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Mal etwas aus der Praxis am M13


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Geschrieben (bearbeitet)

Außer bei sehr hellen Objekten wie die Sonnensystemkörper wo man notfalls ein bestimmtes Ereignis festhalten will, ist klarer und möglichst dunkler Himmel eine der wichtigsten Grundvoraussetzung.

Zwischen den Schlechtwetterperioden Ende Mai bot sich eine kurze Gelegenheit um die ohnehin kurze astronomische Dunkelheit. Bei mir war das damals, 3 Wochen vor Tag/Nachtgleiche erst kurz nach 23:40. Der noch sehr helle Mond gesellt sich dann auch gegen 1:00 dazu, was hier sowieso zu einem Abbruch führen würde.

Durch die feuchtere Luft und starke Abkühlung (Ende Mai bis auf  4 Grad morgens) konnte man schon ahnen, dass es wenn überhaupt nicht lange klar bleiben würde. Denn es bilden sich dann bald in größeren Höhen Dunstbänke oder gar Wolken, die den Himmel durch reflektiertes Licht der noch immer stark zunehmenden Lichtverschmutzung stärker aufhellen.

Bei solchen Objekten wie Sternhaufen aber nicht so das Problem. Sterne sind ja recht hell.

Ein Test mit dem Himmelsqualitätsmesser (SQM-L) hatte ich dann tatsächlich bald mal Werte um 20,70 später sogar gegen 21 gemessen, bis es dann merklich aufhellte gegen 01:10 durch Dunst und aufgehenden Mond. Rein visuell merkt man diese Verdoppelung der Helligkeit am Himmel kaum. Nur im Histogramm wandert der Peak (der Himmelshintergrund) leicht. Durch Dunst verbreitert sich dann irgendwann mal auch der Peak, weil das helle Sternenlicht zu Halos um die Sterne führt. Das kann natürlich auch eine beschlagene Linse sein, aber das war hier gerade nicht mehr das Problem, es war knapp davor und gerade noch klar für das Anfertigen der Flats.

Egal aus den mehr als 2 Stunden konnten ich nach visuellem Aussortieren aller schlechten Bilder (durchziehende Wolkenbänke und diffuse Eintrübungen durch hohe Nebelbänke) 21 Bilder bekommen für die Bearbeitung. Damit kann man dann schon was anfangen und für diesen Zweck reicht es.

Ich notiere mir immer wieder ein paar Eckdaten zu der Session:

---------------------
Samstag immer wieder Wolken

AZ-EQ6GT + E-M1.III mFT100-400 @400 F/6  2min ISO1600
24L 8D 58FD 34B 60F

23:25 8/82% SQM 20,70
23:45 8/84% SQM 20,70
00:15 7/86% SQM 20,90
00:40 7/88% SQM 20,68 Dunst!

Abbruch Drüb hell !! Mond bereits aufgegangen

F/D/FD/B ISO200 +1eV

--------------------------

Neben der Qualität des Nachthimmels gibt es einen zweiten unabdingbaren Punkt:
Wir brauchen scharfe  genügend lang belichtete Bilder.

Scharfzustellen vor allem bei länger brennweitigen Objektiven geht u.a. mit einer Bahtinov Maske, aber auch bei hoher Vergrößerung rein Visuell an einem helleren Stern recht gut. Die E-M1.III kann hier auch den Sternen AF Modus, der aber bei lichtschwachen Objektiven und langen Brennweiten auch bald mal versagt bezw. auch kein besseres Ergebnis bietet, als visuell die Größe des Sterns beim manuellen fokussieren zu beobachten.

Das grundlegende Problem ist aber nun mal: Man muß oft minutenlang belichten. Das kann man mit wenig Aufwand und einem gutem Tracker bei kleinen Brennweiten (<70mm) noch hinbekommen. Noch dazu sind kleine Lichtstarke Brennweiten noch vergleichsweise günstig.
Größere Brennweiten brauchen dann eine nochmals stark gesteigerte Nachführgenauigkeit und weil sie naturgemäß auch lichtschwächer sind zusätzlich noch längere Belichtungszeit. Da wird es mit den Freiheiten der Fotografie schnell sehr eng.

Man liest ja oft, StarAdventurer (wohl einer der Besten günstigen) von bis zu 400mm kein Problem, aber man darf hier nicht vergessen: Wir haben FT Sensoren wo 400mm eine Vergrößerung eines 800mm an einem KB Sensor sind. Diese KB Sensoren haben noch dazu größere Pixel, die mehr verzeien.
Also 200mm bei 4 Minuten  an einem StarAdventurer würde ich schon als sportlich bezeichnen, wo sich einer wirklich mit der präzisen Einnordung gespielt hat und man das Glück hatte, dass gerade alles so läuft wie es sollte. Das tut es nämlich oft nicht, was man aber in der eigenen Praxis bald herausfindet.

Dazu kommt aber auch: Auch wenn die Sterne rund aussehen mögen aber über längere Zeit sich das Bildfeld in eine Richtung verschiebt, kommt es dann zu einem sehr eunschönen, praktisch nicht zu korrierenden Effekt der "wandelnden Schatten" besser als walking shades oder moving noise. Dem kann man entgegensteueren indem man ab und an sein Bildfeld etwas versetzt. Nennt sich dithering.

Da ich über eine sehr gute Montierung verfüge und ich zu einem Ergebnis kommen will, habe ich es hier leichter: Einfach das Ganze auf die große GoTo Montierung (SkyWatcher AZ-EQ6) und damit auch die Nachführung absolut präzise läuft mit Guiding.
Mittlerweile brauche ich (wenn alles läuft wie es soll) unter 30 Minuten bis alles von alleine meine Belichtungen sammelt.....

Der letzte wichtige Punk, den ich hier aber jetzt nicht bespreche: Die nachfolgende Bildbearbeitung. Da kann man auch mit noch soviel Geld keine Software kaufen, die einem das abnimmt. Da ist hart erarbeitetes eigenes Gewusst wie gefordert.
Unsere Oly Kameras und verfügbaren guten Linsen sind hier jedenfalls die längste Zeit nicht der limitierende Faktor.

Jetzt also zu dieser Session:

Vorher habe ich mal bei MeteoBlue  die Seeingprognose geschaut, wie die Bedingungen für meinen Raum vorhergesagt sind und beim lokalen Wetterdienst (INCA Karte) den Bewölkungsverlauf studiert um zu entscheiden probieren oder lieber schlafen  😉
Für alles andere wäre die Nacht sowieso zu kurz und schlecht, so entschied ich mich spontan für M13 mit dem 100-400 Zoom.

Also das Ganze aufgebaut und mit der schnellen Kochab Methode eingenordet:
Mit einem Auge durch das Polsucherfernrohr geschaut und mit dem anderen Auge die Position von Kochab (2. hellster Stern im Kasten des kleinen Wagen/Bären) und dann den Polarstern an die Position im Ring des Polarscope gebracht dass er auf einer Linie vom Zentrum aus zu Kochab steht.
Das ist genau genug, dass ich bei 800mm zwischen 40 Sekunden und 1min 20 belichten könnte. Mehr Präzision erfordert dann einfach wesentlich mehr Zeit zum Einnorden. Aber das erspare ich mir, weil ich ja mit einem Stern guide. Damit wird eine Abweichung von soll präzise laufend korrigiert.

Danach ein 1-Stern Alignment an der Wega gemacht:
Das Teleskop fährt dabei von der Startposition (auf Norden ausgerichtet) in die Nähe des Sterns. Wenn man Glück hat, sieht man den Stern im Sucherfernrohr. Dahin muss man ihn mit der Motorsteuerung der Handbox (oder was auch immer man verwendet) bringen.Und zwar  mittig ins Fadenkreuz. Hat man bei den vorherigen Sessions schon mal alles so abgeglichen dass der Stern dann auch in der Mitte des Bildfeldes der Kamera steht bestätigt man die Position. Wenn nicht: Stern in der Mitte des Kameradisplays und bei der Gelegenheit das Fadenkreuz des Sucherfernrohr so einstellen, dass der Stern auch in der Mitte steht.

Unseren Alignment Stern nehmen wir dann gleich um gut scharf zu stellen. Nicht vergessen: Fokus auf manuell lassen und bei der Kamera sollte die Linsenrückstellung deaktiviert sein. So bleibt der Fokus erhalten, sollte man mal einfach die Kamera abschalten wollen.

Danach lasse ich mein Objekt anfahren. Wer eine Kamera mit LiveView Ext II hat, sieht M13 im Display. Er ist ja eingerahmt von zwei Sternen in ca 90 Grad Winkel zueinander. Hier könnte man dann natürlich noch sein Bildfeld korrigieren. Wer nichts sieht (hier aber sieht man zumindest 2-3 schwache Sterne auch ohne Restlichtverstärkung) macht ein Probebild bei hoher ISO und 10-15 Sekunden.

Jetzt ist der Zeitpunkt, das Sucherfernrohr gegen eines mit dem Kamerakopf für den Guider zu tauschen. Ich habe da zwei (sind ja günstig) und man erspart sich sehr viel Ärger, wenn man da nicht Kamerakopf gegen Okular tauschen muß.

Danach alles verkabeln: Bei meinem MGen Autoguider:  Ein Kabel (Batchkabel) geht an den Kamerakopf, der durch das Sucherfernrohr auf einen Stern im Bildfeld schaut. Ein Kabel (ST4) geht an die Montierung und korrigiert Nachführungsfehler. Dann gibt es natürlich ein Stromkabel dass an eine 12V Quelle (Batterie oder stabilisiertes Netzteil) geht. Und ein Kabel für den Fernauslöser zur Kamera.

Danach lässt man am Guider einen Stern suchen und startet eine Eichung. Dabei bewegt er die Montierung, wertet das aus um danach zu wissen, wie stark das Korrektursignal sein muss, damit der Stern bewegt wird. Das dauert keine Minute.

Danach ist alles Fertig zur Belichtung:
Die Kamera ist hier auf LiveTime 2 Minuten gestellt, ISO ist richtig, Antiwackel ist aus und die Auslöseverzögerung auf meine üblichen 4 Sekunden gestellt. An der Belichtungssteuerung des Guiders sind dann 2 Minuten und ca. 10 Sekunden  eingestellt. Die Kamera braucht ja etwas zum Speichern auch noch und die 4 Sekunden Auslöseverzögerung. Besser auf der  sicheren Seite - vor allem wenn man 2 Kameras auslösen will, die unterschiedlich schnell sind beim Speicher. Wenn dann das Guiding gestartet wird wird die Kamera ausgelöst und man kann dann im Display (bei mir alle 30 Sekunden ein refresh) zusehen, wie hier bequemer Weise das Bild sich aufbaut.
Günstig auch: Die Kamera so einstellen, dass sie nach Speichern kurz das Histogram zeigt, zu schnellen Beurteilung.
Da der Guider auch das dithering mache, wird dann das Bildfeld für die nächste Aufnahme leicht versetzt (schlangenförmige). Sobald dann alles stabil läuft wird die nächste Belichtung ausgelöst.

Wer sich nicht sicher ist, kontrolliert nach dem ersten Bild an der Kamera nach !

Würde sich die Temperatur der Linse stark ändern sollte man zwischendurch mal erneut scharf stellen. Wer eine präzise Montierung hat mit GoTo, hat es hier relativ leicht: Einfach wieder einen hellen Stern fürs Scharfstellen anfahren und danach das Objekt wiederfinden und weiter belichten.

Ihr könnt vielleicht heraushören: Wiederfinden! Hier ja kein Problem, aber es gibt Himmelsgegenden, da sieht man nichts am Display. Wenn man Glück hat mit starker Restlichtverstärkung vielleicht einen Stern, vielleicht hat man den Luxus sogar ein charakteristisches Sternenmuster zu erkennen, anhand dessen man sein Bildfeld möglichst genau wiederfindet.
Sind die Aligmentsterne all zu weit vom Objekt entfernt, kann es aber sein, dass man das Objekt mit Probebelichtungen wiederfinden muß was ja noch geht, wenn man weiß wo man ist und da sein Objekt da auch sehen kann..... wenn nicht wird es mitunter Zeitraubend.

Das sollte man bedenken, dass einem das ereilt wenn man immer wieder zwischendurch Scharfstellen muß. Also 15-20 Minuten belichten, neu scharfstellen und 5-? Minuten um sein Feld wiederfinden.
Schon aus diesem Grund lege ich Kamera und Objektiv vorher schon zum Akklimatisieren hinaus. Zunächst offen damit im Body nicht auch noch feuchtere Luft aus dem Wohnraum im Gehäuse ist, die dann innen kondensiert.
Und daher liebe ich meinen optimierten "Newton ohne Namen": Der Tubus ist aus Kohlefaser und der Spiegel aus Pyrex. Mit Ausnahme eines noch besseren Quarz Glas Spiegels, ändert sich nämlich dann auch der Spiegel. Das bei vielen billigen Teleskopen eingesetzte PK7 Glas ändert seine Form besonders stark. Spitz Zungen sprechen davon, dass er nie die Richtige Form hat. Natürlich muß der Okularauszug sehr gut sein, aber da merkt man auch schon mal wie fummelig es ist damit schon mal überhaupt Scharfstellen zu können. Ich hab es immer wieder bei meinem nachgeprüft: Der Fokus ändert sich die ganze Nacht nicht.
Alle anderen  Geräte haben eben das Problem der Fokusänderung wenn sich die  Temperatur ändert.

Bei Fernrohren für visuelle Beobachtung  spielen solch Aspekte keine Rolle, wohl aber für Astrofotografie, wo sie darüber entscheiden ob man ohne graue Haare zu seinen Belichtungen kommt.

Nach Abbruch sammle ich zunächst Flat Files:
Dabei achten, dass die Schärfe nicht verändert wird und die selbe Blende verwendet werden muß.
Da habe ich eine Flatfieldbox (die auch nicht flimmert!). Einfach mit +1eV (Blende) und schnellen Serienbild (silent shutter) 20-40 Bilder bei ISO200 sammeln.
Danach merken wie lang die Belichtungszeit dafür war: Objektivdeckel drauf und mit der selben Zeit FlatDarks sammeln (geht ja schnell) und / oder BIAS Files: Einfach kürzest mögliche Belichtungszeit. Es geht aber auch nur mit BIAS oder FlatDarks, je nachdem, was Eure Stackingsoftware kann/braucht.
Danach nicht vergessen: ISO wieder auf den Wert setzen mit dem man Seine Lights gesammelt hat. Und dann Darks machen: Gleiche Temperatur / ISO und Zeit wie bei den Lights. Da ich ja in der Zwischenzeit alles abbaue, drücke ich da immer wieder den Auslöser.  Wer eine Sequenzer hat, kann den natürlich auch anstecken um die Darks zu sammeln.

Danach sichte ich die Files: Zunächst in Ordner für Lights, Darks, BIAS und FlatDarks.
Die Lights werden visuell in der Vorschau auf Helligkeit geprüft. Zu heller Hintergrund sind dann während der Session ja Wolken oder Dunst, oder gar Tau. In der 1:1 Ansicht prüfe ich auf verwacklte Bilder oder sonstwelche Fehler wie unrunde Sterne.

Die verbleibenden Bilder werden dann wie üblich mit den Darks/Flat/BIAS kalibriert und gestackt und dann final ausgearbeitet...

Hier also das Beste Einzelbild ohne Bearbeitung nur verkleinert (OOC):

FB_M13_ooc_EM136378r_M13_400mm.thumb.jpg.bc3bc1566cea59ef150c1128505e8047.jpg

Das fertig Ausgearbeitete Bild gibt es hier:

  Hier also ein Überblick der Aufnahmesituation für dieses Bild. (Einzelbild vom Stativ mit dem 8mm reicht ja locker).
 

fb_00_8mm_X1302173r.jpg
Oben rechts der helle Stern ist Arktur, der hellste Stern und leicht zu finden, wenn man der Deichsel des großen Wagens weiterfolgt.
Links der Helle oben ist Wega. Am Weg dahin sieht man deutlich im 1/3 die Nördliche Krone (Corona Borealis) in der Mitte des Bogens ein heller Stern, der "Gem" der Krone.
Im 2/3 zur Wega ist der Körper des Herkules aus 4 helleren Sternen.

Hier ist aus obigem Bild der Ausschnitt. Da kann man dann sogar M13 erkennen und die 2 helleren Sterne dabei:

fb_02_8mm_X1302173r.jpg

Viel Spaß beim Aufsuchen des "großen Kugelsternhaufen im Herkules" !

Siegfried

bearbeitet von iamsiggi
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Danke für diesen ausführlichen Artikel zur Praxis der Astrofotografie und die vielen Tipps. Wie sehen eigentlich die Histogramme Deiner unbearbeiteten Einzelbilder aus ? An welcher Stelle im Histogramm befindet sich der Berg des Himmelshintergrundes ? Ganz links, in der Mitte oder irgendwo dazwischen ?

Ich habe hier mal ein unbearbeitetes Einzelbild der Andromedagalaxie M31 angehängt (unbearbeitetes JPG aus dem ORF). Das Histogramm in Photoshop zeigt mir den Berg ziemlich weit links, aber noch nicht abgeschnitten. Die Frage ist, ob es für ein optimales Signal-/Rauschverhältnis vielleicht besser wäre mehr in Richtung Mitte des Histogramms zu belichten ? Wo sollte der Berg optimalerweise liegen ?

f10301440.jpg

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vor 4 Stunden schrieb Uploadfilter:

Wie sehen eigentlich die Histogramme Deiner unbearbeiteten Einzelbilder aus ? An welcher Stelle im Histogramm befindet sich der Berg des Himmelshintergrundes ? Ganz links, in der Mitte oder irgendwo dazwischen ?

Der Peak sollte mindestens 30% von links wegstehen.  Zumindest bei unseren üblich dunklen "Vorstadthimmel".
Ich belichte da üblicherweise bei ISO 800-1250 1 Minute bei F/2 oder 4 Minuten bei F/4.

Es geht auch so 25%, aber das wird schon schwieriger, weil alles sehr nahe dem starken rauschen ist. So ab 50% würde ich dann die Belichtung reduzieren, zugunsten mehr Bilder.

M31 ist als 2 hellstes Objekt natürlich ein Ausnahme: Da kann man auch mit "unterbelichteten" (1/4 der Lichtmenge) Bildern ein schönes Bild bekommen. Das Zentrum reißt schnell aus und daher muss man bei den üblichen langen Belichtungen dann das ganze als HDR kombinieren damit es hübsch wird.

Hab ja hier sicher etwas zu M31 gezeigt mit den Belichtungsdaten.

Bei M31 würde ich zu weniger Brennweite raten (unter 200mm) da er ja sowieso groß ist und man es leichter hat , über den notwendigen Zeitraum wirklich exakt nachzuführen. Vor allem wenn man keine lichtstarken Brennweiten hat.

Habe mal ausführlich was zur Astrofotografie geschrieben - nur kann ich hier nichts mehr editieren:
 

Siegfried

 

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Danke Siegfried. Inzwischen habe ich auch Deine vielen anderen Artikel zum Thema Astrofotografie hier im Forum gelesen. Dort hast Du ja auch schon mal beschrieben wie die Histogrammkurve für Astrofotos optimalerweise aussehen sollte. Demnach habe ich wohl bislang immer etwas zu knapp belichtet, also weniger als 30% Abstand des Peaks von links. Ich werde wahrscheinlich heute noch 3 meiner letzten Astrobilder in das Album "DeepSky Astrofotografie" hochladen.

Vielleicht schreibe ich demnächst auch mal einen Artikel zu meinem bisherigen Workflow.

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    • Von jagabua
      Liebe Olympianer, liebe Naturfotografen!
      vor einiger Zeit fand ja die Auftaktveranstaltung zum Thema "Into the forest" statt.
      Ich möchte das gerne mal zum Anlass nehmen und versuchen ein Thema anzustoßen, das womöglich ob der Vielzahl an Diskussionen rund um Sensorformate, OMDS, neuer Sensor, WOW-Kamera... etwas zu kurz kommt: Die Fotografie selbst!
      Norbert Rosing hielt dort einen Vortrag über Deutschlands wilde Wälder - fantastisch und vielen Dank dafür!!! Er zeigte dabei auch eine Reihe von Bildern und wie vom Blitz getroffen sah ich einen Baum, genauer gesagt eine Knorreiche aus dem Nationalpark Kellerwald, der mich bei unserer Wanderung am Knorreichenstieg auch als wuchtiges Motiv magnetisch anzog. Ich versuchte dann, ein möglichst gelungenes Bild dieses Baumes zu machen (mit dem 8-25mm f4.0), entwickelte es am Abend mit LR-mobile am Tablet und erfreute mich am Ergebnis. Im Vortrag erwähnte er, dass für dieses Motiv ein Weitwinkelobjektiv von Nutzen sei. Nun, alles richtig gemacht? Leider nein!
      Zuhause nahm ich sein Buch "Deutschlands wilde Wälder" zur Hand und sehe auf der Rückseite des Buches eben wieder jenen Baum und verglich sein Bild mit meinem. Gut, Norbert Rosing fotografierte den Baum im Herbst mit leuchtenden Gelbtönen und mit Nebel, sodass der Hintergrund (Edersee und Umgebung) weitgehend eliminiert wurden. Aber vor allem die Komposition war eine andere. Leider kann ich hier ja Norbert Rosings Bild nicht zeigen (aber vielleicht liest er oder Andreas ja mit und könnten das Bild hier noch einfügen????). Norbert Rosing sprach ja auch davon, dass er mittels Stativ millimetergenau arbeitet. Kurzum, die Mängel bei meinem Bild versuchte ich dann nachträglich durch Beschnitt zu verbessern.
      Bild 1 ist mein Ergebnis während der Reise - Bild 2 die Korrektur aufgrund der Anregung und Inspiration durch Norbert Rosing. Man sieht, dass durch den anderen Ausschnitt, die kleine Eiche rechts im Bild und weitgehend auch die kleine Eiche links unten im Bild nicht mehr ablenken und dadurch das Hauptmotiv, eben jene Knorreiche wesentlich besser zur Geltung kommt. Zudem wird die Diagonale dadurch noch besser verstärkt und das "Gemüse" links oben lenkt auch nicht mehr ab.
      Vielen Dank also an diese für mich wirklich gewinnbringende Veranstaltung durch Olympus - ich bin wieder einen kleinen Schritt auf der großen Reise Fotografie weitergekommen.
      Ich würde mich nun sehr, sehr freuen (bei uns in Bayern freut man sich narrisch), wenn der Eine oder die Andere auch eine kleine Geschichte beitragen könnten, wo deutlich wird, wie aus einem Motiv am Ende vielleicht ein gelungenes Bild entsteht 🙂
      VG und allzeit gut Licht!
      Stefan


    • Von iamsiggi
      Das es viele verschiedene Faktoren gibt, die einem Fehlbilder bringen und so eine der oft seltenen wirklich guten Nacht kosten könnte, überlasse ich da wo ich etwas selbst beeinflussen kann, nichts dem Zufall.

      So auch beim Scharfstellen
      Bei der E-M1 mark III gibt es zwar diesen Sternen AF, zwischenzeitlich (RTFM 😉 ) bekomme ich das aber gut hin (größerer Cluster an Focusfeldern). Wenn man sich einen Stern in ganz großer Vorschau ansieht kann man zusehen, wie die Kamera scharfstellt (intra/extrafocal). Bei längerbrennweitigen Objektiven (so ab 75mm) habe ich den Eindruck, dass ich besser manuell scharfstellen kann.  Bei unter 25mm ist der StarryAF ein Segen.  An Planeten wie Mars, Venus geht es auch mit dem lichtschwachen  mFT100-400er. Es müssen halt möglichst punktförmige Objekte sein.  Trotz hilfreichem StarryAF ist es aber immer angebracht anhand eines Bildes mal den Fokus zu überprüfen.

      Außer mit starkem Teleobjektiv am Mond verlasse ich mich da nie auf den Autofokus.
      Schon im Hinblick darauf, dass man ja üblicherweise nicht ein Bild sondern sehr sehr viele macht und die wirkliche Bildqualität dann erst hinterher am großen Computermonitor sieht, stelle ich lieber manuell scharf ein.
      Die Funktion "Objektivrückstellung" schalt ich bei dem Kameras die ich meist für Astrofotografie verwende aus. Oft will ich eine Belichtung unterbrechen, was ich dann einfach durch Ausschalten der Kamera mache, anstatt Minutenlang zu warten. Dann ist es nützlich, dass die Schärfen ebene des Objektives bleibt wo sie ist.

      Zunächst muss man aber überhaupt mal einen hellen Stern am Kameradisplay finden, was bei einem stärkeren Fehlfokus schon meist nicht mal möglich ist, weil das schwache Licht ja über eine große Fläche verteilt ist, und so nicht mal mehr angezeigt wird.
      Bei dem heutigen OM-D's gibt es mittlerweile eine LiveView Erweiterung II. Man sieht da dann wirklich sehr viele Sterne (aber auch Hotpixel!). Die Verzögerung macht es aber schwierig damit scharf zu stellen. Hat man den Fokus wirklich getroffen, sieht man auch den einen oder anderen schwächere Sterne im LiveView Modus I.
      Man kann mal zuerst an einer möglichst weit entfernten Lichtquelle mal vorläufig scharf zu stellen oder auf eben, wenn man hat, LV Erweiterung II zu schalten. Der ist zwar verzögert, aber so lichtstark, dass man schon recht schwache Sterne sehen kann, Helle dann sowieso.
      Um schnell von LV Erweiterung I auf II zu schalten kann man sich da bei den neueren Kameras im Menü es so einrichten, dass man der "Restlicht" Modus ab 60 Sekunden zugeschaltet wird, sonst aber auf LV Erweiterung I bleibt. Dann braucht man nur schnell von 60 Sekunden auf Bulb oder Livetime zu schalten.

      Die E-M1.III hat eine extra Einstellung für Bulb/Livetime am Modusrad. Wo man dann halt am Modusrad drehen muss, beim M habe ich jetzt auf die Schnelle nicht gefunden, wie ich da über 60s einstellen könnte. Egal.

      Dann einen möglichst hellen Stern in die Bildmitte bringen und mit Liveview Vergrößerung (14x) so fokussieren dass der Stern so klein wie möglich ist. Der MF Assistent  im Kameramenü ist dazu ausgeschaltet, aber ich lege mir auf eine Funktionstaste die Vergrößerungsfunktion.
      Ein Klick auf OK verlässt dann wieder den Vergrößerungsmodus.

      Bei starken Teleobjektiven gibt es eine Einstellhilfe inform einer speziellen Maske, die man vors Objektiv gibt: Die Bahtinovmaske
      Das beigefügte Bild zeigt den Effekt an einem 135mm Objektiv und dem sehr hellen Stern Capella.



      Bei Brennweiten unter 60mm wird es dann halt schwierig, zu klein werden die Sterne.
      Bei Modifizierten Kameras sieht man aber auch da den roten Saum recht gut den ich mit dem Stern zu vereinigen suche.

      Vorsicht bei Temperaturänderung:

      Üblicherweise verstellt sich der Fokus wenn sich die Temperatur ändert. Die Tuben sind aus Metall, Linsen ändern sich wohl auch.
      Ist das Objektiv wesentlich wärmer als die Umgebung oder kühlt es dann weiter stark ab (üblicherweise in klaren Nächten), sollte man unbedingt  vor allem Anfangs alle 5-10 Minuten den korrekten Fokus kontrollieren. Wenn geht, daher schon vorher an die Umgebungstemperaturen abpassen lassen.
      Wenn man Glück hat ist in der Nähe der Bildmitte ein heller Stern an dem man zwischendurch mal schnell den Fokus kontrollieren kann. Ansonsten kann das es sehr aufwendig werden, den Fokus zwischendurch mal an einem geeigneten Stern außerhalb des Bildfeldes zu überprüfen, weil man ein mühsam gefundenes Bildfeld möglichst genau (Stichwort: Stackingränder) wiederfinden muss.
      Da hilft eine "GoTo" Astromontierung, kann aber auch heikel werden - wenn man so gar nichts sieht, weil man keine LV Erweiterung II hat, wie bei den E-PLx Kameras, oder älteren E-M10.

      Einzig ein Spiegelteleskop mit dem richtigen Spiegelmaterial (Pyrex oder besser Quarz, jedenfalls kein PK7 Glas!), einen Kohlefasertubus und sehr guten verschraubten Okularauszug bleibt hier wirklich fokusstabil. Zumindest merke ich da bei meiner Ausrüstung nichts an den Bildern. Und schon aus Paranoia kontrollierte ich schon ofter hinterher nochmals ob der Fokus auch noch stimmt. Wie immer: Kostet um einiges mehr, aber erspart sehr viel Ärger.

      Bei Objektiven mit manueller Blende nicht vergessen, vorher die Blende ganz zu öffnen.

      Geht das alles nicht befriedigend, kann man anhand von Probebildern den Fokus überprüfen und gegebenenfalls neu einstellen, alles sehr Zeitaufwändig.

      Am Mond ist es am besten in der Nähe des Terminators scharf zustellen, Am Jupiter sieht man die Galileischen Monde , die recht schnell verschwinden sollte der Fokus nicht mehr recht passen.

      Verwendet man eine Modifizierte Kamera, wird man um helle Sterne einen roten Saum sehen, weil das viele langwellige rote Licht ja nicht mehr in den Fokus zu bringen ist, wenn gleichzeitig blau und grün scharf sind. Der optimale Fokus ist dann, wenn dieser rote Saum genau verschwindet.

      Schärfeverlauf / Sensorverkippungen:
      Wir sind an sich von unseren sehr guten Fotooptiken verwöhnt, aber gerade wer Fremdobjektive oder Teleskope verschiedener Bauart an der Kamera anschließt, sollte beachten, dass man hier oft mit starken Abweichungen der Schärfe übers Bildfeld und/oder Verkippungseffekten hat.
      Wenn bei einer Optik die Schärfe stark zwischen Zentrum und Rand abweicht, dann kann es günstiger sein, nicht in der Mitte, sondern ca. 1/3 herum scharf zu stellen. Damit minimiert man dieses Ungleichgewicht.
      Wer mal einen hellen Stern möglichst groß ansieht und Fokussiert, sollte im Bildzentrum bei Intra-  und extrafokaler Betrachtung (einfach wenn man über die Schärfe in beide Richtungen hinaus fährt) alles zentrisch sehen. Das Sternchen wird ja zur Scheibe und je nach Bauart sieht man dann hellere konzentrische Ringe. Ist hier etwas verkippt, wird dieser Kreismittelpunkt nicht genau konzentrisch sein, sonder außerhalb des Zentrum liegen. Am Rand bei den Optiken  bei kleineren Brennweiten wird man staunen, wie sehr man da sieht, dass Sterne fast dreieckig abbilden. Solange das in jeder Ecke gleich aussieht, wird alles in Ordnung sein. Anders wenn es in den Ecken ungleichmäßig wird. Dann ist entweder die Optik dezentriert und/oder Sensor verkippt. Bei unseren Olympus Kameras meist nach Modifikation.
      Je lichtstärker eine Optik, desto deutlicher treten diese Fehler zu Tage. Daher sind Fernrohre ab F/5-F/6 natürlich wesentlich gutmütiger was Justierung betrifft.
      Ein Test an einer punktförmigen Lichtquelle, wie man es praktisch nur an Sternen hat, verbergen nichts was optische Fehler betrifft!
      Allerdings für die Alltagsfotografie hat das wohl zunächst kaum sichtbare Auswirkungen, durch Stacken / Mitteln viele Bilder und nachfolgender Bearbeitungsschritte kann man auch einiges korrigieren.
      Für Verkippungen an einem Teleskop gibt es eigene Ringe, womit man das dann ausgleichen kann.
      Gerade bei Fernrohren hat man zwischen Teleskop und Kamera noch sogenannte Flattener oder Komakorrektoren. Die sollen die Fehler der entsprechenden Optik ausgleichen. Hier ist es wichtig herauszufinden, ob der Flattener überhaupt für die Bauart seines Teleskopes geeignet ist.
      Da zählt nicht nur Bauart (APO oder Newton z.B.) sondern auch deren Lichtstärke. Und man muß dann den geeigneten Abstand zwischen den Flattener und dem Sensor herausfinden. Ob man dann zu weit oder zu nahe ist, zeigen einem Striche oder Banananförmige Sterne gegen den Bildrand. Und ob man dann etwas mehr Zwischenringe geben muss oder weniger kommt auf das  Teleskop an.
      Man sieht: Sobald man die normierte Fotowelt verlässt, wird es sehr kompliziert und gleich mal teuer. Gute Comakorrektoren kosten gerne mal ab 200 - sehr sehr viel mehr!


      Es gibt übrigens einen Vorteil, bewusst unscharf zu bleiben:

      Wenn man kein Weichzeichenfilter hat (Cokin P830) und man will den Sternenhimmel so abbilden, dass helle Sterne und damit die Sternbilder natürlich zu erkennen sind, kann man leicht unscharf stellen. Damit wird das Licht sehr heller Sterne über eine größere Fläche verteilt. Sie brennen dann nicht sofort aus und man sieht dann auch noch schön deren unterschiedlichen Farben, die über die Temperatur Aufschluß gibt.
      Bei gut scharf gestellten Sternen Himmel werden ja bei den üblicherweise längeren Belichtungszeiten ja alle hellen Sterne aber auch etwas schwächere Sterne sofort ausgebrannt, verlieren damit die Farben sein und das Auge sieht nur noch weiße Punkte auf schwarzem Grund. Da finden sich bald nur noch sehr Geübte zurecht.

      Hier ein Ausschnitt unbearbeitet mit dem mFT8/1.8



      möglichst selber Ausschnitt durch ein Cokin P830 Weichzeichenfilter:


    • Von iamsiggi
      Gestern Nacht entstanden und schnell ausgearbeitet.

      Der Herznebel (und darunter der Seelennebel) sind unweit des Doppel Sternhaufen (Double Cluster oder h & Chi Perseii) zu finden. Typische hellere Nebelgebiete der Herbstmilchstraße.

      Mit dem 800mm Teleskop ist man da natürlich mitten im sehr ausgedehnten Objekt.
      Kamera war eine klarglasmodifizierte E-PL6. 36 Bilder zu 4 Minuten bei ISO1250 konnte ich gewinnen.

      Siegfried
    • Von iamsiggi
      Vor ein paar Tagen hatte ich ja das Übersichtsbild der Milchstraße mit dem 8mm Objektiv gezeigt und im groben die  wichtigsten Sehenswürdigkeiten erklärt.
      Ich wechselte dann noch auf das mFT25/1.8 29 Bilder zu 60 Sekunden Belichtungszeit bei ISO1250 konnte ich sammeln und zu diesem Bild verarbeiten.
      Rechts oben Wega, links davon die zwei sehr engen Doppelsterne epsilon Lyrae. Wer die noch mit eigene Augen auftrennen kann, hat wirklich scharfe Augen. Fotolinsen können das locker.
      Unter Wega die vier hellen Sterne, die den Körper der Leier bilden. zwischen den 2 hintersten Sternen ist ein kleiner blauer Punkt: Der berühmte Ringnebel (M57). Klein, aber hell.
      Unten rechts Cr399, der Kleiderbügel Haufen.
      Jetzt aber zum Hauptobjekte: Sternbild Schwan (Cygnus).
      Links oben der Helle ist Deneb,  links unterhalb  unübersehbar der Nordamerika Nebel. Rechts daneben schwächer der Pelikan Nebel.
      Der zweit hellste Stern im Sternbild (rechts der Bildmitte) ist Sadr umgeben von sehr hellen größeren Gasnebel.
      Hinauf und hinunter des Sadr, bilden die hellen Sterne ja die Flügel des Schwanes. Die gehen aber hier übers Bildfeld hinaus.
      Beim 1 unteren Flügelstern sieht man die helleren Teile des Schleier Nebel rechts davon etwas schwächer 52 Cygni.
      Auch zu sehen und sehr bekannt der Hantelnebel (M27)  etwas über dem unteren Bildrand ca im 1. Viertel bei dem helleren Stern ein größerer blaugrüner Fleck. Es ist das Leuchten des 2 fach ionisierten Sauerstoff oder kurz O-III, nach der roten h-alpha Linine des Wasserstoff die wichtigste Farbe in den Nebel.
      In Groß und Astrometriert gibt es das auf Astrobin:
      https://astrob.in/upc16p/0/
      Siegfried
    • Von iamsiggi
      Schon lange nicht mehr die Sonne fotografiert, aber eine Sonnenfinsternis, wenn auch nur sehr partiell bot halt wieder die Gelegenheit.
       

      Gleich vorweg für die Sonnenfotografie:

      Wenn Euch eure Augen oder Kamerasensoren lieb sind, verwendet nur die genau dafür geeigneten Filter.
      Auch wenn ein Medium für uns sehr dunkel erscheint, es ist nicht gesichert, dass es nicht Licht anderer Wellenlängen durchlässt und dann unser Auge oder Sensor grillen.

      Die Firma Baader bietet da auch eine spezielle Folie dafür an. Man kann sich damit auch eine für seine Optik geeigneten Filter basteln. Aber bitte stellt sicher, dass nicht ein Windstoß diesen von der Optik stoßen kann, die Auswirkungen wären fatal.
      Auch mit bloßen Auge in die Sonne zu sehen ist keine gute Idee und schadet! Daher immer eine Sonnenfinsternisbrille oder durch besagte Folie.

      Bei Teleobjektiven genügt die günstige Folie, für Linsenteleskope auch.
      Wer ambitioniert Sonnenfotografie / Beobachtung betreiben wird, gibt es da aber auch andere Hilfsmittel wie Herschelkeil und spezial „Energieschutzfilter“ was aber gleich sehr teuer wird.

      Was man aber gleich vergessen kann: Hoch dichte Filter vor zuschrauben. Die können schnell man springen…. Auch Spiegelteleskope werden bei der weitergehenden Sonnenbeobachtung nicht eingesetzt. Das sind es eben kleine Linsenteleskope.
      Wer mehr als Weißlicht beobachten/fotografieren will wird mehr als 1000 Euro einplanen müssen, an sich wird es bei kleinen Sonnenteleskopen ab 3000 Euro interessant und bei etwas größeren geht es schnell Richtung 10.000 Euro.

      Also zu meiner „mini“ Sonnenfinsternis am 10.6.2021.

      Oben habe ich erwähnt: Lange nicht mehr gemacht: Auch wenn ich schon ab und an die Sonne fotografierte, es geht hier nicht über verinnerlichte Praxis. Am besten wäre es wie in der Fliegerei: Ein Checkliste zu verwenden. Damit man nichts vergisst.

      Es fing bereits damit an: Wo habe ich meinen Sonnenfilter für das Teleskop überhaupt liegen 😉
      Nach etwas suchen dann doch gefunden.
      Eine Sonnenfinsternisbrille hatte ich griffbereit in einem der zwei Koffer wo all das Zeug für’s Teleskop gelagert ist.
       
      Zum Seeing:
      Wer mal Sonnenflecken fotografieren will: Morgens oder abends ist das Seeing (flimmern der Luft) am besten. Muß nicht sein, aber meist ist es so. Steht die Sonne hoch, wäre zwar die Luftschichte gering, aber das Seeing ist einfach sehr schlecht.

      Natürlich kann man sich den Zeitpunkt bei einer Sonnenfinsternis nicht aussuchen, man muss halt nehmen war man hat.

      Bei mir war das Maximum der Bedeckung gegen 12:40 und ca 30 Minuten Später war alles vorbei.

      Bei 5% die bei mir war, aber selbst bei 80% sieht man die Effekte dass es dunkler wird sicher nicht, vielleicht etwas bei 95%. Nur wenn wirklich 100% der Sonne bedeckt sind, gibt es dieses unheimliche Spektakel einer totalen Sonnenfinsternis, das ist aber eine andere Geschichte…..

      Wohl aber visuell mit der Sonnenfinsternisbrille, ich hab es probiert: Ja da fehlt ein Zipferl 😉
       

      Was man auch mit einplanen sollte (nebst Eigenschutz wie vielleicht Sonnencreme oder Kopfbedeckung) Etwas großes möglichst dunkles, mit dem ihr die Kamera bezw. das Display abdecken könnt: Sonst sieht man am Kameradisplay außer die Scheibe nicht wirklich etwas. Und immerhin muss man ja scharf stellen.

      Und scharfstellen fällt mir bei der Sonne mit all den Umständen viel schwere als an Sternen.
      Wenn man Glück hat sind ein paar dicke fette Sonnenflecken sichtbar, an denen man fokussieren kann, ansonsten bleibt nur der Rand.

      Also vorher ein aktuelles Bild der Sonne suchen, dann sieht man, wo man nach den Sonnenflecken suchen sollte.

      Ich habe ja den Luxus, über eine gute Nachführung zu verfügen und ein 800mm Spiegelteleskop. Im Garten weiß ich auch mittlerweile gefühlsmäßig wie ich das ganze hinstelle, dass es in etwas eingenordet ist. Das hilft dann sehr, dass die Sonne dann nicht allzu schnell aus dem Bildfeld wandert.




      Bei der Belichtung verwendete ich den P Modus und machte eine Probebelichtung. Mit der +- Korrektur steuerte ich dann die gewünschte Belichtung.

      An sich ging +0,7 eV leicht, und der Histogramm ging bis ca 80% ins Helle. Sicher kein Problem bei Alltagsfotografie. Aber wie am Mond auch: Mit Bildern wo der hellste Wert nur so bei 66% liegt hat man einen besseren Kontrast und ich tu mir bei der Ausarbeitung leichter.
      Natürlich machte ich auch Bilder mit +0,3 und 0,7 eV, Aber letztlich wie angenommen, waren die Bilder mit +-0 Blenden Korrektur besser.
      Meiner Meinung nach ist das deshalb, weil der Sensor bezw. Das was dann in den File geschrieben wird gerade im oberen Bereich nicht mehr lineare arbeitet um ein Bild nicht gleich ausbrennen zu lassen und eben 13,x Blenden Dynamik zu „erzeugen“ trotz 12 bit Sensor. Also ist das Bild im hellen Bereich nicht mehr so kontrastreich.

      Da wir bei der Sonnenfotografie ja nicht annähernd den vollen Dynamikumfang brauchen, spielt es auch keine Rolle. Ist das Bild zu dunkel, machen wir es einfach heller. Was uns aber hilft: möglichst guter Kontrast bei den ohnehin flauen Sonneflecken.

      Zur Belichtung:
      Steht kein Fernauslöser zur Verfügung, dann sollte auf jeden Fall wie immer eine Auslöseverzögerung eingestellt sein. Bei mir standardmäßig 4 Sekunden.
      Natürlich auch hier: Wenn man kann: Möglichst viele Bilder machen und das das stacken.

      Da bei mir der Himmel um den Beginn und zum Maximum stark bewölkt war konnte ich nur auf eine Wolkenlücke hoffen.

      Nunja: Eine genügend lange braucht man natürlich um mal das Teleskop auszurichten und eine um Scharf stellen zu können. Auch so ein Problem, wo Geduld gefragt ist, und wie immer: Rechtzeitig Aufbauen hilft hier, vor allem wenn der Zeitpunkt vorgegeben ist.

      Damit ich dann mal wenigstens ein Bild habe, denn die Wolkenlücken waren nicht wirklich groß und meist auch nie ganz klar, machte ich auch Bilder als Wolken durchzogen:



      Dann war mal ca. 5 Minuten nach Maximum eine größere Wolkenlücke und mit schnellsten Serienbildmodus (Silent Shutter, 60 Bilder / Sekunde bei den E-M1.III und Fernauslöser konnte ich 300 Bilder sammeln. Natürlich ist eine wirklich schnelle UHS-II Karte auch Voraussetzung.

      Weitere 10-15 Minuten gaben die Wolken weitgehend die Sicht auf die Sonne frei, so daß ich weiterer Serienbelichtungen machen konnte.

      Wie üblich exportierte ich dann mal die Bilder in 48bit TIFF, was dann Autostakkert lesen kann. 4% der besten Bilder bezw. Ausschnitte, mit 1,5x drizzle verrechnet:





      Das Ergebnis nachbearbeitet wie beim Mond: Schärfen, Kontraste erhöhen, selektiv bei den Sonnenflecken.
      Und die Sonne, welche Farbe sie am eigenen Bild auch hat, ist nun mal weiß und etwas fad wie ich finde. So färbe ich sie dann auf eine Farbe die mir mehr gefällt: Bei der Sonne eben gelb.






      Siegfried
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