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Ignoriert

Einstellungen, die die E-M1 III ausbremsen können


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Die E-M1 Modelle zeichnen sich ja durch sehr gute Bildwiederholraten aus. Leider werden in der Praxis oft nur geringere Geschwindigkeiten erreicht, obwohl eigentlich die höchste Geschwindigkeit eingestellt wurde. Ich habe mich mal auf die Suche gemacht und versucht, verschiedene „Bösewichte“ bei den Einstellungen zu finden und deren Einfluss auf die Framerate zu quantifizieren.

Was ich ermitteln kann, bezieht sich auf die E-M1 III. Mit der E-M1 X und der E-M1 II verhält es sich wohl sehr ähnlich, im Detail kann es aber natürlich Abweichungen geben.

Mir geht es dabei um die Bildwiederholrate, die mit dem elektronischen Verschluss bei Serie „L“ erzielt werden kann. Serie „H“ nutze ich fast nicht und habe deshalb auf eine weitere Untersuchung verzichtet, der Zeitaufwand war eh schon hoch genug.

Für meine Messungen habe ich jeweils eine UHS II-Karte Lexar 2000x mit 64 GB verwendet, die nominell 300 MB/s im Lesen und Schreiben schaffen soll. Die Karte steckt im 1. Speicherschacht, gespeichert wird RAW.

Mein Testaufbau ist recht einfach: Ich starte eine Uhren-App auf meinem Phone und fotografiere sie im Serienmodus „L“ mit 18 fps ab. Nach ca. 15 Sekunden stoppe ich und kann dann ermitteln, wann die Framerate einbricht, und welche Framerate vorher bzw. nachher erreicht werden konnte. Alle Versuche erfolgen mit elektronischem Verschluss. Die Kamera läuft mit manuellem Fokus, 1/250 Sek. und normalerweise ISO 200, der Stabi steht auf „IS Auto“. Als Objektiv habe ich das 2.8/12-40 verwendet.

Das sind die Einstellungen, die die Kamera nach meiner Erfahrung ausbremsen können oder bei denen ich einen Effekt vermute:

-     Einstellung hoher ISO-Werte oder Low ISO

-     Bildmodus Artfilter, einstellbar im Aufnahmemenu 1

-     Digitaler Telekonverter, einstellbar im Aufnahmemenu 1

-     Bildstabilisation Option „Priorität IS“, einstellbar im Zahnradmenu C2

-     Niedrig-ISO Verarbeitung „Detail Priorität“, einstellbar im Zahnradmenu E1

-     Rauschfilter, einstellbar im Zahnradmenu E1

Artfilter und digitalen Konverter habe ich nicht untersucht, da ich das nie verwende. Der Testlauf mit dem Rauschfilter zeigte keine Auswirkungen, was auch verständlich ist, da die auf die RAWs keine Auswirkungen haben sollte.

Zunächst die Referenz, also die Kamera so eingestellt, dass alle potenziellen Performancekiller deaktiviert sind. Die Kamera schafft dabei mit Serie „L“ 87 Aufnahmen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 18 fps, danach geht es weiter mit 9,5 fps.

Bei ISO 400 schafft sie nur noch 83 Aufnahmen mit 18 fps und geht danach ebenfalls auf 9,5 fps runter.

Bei ISO 800 sinkt die maximale Framerate auf 14 fps, diese wird 115 Aufnahmen lang gehalten. Danach sinkt sie auf 9,8 fps.

Bei ISO 1.600 verhält sie sich zunächst identisch, erreicht also eine Framerate von 14 fps für 115 Aufnahmen, dann geht es jedoch etwas weiter runter auf 8,8 fps.

Bei ISO 3.200 bricht die Geschwindigkeit ein. Ich erziele nur noch 14 fps als Höchstgeschwindigkeit und die auch nur für 62 Aufnahmen. Danach geht es dann im Schneckentempo von 3.5 fps weiter.

Aber es gibt ja noch die Niedrigen ISO-Werte. Hier habe ich ISO 64 getestet. Dabei schafft die Kamera 18 fps für 80 Aufnahmen und danach 9,1 fps für den restlichen Zeitraum.

 

Ein erstes Fazit: Die E-M1 III kann also im Bereich von ISO 64 bis 1.600 sehr gut für schnelle Serien genutzt werden, bei ISO 3.200 bricht die Performance allerdings ein.

 

Nun die Einstellung der Bildstabilisators auf „Priorität IS“, bei dieser Testreihe habe ich wieder auf ISO 200 gestellt. Das Ergebnis ist simpel: Die Kamera rattert mit 10 fps durch, eine schnellere Framerate ist nicht möglich.

 

Die Einstellung der Niedrig-ISO Verarbeitung auf „Detail Priorität“ ist mein letzter Testlauf. ISO wieder auf 200, Stabi auf Priorität fps. Hierbei schafft die Kamera 58 Aufnahmen mit 18 fps, danach wird es gemächlicher, die Framerate sinkt auf 3,6 fps! Mit solch einem starken Geschwindigkeitseinbruch hätte ich nicht gerechnet. Wer also längere Serien mit hoher Framerate braucht, sollte bei diesem Menu-Punkt auf „fps-Priorität“ umschalten.

Bleibt nur noch die Frage, inwiefern sich die Bildqualität dann verschlechtert. Hierzu habe ich keine Tests durchgeführt, aber mal eine Mail an den Olympus-Support geschrieben und auch schnell eine ausführliche Antwort erhalten.

Die von Ihnen genannte Einstellung ermöglicht es, bei Serienaufnahmen entweder die Geschwindigkeit der Bildverarbeitung oder die Bildqualität zu priorisieren.
Die Möglichkeit, die Bildqualität zu priorisieren wurde mit der E-M1 Mark III neu vorgestellt, die ‚Standard-Einstellung‘ in diesem Menüpunkt wäre die Priorisierung der Serienaufnahmen.

Die Standard-Einstellung mit der Priorisierung der Bildfolgerate für Serienaufnahmen liefert bereits eine sehr gute Bildqualität und ist für die meisten Aufnahmen auch ausreichend.
Durch die Priorisierung der Bildqualität (Detail-Priorität) kann das Bildrauschen, das durch das durchgängige Auslesen des Bildsensors leider immer ein wenig stärker auftritt, aber verringert werden. Durch das Drosseln der Bildfolgerate kann so eine noch bessere Bildqualität erzielt werden - auch bei Serienaufnahmen, die unsere Kameras schnell an die Grenzen der technischen Möglichkeiten treiben.

Die Einstellung für die Niedrig-ISO-Verarbeitung wirkt sich auf ISO-Werte unter 2000 aus.
Mit der Priorisierung der Bildqualität kann das durch den Sensor verursachte Bildrauschen um etwa 1/3 EV-Stufe verringert werden gegenüber der ‚normalen‘ Bildverarbeitung, bei der die Geschwindigkeit der Serienaufnahmen im Vordergrund steht.

Wenn Sie bei Serienaufnahmen eine möglichst hohe Bildfolgerate erzielen möchten, liefert die Kamera auch mit der Standard-Einstellung Bilder mit ausreichend Detailzeichnung.
Wenn für Ihre Aufnahmen aber die Bildqualität im Vordergrund steht und Sie das Bildrauschen so weit wie möglich reduzieren wollen, wäre die Einschränkung der Bildfolgerate über die Einstellung eine tolle Option.“

So viel von mir, jetzt dürft ihr.

Gruß

Hans

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Bei Serienaufnahmen (CL odr CH) solte man auf die "Anti-Schock"-Funktion (mit der Raute) verzichten – sonst macht die Kamera nach der ersten Aufnahme erst einmal ein kleines Päuschen, bevor die Serie richtig losgeht. Bei Serienaufnahmen also immer entweder den vollelektronischen Verschluß (lautlos, mit Herzchen) oder den vollmechanischen (ohne Raute und ohne Herzchen) verwenden.

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vor 13 Stunden schrieb Uli´s Oly:

Menü Schraubenschlüssel / Aufnahmeansicht / sollte für höchste Geschwindigkeit auf Aus stehen

 

Das ist doch aber nur für Einzelbildaufnahmen relevant und gibt die Zeit an mit der das Bild noch mal angezeigt werden soll. Bei einer Serie wird dabei auch nur das letzte Bild noch mal angezeigt.

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vor 10 Stunden schrieb Karsten:

Da hast Du Dir aber viel Arbeit gemacht, Hans - Danke für das Teilen dieser Ergebnisse! 👍

Danke! Wenn ich mir die Mühe schon mache, dann kann ich die Ergenisse ja auch teilen. Ich hatte vorher natürlich recht ausführlich im Netz gesucht, ob es dazu schon was Valides gibt - leider ohne Erfolg.

Man könnte das Ganze nun noch verfeinern, etwa um im High-ISO-Bereich zu schauen, wo zwischen ISO 1.600 und 3.200 die Performance genau einbricht. Oder wie es sich mit Serie "H" verhält. Oder wie die Kamera die Kombination der verschiedenen Einstellungen reagiert .... Aber ich denke, meine kleinen Tests zeigen erstens, dass die 18 fps mit elektronischem Verschluss real sind und mit einer schnellen Karte auch nach Volllaufen des Puffers Framerares von fast 10 fps möglich sind (was einem Datentransfern zwischen 175 und 180 MB/sek entspricht). Zweitens, dass die ISO-Einstellung gravierende Auswirkungen auf die Geschwindigkeit der Kamera hat und Drittens, dass man mit einer Begrenzung der Framerate auf 9 oder 10 fps eigentlich immer auf der sicheren Seite ist. Interessanterweise wird diese Geschwindigkeit von mehreren Naturfotografen quasi als Sweetspot empfohlen.

Gruß

Hans

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