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Baukunst

Olympus-Uwe
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Früher wurden schöne Häuser gebaut, die heute noch für ein Foto gut sind. Gesehen in Konstanz am Bodensee.

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Recommended Comments

Im Prinzip hast du recht. Mancher Bau in der Post-Bauhaus-Ära ist so grausig unschön, dass er sofort abgelichtet werden muss. Für ein Kalenderblatt auf dem Abriss-Kalender (den es tatsächlich gibt). Es gibt freilich immer auch wieder moderne Architektur, die sich weder einem Diktat "nur keine Schnörkel" beugt noch Arabesken anbringt, um eine Arabeske angebracht zu haben. Richtig gut finde ich diese Architektur dann, wenn sie auch noch deutlich macht, dass der Architekt darüber nachgedacht hat, in welchem Umfeld das Gebäude steht. Was nützt ein protzig-eitler Bau in der putativen Formensprache des 24. Jahrhunderts, wenn jeglicher Bezug zu den kleinen Fachwerkhäusern links, rechts und gegenüber dieses Bauwerks fehlt? So ganz genau wissen wir ja auch nicht (ohne die Baugeschichte einer Stadt eingehend studiert zu haben), ob wir heute in Städten, deren verbliebene historische Architektur uns anspricht, nicht nur ein "best of" sehen. So wird es in einigen Jahrhunderten evtl. auch den Bauten aus dem ausgehenden 20 Jhd. gehen, wer weiß. Das Gebäude hier ist meines Erachtens in Wahrheit eher ein Problemfall aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert (vermute ich). Es ist ein "fake", weil in Zuckerbäckermanier munter Stilelemente verschiedener Zeitepochen zusammengebacken wurden (hier z.B. neugotische Dachgeschossfenster über der eher renaissancehaften Fenstergestaltung im darunter liegenden Geschoss; Türmchen, die ein wenig an Wehrerker mittelalterlicher Burgen erinnern und v.a. mehr). Was mir fehlt bei diesen Gebäuden ist das darüber Hinausreichende, eine übergreifende Idee. Das unterscheidet diesen "Baustil" vom Klassizismus, der ja auch munter andere Baustile zitiert. Gleichwohl ist natürlich auch diese Bauweise letztlich etwas Eigenes und im Übrigen auch eine Form von Integration: Baustilratatouille. Insoweit ist dieses Bild sogar ein Beitrag zum Monatsthema. Fotografisch bieten auch diese Objekte ihren - sehr anspruchsvollen - Reiz: Wie schafft man es, auf möglichst wenig Raum das Sammelsurium der Baustile als prägende Eigenschaft dieses Gebäudes in den Fokus zu rücken und gleichzeitig eine spannende Vision fürs Ganze zu vermitteln? HG Albrecht

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