat 1916 an einem längst bekannten kleinen Stern die derzeit höchste Bewegung am Sternhimmel festgestellt. Bei uns heißt er daher Barnard's Pfeilstern. 

Einmal mehr das Samyang 135/2, wo einfach bei ISO800, Blende 2 60 Sekunden belichtet .. etwas über eine halbe Stunde - 37 Bilder hatte ich dann.... Kamera war die E-M10.II

Natürlich war es nicht ganz einfach, genau das Feld zu finden, aber da ist ja ein heller Stern (Cebalrai) und wenn ich den Kamera Mittig in der Vorschau nach unten setze, sollten oben 3 hellere Stern zu sehen sein. Dann sollte das gesuchte Objekt im Bild sein...

Keine Details - welche Gegend ?


Derzeit etwas höher über dem Jupiter (das hellste Objekt derzeit im Süden). Und westlich des hellen Stern Altair Im Sternbild Adler.
Zumindest die hellsten Sterne im Bild kann man in einer dunklen Nacht finden.
Da ist nämlich das große Sternbild des Schlangenträgers (Ophiuchus, OPH).
Sagt den meisten wohl nichts, kein Wunder ! Aber es wäre an sich das 13. Sternzeichen und so haben es die Astrologen unterschlagen ! Wer zwischen 30.11. und 18.12. geboren wurde, dessen Sternzeichen ist das des Schlangenträger.

Und noch etwas menschengemachtes:
Die Raumsonde Voyager 1, das am weitesten von der Erde entfernte und menschengemachte Objekt fliegt in diesem Sternbild hinaus in die Weiten des Alls...

Hier das gesamte Feld, astrometriert:

1548612992_fb_anno_gro_Pfeilstern_Sy135_EM102_32L_DCr_ABE_IS_sAC_TGVCrDN_ArcSinHTStr_SCNR_MCTs_Dec_Annotated1.thumb.jpg.816192db41a067c37c1cc3e036c09895.jpg

Mit im Bild habe ich auch den den Asteroiden 914 Palisana, einen sehr kohlestoffreichen dunklen 77km Brocken im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Da sieht man halt auch, was mit einfachen Mitteln noch nachweisbar ist....

Das kleine rote Sternchen ist der Pfeilstern..... wo der grüne Pfeil hinzeigt.
...mit einer Sternkarte oder der Freeware Stellarium findet man das aber auch heraus... zumindest mit etwas Suchen 1f609.png


Derzeit ist er 6 Lichtjahre weit weg, und damit der nächste Stern am Nördlichen Sternhimmel - im Süden ist das Alpha Centauri 3 Fachsternsystem - mit dem "Proxima Centauri" ein kleiner roter Stern der ist unser nächster derzeit mit etwas über 4 Lichtjahren.

Der Stern selbst ist ein roter Zwerg, nicht mal doppelt so groß wie unser Jupiter ! Aber sehr alt, mindestens 9-10 Mrd Jahre und damit doppelt so alt wie unsere Sonne.

Er bewegt sich mit 142 km/s auf unser Sonnensystem zu,  die größte Annäherung wird in 11.000 Jahren sein, bis auf 3,8 Lichtjahre. Dann ist er kurzzeitig unser nächster Stern.

Am Himmel bewegt er sich jedes Jahr um 10,3 Bogensekunden weiter. Bei dieser Vergrößerung sind das 2 Pixel pro Jahr.
Wer das Bild in Groß ansieht: Da ist links eine Sterngruppe inform eines umgekehrten V. Da oberhalb beim kleinen Sternchen war die Position vor 40 Jahren.
Es ist also mit einfachen Mittel auch nachvollziehbar und berechenbar.

Und mit 99% Wahrscheinlichkeit wurde voriges Jahr bekannt gegeben, dass er von einem Planeten umkreist wird. Er soll die 3,2 fache Erdmasse haben und 233 Tage für einen Umlauf um den Stern benötigen.


Siegfried


 

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Ich habe auch wenig gute Nächte, aber so über's Jahr kommt schon etwas zusammen.

Wenn ich mal ratlos bin oder wissen will, was noch auf meiner Wunschliste steht ziehe ich ein Buch zu Rate:

Ronald Stoyan "Deep Sky Reiseführer".

Der ist ein begnadeter Beobachter, aber das schöne daran:  Er zeigt die wichtigsten Objekte und beschreibt, wie man sie freisichtig, mit kleinerem und größerem Gerät sehen kann und auch die Abbildungen zeigen dann die Sachen so, wie man es dann sehen könnte, wenn man geübt ist. Und da unsere Digitalkameras um einiges besser sehen, kann man dann anhand der Bilder und der eigenen gemachten Bilder abschätzen und eingrenzen, was man mit seinen Mitteln machen könnte.

Meist entscheide ich spontan, welches Objekt am günstigsten steht. Und da hilft es in etwa, wenn man schon grob weiß was da so zur Auswahl steht. Da man ja auch oft nur ein enges Zeitfenster hat, wo es optimal wäre.

In Kombination mit Stellarium ist das einfach ideal.

Siegfried

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Diesen Sonntag Nacht (29/30.9.2019) war ganz kurz klar und dunkel ....
So wanderte ich hinter meinen Garten ca 300m etwas den Weinberg hinauf und stelle den StarAdventurer auf. So kann ich über die kleine Ortschaft hinweg gegen den Süden fotografieren.
Wunderschön wie noch um19:45 die Milchstraße im Süden hochsteigt.

Als Objektiv habe mich für das mFT8/1.8 entschieden. Da die Zeit durch die Wolken die vom Westen hereinwanderten habe ich zunächst  gegen den Spden fotogrfiert.
15 Bilder zu 60 Sekunden F/2.8 bei ISO800.

Dann habe ich das ganze etwas "defished" (ganz verzerrt die Sterne gegen den Rand zu viel) und beschnitten.


Rechts der Milchstraße sieht man den relativ hellen Strahl der Kirche der Nachbarortschaft Etsdorf. Zum Glück war die Luft trocken, sodaß man den Strahl der gegen den Himmel geht, nicht gar so arg sieht. Links der Milchstraße beleuchtet unsere Kirche recht breit den Südost Himmel und  gegen den linken Rand ist die Lichtglocke von Wien, 65km weit weg..


Gerade bei größeren Himmelsausschnitten ist es deshalb wichtig, möglichst keine Störlichtquellen zu haben.
Darum nehme ich meist auch ein leichtes Teleobjektiv, da sind die Helligkeitsgradienten  noch einigermaßen beherrschbar.

fb_SGR_CYG8mm_15LI8001m_DBE_sAC_STFStr_LC_clone.thumb.jpg.63f1247b60b23f6d4626b51583a1f18c.jpg

Danach richtete ich die Sache gegen den Zenit und investierte dann den Rest der Zeit, bis es zuzog. 28 Bilder zu 1 Minute sind es geworden.

Hier das ganze Feld des 8mm. So weit es geht wurde versucht, die Helligkeit des Himmels auf gleiche Werte zu bringen. Nennt man Hintergrundextraktion (Backgroundextraction) oder das Feld "flach machen" (flatten).
Das ist das Um und Auf bei der Astrofotobearbeitung. Bei einem so großen Bildfeld geht das allerdings nicht mehr wirklich...... ansatzweise schon.



fb_AQLCAS_8mmF28I8001M_23L_ABE_sAC_STFStr_RMCTs_Decon_SM_DEcon.thumb.jpg.ad81aee790662626510bcd14b53fc468.jpg


Wie man sieht, ist das Feld des 8mm wirklich groß, brauchbar aber nur ein kleiner Teil, wenn man's genau nimmt. Rechts oben ist fast der Südhorizont - etwas über dem Schützen und links unten der Perseus. Darüber Kassiopeia - und Rechts unterhalb gegen den Rand ist die Andromeda Galaxie. ganz oberen im linken Eck zieht sich der Große Wagen/ Große Bärin) über den Nordwest Horizont.

Im rechten Viertel oberhalb der Mitte sieht man das Sommerdreieck - Oben die helle Wega (mag 0) rechts unten Altair im Sternbild Adler (leicht Identifizierbarkeit durch die zwei Sterne oben rechts und unten links) und eben leicht oberhalb der Bildmitte Deneb - der Schwanzstern des Sommersternbild Schwan, der inmitten der Milchstraße gegen Westen fliegt...

Gleich unterhalb des Deneb, ist der Nordamerika Nebel nicht zu übersehen. Auch andere Nebel, erkennbar an ihrem roten Leuchten, die sich in unsere Milchstraße befinden kann man jetzt erkennen.
Besonders viel gibt es da eben im Sternbild Schwan und links davon im Sternbild Kepheus.
Auch die Dunkelwolken die die vielen Sterne der Milchstraße verschlucken sieht man schön.

Und den Kleiderbügelhaufen  (Cr399) des Himmels sieht man auch, wenn man entlang der Linie zwischen Altair und Wega in der Milchstraße sucht.


Das übrigens ist das Bild, das die Pixel zeigt, die in der Helligkeit über dem Durchschnitt lagen. Die fallen dann beim zusammenrechnen heraus.
Die ISS sieht man dann im Erdschatten verschwinden - die Unterbrechung war durch Speichern und Auslöseverzögerung von 4 Sekunden.

FB_reject.thumb.jpg.326054102a5ad6a4aaf4b78badf85a96.jpg

 

Siegfried

bearbeitet von iamsiggi
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Eigentlich wollt ich ja den Sonnenaufgang erwischen - komme ich raus, steht da wunderbar der Orion im Osten - gerade noch so, dass der Morgenhimmel ihn noch nicht überstrahlte. Hatte gar keine Zeit, irgendeine Nachführung aufzubauen - deswegen ganz generisch E-M1X mit dem 75er bei 1.8 und 2 Sekunden. OK, nix profimäßiges, aber für einen Quickshot bin ich zufrieden!

PA010247.jpg

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Das Feld zwischen der Kassiopeia und dem Perseus mit dem fantastischen mFT45/1.8

In dunklen Nächten kann man genau dazwischen gerade noch den Doppel Sternhaufen (Double Cluster) sehen.
Sie sind auch unter den Namen h und chi Perseii bekannt.
Diese Sternhaufen nehmen am Himmel die Größe unseres Mondes ein und sind 6100 bezw. 6400 Lichtjahre weit weg.

Links davon befinden sich weitere große Emissionsnebel unserer Milchstraße die kurz als Herz und Seelen Nebel genannt werden.
Die einzelnen mehr oder weniger hellen Strukturen haben alle verschiedene Bezeichnungen, der Sternhaufen inmitten der Gaswolke regen den Wasserstoff zu seinem Leuchten an. Von uns ist das ca. 7500 Lichtjahre weit weg im Perseus Arm der Milchstraße.

Siegfried

OLY-F_DC_145F2EPL6_Dcr_IS_ABE_PCC_ArcSin_mStr_GMsmDCDecMT_SLmR.thumb.jpg.6c21491d24b4e74a88981d19a85df554.jpg

 

bearbeitet von iamsiggi
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  • 1 month later...

Ich hatte ein Bild hier auf der Seite unter "Hilfe gesucht" gepostet, weil ich mir nicht klar war, ob ich was falsch gemacht hatte und ob die Bearbeitung in die richtige Richtung geht. Ich wurde eingeladen, das ruhig hier in den Thread zu hängen - mache ich doch gerne.

Ich fotografiere eigentlich keine Sterne - hier in der Nähe von Düsseldorf muss man einfach zu weit fahren - Licht überall - und deswegen habe ich auch kaum Erfahrung damit und keine tiefere Ahnung davon. Deswegen lasse ich die Finger auch vom Stacken - die Lernkurve scheint doch recht hoch und ich würde es zu selten benötigen. Trotzdem ist die Thematik an sich faszinierend und ich staune immer, was andere da so ans Licht bringen.

Allerdings war ich im September mal wieder in Südafrika und es hatte mich dort nach Norden, weit ins Nichts verschlagen und es gab ein Zeitfenster von zwei Tagen, die brauchbare Bedingungen versprachen. Das wollte ich dann doch mal nutzen. Was dann schwieriger als gedacht war, war die totale Dunkelheit. Wobei der Sternenhimmel einen dann natürlich umhaut. Eigentlich ja von Vorteil, aber die hat mich dann auch getäuscht, was die Beurteilung des RAWs in der Kamera anging. Es erschien mir hell genug, war es aber nicht. Ich muss also die Bilder in LR doch ziemlich pushen. Benutzt habe ich das 8mm/f1.8 Olympus Fisheye und die EM1II, ISO1600, 13 Sekunden. Defishen werde ich nicht. Ich halte es für kontraproduktiv, erst vermeide ich die Strichspuren, um sie dann wieder zu erzeugen?  

Der Vordergrund ist leider stockdunkel, das ging nicht anders. Da war nichts, nur Buschwerk und ich hatte nicht die Möglichkeit, da noch groß zu suchen. Und im Gebüsch krabbelt man da halt besser nicht alleine rum. 

20190902-224142.jpg

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Hier erkennt man am südlichen Ende den "Kohlensack" (Dunkelnebel) und daran angelegt das Kreuz des Südens. Über dem Kreuz dessen beiden Pointer Alpha- und Beta Centauri.

20190902-230604-Bearbeitet.jpg

kreuz des südens.JPG

bearbeitet von Meerbuscher
Bild vom Kreuz des Südens angehängt - vergrößert
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Jupiter/ Venus Konjunktion am 24.11.2019

Für Jehne, die sich fragen, was das für helle Sterne kurz nach Sonnenuntergang im Westen sind:

Derzeit beginnt für uns die Sichtbarkeit der Venus am Abendhimmel, kurz nach Sonnenuntergang in der Abenddämmerung.
Am höchsten wird sie dann Ende März 2020 stehn.

Momentan kann man beobachten, wie sich die Venus schnell dem Jupiter nähert. Am 24.11. ist dann die Konjunktion (enges Zusammentreffen) mit Jupiter.

Nach Sonne und Mond ist ja die Venus das hellste Objekt am Sternenhimmel (mag -4) danach kommt gleich Jupiter.

Also so 10-25 Minuten nach Sonnenuntergang in der Dämmerung am Horizont suchen.

Ich war ja bis vor kurzem noch im tiefen Süden von Ägypten unterwegs und habe am 20.11. 18:20 Ortszeit dieses Bild gemacht:

Der hellste Punkt rechts unten ist Venus, darüber Jupiter und gegen den oberen Bildrand sieht man noch den Saturn.

Saturn ist noch im Sternbild Schütze.
Schon alleine daran erkennt man dass das mit der Astrologie ein absoluter Blödsinn ist:

Den Astrolgischen Besprechungen gestern im Radio nach hat gestern die Sonne um 15:xx das Sternbild Schütze erreicht.
Faktencheck: Dann wären solche Bilder einfach nicht möglich.
Jupiter und Venus treffen sich im Sternzeichen Schlangenträger (da ist rho-OPH - die bunteste Region am Himmel für Normalobjektiv bis leichtem Tele). Der ist ja das unterschlagene 13. Tierkreiszeichen. Momentan sind also alle zwischen 29.11. und 16.12. geborenen also ohne Horoskop 😉
Erst danach steht die Sonne im Schützen. Derzeit steht sie nämlich in der Waage.

Allerdings: Die Venus/Jupiterkonjunktion wurde bei den Astrologen gestern im Radio auch breit besprochen....
Für mich stellt sich die Frage: Also was denn nun: Sind die Astrologen jetzt in der Zeitrechnung um 2500 Jahre zurück ...oder Aktuell ? 🤣🤣

Venus.jpg

bearbeitet von iamsiggi
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vor 17 Stunden schrieb Meerbuscher:

Hier erkennt man am südlichen Ende den "Kohlensack" (Dunkelnebel) und daran angelegt das Kreuz des Südens. Über dem Kreuz dessen beiden Pointer Alpha- und Beta Centauri.

 

kreuz des südens.JPG

Du kannst versuchen ob Du noch Proxima Centauri findest, ist ein schwaches rötliches Sternchen - der nächste Stern zu uns mit 4,3 Lichtjahren

https://astrob.in/290550/0/

bearbeitet von iamsiggi
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vor 9 Stunden schrieb iamsiggi:

Du kannst versuchen ob Du noch Proxima Centauri findest, ist ein schwaches rötliches Sternchen - der nächste Stern zu uns mit 4,3 Lichtjahren

https://astrob.in/290550/0/

Oh Mann, ich habe mir jetzt einen Wolf gesucht, bin nahe dran an der Stelle, aber irgendwie sieht es immer ein wenig anders aus als bei Stellarium ... "I can no more ..." Ich hatte mit dem 12-100 spaßeshalber dieses Gebiet um das Kreuz des Südens fotografiert. Viel Spaß beim sonntäglichen Puzzlespiel. Wer weiß schon, was da Störung ist und was ein Stern.

20190903-201653-Edit-Bearbeitet.jpg

bearbeitet von Meerbuscher
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vor 1 Stunde schrieb Meerbuscher:

Oh Mann, ich habe mir jetzt einen Wolf gesucht, bin nahe dran an der Stelle, aber irgendwie sieht es immer ein wenig anders aus als bei Stellarium ... "I can no more ..." Ich hatte mit dem 12-100 spaßeshalber dieses Gebiet um das Kreuz des Südens fotografiert. Viel Spaß beim sonntäglichen Puzzlespiel. Wer weiß schon, was da Störung ist und was ein Stern.

 

Das Bild mit dem 12-100  ist definitiv zu wenig tief, das 8mm hat zwar eine gute Tiefe, aber mit mag 11 wird er dann kaum an Einzelbild klar erkennbar sein.
Aber immerhin weißt Du jetzt wo unser nächster Stern zu finden ist ......

Da hat es Tommy eingezeichnet: https://www.astrobin.com/full/290550/B/ 
Selbst da muss man mal die Markierung suchen 😉

Wegen der Störungen: Deshalb ist es ja so wichtig, dass man seine Bilder gut kalibriert, wie man es nennt: Also Darkframes und Flat/BIAS Korrekturen macht. Dann kann man an den gestackten Bildern ziemlich sicher sein, dass dieses Punkterl..... was ist 😉

Siegfried
 

bearbeitet von iamsiggi
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Heute blies heftiger Südföhn, der sorgte aber auch dafür, dass es nicht gleich dichten Hochnebel gab.

Bei soviel Wind ist es sowieso problematisch mit großen Brennweiten, weil die Luftunruhe einfach keine hohe Auflösung erlaubt.

So habe ich schnell mal am StarAdventurer die E-PL6 mit dem mFT75/1.8 laufen lassen. Wie immer 60 Sekunden Belichtungszeit bei ISO800 und F/2...
Danach habe ich alle Bilder eliminiert, wo zu viel hohe Bewölkung durchzog, es waren sehr viele, aber 34 Bilder sind übrig geblieben.

Auch nicht üppig, aber es reicht, das schöne Feld im Linken Fuß des Sternbild Perseus zu zeigen.
Man findet das Ganze auch relativ leicht:  Gleich links neben den Plejaden.

Hauptobjekt ist da der California Nebel (NGC 1499) wie man sieht ein typischer Emission Nebel in ca 1200 Lichtjahren Entfernung, und wirklich groß!
Was man noch sieht, die Staubmengen in dieser Umgebung. Das ganze Feld zwischen Plejaden Perseus und Sternbild Fuhrmann ist voll davon und sind als Taurus Molekülwolken bekannt.

Wer lange genug belichtet, sodass man nicht nur die hellsten Sachen am Sensor hat und bei der Bearbeitung den Hintergrund nicht beschneidet, der wird sie auch am Bild haben. Das ist dann schon fortgeschrittene Astrofotografie.

Siegfried

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bearbeitet von iamsiggi
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  • 1 month later...

Dem Orion ins Zentrum geschaut.....

Wer schon mal ohne Hilfsmittel versucht hat, den Orion Nebel zu sehen, der sieht an dunklerem Himmel unterhalb der 3 Gürtelsterne das sogenannte Schwertgehänge und kann da ein schwaches "Sternchen" (mag +4,5) sehen.
Wer ein Fernglas oder Teleobjektiv zur Hand nimmt, der wird 4 Sterne erkennen. Die sogenannten Trapez Sterne (wegen der Anordnung).

Sie laufen unter dem Namen (griechische Buchstaben der Sternhelligkeiten im Sternbild - alpha für den hellsten Stern)  Theta1 Orionis = θ1 Ori 
Theta2 ist der Erste der hellen 3 Sterne links hinter der Schockfront.

Zum Trapez: Von den 4 Sternen Theta1 C / A  / B / E ist optisch schon leicht erkennbar  C am hellsten. Mit 40 Sonnenmassen ist er ein sehr massereicher Stern und mit 50.000 Grad sehr heiß. Sogar der heißeste Stern, den wir mit freiem Auge sehen können. Er leuchtet 200.000 fach heller als unsere Sonne. Seine großteils harte UV-Strahlung regt das Gas des Orion zum Leuchten an. Ohne ihn würde wir hier kaum etwas sehen.
Das rote Licht ist wie immer der Wasserstoff, Sauerstoff in Blau ist kaum vorhanden, sondern kommt vom reflektiertem Sternenlicht (Reflexionsnebel).

Die Sterne des Trapez sind vor 1 - 2,5 Mio. Jahren aus der Gaswolke entstanden und füllen hier in etwa einen Raum von der Größe unseres Sonnensystem. Es sind nicht nur 4 Sterne, sondern sehr komplizierte Mehrfachsternsysteme. Selbst auf diesem 13 Sekunden Bild sind 2 weitere (E & F) zu erkennen.

Der Strahlungsdruck hat regelrecht eine Höhle in den Nebel frei geblasen. Man sieht die Schockfront (S) links. Dabei wurde weiteres Gas destabilisiert was zu größeren dichteren Massenansammlungen führt. Die Vorstufen sind sogenannte Protoplanetare Scheiben (P) die man hier zahlreich sieht. Hier entstehen gerade neue Sterne und Planetesysteme.


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Hier also das gesamte Feld, des 800mm Fernrohr mit einem EC14 und der E-M1.II Kamera. Bei sehr hellem Mondlicht wurde das Bild letzten Jänner aufgenommen.
Dabei wurde aber nur 13 Sekunden bei ISO800 und F/5.6 belichtet. Allerdings 110 Bilder in Summe.

FB_M42center_DCrop_gmLHECSCTsrgb_IS.thumb.jpg.ff3ed3eb1a1e2874b6b51153c4207424.jpg

So viele Sterne man im Orion Nebel auch sehen mag, im Laufe der Zeit sind hier über 3000 Sterne entstanden. Die weitaus meisten sind hinter oder im Nebel  versteckt, der aber das sichtbare Licht verschluckt.

Diese Sterne kann man aber im infraroten Licht sichtbar machen, ein paar selbst mit im kurzwelligen IR das CMOS Sensoren unsere Kameras auch zeigen, wenn man den Filter vor dem Sensor entfernt.

So habe ich einen Monat später (auch bei Vollmond, da kann man ja üblicherweise auch nichts ausrichten am stark aufgehellten Sternenhimmel) mal versucht, was meine Klarglasmodifizierte E-PL6 Kamera da sehen kann. Es wurde durch ein IR Filter belichtet, das nur Licht über 742nm durch lässt. Belichtet hatte ich bei F/4 30 Sekunden bei ISO1000.

Jedenfalls habe ich erst jetzt ein Lösungsansatz gefunden, da die Sterne, die man nur im IR sieht herauszurechnen, daher sind die Daten jetzt fast ein Jahr gereift 😉

Und das war mein Ergebnis: In Rot eingeblendet die Sterne, die nur im IR zu sehen sind.

FB_1490_M42_NBRGBCombination_IR.thumb.jpg.dc33091b5ee9609e17f7928084212801.jpg


Zur Bearbeitung eines solchen "Schmalband" Bildes:  Von den 4 Pixel der Bayermatrix (R/G/G/B)  die gemeinsam für einen Farbwert aus R/G/B) zuständig sind, wird nur das Rote Pixel belichtet. Die Auflösung ist entsprechend schlecht.
Ich habe aus dem ORF  nur die roten Pixel extrahiert und beim Stacken die trizzle funktion verwendet. So ergibt sich wieder ein gleich großes Bild. Das wurde dann auf das vorhandene R/G/B Bild ausgerichtet.
Vom IR Bild, dass ja auch die hellen "normalen" Sterne zeigt, die auch im IR stark leuchten, habe ich die Sterne des RGB Bild abziehen lassen und da noch etwas Hand angelegt, wo man Sterne, die man im sichtbaren auch noch schwächer sieht aus dem IR Bild entfernt. Man hat manche Sterne gesehen, die im visuellen nur schwach leuchten, im IR aber sehr hell. Da war es nicht immer einfach, welchen löscht man aus dem IR Bild weg, welchen lässt man noch....
Letztlich wurde das Bild mit den IR Sternen als roter Stern in das RGB mittels Schmalband - RGB Kombination  (NB-RGB Combination) integriert.

Siegfried

 

 

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  • 2 months later...

Hier war eigentlich der Plan das Zentrum der Milchstraße mit Spiegelung im Wasser und einer nahe gelegenen Anglerhütte im Bild zu fotografieren. Dann fand ich die Idee mit dem Steg aber schöner und so ist das dabei herausgekommen. Da der Blick Richtung Nordwesten geht, ist aber nur ein dünner Randbereich der Milchstraße zu sehen.

Für Anmerkungen und Kritik wäre ich dankbar. Das ist zwar erst mein zweites "Astrofoto", aber dafür und unter Berücksichtigung, dass es mit einer 7 Jahre alten MFT-Kamera aufgenommen wurde, bin ich recht zufrieden. Dennoch, ich denke ich kann noch einiges lernen. Und das geht am besten über Feedback. 😉 Danke!

1118485505_StegAstro.thumb.jpg.a3510c67c067881bd325b0a2dd248559.jpg

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Für's erste kann ich nur mit einer Mondlandschaft aufwarten.

Pen-F an einem Celestron C800 edgeHD mit 0,7er Reducer @ 1423mm Brennweite und f7, es wurde um ca. 17 Uhr aufgenommen...

Dieses Foto entstand aus 9 Einzelbildern welche ich mit Affinity Photo verrechnet habe.

LG, Herb

9 moon.jpeg

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Ein Terminatormosaik, mit meinem C8 Spiegelteleskop von Celestron gemacht, eine Heidenarbeit.

Es waren über 20 Einzelbilder die durch Autostakkert gelaufen sind und in Schärfe, Kontrast und Helligkeit in Deckung gebracht wurden.

Als Mosaiksoftware hatte ich damals Autostitch:

Terminatormosaik-f10-080314_3-denoise.thumb.jpg.ab0192e71bd10980f4ed3916932540a8.jpg

Gruß,

Uli

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      Außer bei sehr hellen Objekten wie die Sonnensystemkörper wo man notfalls ein bestimmtes Ereignis festhalten will, ist klarer und möglichst dunkler Himmel eine der wichtigsten Grundvoraussetzung.
      Zwischen den Schlechtwetterperioden Ende Mai bot sich eine kurze Gelegenheit um die ohnehin kurze astronomische Dunkelheit. Bei mir war das damals, 3 Wochen vor Tag/Nachtgleiche erst kurz nach 23:40. Der noch sehr helle Mond gesellt sich dann auch gegen 1:00 dazu, was hier sowieso zu einem Abbruch führen würde.
      Durch die feuchtere Luft und starke Abkühlung (Ende Mai bis auf  4 Grad morgens) konnte man schon ahnen, dass es wenn überhaupt nicht lange klar bleiben würde. Denn es bilden sich dann bald in größeren Höhen Dunstbänke oder gar Wolken, die den Himmel durch reflektiertes Licht der noch immer stark zunehmenden Lichtverschmutzung stärker aufhellen.
      Bei solchen Objekten wie Sternhaufen aber nicht so das Problem. Sterne sind ja recht hell.
      Ein Test mit dem Himmelsqualitätsmesser (SQM-L) hatte ich dann tatsächlich bald mal Werte um 20,70 später sogar gegen 21 gemessen, bis es dann merklich aufhellte gegen 01:10 durch Dunst und aufgehenden Mond. Rein visuell merkt man diese Verdoppelung der Helligkeit am Himmel kaum. Nur im Histogramm wandert der Peak (der Himmelshintergrund) leicht. Durch Dunst verbreitert sich dann irgendwann mal auch der Peak, weil das helle Sternenlicht zu Halos um die Sterne führt. Das kann natürlich auch eine beschlagene Linse sein, aber das war hier gerade nicht mehr das Problem, es war knapp davor und gerade noch klar für das Anfertigen der Flats.
      Egal aus den mehr als 2 Stunden konnten ich nach visuellem Aussortieren aller schlechten Bilder (durchziehende Wolkenbänke und diffuse Eintrübungen durch hohe Nebelbänke) 21 Bilder bekommen für die Bearbeitung. Damit kann man dann schon was anfangen und für diesen Zweck reicht es.
      Ich notiere mir immer wieder ein paar Eckdaten zu der Session:
      ---------------------
      Samstag immer wieder Wolken
      AZ-EQ6GT + E-M1.III mFT100-400 @400 F/6  2min ISO1600
      24L 8D 58FD 34B 60F
      23:25 8/82% SQM 20,70
      23:45 8/84% SQM 20,70
      00:15 7/86% SQM 20,90
      00:40 7/88% SQM 20,68 Dunst!
      Abbruch Drüb hell !! Mond bereits aufgegangen
      F/D/FD/B ISO200 +1eV
      --------------------------
      Neben der Qualität des Nachthimmels gibt es einen zweiten unabdingbaren Punkt:
      Wir brauchen scharfe  genügend lang belichtete Bilder.
      Scharfzustellen vor allem bei länger brennweitigen Objektiven geht u.a. mit einer Bahtinov Maske, aber auch bei hoher Vergrößerung rein Visuell an einem helleren Stern recht gut. Die E-M1.III kann hier auch den Sternen AF Modus, der aber bei lichtschwachen Objektiven und langen Brennweiten auch bald mal versagt bezw. auch kein besseres Ergebnis bietet, als visuell die Größe des Sterns beim manuellen fokussieren zu beobachten.
      Das grundlegende Problem ist aber nun mal: Man muß oft minutenlang belichten. Das kann man mit wenig Aufwand und einem gutem Tracker bei kleinen Brennweiten (<70mm) noch hinbekommen. Noch dazu sind kleine Lichtstarke Brennweiten noch vergleichsweise günstig.
      Größere Brennweiten brauchen dann eine nochmals stark gesteigerte Nachführgenauigkeit und weil sie naturgemäß auch lichtschwächer sind zusätzlich noch längere Belichtungszeit. Da wird es mit den Freiheiten der Fotografie schnell sehr eng.
      Man liest ja oft, StarAdventurer (wohl einer der Besten günstigen) von bis zu 400mm kein Problem, aber man darf hier nicht vergessen: Wir haben FT Sensoren wo 400mm eine Vergrößerung eines 800mm an einem KB Sensor sind. Diese KB Sensoren haben noch dazu größere Pixel, die mehr verzeien.
      Also 200mm bei 4 Minuten  an einem StarAdventurer würde ich schon als sportlich bezeichnen, wo sich einer wirklich mit der präzisen Einnordung gespielt hat und man das Glück hatte, dass gerade alles so läuft wie es sollte. Das tut es nämlich oft nicht, was man aber in der eigenen Praxis bald herausfindet.

      Dazu kommt aber auch: Auch wenn die Sterne rund aussehen mögen aber über längere Zeit sich das Bildfeld in eine Richtung verschiebt, kommt es dann zu einem sehr eunschönen, praktisch nicht zu korrierenden Effekt der "wandelnden Schatten" besser als walking shades oder moving noise. Dem kann man entgegensteueren indem man ab und an sein Bildfeld etwas versetzt. Nennt sich dithering.
      Da ich über eine sehr gute Montierung verfüge und ich zu einem Ergebnis kommen will, habe ich es hier leichter: Einfach das Ganze auf die große GoTo Montierung (SkyWatcher AZ-EQ6) und damit auch die Nachführung absolut präzise läuft mit Guiding.
      Mittlerweile brauche ich (wenn alles läuft wie es soll) unter 30 Minuten bis alles von alleine meine Belichtungen sammelt.....
      Der letzte wichtige Punk, den ich hier aber jetzt nicht bespreche: Die nachfolgende Bildbearbeitung. Da kann man auch mit noch soviel Geld keine Software kaufen, die einem das abnimmt. Da ist hart erarbeitetes eigenes Gewusst wie gefordert.
      Unsere Oly Kameras und verfügbaren guten Linsen sind hier jedenfalls die längste Zeit nicht der limitierende Faktor.
      Jetzt also zu dieser Session:
      Vorher habe ich mal bei MeteoBlue  die Seeingprognose geschaut, wie die Bedingungen für meinen Raum vorhergesagt sind und beim lokalen Wetterdienst (INCA Karte) den Bewölkungsverlauf studiert um zu entscheiden probieren oder lieber schlafen  😉
      Für alles andere wäre die Nacht sowieso zu kurz und schlecht, so entschied ich mich spontan für M13 mit dem 100-400 Zoom.
      Also das Ganze aufgebaut und mit der schnellen Kochab Methode eingenordet:
      Mit einem Auge durch das Polsucherfernrohr geschaut und mit dem anderen Auge die Position von Kochab (2. hellster Stern im Kasten des kleinen Wagen/Bären) und dann den Polarstern an die Position im Ring des Polarscope gebracht dass er auf einer Linie vom Zentrum aus zu Kochab steht.
      Das ist genau genug, dass ich bei 800mm zwischen 40 Sekunden und 1min 20 belichten könnte. Mehr Präzision erfordert dann einfach wesentlich mehr Zeit zum Einnorden. Aber das erspare ich mir, weil ich ja mit einem Stern guide. Damit wird eine Abweichung von soll präzise laufend korrigiert.
      Danach ein 1-Stern Alignment an der Wega gemacht:
      Das Teleskop fährt dabei von der Startposition (auf Norden ausgerichtet) in die Nähe des Sterns. Wenn man Glück hat, sieht man den Stern im Sucherfernrohr. Dahin muss man ihn mit der Motorsteuerung der Handbox (oder was auch immer man verwendet) bringen.Und zwar  mittig ins Fadenkreuz. Hat man bei den vorherigen Sessions schon mal alles so abgeglichen dass der Stern dann auch in der Mitte des Bildfeldes der Kamera steht bestätigt man die Position. Wenn nicht: Stern in der Mitte des Kameradisplays und bei der Gelegenheit das Fadenkreuz des Sucherfernrohr so einstellen, dass der Stern auch in der Mitte steht.
      Unseren Alignment Stern nehmen wir dann gleich um gut scharf zu stellen. Nicht vergessen: Fokus auf manuell lassen und bei der Kamera sollte die Linsenrückstellung deaktiviert sein. So bleibt der Fokus erhalten, sollte man mal einfach die Kamera abschalten wollen.
      Danach lasse ich mein Objekt anfahren. Wer eine Kamera mit LiveView Ext II hat, sieht M13 im Display. Er ist ja eingerahmt von zwei Sternen in ca 90 Grad Winkel zueinander. Hier könnte man dann natürlich noch sein Bildfeld korrigieren. Wer nichts sieht (hier aber sieht man zumindest 2-3 schwache Sterne auch ohne Restlichtverstärkung) macht ein Probebild bei hoher ISO und 10-15 Sekunden.
      Jetzt ist der Zeitpunkt, das Sucherfernrohr gegen eines mit dem Kamerakopf für den Guider zu tauschen. Ich habe da zwei (sind ja günstig) und man erspart sich sehr viel Ärger, wenn man da nicht Kamerakopf gegen Okular tauschen muß.
      Danach alles verkabeln: Bei meinem MGen Autoguider:  Ein Kabel (Batchkabel) geht an den Kamerakopf, der durch das Sucherfernrohr auf einen Stern im Bildfeld schaut. Ein Kabel (ST4) geht an die Montierung und korrigiert Nachführungsfehler. Dann gibt es natürlich ein Stromkabel dass an eine 12V Quelle (Batterie oder stabilisiertes Netzteil) geht. Und ein Kabel für den Fernauslöser zur Kamera.
      Danach lässt man am Guider einen Stern suchen und startet eine Eichung. Dabei bewegt er die Montierung, wertet das aus um danach zu wissen, wie stark das Korrektursignal sein muss, damit der Stern bewegt wird. Das dauert keine Minute.
      Danach ist alles Fertig zur Belichtung:
      Die Kamera ist hier auf LiveTime 2 Minuten gestellt, ISO ist richtig, Antiwackel ist aus und die Auslöseverzögerung auf meine üblichen 4 Sekunden gestellt. An der Belichtungssteuerung des Guiders sind dann 2 Minuten und ca. 10 Sekunden  eingestellt. Die Kamera braucht ja etwas zum Speichern auch noch und die 4 Sekunden Auslöseverzögerung. Besser auf der  sicheren Seite - vor allem wenn man 2 Kameras auslösen will, die unterschiedlich schnell sind beim Speicher. Wenn dann das Guiding gestartet wird wird die Kamera ausgelöst und man kann dann im Display (bei mir alle 30 Sekunden ein refresh) zusehen, wie hier bequemer Weise das Bild sich aufbaut.
      Günstig auch: Die Kamera so einstellen, dass sie nach Speichern kurz das Histogram zeigt, zu schnellen Beurteilung.
      Da der Guider auch das dithering mache, wird dann das Bildfeld für die nächste Aufnahme leicht versetzt (schlangenförmige). Sobald dann alles stabil läuft wird die nächste Belichtung ausgelöst.
      Wer sich nicht sicher ist, kontrolliert nach dem ersten Bild an der Kamera nach !
      Würde sich die Temperatur der Linse stark ändern sollte man zwischendurch mal erneut scharf stellen. Wer eine präzise Montierung hat mit GoTo, hat es hier relativ leicht: Einfach wieder einen hellen Stern fürs Scharfstellen anfahren und danach das Objekt wiederfinden und weiter belichten.
      Ihr könnt vielleicht heraushören: Wiederfinden! Hier ja kein Problem, aber es gibt Himmelsgegenden, da sieht man nichts am Display. Wenn man Glück hat mit starker Restlichtverstärkung vielleicht einen Stern, vielleicht hat man den Luxus sogar ein charakteristisches Sternenmuster zu erkennen, anhand dessen man sein Bildfeld möglichst genau wiederfindet.
      Sind die Aligmentsterne all zu weit vom Objekt entfernt, kann es aber sein, dass man das Objekt mit Probebelichtungen wiederfinden muß was ja noch geht, wenn man weiß wo man ist und da sein Objekt da auch sehen kann..... wenn nicht wird es mitunter Zeitraubend.
      Das sollte man bedenken, dass einem das ereilt wenn man immer wieder zwischendurch Scharfstellen muß. Also 15-20 Minuten belichten, neu scharfstellen und 5-? Minuten um sein Feld wiederfinden.
      Schon aus diesem Grund lege ich Kamera und Objektiv vorher schon zum Akklimatisieren hinaus. Zunächst offen damit im Body nicht auch noch feuchtere Luft aus dem Wohnraum im Gehäuse ist, die dann innen kondensiert.
      Und daher liebe ich meinen optimierten "Newton ohne Namen": Der Tubus ist aus Kohlefaser und der Spiegel aus Pyrex. Mit Ausnahme eines noch besseren Quarz Glas Spiegels, ändert sich nämlich dann auch der Spiegel. Das bei vielen billigen Teleskopen eingesetzte PK7 Glas ändert seine Form besonders stark. Spitz Zungen sprechen davon, dass er nie die Richtige Form hat. Natürlich muß der Okularauszug sehr gut sein, aber da merkt man auch schon mal wie fummelig es ist damit schon mal überhaupt Scharfstellen zu können. Ich hab es immer wieder bei meinem nachgeprüft: Der Fokus ändert sich die ganze Nacht nicht.
      Alle anderen  Geräte haben eben das Problem der Fokusänderung wenn sich die  Temperatur ändert.
      Bei Fernrohren für visuelle Beobachtung  spielen solch Aspekte keine Rolle, wohl aber für Astrofotografie, wo sie darüber entscheiden ob man ohne graue Haare zu seinen Belichtungen kommt.

      Nach Abbruch sammle ich zunächst Flat Files:
      Dabei achten, dass die Schärfe nicht verändert wird und die selbe Blende verwendet werden muß.
      Da habe ich eine Flatfieldbox (die auch nicht flimmert!). Einfach mit +1eV (Blende) und schnellen Serienbild (silent shutter) 20-40 Bilder bei ISO200 sammeln.
      Danach merken wie lang die Belichtungszeit dafür war: Objektivdeckel drauf und mit der selben Zeit FlatDarks sammeln (geht ja schnell) und / oder BIAS Files: Einfach kürzest mögliche Belichtungszeit. Es geht aber auch nur mit BIAS oder FlatDarks, je nachdem, was Eure Stackingsoftware kann/braucht.
      Danach nicht vergessen: ISO wieder auf den Wert setzen mit dem man Seine Lights gesammelt hat. Und dann Darks machen: Gleiche Temperatur / ISO und Zeit wie bei den Lights. Da ich ja in der Zwischenzeit alles abbaue, drücke ich da immer wieder den Auslöser.  Wer eine Sequenzer hat, kann den natürlich auch anstecken um die Darks zu sammeln.

      Danach sichte ich die Files: Zunächst in Ordner für Lights, Darks, BIAS und FlatDarks.
      Die Lights werden visuell in der Vorschau auf Helligkeit geprüft. Zu heller Hintergrund sind dann während der Session ja Wolken oder Dunst, oder gar Tau. In der 1:1 Ansicht prüfe ich auf verwacklte Bilder oder sonstwelche Fehler wie unrunde Sterne.

      Die verbleibenden Bilder werden dann wie üblich mit den Darks/Flat/BIAS kalibriert und gestackt und dann final ausgearbeitet...

      Hier also das Beste Einzelbild ohne Bearbeitung nur verkleinert (OOC):



      Das fertig Ausgearbeitete Bild gibt es hier:
        Hier also ein Überblick der Aufnahmesituation für dieses Bild. (Einzelbild vom Stativ mit dem 8mm reicht ja locker).
       

      Oben rechts der helle Stern ist Arktur, der hellste Stern und leicht zu finden, wenn man der Deichsel des großen Wagens weiterfolgt.
      Links der Helle oben ist Wega. Am Weg dahin sieht man deutlich im 1/3 die Nördliche Krone (Corona Borealis) in der Mitte des Bogens ein heller Stern, der "Gem" der Krone.
      Im 2/3 zur Wega ist der Körper des Herkules aus 4 helleren Sternen.

      Hier ist aus obigem Bild der Ausschnitt. Da kann man dann sogar M13 erkennen und die 2 helleren Sterne dabei:


      Viel Spaß beim Aufsuchen des "großen Kugelsternhaufen im Herkules" !

      Siegfried
    • Von Robin.Explore
      Bei den Baines waren wir zu viert und ansonsten in guten 30km Umkreis alleine. Der Sternenhimmel hier ist Wahnsinn.
      Wenn man den Umkreis bis Maun, als nächstgrößere Stadt, erweitert, bzw. als einzige, erwähnenswerte Stadt in der Region, von der etwas Licht ausgeht, dann hat man in über 130km Radius keine nennenswerten Lichtquellen. 😲
       
      Mal abgesehen vom Mond... wir waren etwas zu spät draußen auf den Pfannen, des riesigen und beeindruckenden "Kudiakam Pan" Komplex.
    • Von iamsiggi
      Gestern Nacht entstanden und schnell ausgearbeitet.

      Der Herznebel (und darunter der Seelennebel) sind unweit des Doppel Sternhaufen (Double Cluster oder h & Chi Perseii) zu finden. Typische hellere Nebelgebiete der Herbstmilchstraße.

      Mit dem 800mm Teleskop ist man da natürlich mitten im sehr ausgedehnten Objekt.
      Kamera war eine klarglasmodifizierte E-PL6. 36 Bilder zu 4 Minuten bei ISO1250 konnte ich gewinnen.

      Siegfried
    • Von TorstenR
      E-M 1.1 mit 7-14 / 4.0 (FT) bei 14 mm und Blende 4. 1600 ISO, 4 Sekunden.
    • Von iamsiggi
      Vor ein paar Tagen hatte ich ja das Übersichtsbild der Milchstraße mit dem 8mm Objektiv gezeigt und im groben die  wichtigsten Sehenswürdigkeiten erklärt.
      Ich wechselte dann noch auf das mFT25/1.8 29 Bilder zu 60 Sekunden Belichtungszeit bei ISO1250 konnte ich sammeln und zu diesem Bild verarbeiten.
      Rechts oben Wega, links davon die zwei sehr engen Doppelsterne epsilon Lyrae. Wer die noch mit eigene Augen auftrennen kann, hat wirklich scharfe Augen. Fotolinsen können das locker.
      Unter Wega die vier hellen Sterne, die den Körper der Leier bilden. zwischen den 2 hintersten Sternen ist ein kleiner blauer Punkt: Der berühmte Ringnebel (M57). Klein, aber hell.
      Unten rechts Cr399, der Kleiderbügel Haufen.
      Jetzt aber zum Hauptobjekte: Sternbild Schwan (Cygnus).
      Links oben der Helle ist Deneb,  links unterhalb  unübersehbar der Nordamerika Nebel. Rechts daneben schwächer der Pelikan Nebel.
      Der zweit hellste Stern im Sternbild (rechts der Bildmitte) ist Sadr umgeben von sehr hellen größeren Gasnebel.
      Hinauf und hinunter des Sadr, bilden die hellen Sterne ja die Flügel des Schwanes. Die gehen aber hier übers Bildfeld hinaus.
      Beim 1 unteren Flügelstern sieht man die helleren Teile des Schleier Nebel rechts davon etwas schwächer 52 Cygni.
      Auch zu sehen und sehr bekannt der Hantelnebel (M27)  etwas über dem unteren Bildrand ca im 1. Viertel bei dem helleren Stern ein größerer blaugrüner Fleck. Es ist das Leuchten des 2 fach ionisierten Sauerstoff oder kurz O-III, nach der roten h-alpha Linine des Wasserstoff die wichtigste Farbe in den Nebel.
      In Groß und Astrometriert gibt es das auf Astrobin:
      https://astrob.in/upc16p/0/
      Siegfried
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