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OM-1 im Reportage-Einsatz an Bord des Forschungsschiffes Meteor


hschuler

Empfohlene Beiträge

Ich lese seit dem Erwerb meiner ersten OM-D E-M5 im Jahr 2012 hier mit. Vielleicht kann ich jetzt mit einem aktuellen Projekt auch mal etwas zum Forum beitragen.

Im Dezember 23 konnte ich ein internationales Team an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern drei Wochen lang auf dem Forschungsschiff Meteor im Golf von Korinth filmisch begleiten.

Die Ergebnisse werden jetzt in 17 Episoden auf dem YouTube-Kanal von GEOMAR veröffentlicht, die ersten beiden sind online:

https://youtube.com/playlist?list=PLc0gncV1Wc8ykIogy1C6hmhEGrrjIHrrZ&si=M4K30iP2yAO_xu8v

 

Gedreht habe ich alles mit einer OM-1 und zu 99% mit dem 2.8 12-40 Objektiv.
Ein kleiner Cage von Smallrig dient dazu Zubehör und einen seitlichen Griff zu befestigen.
Mit dabei war noch das 12-100 und das 17/1.2 sowie eine 2. OM1 als Backup/2. Unit
Dazu 1 x Atomos Shinobi Fieldmonitor 7“ und 1 x Atomos Shinobi 5“

Für den Ton ein kleines Richtmikro und das Rode Wireless-Go II Paket mit 2 x Sender und 1 x Empfänger. Dazu ein Zoom Recorder H5 um unterschiedliche Stereoatmos für die Tonmischung aufzunehmen. Der Ton war die größte Herausforderung als One-Man-Show und mit den Schiffsgeräuschen.

Mit der Kamera war ich für meine Bedürfnisse sehr zufrieden. Max 1 x Akku getauscht pro Tag. 

Auf der Linse war tagsüber im ein ND6 Graufilter drauf, um durchgehend mit 2.8 bei 25fps drehen zu können. Bei Dämmerung wurde es dann ND3 und immer etwas hektisch... Auto-Iso hat den Rest erledigt. Das ich immer wieder vergessen habe, die Filter zu montieren bzw. in Innenräumen abzuschrauben, ist einen andere Geschichte...

Aufnahmeformat: FullHD 25fps, 10Bit H265 LOG mit OM-LUT in der Postproduktion.

Den Focus habe ich in der Regel C-F überlassen und die Tasten so konfiguriert, dass ich mit dem Daumen MF aktivieren/deaktivieren konnte. Ebenso eine Taste für Gesichtserkennung an/aus. Zum Teil habe ich auch mit Auswahl unterschiedlicher Gesichter jongliert...funktioniert im Prinzip gut.
Gemeinsam mit dem Joystick für das Focusfeld war das eine sportliche Herausforderung für den Daumen aber ich konnte so für mich das beste Ergebnis erzielen. (Ich hatte anfangs auch einen mechanischen Follow Focus montiert, aber „in action“ damit deutlich schlechter gelegen als der C-F, was sicher auch an mir liegt...)

Grundsätzlich war ich hinter der Kamera deutlich fehlerhafter und unzuverlässiger als die benutzte Technik. Der einzige Punkt der mich Kameraseitig etwas negativ überrascht hat, war das doch teilweise sichtbare „Wobbeln“ auch wenn ich ausschließlich den optischen IBS benutzt habe. Aber auch hier gilt es, die Grenzen seiner Technik zu kennen. Denn die Stabilisierung an sich ist natürlich von großem Vorteil.

Die haptische Robustheit der Kamera und das damit einhergehende „gute Gefühl“ sind natürlich rein subjektiv aber ich finde erwähnenswert.

Falls es Fragen zu der Produktion bzw. dem Filmen mit der OM-1 gibt, stehe ich gerne zur Verfügung und versuche, sie zu beantworten.

Schöne Grüße, Hannes Schuler

IMG_1364.jpeg

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  • 2 weeks later...

Hi,

finde ich richtig gut!  Eine riesige Herausforderung, die du da vor dir hattest, aber exzellent gemeistert!

Darf ich fragen wofür du den Zahnriemen am Objektiv hattest? Followfocus oder zum Zoomen?


 

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Danke für die nette Rückmeldung!

Ich habe den Zahnriemen mit Hebel für den Zoom um schnell die Brennweite zu verändern. Für den Schnitt habe ich gerne verschiedene Einstellungsgrößen zu einzelnen Szenen. Dafür wechsle ich ( z.B. bei dem 12 - 40er Objektiv) oft und schnell die Brennweite. Das geht für mich mit diesem Hebel am einfachsten ohne mit einer Hand die Kamera loszulassen. Ich kann den Hebel im Prinzip mit "langen Fingern" hoch- unter runter"reißen".  Darunter leidet manchmal die genaue Brennweiteneinstellung (ich versuche eigentlich die 12mm eher zu vermeiden und nur gezielt einzusetzen, lieber bleibe ich bei 17mm, ist aber natürlich reine Geschmacksache), aber dafür bekomme ich die Optionen für den Schnitt, die ich gerne habe.
(Ich verwende keinen Zoom im Bild, dafür wäre der Hebel auch zu ruckelig, sondern ausschließlich zur Brennweitenveränderung)image.thumb.jpeg.2a170d975179ce10749405a5f1164629.jpeg

 

Kleiner Exkurs:
Zu Beginn des Drehs hatte ich einen 7"-Monitor mittig auf dem Griff montiert und den Follow-Focus. Das wurde mir dann zu schwer/unhandlich und den Follow-Focus habe ich kaum benutzt. Außerdem war die Balance nicht nur optisch nicht stimmig. Man konnte die Kamera mit diesem Setup auch nirgends einfach mal abstellen...sie lag immer schief und ungut.

Daher dann beides abmontiert und die "kleine" Lösung hat sich für mich bewährt, der kleinere Monitor hat für mich völlig ausgereicht, um die Schärfe ausreichend zu beurteilen. Außerdem zieht der große Monitor deutlich mehr Strom und erfordert häufiges Akkuwechseln, wenn man wie ich aus Gewichtsgründen mit kleinen Akkus arbeitet.
Beim nächsten Projekt würde ich den Follow-Focus wohl wieder montieren weil im Zweifelsfall eigentlich nur damit vernünftig die Schärfe eingestellt werden kann, wenn die Automatiken aufgrund widriger (Licht)Umstände versagen (und es schnell gehen soll).

image.png.544d17c6448a0a4789ae4544c7f43f58.png

 

 

 

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Danke für die Einblicke!

Das mit dem Hebel ergibt durchaus Sinn - davon habe ich auch 2.

Den Followfocus nutze ich nur mit Telebrennweiten auf dem Stativ um etwas entspannter zoomen oder fokussieren zu können (meist klappt das). Trotzdem liegt er öfter rum als ich gedacht hätte.

Wieviel TB hast du mit nach Hause gebracht?

 

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Danke dir für den Einblick, ja das mit dem Ton, wenn man alleine ist kenne ich zu genüge. Bin dankbar für solche Beiträge da ich mich immer mehr auch mit filmen beschäftige. Mittlerweile mach ich bei meinen Touren nicht nur Foto sondern nach Möglichkeit gleich ein paar Video mit. Der Ton ist da, auch in der Natur eine Herausforderung bezüglich Nebengeräuschen. 

LG vom Bodensee-Vorarlberg, Roland

 

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Am 20.1.2024 um 17:33 schrieb hschuler:

 

Ich lese seit dem Erwerb meiner ersten OM-D E-M5 im Jahr 2012 hier mit. Vielleicht kann ich jetzt mit einem aktuellen Projekt auch mal etwas zum Forum beitragen.

Im Dezember 23 konnte ich ein internationales Team an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern drei Wochen lang auf dem Forschungsschiff Meteor im Golf von Korinth filmisch begleiten.

Die Ergebnisse werden jetzt in 17 Episoden auf dem YouTube-Kanal von GEOMAR veröffentlicht, die ersten beiden sind online:

https://youtube.com/playlist?list=PLc0gncV1Wc8ykIogy1C6hmhEGrrjIHrrZ&si=M4K30iP2yAO_xu8v

 

Gedreht habe ich alles mit einer OM-1 und zu 99% mit dem 2.8 12-40 Objektiv.
Ein kleiner Cage von Smallrig dient dazu Zubehör und einen seitlichen Griff zu befestigen.
Mit dabei war noch das 12-100 und das 17/1.2 sowie eine 2. OM1 als Backup/2. Unit
Dazu 1 x Atomos Shinobi Fieldmonitor 7“ und 1 x Atomos Shinobi 5“

Für den Ton ein kleines Richtmikro und das Rode Wireless-Go II Paket mit 2 x Sender und 1 x Empfänger. Dazu ein Zoom Recorder H5 um unterschiedliche Stereoatmos für die Tonmischung aufzunehmen. Der Ton war die größte Herausforderung als One-Man-Show und mit den Schiffsgeräuschen.

Mit der Kamera war ich für meine Bedürfnisse sehr zufrieden. Max 1 x Akku getauscht pro Tag. 

Auf der Linse war tagsüber im ein ND6 Graufilter drauf, um durchgehend mit 2.8 bei 25fps drehen zu können. Bei Dämmerung wurde es dann ND3 und immer etwas hektisch... Auto-Iso hat den Rest erledigt. Das ich immer wieder vergessen habe, die Filter zu montieren bzw. in Innenräumen abzuschrauben, ist einen andere Geschichte...

Aufnahmeformat: FullHD 25fps, 10Bit H265 LOG mit OM-LUT in der Postproduktion.

Den Focus habe ich in der Regel C-F überlassen und die Tasten so konfiguriert, dass ich mit dem Daumen MF aktivieren/deaktivieren konnte. Ebenso eine Taste für Gesichtserkennung an/aus. Zum Teil habe ich auch mit Auswahl unterschiedlicher Gesichter jongliert...funktioniert im Prinzip gut.
Gemeinsam mit dem Joystick für das Focusfeld war das eine sportliche Herausforderung für den Daumen aber ich konnte so für mich das beste Ergebnis erzielen. (Ich hatte anfangs auch einen mechanischen Follow Focus montiert, aber „in action“ damit deutlich schlechter gelegen als der C-F, was sicher auch an mir liegt...)

Grundsätzlich war ich hinter der Kamera deutlich fehlerhafter und unzuverlässiger als die benutzte Technik. Der einzige Punkt der mich Kameraseitig etwas negativ überrascht hat, war das doch teilweise sichtbare „Wobbeln“ auch wenn ich ausschließlich den optischen IBS benutzt habe. Aber auch hier gilt es, die Grenzen seiner Technik zu kennen. Denn die Stabilisierung an sich ist natürlich von großem Vorteil.

Die haptische Robustheit der Kamera und das damit einhergehende „gute Gefühl“ sind natürlich rein subjektiv aber ich finde erwähnenswert.

Falls es Fragen zu der Produktion bzw. dem Filmen mit der OM-1 gibt, stehe ich gerne zur Verfügung und versuche, sie zu beantworten.

Schöne Grüße, Hannes Schuler

IMG_1364.jpeg

Danke Hannes Schuler. Das hilft mir weiter, weil ich auch einen externen Monitor das nächste Mal verwenden wollte. Das Smallrig sieht sehr praktisch aus.

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Eine Frage an die Video Experten. Man kann ja mit unseren  Kameras gute Videos machen. Aber für was sind dann die Camcorder von Panasonic z.b. die HC-X2000 oder die HC-X2 oder HC-X20 zwischen 2000 und 3000 EUR. Dabei steht für Video Profis. Die Camcorder müssen ja irgendwelche Vorteile haben wenn die explizit dafür verkauft werden. Für Filmemacher fürs Fernsehen wäre es ja klar. Die kosten ja ca 100.000 EUR aufwärts.

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Ich glaube bei der Frage ob Camcorder und Fotoapparat zum Filmen geht es vor allem um den „filmischen Look“, der eher durch die geringe Schärfentiefe der Foto Optiken erreicht wird. Außerdem hat man die Option der Wechselobjektive. 

Vom Handling und der Audio-Integration sind die Camcorder den zusammengebastelten Foto/Video-Kamerarigs sicher deutlich überlegen. Letzteres ist jetzt aber eine reine Mutmaßung meinerseits.

Ich könnte mir auch vorstellen, dass im semi-professionellen Bereich die Camcorder oftmals die bessere Lösung wären. Aber irgendwie scheinen sie kein cooles Image zu haben… Daher könnte es durchaus auch irrationale Gründe haben warum sie eher ein Nischendasein führen. Zumindest in meiner Wahrnehmung, vielleicht liege ich da aber auch völlig falsch.

 

und man kann natürlich viel einfacher mit einem Fotoapparat anfangen zu filmen, als mit einer Filmkamera anzufangen zu fotografieren… 🙂

 

Professionelle TV Kameras, wie zum Beispiel die Sony FX-9, liegen preislich übrigens schon bei 15.000 €. Auch in diesem Sektor sind die Objektive dann oft der Hauptkostenfaktor.

 

Nachtrag:

Ich finde den Smallrig Cage perfekt. Klein, leicht, robust, die Kamera bleibt noch genauso kompakt, aber man kann sie ordentlich aufrüsten.

 

 

 

 

 

 

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Am 5.2.2024 um 16:32 schrieb Rolandoo:

Eine Frage an die Video Experten. Man kann ja mit unseren  Kameras gute Videos machen. Aber für was sind dann die Camcorder von Panasonic z.b. die HC-X2000 oder die HC-X2 oder HC-X20 zwischen 2000 und 3000 EUR. Dabei steht für Video Profis. Die Camcorder müssen ja irgendwelche Vorteile haben wenn die explizit dafür verkauft werden. Für Filmemacher fürs Fernsehen wäre es ja klar. Die kosten ja ca 100.000 EUR aufwärts.

Da sind halt auch nur 1Zoll Sensoren drin - was sich auf das Rauschen und die Schärfentiefe auswirkt. 
Ton nimmt man am liebsten immer noch da auf wo er passiert - also selten an der Kamera - das ist immer nur der Notnagel. 
Was die Stabilisierung angeht passen die - soweit ich das sehe - auch nicht wirklich auf ein Ronin etc.

Ein Traum ist natürlich der butterweiche Zoom bei den Camcordern. Und der Zoomrange!

Für mich überwiegen die negativen Punkte, sodass ich Aufträge mit bis zu 8 Systemkameras aufzeichne. 

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