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Astrofotografie Belichtungszeit + Startracker

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Hallo zusammen!

Ich fotografiere hauptsächlich Astrolandschaft mit der E-M1 III und habe mir kürzlich das m.zuiko 40-150 mm f2.8 Pro zugelegt. Laut PhotoPills hab ich hier bei 150 mm f2.8 eine max. Belichtungszeit von 0,7 sec., bei z.B. f4.0 wären es 0,8 sec.. Jetzt verstehe ich ehrlich gesagt nicht, wie die längere Belichtungszeit bei kleinerer Blende zustande kommt. Mal abgesehen davon, dass ich wahrscheinlich die ISO gar nicht so hoch schrauben könnte, dass es ein ansehnliches Bild ergeben würde.

Vielleicht kann mir das jemand erklären? Ich steh vermutlich auf den Schlauch.

Durch die sehr kurze Belichtungszeit bei 150 mm Brennweite von 1,4 sec. (wenn ich es nicht so genau nehme) überlege ich mir gerade z.B. einen iOptron SkyTracker Pro zuzulegen. Wie lange kann ich denn hiermit dann max. belichten? Die doppelte Zeit? Kann man das vorab sagen? 3 sec. lohnen sich dann ja auch nicht wirklich, oder hat hier jemand Erfahrung oder sogar Beispielbilder?

Vielen Dank für eure Antworten!

Gruß, Nicole

Genau genommen darf man aus meiner Erfahrung bei 150mm Brennweite nur maximal 0,3 Sekunden belichten wenn man wirklich runde Sterne haben möchte. Mit der Blende hat das nichts zu tun. Dann müsste man aber abhänging von der Helligkeit des Sternhimmels vor Ort und der gegebenen Blende 2,8 mit der ISO in extrem hohe Bereiche gehen um ein ausreichend helles Bild zu bekommen. Daher ist es eigentlich unabdingbar einen Star Tracker zu verwenden. Wenn man diesen ausreichend genau auf den Himmelspol (Drehachse der Erde) ausgerichtet hat, hängt die maximale Belichtungszeit nur noch von der Nachführgenauigkeit des Trackers ab. Ich besitze den Move Shot Move Nomad Star Tracker und fotografiere mit dem Samyang 135mm Objektv und kann mit dieser Kombination so um dei 15-20 Sekunden belichten. Ich kenne den iOptron jetzt nicht aus der Praxis, aber er scheint tragfähiger und möglicherweise präziser zu sein, so dass damit wahrscheinlich maximale Belichtungszeiten um die 30 Sekunden möglich sein sollten.

Am 2.11.2025 um 11:51 schrieb Designerlein:

Astrolandschaft

Photopills gibt Belichtungszeiten an, wo man Sterne noch als Punkte und nicht als Striche erkennen kann, weil die Erddrehung dieses Verwischen verursacht. Das ist so ähnlich wie mit den Belichtungszeit Angaben für freihändiges Fotografieren, wo du mit kurzen Brennweiten immer mehr Vorteile hast wie mit langen Brennweiten. Auch wenn du die Kamera auf einem Stativ hast, verwackelt die Erde durch ihre Drehung dein Bild in die gleiche Richtung durch die Erddrehung. Je größer der Bildwinkel, desto weniger werden diese Spuren sichtbar, je kleiner der Bildwinkel wie bei deinem Objektiv, das in den Telebereich geht, desto stärker sieht man die Erddrehung anhand von Sternenspuren. Willst du diese Spuren nicht mehr haben, musst du deine Kamera entgegen der Erdbewegung ausrichten. Ähnlich wie der Stabi deiner Kamera bei Freihandaufnahmen.

Ich habe für diverse Experimente auch den Move Shot Move Nomad Star Tracker, der wie alle anderen Star Tracker die Erddrehung ausgleicht. Allerdings nur, wenn du ihn exakt positioniert hast. Theoretisch kannst du damit unbegrenzt in Bezug auf Erddrehungsbewegung aber zumindest extrem lange belichten. Je schlechter die exakte Ausrichtung, desto früher kommt es zu den gleichen Problemen, wie wenn du ohne diesem Hilfsmittel arbeiten würdest.  Diese Ausrichtung benötigt einiges an Übung. Schaue dir bei deinem Zielprodukt vorher an, wie du mit deinem Wissen die Ausrichtung bewerkstelligen könntest!

Ein zweites Thema ist das Gewicht von Kamera und Objektiv, die der Motor des Startrackers ausgleichen kann. Deine E-M1 III mit  m.zuiko 40-150 mm f2.8 Pro hat rund 1,5kg. Der iOptron SkyGuider Pro wird bis 5kg empfohlen, also bei dieser Kombination kein Problem.

Zu guter Letzt stellt sich für mich die Frage, wie scharf muss der einzelne Punkt eines Nebels sein?
Vielleicht darf ein Nebel auch nebelig verwischt sein?

Edited by turbok

Gute Erklärung @turbok. Die maximalen Belichtungszeiten ohne Nachführung habe ich mal getestet mit dem Samyang 135mm und dem Olympus 75mm und bin da auf 0,4 und 0,6 Sekunden gekommen. Dies gilt für den Bereich um den Himmelsäquator wo die Bewegung der Sterne am stärksten ist. Je weiter nördlich oder südlich davon desto länger kann man wiederum belichten weil dann die Bewegung immer langsamer wird.

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