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sarrafan

Offenblende zum Freistellen, Dämmerung und was noch ?

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Geschrieben (bearbeitet)

Hallo,

welch tieferer Sinn versteckt sich denn hinter einer Lichtstärke 1.4 oder 1.7 oder 1.8 ? Dass man damit Objekte freistellen und den Hintergrund verschwimmen lassen kann, ist mir schon klar, aber was denn noch ? Wenn die Kamera selbst entscheidet bei der normalen tägliche Fotografie, dann wählt sie fast gar nicht den niedrigsten Blendenwert, sondern dann geht es um die 3.5 bis 5.6 herum. Selbst Abends in der sogenannten blauen Stunde stellt die Automatik keine Offenblende ein, wenn man nicht gerade die Verschlußzeit auf 1/500 oder 1/1000 stellt.

Ich habe auch ein manuelles 1.1/50, da frage ich mich inzwischen, wozu das eigentlich, das Zuiko 1.4/45 , so ein richtiges kleines Wunderding, das kann es besser.

Ich habe an einer Kamera das Lumix 1.7/25 an der anderen ein lichtschwächeres Zuiko macro 3.5/30, beide als Normalobjektive. Lichtseitig sehe ich keine nennenswerten Unterschiede, im Gebrauch scheint mir sogar noch eher das kleine Makro-Objektiv sinnvoller zu sein, weil es flexibler beim Mindestabstand zum Fotoobjekt ist. Das kleine Makroobjektiv deckt bei mir zur Zeit alles ab. Ok, ich krieche nachts nicht mehr draußen herum und Astroaufnahmen mache ich auch nicht mehr, weil die Nachtkälte und mein Rheuma keine Freunde werden konnten.

Ich hatte früher an meiner Practica B200 (das war eine analoge Halbautomatik mit entweder Blenden- oder Zeitenvorwahl) auch ein Zeiss 2.8/60 mit Macro dran, weil mir das ursprüngliche Objektiv ein Pancolar 1.8/50 auch nicht so viel gab, da war bei etwa einem Meter Mindestabstand schon Schluss und ich hätte lichtschluckende Zwischenringe gebraucht, die ich damals nicht und heute nicht so sehr mag. Mit dem Zeiss Macro 2.8/60, dessen Tubus sehr weit ausfahrbar war, konnte ich meine Aquarienfische ohne Zwischenringe fotografieren, so wie jetzt mit dem Zuiko 30/3.5 macro.

Worin also besteht nun der geldwerte Vorteil eines sehr lichtstarken Objektivs ? Zum Freistellen und Fotografieren in der Dämmerung ? Das reicht mir alleine nicht. Außerdem geht ja dann die Tiefenschärfe auch den Bach runter. Und unverhältnismäßig teuer ist der Spaß dann auch noch.

Viele Grüße

sarrafan

bearbeitet von sarrafan

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Die wichtigsten Punkte hast du mehr oder weniger genannt, je größer die maximale Blendenöffnung desto größer ist der Gestaltungsspielraum hinsichtlich Schärfentiefe und desto größer ist das maximale Lichtsammelvermögen (auf Kosten der Schärfenausdehnung) und damit die maximal erzielbare Signalqualität bei gleichem Zeiteinsatz bzw. die gleiche Signalqualität bei geringerem Zeiteinsatz. Das kann dir Vorteile beim Spiel mit der Unschärfe, bei schlechten Lichtverhältnissen (sofern die Schärfentiefe passt) und bei bewegten Motiven bieten. Zum Einsat kommen besonders lichtstarke Objektive (relativ zur Brennweite) primär bei der Personen-, Sport-, Tier- oder Astrophotographie, können aber in allen Bereichen eingesetzt werden. Ich nutze sie beispielsweise auch gern im Landschaftsbereich bzw. bei Reportagen.

Wenn diese Anwendungsfälle für dich keine Relevanz besitzen, dann ergibt für dich die Anschaffung eines solchen Objektivs auch keinen Sinn. 

Darüber hinaus bieten lichtstarke Objektive häufig eine insgesamt bessere Bildqualität selbst im abgeblendeten Bereich, keine Kausalität aber eine auffällige Korrelation. Aus dem Grund werden lichtstarke Objektive nicht selten auch von denjenigen genutzt, denen es nicht ausschließlich nur um die größere Blendenöffnung geht. 

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Nur als kleines Beispiel, Du bist abends oder nachts bei wenig Licht unterwegs und hast eine 1.4/17mm Optik an der Kamera. Du willst etwas in 20m+ Entfernung aufnehmen, dass Objektiv würde dann alles von ca 8m bis unendlich scharf abbilden. Wir nehmen mal an, dass das mit einer Belichtungszeit von 1/80 und ISO200 möglich ist, also Freihand dank IBIS und ohne Stativ. Jetzt kommt ein anderes, lichtschwächeres Objektiv an die Kamera. Da wirst Du wohl oder übel bei einer angenommen Blende von 8 und der vorherigen Verschluss Zeit von 1/80 den ISO-Wert auf 6400 hochstellen müssen oder aber bei 1/80 und ISO 200 die Verschlusszeit auf 2,5 sec einstellen. Beides hätte Nachteile, bei ISO6400 verstärktes Bildrauschen, bei 2,5sec schaffst Du die Aufnahme nicht Freihand sondern benötigst ein Stativ. Gleiche Situationen kann man natürlich, mit etwas anderem Parametern, auch in Innenräumen, Museen, Konzerten etc. finden.

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Ein wesentlicher Faktor ist doch, dass ich auch bei schlechtem Licht mit moderaterenn ISO-Werten und Belichtungszeiten arbeiten kann, als das mit Blende z.B. 5.6 möglich wäre. Und ich wähle (fast) immer die Blende selber vor, arbeite also im Modus "A".

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Spontan fallen mir die vielen schönen Starscapes z.B. von Peter Baumgarten ein, die mit der E-M1X und E-M1III und dem 17/1.2  Danke Blende 1.2 bei mFT-verträglichen ISOs gemacht werden können - teils sogar Freihand.

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vor 2 Stunden schrieb Helios:

Darüber hinaus bieten lichtstarke Objektive häufig eine insgesamt bessere Bildqualität selbst im abgeblendeten Bereich, keine Kausalität aber eine auffällige Korrelation. Aus dem Grund werden lichtstarke Objektive nicht selten auch von denjenigen genutzt, denen es nicht ausschließlich nur um die größere Blendenöffnung geht. 

Das ist ein Argument, ich habe das auch schon bemerkt, habe mir aber dann gedacht, ich bilde mir das nur ein, außerdem hatte ich als "Referenz" nur das Kit-Objektiv Olympus M.Zuiko Digital 14-42mm 3.5-5.6 II R und das halte ich für nicht überragend. Abgesehen davon bin ich kein besonderer Freund von Zoom-Objektiven, da mußten die Festbrennweiten einfach besser sein. Das Kit-Objektiv liegt so im Karton, wie ich es mal gekauft habe.

Die 1.4/17 Optik wäre schon mal eine Überlegung wert.

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Gast

Egal, was du fotografierst, es kommt bei jeder gewählten Blende mehr Licht durch das Objektiv solange du nicht auslöst. Das bedeutet, du siehst mehr, wenn es dunkel wird und der Autofokus auch.

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hast du auch an den AF gedacht?

Der Sensor misst nunmal bei Offenblende - wenn du die Abblendautomatik nicht eingeschalten hast.

Da kann es durchaus Sinn machen ein Lichtstarkes Objektiv vor dem Sensor zu haben, das beim Auslösen dann eben abgeblendet wird.

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