Am 26.12. war der zu einem Drittel beleuchtete Mond schon im untergehen, als ich von Weihnachtsbesuchen zurückkehrte. Es war auch um 23:00 noch klar, also beschloss ich schnell eine kleine Session am Orion mit Telebrennweite.
Das Feld mit dem 135mm Teleobjektiv ist ja leicht gefunden: Die 3 hellen Gürtelsterne des Orion.
Trotz klarem Himmel war es gemessen (SQM-L 20,20-20,25) recht hell. Damit konnte ich ohne weiteres auf F/2.8 abblenden.
Diese 3 Sterne sind sehr markant, alles Blaue Überriesen mit 25 0000 Grad leuchten sie blau/weiß und sind um vieles Größer als unsere Sonne. Links Alnitak, Mitte Alnilam und rechts Mintaka
Die Sterne in der Umgebung zählen zum offenen Sternhaufen Cr 70 (Collinder 70). Die Ausdehnung ist dabei 3 Grad, die drei Gürtelsterne erstrecken sich über 1 Grad, also doppelter Monddurchmesser.
Mintaka ist dabei der kleinste der 3. Ein Dreifachstern, wobei aber die B Komponente nur +14 mag hat und so gegen den hellen Hauptstern mit +2,4 mag nicht wirklich sichtbar sein wird. Der Abstand zur 3 Komponente C ist 53 Bogensekunden. C hat +6,8 mag, also durchaus machbar, wenn auch schwer.
Der mittlere Stern Alnilam (Epsilon-Orionis) ist der Größte der 3. Er ist auch der Leuchtkräftigste. Der Satellite Hipparcos hat mit Winkelmessung 1995 ein Entfernung von 2000 Lichtjahren gefunden, also gehört nicht wirklich zu den anderen 2. Er hat den 26 fachen Sonnendurchmesser und besitzt 64 Sonnenmassen. Er strahlt mit der Energie von 800 000 Sonnen. Davon ist aber nur ein Bruchteil im sichtbarem Licht. Entsprechen kurzlebig sind solche Sterne. Er wird dann bald zum roten Riesen und als Supernova vergehen und letztlich ein schwarzen Loch bilden. Rechts hinauf beleuchtet der Stern dunkel Staubwolken, was leicht im hellen Halo des Sternes untergeht: Der Reflexionsnebel NGC1990.
Der linke Stern Alnitak (zeta-Orionis) hat eine Helligkeit von +2 mag. Im sichtbaren Bereich ist er 10 000 mal heller als die Sonne. Er hat den 20 fachen Sonnendurchmesser und ist 800 Lichtjahre weit weg. Auch er hat zwei Begleiter, wobei B mit +4,2 mag Helligkeit bei einem Abstand von nur 2,3 Bogensekunden schwer zu beobachten ist. C ist mit 53 Bogensekunden zwar relativ weit weg, aber nur +9,5 mag "hell" geht visuell auch mit kleinerem Teleskop.
Anhand der Sterne kann man hier auch die Grenzhelligkeit für seinen Himmel ableiten:
Die Helligkeit der Sterne liegt nämlich zwischen +1,7mag (Alnilam) und +2,2 mag bei Mintaka. Alnitak hat +2mag: Sieht man also gerade mal zwei, hat man mag +2 Sieht man alle 3 liegt man über +2 mag, denn Mintaka hat +2,2mag.
Bei dunklerem Himmel gibt es noch zwei Sterne: Unterhalb von Alnitak (da wo der Pferdekopfnebel ist) ist 48 Ori (Sigma-Orionis), ein Stern mit +3,8 mag. und unterhalb von Mintaka, 31 Ori hat + 4,7 mag. Wenn man den sieht, ist der Himmel also schon recht dunkel.
Im Orion gibt es jede Menge Staub. Und so sieht man beleuchtet durch heiße helle Sterne viele Reflexionsnebel, und Emissionsnebel da, wo sie den Wasserstoff zu seinem roten Leuchten anregen.
Links oben am Bildrand noch Teile des "Barnards Loop" der großen Bogen links im Orion. Links des Alnitak der Flammennebel und unterhalb steht eine Dunkelwolke in Form eines Pferdekopfs über einem großen Emissionsnebelgebiet.
Links des Pferdekopf Nebel noch ein größerer Reflexionsnebel wie üblich in blau. Oben zur linken Ecke M78, ein großer recht heller Reflexionsnebel. Der als "Caspar der freundliche Geist" bekannt ist.
Kamera die astromodifizierte OM-5. Objektiv: Samyang 135/2 ISO:1250. 153x40 Sekunden
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