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Maschine



Dampfgetriebener Generator im Technoseum Mannheim.

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Bildinformationen

Aufgenommen mit OLYMPUS CORPORATION E-M10MarkII

  • 15 mm
  • 1/15
  • f f/4.5
  • ISO 200
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Empfohlene Kommentare

Ja, dieses Teil begeistert mich immer wieder. 

Allein die ausgeklügelte Mechanik der Ventilsteuerung. Ich frage mich oft, ob die Ingenieure damals Spielraum für Ästhetik hatten, oder ob man das nur nostalgisch verklärt.

klb20210823-technoseum-214b.jpg

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Nieweg

Geschrieben (bearbeitet)

vor einer Stunde schrieb Bluescreen:

Allein die ausgeklügelte Mechanik der Ventilsteuerung. Ich frage mich oft, ob die Ingenieure damals Spielraum für Ästhetik hatten, oder ob man das nur nostalgisch verklärt.

Für System und Geometrie z.B. der Ventilsteuerung gibt es funktionsbedingte Vorgaben und für die Ausführung der Mechanik hat man auf bekannte Grundformen der Maschinenelemente zurückgegriffen; zum Teil mussten allerdings neue erfunden werden. So eine Ventilsteuerung ist tatsächlich kompliziert und es musste eine Menge von gedanklichen Überlegungen in die theoretische Analyse der Vorgänge und zu prinzipiellen Lösungen und möglichen Ausführungen hineingesteckt werden. Das war oft wegweisende Pionierarbeit der Ingenieure.

Das Design-Prinzip war selbstverständlich 'form follows function', aber Gesamterscheinung und Detail-Gestaltung  folgten auch schon dem damaligen Lebensgefühl, dass Technik, so neu sie vielleicht war, auch schön und ästhetisch sein soll.

Die Herstellung einer solchen Maschine erfolgte in Einzelfertigung, und bekannte Formungsverfahren waren Gießen und Schmieden und dann die spanabhebenden Verfahren Drehen und Fräsen, Stoßen. Ausgeklügelte (Computer-!) Berechnungsverfahren, insbesondere zur Dimensionierung der Bauteile, CAD-Design, CNC-Maschinen etc. waren damals noch nicht bekannt - von 3D-Finite-Elemente-Spannungs-, Dauerfestigkeitsanalysen und Ermüdungsrechnungen etc. ganz zu schweigen; im Materialbereich standen hochfeste und hochtemperaturfeste Stähle oder gar exotische hochlegierte Materialien noch nicht zur Verfügung. Insoweit war aus Sicherheitsgründen Überdimensionierung keine Seltenheit. Der Zwang zur unbedingten Miniaturisierung und zum Sparen an allen Ecken und Enden, der Zwang zu einer wirtschaftlichen Serien-/Massenfertigung war nicht vorhanden.

Der Stolz eines jeden Herstellers war es, eine funktionsfähige, zuverlässige, solide und vor allem fortschrittliche und zugleich eindrucksvolle, repräsentative, dem guten Ruf des (namhaften) Herstellers gerecht werdende Anlage zu liefern. Die gelegentliche barocke Formgebung und Detailverliebheit ergaben sich aus diesem Lebensgefühl heraus und waren die natürlichen Berater und Begleiter bei Entwurf, Berechnung, Design und Fertigung.

Der Begriff 'Nostalgie' und die gelegentliche Verklärung dieser Technik als nostalgisch sind eine relativ neue Erscheinung. Unser Staunen und unsere Bewunderung dafür sind allerdings und auf jeden Fall so was von berechtigt.

bearbeitet von Nieweg
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