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Wantmore78

E-M 5 Mark II - Änderung des Filmdateityps möglich?

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Hallo Zusammen,

die Weihnachtszeit bietet viele Möglichkeiten, die Kamera richtig zu testen. So habe ich mich an Filmaufnahmen mit meiner E-M5 II gewagt - und gleich Probleme bekommen.

Was ist passiert? Zum einen wurden alle Dateien als .mov aufgenommen. Ich gehe davon aus, dass es sich dabei ähnlich wie .raw um "Negative" handelt, die ich erst in .mpeg, .mp4 oder.avi entwickeln muss.

Zum anderen habe ich mehrere Dateien pro Film. Ca. aller 5 Minuten endete eine Datei und eine neue wurde aufgenommen. Jetzt müßte ich 3 Dateien aneinander schneiden, um 15 Min Film komplett anzuschauen.

Meine Fragen: 1) Wie kann ich den gewünschten Dateityp ändern? Geht das überhaupt bei der E-M5 II? 2) Was muss ich tun oder einstellen etc, damit ich eine Datei pro Film erhalte. Egal wie lang dieser ist.

Danke schon mal vorab für eure Tips.


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Zum einen wurden alle Dateien als .mov aufgenommen. Ich gehe davon aus, dass es sich dabei ähnlich wie .raw um "Negative" handelt, die ich erst in .mpeg, .mp4 oder.avi entwickeln muss.

Nicht wirklich. “MOV” ist ein Containerformat, das ursprünglich mit der Quicktime-Software von Apple assoziiert war, inzwischen aber weit verbreitet ist. MOV-Dateien können Video- und Audiodaten in diversen Formaten enthalten. Gängige Programme wie VLC oder mplayer können die allermeisten MOV-Dateien direkt abspielen, auch solche aus Olympus-Kameras.

MP4 ist ein anderes Containerformat, das auf MOV aufbaut. Tatsächlich entspricht die Struktur von MP4 genau der von MOV, aber nicht alle Codecs, die MOV unterstützt, sind bei MP4 gültig. Wenn man eine MOV-Datei hat, die nur Daten mit von MP4 unterstützten Codecs enthält, kann man sie “umwandeln”, indem man (auf dem PC) die Endung des Dateinamens ändert.

Leider ist es bei MOV-Dateien aus der E-M5 II nicht ganz so trivial, da die Audiodaten im unkomprimierten PCM-Format enthalten sind, und das ist dummerweise kein in MP4 erlaubtes Format. Wenn man aber ein Programm wie ffmpeg zur Hand hat (immer eine gute Idee), dann ist die Konvertierung auf dem PC leicht mit einem Kommando wie

ffmpeg -i film.mov -vcodec copy -acodec aac film.mp4

Der Video-Codec “copy” läßt die H.264-codierten Daten des Videostroms so, wie sie sind, und der Audio-Coded “aac” überführt die unkomprimierten Audiodaten ins komprimierte AAC-Format, das in MP4-Containern erlaubt ist. Da die Videodaten nicht umcodiert werden müssen, geht das sogar ziemlich flott.

Zum anderen habe ich mehrere Dateien pro Film. Ca. aller 5 Minuten endete eine Datei und eine neue wurde aufgenommen. Jetzt müßte ich 3 Dateien aneinander schneiden, um 15 Min Film komplett anzuschauen.

Wie Wolfgang schon korrekt anmerkte, liegt das am “All-Intra”-Modus. Bei modernen Video-Codecs wie H.264 stehen im Datenstrom allermeistens nur die Unterschiede von einem Bild zum nächsten, was vernünftig ist, da sich von Bild zu Bild in der Regel gar nicht so viel ändert. Nur gelegentlich wird mal ein Vollbild abgespeichert. Das ist bei der Wiedergabe kein Problem, aber macht es vergleichsweise aufwendig, gezielt Einzelbilder zu rekonstruieren, wenn man im Film beliebig hin und her springt (etwa beim Editieren). Der “All-Intra”-Modus verzichtet auf das Speichern von Unterschieden und legt jedes Bild als Vollbild ab, was natürlich das Hin- und Herspringen bequemer macht, aber katastrophal für die Dateigröße ist.

Da einzelne Dateien auf SD-Karten mit FAT-Dateisystem nicht beliebig groß werden können (spätestens bei 4 GiB ist Schluss), muss die Kamera hin und wieder eine neue Datei anfangen. Im “All-Intra”-Modus, wo nicht komprimiert wird, passiert das vergleichsweise flott.

Unabhängig davon hat auch die E-M5 wie die meisten Digitalkameras eine künstliche Begrenzung der maximalen Länge eines Video-Clips auf 29 Minuten. Das ist nicht primär eine technische Einschränkung, sondern liegt daran, dass Kameras, die längere Videos aufnehmen können, beim Import in die EU als “Camcorder” gelten und mit einem höheren Zoll belastet werden. Die Kamerahersteller gehen aber davon aus, dass die meisten Kunden sowieso nicht so lange Videos drehen wollen, und ziehen es vor, weniger Zoll zu bezahlen, so dass ihre Produkte billiger und damit im Markt attraktiver werden. (Außerdem gibt ihnen das die Gelegenheit, spezielle “Kino”-Versionen ihrer Kameras zu verkaufen, die teurer sind und u.a. diese Einschränkung nicht haben.)

Anselm


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Vielen Dank für die ausführlichen Erklärungen.

Natürlich kommen die nächsten Fragen. Wie stell ich dieses "All Intra" aus, wo finde ich das? Könnte ich die Speicherkarte nicht von FAT 32 auf NTFS formatieren? Oder unterstützt das die E-M 5 II nicht?


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Natürlich kommen die nächsten Fragen. Wie stell ich dieses "All Intra" aus, wo finde ich das?

Im K-Menü unter “Movie Specification Settings” (oder was immer das auf Deutsch heißt). Man kann dort vier verschiedene Qualitätsstufen konfigurieren, wobei man jeweils die Wahl hat zwischen HD (720p) und FHD (1080p) und daneben jeweils zwischen “SF”, “F”, “N” und “A-I”; letzteres steht für “All-Intra”

Könnte ich die Speicherkarte nicht von FAT 32 auf NTFS formatieren? Oder unterstützt das die E-M 5 II nicht?

Nein, die E-M5 II unterstützt nur FAT32 als Dateisystem und kein NTFS. Alles andere wäre auch taktisch unklug, denn SD-Karten werden – jedenfalls der Sage nach – für FAT-artige Dateisysteme optimiert in dem Sinne, dass die besonders viel benutzten Datenblöcke am “Anfang” der Karte, wo üblicherweise die FAT liegt, beim “Wear Leveling” bevorzugt werden, damit sie nicht so schnell unbrauchbar werden. Natürlich spricht prinzipiell nichts dagegen, eine SD-Karte (auf dem PC) mit einem anderen Dateisystem zu formatieren, nur muss man sich dann nicht wundern, wenn sie nicht so lange hält, weil das Betriebssystem auf ganz anderen Stellen der Karte heftig herumrödelt.

Außerdem ist NTFS ein ziemlich kompliziertes Dateisystem, das ein Kamerahersteller bei Microsoft lizenzieren müßte. Das heißt, es belegt riesige Mengen Platz im Flash-ROM für die Firmware, den man auch für Nützlicheres gebrauchen kann, und die Lizenzkosten treiben den Preis der Kamera in die Höhe. Die FAT-artigen Systeme dagegen können alles, was man für eine Digitalkamera braucht, sie sind sehr (um nicht zu sagen zu) simpel, recht gut verstanden und es gibt frei verfügbaren Code, um sie zu verwalten. Nur bei (extra großen) SDXC-Karten ist das proprietäre exFAT üblich, wo Microsoft den Klingelbeutel aufhält, weil noch ein paar Patente dafür aktiv sind.

Anselm


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