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Wie verändert sich eigentlich unser Lebensraum?


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Ich bin heute über diese ebenso interessante als auch erschreckende Dokumentation aus Norwegen gestolpert und habe mich gefragt, ob jemand von Euch ähnliche Dokumentationen von Änerungen „vor der eigenen Haustüre“ kennt oder vielleicht sogar selbst macht.

https://www.nrk.no/chasing-climate-change-1.14859595?

Mir geht es dabei ausdrücklich nicht um eine politische Klimawandel-Dokumentation oder gar Diskussion, sondern tatsächlich darum, zu sehen, wie sich unser Lebensraum in den letzten Jahren geändert hat und weiter ändert.

Ich kenne die Dokumentationen vom Gletscherschwund in den Alpen, habe aber noch nichts über geänderte Baumgrenzen gelesen. Sowas müsste sich eigentlich mit Archivbildern belegen lassen. Ich weiß dass bei meinen Freunden im Bayrischen Wald heute im Garten Pflanzen wachsen, die dort vor 35 Jahren nicht überlebt hätten, dokumentiert hat das aber keiner. Ich weiß dass auch in den Alpen der Permafrost taut aber abgesehen von einzelnen Nachrichten über Bergstürze habe ich dazu keine fotografische Dokumentation gefunden. Gleiches gilt für Änderungen der Pflanzen in unseren Gärten, Feldern, Wiesen und Wäldern, ein- und abgewanderte Tierarten, geänderte Wasserspiegel und Überflutungsgebiete  ....

Wäre so etwas nicht eine spannende Herausforderung für uns Fotografen? Man könnte da ein tolles Gemeinschaftsprojekt draus machen, bei dem man sich für ein Gebiet in der eigenen näheren Umgebung entscheidet. 
Was meint Ihr? 

bearbeitet von acahaya
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Im Oktober 2018 zog das Sturmtief Vaia über die Alpen und richtete dabei u.a. im Eggental und am Karerpass unglaubliche Schäden an. Mehr Info dazu: https://eggental.com/de/Urlaub-planen/Vaias-Spuren

Ich bin heute über diese ebenso interessante als auch erschreckende Dokumentation aus Norwegen gestolpert und habe mich gefragt, ob jemand von Euch ähnliche Dokumentationen von Änerungen „vor der eige

Just heute morgen steht in unserer Lokalzeitung ein Bericht über den Klimawandel direkt vor der Haustür: Tatsächlich sieht man die Arbermandl nur noch selten. Erschreckend dabei ist ja, dass di

Posted Images

Danke für den Link. Sehr aufrüttelnd. Man kann schon viel beobachten was im Laufe der Jahre das Klima, der Bestand der Wälder sich immer mehr verändert.

Der Plöner See in der holsteinischen Schweiz in Schleswig-Holstein kenne ich schon seit meiner Kindheit. In fast jedem Winter ist der See zum Teil zugefroren und man konnte darüber laufen, die eingefleischten Segler mit ihrem Eissegler drüber flitzen. Heute ist praktisch nie ansatzweise gefroren, nicht mal am Ufer. Es wurde immer wärmer.

Seit 6 Jahren wohne ich im württembergischen Rems-Murr-Kreis. Schnee ist eher Mangelware. Wenn, dann hält er nur einen halben Tag. Es ist auch zu beobachten wie extrem trocken der Boden wurde. Das kommt in Riesenschritten, von Jahr zu Jahr.

Leider sind zum größten Teil der Menschen darauf aus, das meiste aus dem Boden heraus zu holen das eher die Wirtschaft fördert als die Natur. Die wollen nur sehen, wie die wirtschaftliche Kurve von Jahr zu Jahr nur eine Richtung bekommt: nach oben. Es wird immer wieder propagiert dass man im Einklang mit der Natur steht. Das ist aus meiner Sicht ein folgenschwerer Trugschluss!

Auch ich beobachte immer wieder, wie die Vogelwelt immer mehr schwindet. Vor meiner Haustür hat dieses Jahr, wie die Streuobstwiesen sind zu einer großen Baustelle gewandelt um mehr Wohnflächen für (möglicherweise) mehr Eigentumshäuser. Die Streuobstwiese war für mich ein fotografischer Tummelplatz um Vögel oder die Blumenwiese, die sehr üppig ist, zu fotografieren. Einen Vogel fotografisch einzufangen ist heute mehr ein Glücksspiel. Der Recherche im Internet nach konnte ich Dokumente finden, was für Vielfalt vor meiner Haustür gelebt haben: Fledermäuse, Vögel die ich selbst kaum gesehen habe, usw..

Leider überwog die Entscheidung zum Bau und die zuständigen für die Umwelt scheinen mehr als paar Augen zugedrückt zu haben.

Das Verhalten der Menschen, egal was die Natur betrifft, ist wie bei der aktuellen Pandemie zu beobachten: es ist weit weg von meinem Zuhause. Das konnte man beobachten als im chinesischen Wuhan passierte. Wie schnell das verbreitet, merken wir schon heute.

So kann es bei der Veränderung der Natur passieren:

  • Waldrodung, passiert nur in Brasilien
  • Flächenbrände, passiert nur in Italien Australien (Worterkennung von Tablet, na ja)
  • Überschwemmungen, passiert nur in den ärmeren asiatischen Ländern
  • Heftige Stürme, passiert nur in USA
  • Dürre, passiert nur in Afrika
  • usw.

Dass solche auch bei uns kommen kann, kann schneller kommen als befürchtet. Die Dürre vor paar Jahren ist der Anfang. Ein Umdenken sollte schon mal jetzt stattfinden und nicht schleichend oder gaaaanz sachte, weil es den Politikern zu unpopulär ist.

Und es ist auch oft so: wer die Vielfalt der Natur als Hobby fotografiert, sieht viel mehr als die Selfieknipser, die vom Events zu Events „hopsen“.

Ist so meine Beobachtungen und Feststellungen ...
Viele Grüße Pit 

bearbeitet von pit-photography
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Leider bin ich noch nicht lange genug fotografisch dabei und habe auch nicht lange genug an den passenden  Orten gelebt, um Veränderungen über einen langen Zeitraum zu dokumentieren.

Dennoch ist mein Blog der Versuch, sich der ganzen Geschichte, dort vor allem dem Insektenschutz fotografisch und in Texten anzunähern.
Insofern bin ich bei allen Schandtaten bereit mitzumachen, da es mich seit einigen Jahren sehr interessiert und beschäftigt.

bearbeitet von Gartenphilosophin
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vor 7 Minuten schrieb pit-photography:

So kann es bei der Veränderung der Natur passieren:

  • Waldrodung, passiert nur in Brasilien
  • Flächenbrände, passiert nur in Italien
  • Überschwemmungen, passiert nur in den ärmeren asiatischen Ländern
  • Heftige Stürme, passiert nur in USA
  • Dürre, passiert nur in Afrika
  • usw.

Dass solche auch bei uns kommen kann, kann schneller kommen als befürchtet.

Willkommen in Brandenburg. 

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Das ist auch bei uns dramatisch. Wenn Umweltschutz so weiter geht, werden wir bei 4°C Erwärmung liegen.

Ich schreite dann mal mit ersten Bildern zur Tat. Alle Bilder entstanden im Juli 2020 in der näheren Umgebung von Rielasingen, eine kleine Ortschaft ca. 10 westlich vom Bodensee.1-Baumsterben-2020.thumb.jpg.cb5702687c8be5c70a7258da180ddcf1.jpg

 

Das ist kein Einzelfall, wie man hier an Neupflanzungen an einem Supermarkt sehen kann. Übrigens: ein direktes Beispiel von Ursache und Wirkung.

4-Baumsterben-2020.thumb.jpg.9ddd6bca4fcaa8b033829f4d7098ce26.jpg

 

Tja, man muss nicht suchen. Es reicht mit offenen Augen durch die Gegend laufen, dann wird man nach wenigen Metern immer neu fündig. Nicht nur in Brandenburg!

Der Grund für diese Schäden sind massiv geänderte Niederschlagsmengen. In den Letzten 3 Jahren gab es in den 3 Sommermonaten fast keine Niederschläge, während üblich dann das Maximum stattfinden müsste. Die Gesamtmenge Niederschlag ist in etwa gleich; er fällt aber in den Wintermonaten in grossen Mengen in kurzer Zeit, wenn niemand das Wasser braucht und der trockene Boden die Feuchtigkeit gar nicht absorbieren kann: das führt dann zum Oberbodenabtrag, die Flüsse freuen sich, die Bauern brauchen mehr Dünger und Spritzmittel und irgendwann wächst gar nichts mehr.

Sammeln wir also Bilder von unserem Umgang mit unserer Lebensgrundlage - gute Idee!

 

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Im Oktober 2018 zog das Sturmtief Vaia über die Alpen und richtete dabei u.a. im Eggental und am Karerpass unglaubliche Schäden an.
Mehr Info dazu:
https://eggental.com/de/Urlaub-planen/Vaias-Spuren-Das-Eggental-nach-dem-Sturm_b_7254368

Wir waren 2011, 2014, 2015 und dieses Jahr am Karersee, deshalb habe ich Vergleichsfotos die zeigen, wie es vor Vaia aussah und wie es jetzt ist. Ich bin gespannt, ab wann es nicht mehr nur aussieht, als hätten dort Riesen mit Handgranaten Rugby gespielt 😪.

Blick vom Karersee auf den Rosengarten im Juni 2015
20150617-M1174334-1.thumb.jpg.0b255f14e138bb4f8fdbba8cafa2a455.jpg

 

Selber Blick im August 2020 - der Wald ist quasi weg.
20200929-M3296203-1.thumb.jpg.a1016c199da425118df602a686ffc90a.jpg

 

Blick über den See aufs Latemar im Juni 2015
20140925-M1250557-1.thumb.jpg.7d58733bf836583d66115a9860035ce1.jpg

 

und der Blick im August 2020, man beachte die Schäden am rechten Bildrand
20200929-M3296116-1.thumb.jpg.6d8b0a436b79ecf3d97de7947872d91d.jpg

 

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Ich kenne im Vorharz Gärten, in denen Banananenpalmen wachsen. Zwei Winter haben sie nach Rückschnitt und mit Verpackung gut überstanden, und im Sommer fühlen sie sich richtig wohl. Wir wohnen in dieser Gegend, und seit ca. 1950 wächst an unserer Hauswand ein Weinstock. Früher waren dessen Trauben unerträglich sauer. Dieses Jahr keltern wir daraus erstmals Weisswein, und die ersten Proben des gärenden Mostes sind vielversprechend.

2019 hatten wir im Herbst ein Vogelsterben, wie ich es noch nie erlebt habe. 2020 hat sich das in abgeschwächter Form wiederholt. Alle Symptome deuten auf Usutu - ein aus Afrika stammendes Virus, das durch Mücken übertragen wird. M.E. sind Vogelarten, die keine Resistenz dagegen entwickeln, akut bedroht. Menschen sind übrigens auch gefährdet. Vor gut 20 Jahren gab es in den USA eine kleine Pandemie mit mehreren Todesfällen, was die Behörden veranlasste, ganz New York mit Insektiziden zu fluten. Der Erfolg war zwar durchschlagend, aber da ein ähnliches Vorgehen bei uns kaum denkbar ist, könnte uns eine Zukunft unter Moskitonetzen bevorstehen.

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Die Bilder aus dem Eggental (Schweiz, Alpen) sind natürlich erschreckend. Man sieht ein vorläufiges Ergebnis.

Je frühzeitiger man Probleme erkennt, desto früher kann man schädliche Einflüsse stoppen und am Ende noch rechtzeitig Glück haben. Ich zeige hier 2 mal das gleiche Bild. Zuerst ein schönes Stück Landschaft mit Bergen, Wälder, Wiesen, Äcker und Häuser. Scheint alles intakt, gesund und abwechslungsreich, dort könnte man mal wandern gehen. Das ist ein Blick von Bohlingen nach Süden auf den Schienerberg.schienerberg.thumb.jpg.722c8a09777545fdcd54b935fb139d1e.jpg

Aber: wo ist denn hier Natur? Wir sehen forst- und landwirtschaftliche Flächen. Wirtschaft meint wirtschaften, also Arbeit reinstecken, um wirtschaftlichen Erfolg zu haben oder Gewinn zu machen. In Siedlungsflächen wurde Natur beseitigt, um wohnen und heizen zu können. Und der Wein im Vordergrund wäre ohne menschliches Tun auch nicht hier.

Natur im eigentlichen Sinn sehen wir hier noch in kleinsten, rudimentären Resten an steilen Hängen, wenn dort die Gehölze der sog. potentiellen natürlichen Vegetation (PNV) stehen. Das wären hier Arten des Waldmeister-Buchenwalds, also Rotbuche, Bergahorn, Stieleiche, Traubeneiche, Esche usw., um die wichtigsten zu nennen.

 

Im 2. Bild gibt es rote Pfeile mit abgestorbenen Fichten. Diese Flächen sehen in 2-3 Jahren genauso aus wie im Eggental nach dem Sturm. Der grüne Pfeil zeigt Reste der PNV oder eine Stelle, die man als Natur bezeichnen kann.schienerberg1.thumb.jpg.2fde9010fa2e79e1e02faa8cb1319153.jpg

Es gibt in diesem Forum viele Bilder, die bei intensiver Analyse immer wieder ähnliche Stellen zeigen. Man muss nur hinschauen und die Symptome lesen (können). Bilder im Juni 2020 aufgenommen.

bearbeitet von mccs
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vor 19 Stunden schrieb mccs:

Das ist kein Einzelfall, wie man hier an Neupflanzungen an einem Supermarkt sehen kann. Übrigens: ein direktes Beispiel von Ursache und Wirkung.

4-Baumsterben-2020.thumb.jpg.9ddd6bca4fcaa8b033829f4d7098ce26.jpg

Tja, man muss nicht suchen. Es reicht mit offenen Augen durch die Gegend laufen, dann wird man nach wenigen Metern immer neu fündig. Der Grund für diese Schäden sind massiv geänderte Niederschlagsmengen ... Sammeln wir also Bilder von unserem Umgang mit unserer Lebensgrundlage

Tja, man muss aber auch aufpassen, dass man die richtigen Beweis-Bilder und die richtigen direkten Beipiele von Ursache und Wirkung bringt.

Ich kenne auch solche relativ neu gepflanzten, jungen Bäume, die völlig vertrocknet dastehen; in meinem Fall sogar angepflanzt von der 'Biologischen Station des Kreises Düren' auf einer 'landwirtschaftlichen Ausgleichsfläche'. In meinem Fall und, wie ich vermute auch im Fall des obigen Fotos, liegt die Ursache für das Absterben der Bäume in mangelnder Sorgfalt und Pflege. Biologische Station und Supermarkt haben schlicht und einfach die Bäume in ihrer Obhut vergessen, weiter zu wässern, bzw. haben vielleicht schon bei der Anpflanzung Fehler gemacht. Man muß nicht nur reden und hören und wollen und können, sondern auch immer weiter wollen und machen und machen.

Tolle Idee!, Sabine, Gruß, Hermann

bearbeitet von Nieweg
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Die Flächenversiegelung ist schon exorbitant. 
Bei uns werden Naherholungsgebiete und Kleingartenareale weiteren Möbelmärkten geopfert. 
In fast allen Gemeinden werden Baugebiete erschlossen. 
Überregional gibt z.B. Tesla. Mir erschließt sich nicht, aus welchem Grund so eine Fabrik nicht auf dem Grund einer Industriebrache errichtet werden kann. 
Gerade dort, wo z.B. Bergbau / Tagebau eingestellt wird, sollte es ausreichend Platz in einer schon umgestalteten Natur geben....

Jan

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Betreffend dem Norwegen-Bericht: Das mit dem Wasser ist ein oft unterschätztes Thema. Wobei der wichtigste Faktor die infiltrationsfähingkeit und Wasserspeicherfähigkeit des Bodens ist. Humusreiche Böden mit intaktem, natürlichen Porenvolumen können enorme Wassermengen speichern. In der Humusschicht kann ein Waldboden bis zu 300-400mm Regen speichern.  Offene Böden mit vileen Regenwurmgängen können auch Starkniederschläge überraschend gut aufnehmen. 

Aber die Menschen haben in der Vergangenheit alles getan, dies zu zerstören. Moderne Landwirtschaft zerstört auf Ackerflächen diese Bodenstrukturen. Fährt man im Wald mit dem Harvester, zerstört man die Poren.  Im "regenerative Energien"-Wahn werden in Euopa auch Wälder abgeholz, das will niemand sehen, wer es zeigen will bekommt Probleme mit Mafia-ähnlichen Strukturen. Ist diese Speicherfähigkeit kaputt, kommt es zu den Wassermassen-Problemen. Ebenso wie in den Wüsten, wo Böden das Wasser nicht aufnehmen können, und bei jährlichen Regen entsprechende Fluten hindurchrauschen.

Andererseits sind diese Themen nicht neu. Es gibt alternative Bewirtschaftlungsmethoden, wo zu hoffen ist, daß diese -auch im anbetracht der anbahnenden Katastrophe- bald mehr Interesse finden. Bislang ist es eher wenig. Das deutschsprachige Forum zur Regenerativen-Landwirtschaft wurde jetzt Mangels Interesse mit Weidewelt zusammengelegt.

Vieles findet man nur auf englisch. Hier Ein kurzes Demonstrations Video, wo man Untertitel bekommen kann:

 

 

 

 

bearbeitet von Gast
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vor 1 Stunde schrieb Nieweg:

Tja, man muss aber auch aufpassen, dass man die richtigen Beweis-Bilder und die richtigen direkten Beispiele von Ursache und Wirkung bringt.

Vollkommen richtig! Wenn der Supermarkt als Grundstücksbesitzer Bäume vertrocknen lässt, ist das mehr oder weniger seine private Angelegenheit. Er könnte ja giessen, Bewässerungsrohre sind vorhanden. Aber niemand kann ihn zwingen.

Ich habe das Entstehen dieses Bebauungsplanes verfolgt und schon da Kritik und Vorschläge im Verfahren vorgebracht (z.B. vernünftige Pflanzflächen). Und dann heisst es einfach: die geäusserten Bedenken sind grundlos, Vorschläge braucht man nicht, weil die vorgestellte Planung das schon erfüllt. Die reine Behauptung genügt selbst dann, wenn behauptete Lösungen schon 100 mal gescheitert sind. Man nennt das abwägen. Umweltschutz lässt sich leicht weg-abwägen. Passiert täglich.

Bleibt also nur noch die bildliche Dokumentation über das Tun von Gemeinden, insbesondere deren Gemeinderäte, die solches Baurecht durchwinken und die es allein machen können (kein Bürgermeister kann das!). Schuld sind die nie, leider nur unfähig, unwillig oder beides. Das Ergebnis ist aber fatal: sinnloser Verbrauch von natürlichen Ressourcen und kein Wille, wenigstens etwas mit Rücksicht auszugleichen oder zukünftig aus Fehlern lernen zu wollen und es besser zu machen. "Wenn wir zu viel teuren Umweltschutz vorschreiben, investiert der Unternehmer in der Nachbargemeinde und die bekommen alle Steuern."

So wird klar, was erste Priorität hat und was natürlich zurückstecken muss. Schon die Indianer wussten aber, dass man Geld nicht essen kann. Oder: jeder versucht im Sommer sein Auto unter einen Baum zu parken...

Diese Hintergründe sind natürlich auch wichtig zu wissen. Sie gehören aber weniger in ein Foto-Forum, und daher will ich das hier nicht weiter vertiefen.

Aber einen interessanten Punkt möchte ich noch erwähnen: Bäume bekommen nur ca. 5-10% (!) des Wasserbedarfs durch Regen. Die restlichen 90-95% sind morgendlicher Tau, der auf Betonpflaster oder Kiessschüttungen leider nicht entstehen kann (Taupunkt). Jeder weiss das, man muss nur im Sommer morgens um 4:00 Uhr durch eine Wiese laufen.

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vor 34 Minuten schrieb janni:

Die Flächenversiegelung ist schon exorbitant. 
Bei uns werden Naherholungsgebiete und Kleingartenareale weiteren Möbelmärkten geopfert. 
In fast allen Gemeinden werden Baugebiete erschlossen. 

Ja. das was in den Städten und Gemeinden unter Stichwort Nachverdichtung passiert ist auch krass derzeit. Vielleicht müsste man Gemeindenachrichten besser verfolgen, um voraus zu wissen, was man Dokumentieren sollte, bevor die Bagger anrücken.  Wenn ich mit dem Fotografen Blick meine Umwelt beobachte kann ich kaum verstehen, wie die derzeit grassierende Abbruch und Bauwut von den Menschen so teilnahmlos akzeptiert wird. Sehen die nicht mehr ihre Umwelt, nur noch auf ihre Displays?  Vorallem weil Neubauten meist nur noch Gesichtslose Rendite-Architektur darstellen.

Wobei sich die Werte-Skala unserer Gesellschaft in den Bodenrichtwert-Tabellen klar zeigt: Je mehr Betoniert eine Fläche umso "wertvoller" und um unserer Wachstums-Fetischismus zu fröhnen, muss eben immer mehr betoniert werden.  Dies ist ein Phänomen der meisten Hochkulturen. Heute bestaunen wir die Ruinen verganener Gesellschaften mitten in einer Wüste, solange bis Archeologen nachweisen, damals waren das grüne Landschaften.  Die Menschen sind eben weitergezogen (was sie heute ja auch wieder tun), nur sind wir an einer planetaren Zivilisation, die nächste Zeit wird zeigen, wieweit die Menschen die Kurve bekommen.

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vor 9 Minuten schrieb mccs:

Ich habe das Entstehen dieses Bebauungsplanes verfolgt und schon da Kritik und Vorschläge im Verfahren vorgebracht (z.B. vernünftige Pflanzflächen). Und dann heisst es einfach: die geäusserten Bedenken sind grundlos, Vorschläge braucht man nicht, weil die vorgestellte Planung das schon erfüllt. Die reine Behauptung genügt selbst dann, wenn behauptete Lösungen schon 100 mal gescheitert sind. Man nennt das abwägen. Umweltschutz lässt sich leicht weg-abwägen. Passiert täglich.

Solche Erfahrungen kenne ich auch zur genüge. 

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vor 51 Minuten schrieb mccs:

Vollkommen richtig! Wenn der Supermarkt als Grundstücksbesitzer Bäume vertrocknen lässt, ist das mehr oder weniger seine private Angelegenheit. Er könnte ja giessen, Bewässerungsrohre sind vorhanden. Aber niemand kann ihn zwingen.

Wenn diese Bäumchen Teil eines genehmigten Bauplanes sind, heisst das im Umkehrschluss: Ohne Bäumchen erlischt die Baugenehmigung, und der Markt muss weg. Wenn der Betreiber einen entsprechenden Brief bekommt, dürfte er den Anpflanzungen etwas mehr Aufmerksamkeit widmen. Eigentlich müssten die zuständigen Behörden von sich aus reagieren, aber die sehen nicht alles. Häufig finden sich aber Naturschutzorganisationen oder Privatleute, die sie an ihre Aufgaben erinnern....

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Hier mal eine Aufnahme von 2018:

A9220004_5_6_innen.jpg

Dort wo in der Mitte die Bäume sind, war mein Tummelplatz um einige Vögel zu fotografieren. Auch wachsen wilde Blumen und dort tummeln sich viele Schmetterlinge.

... und seit Anfang dieses Jahres (2020), diese Aufnahme enstand heute:

EC290081-HDR_sharpen.jpg

normalerweise mag ich solche Bilder von Baustellen nicht, aber dank Sabine ( @acahaya ) habe ich heute so eine Aufnahme gemacht 👍

Schön ist der Anblick einfach nicht.

bearbeitet von pit-photography
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vor 4 Stunden schrieb Using_µFT:

die nächste Zeit wird zeigen, wieweit die Menschen die Kurve bekommen.

Es gibt welche Menschen, die das schon erkennen was mit der Umwelt los ist. Gutes Beispiel: die Kinder/Schüler von FFF, wurde aber von den meisten erwachsenen Menschen belächelt. Auch vom "FDP-Chef", der meinte an sowas müssen die "Profis" ran. Welche "Profis" da was gemacht haben können wir ja heute am Ergebnis sehen.

Traurig aber wahr!

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vor 4 Stunden schrieb Using_µFT:

Fährt man im Wald mit dem Harvester, zerstört man die Poren. 

Darüber ärgere ich mich wirklich, wenn ich mal im Wald spazieren gehe. Fast über all auf den Pfaden und Trampelpfaden kann man solche Spuren von solchen Waldmaschinen sehen. Wenn es mal richtig regnet, bleiben Wasserlachen, die nicht sickern sondern nur bei trockenem Wetter austrocknet. Der Boden bei mir ist ziemlich lehmartig und wenn man richtig drauf stampft wird das fast "zu betoniert". Da kommt kaum Wasser durch 😞

 

bearbeitet von pit-photography
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vor einer Stunde schrieb pit-photography:

Darüber ärgere ich mich wirklich,

Aber was ist die Alternative? Laut Aussage eines Bekannten und Försters sind die Chancen, Leute zu finden, die den anstrengenden und gefährlichen Job des Waldarbeiters übernehmen, bei nahezu null.

bearbeitet von Bluescreen
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vor 1 Minute schrieb Bluescreen:

Aber was ist die Alternative? Laut Aussage eines Bekannten und Försters sind die Chancen, Leute zu finden, die den anstrengenden und gefährlichen Job des Waldarbeiters übernehmen, bei nahezu null.

Frag Erik 😉

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vor 6 Stunden schrieb Using_µFT:

 Moderne Landwirtschaft zerstört auf Ackerflächen diese Bodenstrukturen. Fährt man im Wald mit dem Harvester, zerstört man die Poren. 

Das trifft nicht das Problem. Moderne Ackerschlepper haben bei entsprechend (teurer) Ausrüstung weniger Bodendruck als ein menschlicher Fuss. Der Harvester verrichtet seine Arbeit im Stand und erzeugt damit punktförmige Verdichtungen - damit kommt die Natur zurecht. Im Wald ist der Forwarder, der das Holz aufnimmt und abtransportiert, ein Hauptschädling. Stets überladen, mit harten, oft kettenbewehrten Reifen, bestückt, reisst er Spuren in den Untergrund, die jahrelang überdauern. Hier wäre mit leichterer, angepasster Technik bei geringen Mehrkosten Abhilfe denkbar.

Und in der Landwirtschaft ist es durchaus möglich, dass der Biobauer bei seiner mechanischen Unkrautvernichtung auf schmalen Hochdruckreifen fährt und dabei den Boden weit stärker verdichtet als sein konventionell arbeitender Berufskollege. Hier ist Differenzierung angebracht.

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