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Fragen zu OM-5 ND / OM 1 II-GND, Belichtungsreihen und Fokus

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Guten Abend allerseits,

bei privaten Reisen, Ausflüge und Wanderungen mit der Familie nehme ich immer seltener meine Vollformat-Boliden mit. Sie sind mir - mit allem was man so mit kleinem Nachwuchs eben noch so im Rucksack und Gepäck hat - zunehmend zu groß, zu schwer und zu sperrig.

Nach Abwägung und Ausschluss anderer Marken und Systeme (Fuji, APS-C) bin ich letztlich bei Olympus und hier im Forum gelandet. Das hier soll keine Frage werden im Stil von: Welche Kamera? Om-1 (II), oder doch OM-3? Auch wegen dem aktuell niedrigen Preis mit Cashback bin ich an der OM-5 interessiert, bei der es jetzt auch nicht so schlimm ist, wenn das Ding mal durch die Gegend oder vom Tisch fliegt,  weil ich im Alltag nicht auf sie angewiesen bin. Allerdings habe ich dann doch wieder Tendenzen manchmal zur OM-1 II greifen zu wollen, wobei die mir eigentlich schon wieder zu groß und als Alltags-Kamera zu teuer ist.

Es ist doch etwas mühsam sich im Internet in neue Systeme einzulesen, mit MFT hatte ich noch nie zu tun und kenne auch niemanden im näheren Umfeld, der damit fotografiert. Beispiel-Raw-Bilder sowohl von der OM-5 als auch der OM-1 habe ich heruntergeladen, ist ok, da kann man  sicherlich nicht das erwarten, was ein A1-Sensor oder ein GFX 100 II-Sensor liefert, ist aber alles im grünen Bereich. Von der Verarbeitungsqualität der OM-5 war ich, als ich sie im Geschäft in der Hand hatte und nach allem was ich gelesen habe positiv überrascht. Eine Bodenplatte werde ich nicht montieren, da für einen Stativ-Einsatz keiner in der Familie die Geduld hat, daher tangiert mich die Stabilität insoweit nicht.

Nun zu den Punkten, die ich nicht rausgefunden habe bzw. zu meinen konkreten Fragen, da ich leider nicht die Möglichkeit hatte eine OM-5 länger testen zu können:

1. Die Om-1 II hat das Live GND-Feature. Wie funktioniert das in der Kamera? Wird ähnlich einer Verlaufsmaske nur bspw. der Himmel abgedunkelt? Mit der Folge , dass ein ausgebrannter Himmel "ausgebrannt bleibt" nur eben abgedunkelt. Den Filter in natura setze ich ja gerade vor das Objektiv, um den Vordergrund korrekt zu belichten und bzgl. dem Himmel weniger Licht durchzulassen um das Ausbrennen zu vermeiden. Dann würde ich keinen Vorteil in dem Feature sehen. Oder nimmt die Kamera zwei Belichtungen auf und rechnet die dann zusammen?

2. Die Theorie zu Live ND habe ich verstanden, auch dass man eine minimale Belichtungszeit braucht. Aber wie sieht das in der gelebten Fotografiepraxis aus? Auch da sehe ich keinen Sinn, wenn ich an einem sonnigen Tag am Wasserfall trotzdem einen ND-Filter, wenn auch schwächer, vornedran schnallen muss um auf die minimale Belichtungszeit zu kommen. Zumal bei auch die Beugungsunschärfe viel früher einsetzt. Bei Vollformat ist F16 bei manchen Weitwinkel-Objektiven überhaupt kein Problem.

3. HDR-Aufnahmen, d.h. bspw. 3 Bilder mit 2EV kann ich wohl so aufnehmen, dass ich den Auslöser gedrückt halten kann und die Kamera alle Aufnahmen macht (S. 240 Handbuch OM-5). Mit den big boys (Vollformat) mache ich inzwischen so einige Architekturaufnahmen, also abdrücken und durchziehen. Das Ergebnis hat eigentlich immer gepasst . Funktioniert das auch mit Belichtungsreihen (AE BKT) kombiniert mit Serienaufnahmen (nicht Intervallaufnahmen!)? S. 237 des Handbuchs sagt lediglich "Nehmen Sie Bilder auf". Die Anzahl der Serienaufnahmen kann man wohl beliebig einstellen (S. 346), also wäre es doch zumindest in der Theorie möglich AE BKT einzustellen und die Anzahl der Serienaufnahme zu begrenzen, bspw. 5 Bilder für 5F mit 1.0EV (HDR scheint ja minimal 2.0EV zu unterstützen).

4. Haben die OM-Modelle eine Funktion ähnlich wie Nikon beim manuellen fokussieren, also dass der Fokuspunkt grün wird, wenn das Motiv unter dem Fokuspunkt scharfgestellt ist? Ist das die Funktion "Fokusanzeige" (S. 341 Handbuch OM-5)?

5. Und abschließend kurze Frage zum Autofokus (hier nur für Menschen, Wildlife plane ich mit der OM-5 nicht): hat die OM-5 eigentlich auch ein Update bekommen wie die OM-1? Die Homepage von OM-System und der Vergleich des Datums des letzten Firmware-Updates lassen mich zu dem Schluss kommen: Nein. Das Thema brennt mir jetzt nicht so wirklich auf den Nägeln. Auch manuell kann man mit entsprechender Übung scharfe Bilder machen.

Herzlichen Dank für alle Antworten bereits im Voraus!

Hallo jhfischer,

vorweg, ich habe keine OM-1 II sondern eine OM-3, die in den allermeisten Funktionen aber identisch zur OM-1 II sein dürfte, und eine OM-1.1 (und eine OM-5 die ich aber jetzt wo ich die OM-3 habe nicht mehr nutze)

zu 1: wie genau das in der Kamera umgesetzt wird weiss ich nicht, aber es werden verschiedene Belichtungen kombiniert. Ich habe noch nicht viel Erfahrungen damit gesammelt (habe keine OM-1 II sondern erst seit ein paar Wochen eine OM-3), aber das Ergebnis ist mit dem eines echten Filters zu vergleichen. Möglicherweise kann es aber bei stark bewegten Motiven zu Artefakten kommen weil sich zwischen den Aufnahmen die Position verändert hat. Ob und in welchem Ausmaß das ein Problem sein könnte dazu habe ich noch keine Erfahrungen gesammelt.

zu 2: auch hier wird ja kräftig in der Kamera gerechnet. Mit den verschiedenen Filterstufen (hier ist die OM-1 II der OM-5 deutlich überlegen, die OM-3 liegt knapp hinter der OM-1 II) lässt sich das ganz gut steuern. Ich habe gerade mal kurz ausprobiert: ND64 eingestellt, Belichtungszeit 1 Sekunde (wobei das ja der simulierten Belichtungszeit entspricht, intern wird die Kamera da etwas anderes machen) und ich komme bei ISO200 auf Blende 11 bei ganz dünner Schleierbewölkung durch die die Sonne gut durchscheint. Bei 1/2 Sekunde (minimale Belichtungszeit bei ND64) entsprechend Blende 8. Egal welchen ND man eingestellt hat, wenn man die minimale Belichtungszeit für diesen Filter nimmt bleiben die anderen Einstellungen bei gleichem Licht identisch. Hier ist die OM-1 II also im Vorteil weil sie einen ND128 hat und man damit bei gleichen Bedingungen noch langsamere Belichtungszeiten simulieren kann. Die OM-5 macht nur ND16!

zu 3: habe ich gerade mal mit der OM-3 und der OM-1 probiert. Aktiviere ich AE BKT stellt die Kamera automatisch auf Serienbild um und macht dann die eingestellten Aufnahmen bei durchgedrücktem Auslöser. Die Kamera stoppt nach der eigestellten Anzahl der Bilder. Drückt man nur kurz auf den Auslöser geht die Serie nicht durch, drückt man den Auslöser danach wieder länger arbeitet die Kamera die Serie ab und stoppt dann. 

zu 4: nein.
Zum manuellen Fokus kann man sich einen Ausschnitt vergrössern lassen, Focus Peaking aktivieren und sich anzeigen lassen in welche Richtung man gerade dreht (also in Richtung unendlich oder in Richtung Naheinstellgrenze)

zu 5: die OM-5 hat kein Update bekommen. In Sachen AF ist die OM-1 II und die OM-3 klar überlegen (die beiden Kameras sollten bezüglich AF identisch sein). Die OM-5 hat keine Motiverkennung! Die Gesichtserkennung funktioniert eigentlich nur gut wenn man ein Gesicht groß und frontal  vor sich hat, wenn man viele Menschen im Bild hat lässt sich nicht steuern welches Gesicht man denn gerne scharf hätte. Die Menschen-Erkennung bei der OM-3 funktioniert sehr gut und man kann auch auswählen welche der erkannten Personen man im Fokus haben möchte.

Ich denke die OM-5 passt nicht wirklich zu deinen Anforderungen (falls doch, ich will meine los werden, allerdings ohne Objektiv). Ich habe (bevor ich die OM-3 bekommen habe) die OM-5 sehr gerne als kleine "immer-dabei"-Kamera genutzt und mag sie eigentlich sehr, die OM-3 hat aber einen ähnlichen Spaßfaktor und ist technisch der OM-5 deutlich überlegen (was natürlich auch seinen Preis hat...). 

Die OM-1 II oder die OM-3 sollten von der technischen Seite her passen. Die nehmen sich nicht viel (Hauptunterschied wäre der ND64 vs ND128, die OM-3 hat nur einen Speicherkartenplatz und die OM-3 hat keinen Anschluss für einen Fernauslöser, da müsste man die App oder den Bluetooth-Fernauslöser nehmen). Die OM-1 ist griffiger mit langen Brennweiten, dafür kann man an der OM-3 wunderbare SW-Einstellungen und "Film-Simulationen" vornehmen. Für mich ist die OM-1 die Kamera für Action, für schnelle Bilder, und die OM-3 eher für langsames, genüssliches Fotografieren. Wobei die OM-3 durchaus auch Action kann und bei Wildlife der OM-1.1 eigentlich sogar überlegen ist (nur ergonomisch mit der ganz langen Brennweite eher unkomfortabel). Gegenüber der OM-5 haben beide ein übersichtlicherer und einfacher zu bedienendes Menü und sie lassen sich über USB-C laden (die OM-5 über Micro-USB). Die Akkulaufzeit ist auch deutlich besser als bei der OM-5.

  • Author

Vielen lieben Dank für die ausführliche Antwort, die alle meine Fragen beantwortet! Mit den bestehenden Kameras (Nikon Z8, Sony A1 und A9 III, bei Bedarf GFX 100 II gemietet) werde ich, egal welche Olympus, deutliche Abstriche hinnehmen müssen. Aber das ist ja - wie eingangs geschrieben - auch gar nicht das was ich damit bezwecke, sondern es soll eben eine Familien-/Reisekamera sein, die preislich sehr günstig ist, trotzdem hinreichend gute Bilder macht und die nicht so teuer ist, dass ich sie noch extra versichern werde. Privat scheidet alles was sonst klein und kompakt ist aus... Sony 7C-Reihe und Sony A6xxx-Reihe ist wegen dem Mini-Sucher raus (A7C II habe ich verkauft). Die Nikon Zf ist an sich ist eine sehr gute Kamera, da haben mich aber die schwergängigen Einstellräder derart gestört, dass ich die auch wieder verkauft habe. Mit Fuji bin ich noch nie warm geworden und die neue Nikon Z 50 II ist zwar eine klasse Kamera, aber es gibt schlicht und ergreifend, dank Nikon, keine kompakten lichtstarken Zoom-Objektive, auch nicht von Drittanbietern. Die Vollformat-Objektive brauche ich mir da auch nicht dran schrauben, dann ist der Kompakt-Faktor wieder weg.

Schade, dass OM-System bislang keine OM-5 II vorgestellt hat. Ich habe die ganzen Themen wie alter Sensor, schlechter Sucher, schlechte Verarbeitungsqualität, altes Menü, schlechter Autofokus etc. gelesen. Aber mal ganz ehrlich: mit Cashback 999 Euro für eine Kamera, die das alles kann. Das ist meiner Meinung nach, der sonst professionell mit den Spitzenmodellen fotografiert, doch ein echt guter Deal!? Was ich an der Stelle von OM-System machen würde: den Autofokus der OM-1 II für Menschen und allgemeines Tracking, ohne Tiererkennung etc. in die Mittelklasse-Kamera einbauen und den Rest so lassen bzw. vllt. doch über ein Metall-/Teilmetall-Gehäuse nachdenken. Der Sensor der Nikon Z 50 II z.B. hat auch schon so einige Jahre auf dem Buckel, auch nur 20 MP und ist immer noch auf der Höhe der Zeit. Das soll aber auch nicht ausarten in Marken- und Modellvergleiche. Ich habe mich ja ganz bewusst zu Olympus hinbewegt, als Außenstehender hat man da vielleicht auch noch einen ungetrübten Blick auf die ganze Argumentation.

Wie dem auch sei, ich werde wohl doch noch etwas nachdenken müssen, ob es eine OM-3 (hatte ich in der Hand) wird oder ich direkt zur OM-1 II greife und die OM-5 auslasse. Die OM-1 gibt es vereinzelt neu noch für 1.349 Euro, mit dem 12-40 Pro II liege ich dann aber preislich auch nur marginal unter der Aktion gerade mit Cashback von der OM-1 II mit dem 12-40 Pro II.

Und nochmals Danke!!!

Edited by jhfischer

vor 7 Minuten schrieb jhfischer:

Vielen lieben Dank für die ausführliche Antwort, die alle meine Fragen beantwortet! Mit den bestehenden Kameras (Nikon Z8, Sony A1 und A9 III, bei Bedarf GFX 100 II gemietet) werde ich, egal welche Olympus, deutliche Abstriche hinnehmen müssen.

Wer sagt das? Und warum sollte das so sein?

  • Author

Oh je, ich wollte damit jetzt keine Debatte lostreten und habe es wahrscheinlich doch getan. Ich für meinen Teil und für meine bisherige Arbeit sehe Abstriche gegenüber 45MP und 50MP (Z8 und A1) und 120BPS mit 99%+ AF-Treffer-Quote bei Sport und Wildlife (A9 III). Ich habe noch nie eine Olympus in der Hand gehabt, deswegen kenne ich alles nur vom hören sagen, das gebe ich ganz offen zu! Von dem was ich gelesen habe, ist die OM-1 II z.B. für Makro-Aufnahmen mit das Beste, was es am Markt gibt. Und auch sonst scheint sie eine Spitzen-Kamera zu sein, mit der man ohne Probleme wohl auch professionell arbeiten kann.

Es geht mir aber wie gesagt auch nicht um den professionellen Einsatz, sondern rein privat. Und in dem Bereich werde ich natürlich keinerlei Abstriche hinnehmen müssen. Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt, das sollte auch nicht abwertend gemeint sein. Noch mal, ich will mich ja gar nicht davon überzeugen oder abbringen lassen. Die einzige Frage, die sich für mich noch stellt ist, welches Modell von OM-System.

  • Author
vor einer Stunde schrieb Steinwälzer:

Leider kommt immer eine Fehlermeldung, wenn ich mich für MyOMSYSTEM registrieren möchte. Das scheint wohl auch die Seite zu sein, um die Kamera dann für die Cashback-Aktion anzumelden. Vielleicht geht es ja heute Abend oder morgen wieder.

vor 27 Minuten schrieb jhfischer:

Das scheint wohl auch die Seite zu sein, um die Kamera dann für die Cashback-Aktion anzumelden.

Nee, das ist Test & Wow, da kannst du dir Geräte zum Testen ausleihen...

Du wirst in einigen Aspekten Abstriche machen müssen im Vergleich zu Deinen Top-Kameras, in manchen Aspekten wirst Du Dich umstellen müssen um Vergleichbares zu erreichen, und manchmal wirst Du überrascht sein und erkennen, dass Manches besser geht.

Die OM3 kenne ich nicht, zwischen OM1 und OM1.2 rate ich Dir ganz klar zur OM1.2.

Ich habe meine Nikon (Z6II) gegen die OM1 getauscht, weil der Autofokus um Welten besser ist. Damals wollte ich keine 6000 Euro für die Z9 ausgeben. Inzwischen ist aus der OM1 eine OM1II geworden, weil der "Menschenautofokus" viel besser ist. P.S.: Als die Z6III vorgestellt wurde, wäre ich beinahe schwach geworden. Also habe ich die Kamera eine Woche getestet und war ernüchtert. 

  • Author

Es ist doch eine OM-1 II geworden, mit Kit-Objektiv 12-40 F/2.8 II und zusätzlich noch das 25mm F/1.2 als lichtstarke Standard-Brennweite. Herzlichen Dank für alle Antworten und Anregungen!

vor 1 Stunde schrieb jhfischer:

Es ist doch eine OM-1 II geworden, mit Kit-Objektiv 12-40 F/2.8 II und zusätzlich noch das 25mm F/1.2 als lichtstarke Standard-Brennweite. Herzlichen Dank für alle Antworten und Anregungen!

Gute Wahl! Viel Spaß damit!

Glückwunsch zu deiner Kamera.

nur ein Hinweis zur Live GND: wenn im Bild schnell bewegte Motive (z.B. vorbei fliegende Vögel im Horizont) sind, kann es zu Artfakte am Motiv kommen. Dann sind echte Grauverlauffilter besser.

Natürlich ist der zuschaltbare Verlaufsfilter bequem und schnell aktiviert, bei Landschaftsbilder macht der LiveGND einen guten Job. 

vor 39 Minuten schrieb pit-photography:

Glückwunsch zu deiner Kamera.

nur ein Hinweis zur Live GND: wenn im Bild schnell bewegte Motive (z.B. vorbei fliegende Vögel im Horizont) sind, kann es zu Artfakte am Motiv kommen. Dann sind echte Grauverlauffilter besser.

Natürlich ist der zuschaltbare Verlaufsfilter bequem und schnell aktiviert, bei Landschaftsbilder macht der LiveGND einen guten Job. 

Wenn die Landschaft dazu genau passt. In vielen Fällen ist aber auch ein HDR oder ein Highres Bild die bessere Option. Da hat man dann nicht nur den größeren Dynamikumfang sondern auch noch gleichzeitig mit 50MP die höhere Auflösung.

Grauverlaufsfilter kommen historisch gesehen aus der analog Ära. Damals ging es nicht besser. Heute gibt es eben digital besseres als einen primitiven Verlaufsfilter.

 

 

 

 

 

 

vor 11 Minuten schrieb systemcam-neu:

aber auch ein HDR

Ich ziehe eher HDR vor wenn in der Landschaft Bäume oder hohe Motive, die in den Himmel ragen und zwischen den hohen Motiven Lücken sind, die ein Teil vom Himmel zu sehen sind. Bei Grauverlauf, bekommen die hohen Motive "dunkle Spitzen". Das sieht unschön aus.

Bei geradenen Horizonten würde Grauverlauf gehen. Man muss sich nur entscheiden, welchen Weg man sich dafür nimmt.

 

Am 9.5.2025 um 12:44 schrieb jhfischer:


Es ist doch eine OM-1 II geworden, mit Kit-Objektiv 12-40 F/2.8 II und zusätzlich noch das 25mm F/1.2 als lichtstarke Standard-Brennweite. Herzlichen Dank für alle Antworten und Anregungen!

Hallo zusammen,

ich habe den Austausch hier verfolgt und stehe gerade vor derselben Entscheidung. Ich nutze aktuell eine Canon Vollformat-Ausrüstung, suche aber nach etwas Leichterem und Kompakterem. Besonders interessieren mich die Fuji XT5, XH2, X2S oder die Olympus OM-1(2).

Die OM-1(2) finde ich besonders spannend, allerdings bin ich unsicher wegen des MFT-Sensors. Deshalb habe ich mir gestern ein Testset der Olympus OM-1(2) bestellt und bin schon sehr gespannt darauf.

Vielen Dank für all die hilfreichen Infos und Tipps!

  • Author
Am 9.5.2025 um 18:27 schrieb systemcam-neu:

Wenn die Landschaft dazu genau passt. In vielen Fällen ist aber auch ein HDR oder ein Highres Bild die bessere Option. Da hat man dann nicht nur den größeren Dynamikumfang sondern auch noch gleichzeitig mit 50MP die höhere Auflösung.

Grauverlaufsfilter kommen historisch gesehen aus der analog Ära. Damals ging es nicht besser. Heute gibt es eben digital besseres als einen primitiven Verlaufsfilter.

Am 9.5.2025 um 18:42 schrieb pit-photography:

Ich ziehe eher HDR vor wenn in der Landschaft Bäume oder hohe Motive, die in den Himmel ragen und zwischen den hohen Motiven Lücken sind, die ein Teil vom Himmel zu sehen sind. Bei Grauverlauf, bekommen die hohen Motive "dunkle Spitzen". Das sieht unschön aus.

Bei geradenen Horizonten würde Grauverlauf gehen. Man muss sich nur entscheiden, welchen Weg man sich dafür nimmt.

Da habt ihr beide Recht, aber auch wieder nicht. HDR, Pixel-Shift und auch focus stacking sind bekanntermaßen schwierig einzusetzen, wenn sich Bildteile bewegen, etwa ein Blumenmeer/schwankende Bäume/Sträucher aufgrund von Wind, aber auch Brandungen. Lightroom kann Ghosting bei HDR ganz gut raus rechnen, hat aber im Einzelfall erhebliche Probleme HDR-Panoramen zusammensetzen (unschöne Farbsäume). Photoshop ist da wesentlich besser, aber auch immer mit viel Nachbearbeitung verbunden, Masken setzen etc. In den "Randgebieten" der Fotografie, jenseits der 90%, in denen Software-Lösungen gut funktionieren, haben Kameras wie eine GFX 100 (II) oder andere Mittelformat-Kameras ihre Daseinsberechtigung (abseits vom Hasselblad-Test-Hype der gerade bei Social Media en vogue ist): Meeresbrandungen mit Einfrieren der Wellen in Wandgröße mit entsprechender DPI beim Druck geht schlicht nicht mit Pixel-Shift. In dem Zusammenhang sind dann auch die 16 Bit der GFX 100 II von Vorteil und machen HDR teilweise überflüssig. Anderes Beispiel: im Vordergrund Blumenmeer, im Hintergrund Sträucher und in der Ferne Berglandschaften mit Bäumen, alles bewegt sich im Wind, ggf. mit schnell ziehenden Wolken weil ein Sturm aufzieht. Focus stacking ist schwierig, jedenfalls wieder mit viel Nachbearbeitung wieder mit Masken in Photoshop verbunden. Gute Lösung, auch heute noch: Tilt-Linsen. Auch Grau(verlaufs)filter, wie auch andere Filter, haben immer noch ihre Daseinsberechtigung und können in manchen Fällen überhaupt nicht ersetzt werden und in den meisten Fällen sollten sie auch nicht ersetzt werden: Ziel ist, die Aufnahme so zu machen, dass sie mit möglichst wenig Nachbearbeitung zum Auftragsabschluss führt. Den Effekt vom Black Mist-Filter (Glow der Sonne durch Baumwipfel bpsw.), kann jeder nachträglich einarbeiten, aber warum die Zeit in die Nachbearbeitung investieren, wenn das Bild so schon aufgenommen werden kann?! Ich für meinen Teil würde für den kommerziellen Bereich daher immer auf externe Filter setzen. Falls erforderlich können die Schatten leicht hochgezogen werden, wenn der GND-Verlauf entsprechend mit einer Verlaufsmaske nachbearbeitet wird.

Ich bin auf jeden Fall gespannt, was die Features der OM-1 (II) da so abliefern können und inwieweit ich mit meiner kleinen vorstehenden Abhandlung doch widerlegt werde! Im Alltag liefert sie auf jeden Fall ab, top verarbeitet, auch die Objektive, Bildqualität super. Privat drucke ich alles in der Größe zwischen DIN A4 bis DIN A2 im 4:3-Format aus, d.h. ich muss die Ränder gar nicht erst croppen. Und wovon ich persönlich begeistert bin ist die Highlights- & Shadows-Anzeige, sogar mit Einstellen der Grenzwerte, muss ich aber alles noch einstellen, habe nur ein Video gesehen dazu. Sony kann (nur) Zebra/Highlights, da wenigstens mit Grenzwert-Einstellung, Nikon hat es immer noch nicht geschafft das im Foto-Modus live zu implementieren.

 

vor 4 Stunden schrieb Luxfotos:

..., suche aber nach etwas Leichterem und Kompakterem. Besonders interessieren mich die Fuji XT5, XH2, X2S oder die Olympus OM-1(2).

Letztlich ist das doch immer auch eine persönliche Entscheidung. Jede Kamera, die aktuell auf dem Markt ist, egal von welchem Hersteller, liefert ab und unterscheidet sich im Funktionsumfang nur noch in Nuancen... von Spezialbereichen mal abgesehen, in denen viele MP benötigt werden (s.o.) oder in denen ein sehr guter Autofokus weniger Ausschuss und damit ggf. auch mehr Einkommen generiert.

Edited by jhfischer

vor 17 Minuten schrieb jhfischer:

Den Effekt vom Black Mist-Filter (Glow der Sonne durch Baumwipfel bpsw.), kann jeder nachträglich einarbeiten, aber warum die Zeit in die Nachbearbeitung investieren, wenn das Bild so schon aufgenommen werden kann?! Ich für meinen Teil würde für den kommerziellen Bereich daher immer auf externe Filter setzen. Falls erforderlich können die Schatten leicht hochgezogen werden, wenn der GND-Verlauf entsprechend mit einer Verlaufsmaske nachbearbeitet wird.

Gekürzt von mir.

Genau das würde ich nicht. Wenn ich einen Mist-Filter vor der Linse habe, dann habe ich den Effekt drin und bekomme den nie mehr raus. Der ist sozusagen permanent.

vor 18 Minuten schrieb jhfischer:

Da habt ihr beide Recht, aber auch wieder nicht. HDR, Pixel-Shift und auch focus stacking sind bekanntermaßen schwierig einzusetzen, wenn sich Bildteile bewegen, etwa ein Blumenmeer/schwankende Bäume/Sträucher aufgrund von Wind, aber auch Brandungen. Lightroom kann Ghosting bei HDR ganz gut raus rechnen,

Die Abfolge der Belichtungsreihe bei der OM-1 (auch OM-3) sind zusammen mit dem OM-System/Olympus-Objektiven sehr schnell, dass die Verschiebung der bewegten Motive sehr gering ist, auch dank elektronischem Verschluss.

Meist reichen 3er-Belichtungsreihe (-2, 0 und +2 EV) völlig für das Zusammenrechnen aus. Vorausgesetzt, die Belichtungszeiten sind kurz.

vor 8 Minuten schrieb w864:

Wenn ich einen Mist-Filter vor der Linse habe, dann habe ich den Effekt drin und bekomme den nie mehr raus.

In der Videografie verwendet man die recht gerne, speziell Youtuber - Talking Heads...
Aber für die Fotografie finde ich sie im elektronischen Zeitalter wirklich überflüssig.
Diese Effekte kann man heute in der Nachbearbeitung recht einfach herstellen und dabei viel feiner abstimmen.
Dazu kommt noch, dass diese Mist-Filter nicht gerade billig sind.

Aber für Portrait-Shooter welche JPEG-only fotografieren oder einfach nicht nachbearbeiten möchten, noch immer die einfachste Lösung.

  • Author
vor 12 Minuten schrieb pit-photography:

Die Abfolge der Belichtungsreihe bei der OM-1 (auch OM-3) sind zusammen mit dem OM-System/Olympus-Objektiven sehr schnell, dass die Verschiebung der bewegten Motive sehr gering ist, auch dank elektronischem Verschluss.

Meist reichen 3er-Belichtungsreihe (-2, 0 und +2 EV) völlig für das Zusammenrechnen aus. Vorausgesetzt, die Belichtungszeiten sind kurz.

Denke, dass Nikon und Sony bei Belichtungsreihen dem in nichts nachstehen, werde ich aber bei Gelegenheit ausprobieren. Was allerdings deutlich schneller sein wird ist focus stacking, Nikon Z8 schafft 5 bps, bei A1 und A9 III weiß ich die Zahl gerade nicht auswendig, hat auf jeden Fall immer gereicht, wenn es darauf ankam.

 

vor 18 Minuten schrieb w864:

Genau das würde ich nicht. Wenn ich einen Mist-Filter vor der Linse habe, dann habe ich den Effekt drin und bekomme den nie mehr raus. Der ist sozusagen permanent.

vor 5 Minuten schrieb MFT_User:

In der Videografie verwendet man die recht gerne, speziell Youtuber - Talking Heads...
Aber für die Fotografie finde ich sie im elektronischen Zeitalter wirklich überflüssig.
Diese Effekte kann man heute in der Nachbearbeitung recht einfach herstellen und dabei viel feiner abstimmen.
Dazu kommt noch, dass diese Mist-Filter nicht gerade billig sind.

Aber für Portrait-Shooter welche JPEG-only fotografieren oder einfach nicht nachbearbeiten möchten, noch immer die einfachste Lösung.

Auch da stimme ich zu, letztlich ist das eine Frage der Geschmacksache. Ich bin es gewohnt und finde es komfortabler mit Filtern zu arbeiten und die Bild-Idee im Kopf möglichst "in cam" fertig umzusetzen. Das schöne bei der Fotografie ist, es gibt bis auf sehr wenige Ausnahmen kein richtig oder falsch. Jeder hat seinen eigenen Workflow, gleichzeitig ist es aber wichtig, sich auszutauschen und immer offen zu bleiben.

 

Schönen Abend und ein schönes Wochenende!

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