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Ignoriert

Bildgestaltung - 1 Motiv - 5 Sichtweisen


jagabua

Empfohlene Beiträge

Liebe Olympianer,

beim Thema Landschaftsfotografie hat man ja normalerweise Zeit, um sein Motiv sauber, ordentlich und ausdrucksstark in Szene zu setzen. Nur ist das nicht immer so einfach, wie man denkt. Meine kleine Reihe hier soll mal zeigen, wie ich mich dem Motiv angenähert habe und was dann am Ende als Ergebnis stand. Muss das Ganze aber auf mehrere Post verteilen (hab zwar die Bilder schon verkleinert, aber scheinbar zu wenig...).

Bild 01 zeigt meine erste Annäherung an das Motiv. Es zeigt die ganze Szene, aber eben nicht wirklich deutlich das Motiv. Beim Bild 02 habe ich einen tieferen Standpunkt gewählt, um die einsame Almhütte verschwinden zu lassen. Da dachte ich noch, dass die Wiese vor mir der Vordergrund sein sollte, die grünen Nockberge der Mittelgrund und die hohen Tauern der Hintergrund.

Weiter geht's in meiner eigenen nächsten Antwort, hihi...

Nockalmstrasse (01)web.jpg

Nockalmstrasse (02)web.jpg

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Im Bild 03 habe ich den Ausschnitt deutlich reduziert und die nichts aussagende Wiese des Vordergrunds weggelassen, vielmehr fand ich den Kontrast zwischen saftig grün rund und kalt, blau, schroff interessant. Allerdings störte mich am rechten Bildrand der dunkle blaue Berg. Also nochmal etwas enger gefasst und das störende Element beseitigt.

Weiter in der letzten "eigenen" Antwort...

Nockalmstrasse (03)web.jpg

Nockalmstrasse (04)web.jpg

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Bild 04 gefiel mir vom Ausschnitt her ganz gut, allerdings veränderte ich die Bearbeitung ein wenig und beschnitt das Bild auf 3:2, was mir für dieses Motiv harmonischer und stimmiger erschien.

Bin gespannt auf eure Blicke zu diesem Motiv?

Ach ja, Bild 05 zeige ich gerne her, 01- bis 04 eigentlich nicht.

VG und allzeit gut Licht!

Stefan

Nockalmstrasse (05)web.jpg

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Also, ich hätte gar nicht versucht, die Hütte verschwinden zu lassen, denn sie ist doch ein so minimales Detail im Bild, da kann ich als Betrachter (ich kann es natürlich nur aus meiner ganz persönlichen Betrachtungsweise beurteilen) leicht drüber hinwegsehen. Ich der Perspektive von Bild 1 stört mich eigentlich auch die Wiese im Vordergrund nicht. 

Dadurch, dass Du im Bild 2 die Hütte verschwinden lässt, nimmst Du m. E. aber dem Bild auch ein Stück Tiefe und vergrößerst die Wiese im Vordergrund erst recht. Ich bin ja auch immer gegen solche großen nichtssagenden Flächen im Vordergrund. Also: Ich denke, Du hast die Gestaltung in Bild 1 besser gelöst, daher finde ich das Bild eigentlich gar nicht so schlecht wie Du offenbar selbst.

Sehr gut gefällt mir aber auch Bild 5. Das Format 3:2 passt hier wirklich recht gut. Es lässt die Tauern im Hintergrund besonders imposant erscheinen, aber der verbleibende grüne Vordergrund bringt auch einen guten Kontrast und ein wenig Tiefe hinzu. Ich finde hier auch die Aufteilung zwischen diesem Vordergrund, den Tauern als Hauptobjekt und dem Himmel ganz gelungen.

 

 

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vor 9 Minuten schrieb Grashalm:

Mir gefällt das Bild mit dem dunklen Berg rechts besser, weil er das Bild für mich begrenzt und nicht so abgeschnitten wirken lässt.

LG

Sabine

Ich bin für Bild 3 (das obere).

Der Waldstrich von rechts aus der Ecke kommend gibt dem Bild seine Tiefe. Der dunklere Berg rechts rahmt zusammen mit dem Hügel links im Vordergrund das Bergmassiv ein. Ein 3:2- oder besser 16:10-Beschnitt ist möglich wenn nur oben beschnitten wird, so hat das Bild seine Tiefenstaffelung. So stelle ich mir mit dem 16:10-Beschnitt vor:

image.png.cf288c819704171fa9cbec228cac4fd1.png

 

Bei deinem finalen Bild, wobei du den Massiv rechts viel angeschnitten hast und der zu kleine Waldstrich unten recht verliert das Landschaftsbild seine Tiefe.
Ist nur meine Meinung.

bearbeitet von pit-photography
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vor 6 Minuten schrieb pit-photography:

Der Waldstrich von rechts aus der Ecke kommend gibt dem Bild seine Tiefe. Der dunklere Berg rechts rahmt zusammen mit dem Hügel links im Vordergrund das Bergmassiv ein.

Danke Pit, Sabine und Peter,

diese Rückmeldungen (quasi objektiv) helfen mir ungemein. Und das unterscheidet halt eben dann einen Hobbyisten vom Profi. Ein Profi sieht das eben schon im Sucher vor Ort und ich taste mich so halb blind in ungefähr die richtige Richtung🤔

Interessant finde ich auch, dass ihr den dunklen Berg (der mich störte) für bildrelevant haltet.

VG und allzeit gut Licht!

Stefan

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vor 14 Minuten schrieb jagabua:

Danke Pit, Sabine und Peter,

diese Rückmeldungen (quasi objektiv) helfen mir ungemein. Und das unterscheidet halt eben dann einen Hobbyisten vom Profi. Ein Profi sieht das eben schon im Sucher vor Ort und ich taste mich so halb blind in ungefähr die richtige Richtung🤔

Interessant finde ich auch, dass ihr den dunklen Berg (der mich störte) für bildrelevant haltet.

VG und allzeit gut Licht!

Stefan

Da dein Bild bis zum finalen Bild viel Beschnitt beinhaltet. Mit welcher Brennweite hast du aufgenommen?

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vor 6 Minuten schrieb pit-photography:

Da dein Bild bis zum finalen Bild viel Beschnitt beinhaltet. Mit welcher Brennweite hast du aufgenommen?

Der Beschnitt war nur auf das Format 3:2. Aufgenommen habe ich die Bilder mit dem 40-150mm und dabei tatsächlich den ganzen Zoombereich ausgereizt. Mein finales Bild entstand also mit 150mm, das Ganze im HHHRes. Es ist auch mittlerweile ausgedruckt im DIN-A3-Format und freut mich immer dann, wenn ich es sehe 😁

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Mir kam spontan die Frage in den Kopf, wie ein Hochformat wirken würde. Und die Hütte hätte ich in das Bild eingebaut und wäre dafür ein paar Schritte vorwärts gegangen, um sie ganz auf der Wiese zu sehen. Die erste Wiese hätte ich auf dem Bild gelassen, um so eine weitere, sehr tiefgrüne Farbebene zu haben. Nach hinten wird das Bild dann karger und die Farben werden ärmer.
Pit's Baumbestand, der von unten rechts ins Bild 'marschiert' hat mich aber auch sehr angesprochen - wirkt auch sehr harmonisch.
So, hier meine Anregung:
jagabuas.thumb.jpg.3e5c7ca8e4fdd50e060df5c07ca39575.jpg

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Tatsächlich fand ich in deinen Schritten auch die #3 spontan am Besten. In erster Linie bin ich an dem Wald hängengeblieben, der für mich die Tiefe ins Bild bringt. Das schafft in diesem Falle auch das Hochformat nicht so deutlich, obwohl ich eigentlich Fan des Hochformats in Landschaften bin, aber dann braucht es für mich eher ein klares, dominantes Vordergrund-Motiv.

 

Den von pit vorgeschlagenen Beschnitt bei #3 emfinde ich, für mich, optimal.

 

@ Bearbeitung

Geschmackssache... ich mag's generell nicht zu blau. Obwohl es meist eher dem realistischen Bild entspricht.

 

 

Interessantes Topic und schön zu sehen, wie du hier die Brennweite voll ausgenutzt hast um das ganze Spektrum der Location auszuloten.

 

 

Gruß,

Robin

 

 

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........ hm, schwierig.

Für mich sind Linien (Horizonte oder wie hier die Landschaftsbarriere) nah in Bildmitte IMMER störend, weil mein Auge die Teilung 50% wahrnimmt. Wenn eine Hälfte weg gelassen wird, könnte die nicht gezeigte Hälfte die Wichtigere sein? Bei den hier gezeigten Optionen flattert, springt mein Auge und fragt, ja welche Hälfte will mir denn was sagen?

vll. mal so:

 

1037012297_Nockalmstrasse(02)web.jpg.d7edf8e17ce6a42296cfd9f795649d18.thumb.jpg.1027cfd276d5789b65a024577583c2d3.jpg

 

die Hochkantvariante, ja, die ist auch gut.

bearbeitet von Dominique
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vor 12 Minuten schrieb Dominique:

........ hm, schwierig.

Für mich sind Linien (Horizonte oder wie hier die Landschaftsbarriere) nah in Bildmitte IMMER störend, weil mein Auge die Teilung 50% wahrnimmt. Wenn eine Hälfte weg gelassen wird, könnte die nicht gezeigte Hälfte die Wichtigere sein? Bei den hier gezeigten Optionen flattert, springt mein Auge und fragt, ja welche Hälfte will mir denn was sagen?

vll. mal so:

 

1037012297_Nockalmstrasse(02)web.jpg.d7edf8e17ce6a42296cfd9f795649d18.thumb.jpg.1027cfd276d5789b65a024577583c2d3.jpg

 

die Hochkantvariante, ja, die ist auch gut.

Für mich sind das viel zu viel Himmel und Wolken, die Landschaft die eigentlich beeindruckender ist, geht dabei verloren. Der Bergmassiv wirkt da verloren im Hintergrund.

Bei dieser Wolkenbildung verlaufen die Wolken unregelmäßig, keine Formation und sehen wenig beeindruckend aus, keine Tiefenwirkung.

Würden die Wolken eine Formation haben die Tiefenwirkung bringen, also von vorne bis hinten ziehend, sähe die Aufteilung anders aus.

Aber man sieht, jeder hat eine andere Gewichtung in der Landschaftsfotografie.

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vor 7 Minuten schrieb pit-photography:

Für mich sind das viel zu viel Himmel und Wolken, die Landschaft die eigentlich beeindruckender ist, geht dabei verloren.

ja, da erkennen wir, richtig und falsch gibt es nicht, nur anders. Was beeindruckt liegt nicht im Bild, sondern in der Perspektive des Betrachters.

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Ein spannender Thread, bei dem sich sehr schön diskutieren und nachvollziehen, lernen läßt. Mehr, als bei so manchem "fertigen" Bild in der Galerie, finde ich.

Von den 5 Varianten gefällt auch mir die 3 am besten, aus den schon genannten Gründen.
Noch wirkungsstärker ist für mich aber die "6. Sichtweise", die Hochkantversion.

Landschaftsaufnahmen im Portraitformat haben aus meiner Sicht schon deshalb eine besondere Wirkung auf den Betrachter, weil sie von der Form her anders sind, und sich so von der Masse der Bilder im "Landscape" Format absetzen. Umso mehr natürlich, wenn ein solches Bild nicht erst durch nachträglichen Beschnitt aus Querformat entsteht, sondern bereits vor Ort bewußt so gestaltet wird, daß eine Komposition mit großer Tiefe entsteht. Mit einem konzentrierten Eindruck von Tiefe, welche ich im Querformat idR nicht erreiche, dort ist es eher Weite die zum Ausdruck kommt.

Die Blickführung in dem von @Shootingstar gewählten Ausschnitt führt innerhalb der Bildgrenzen steil und zielgerichtet tief ins Bild hinein, ohne dass links und rechts etwas davon ablenken würde (weil dort nichts ist). 

composition.jpg.98708632e98139602d3b99c7ab6addaf.jpg

 

Obwohl ich um die Wirkung weiß, nutze ich selbst dieses Stilmittel der Bildgestaltung leider viel zu wenig (so wie hier), lasse mich unbewußt immer wieder auf das ach so vertraute Querformat ein. Mein Neujahrsvorsatz: Landschaft öfter ganz bewußt "vertikal" komponieren! 😄

bearbeitet von Karsten
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