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Filmen mit der OMD EM 1 II


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Hallo zusammen,

mir ist aufgefallen, dass es im Netz und auf YouTube wenig brauchbares zum Thema Videographie mit der OMD EM1 II gibt, ganz anders als bei Panasonic Modellen. Mittlerweile gibt es meines Wissens fünf 4K-fähige MFT-Kameras von Olympus (EM 1 II, III, X, EM5 III sowie die E-PL9 - ggf. kann die eine Kamera mehr oder weniger der folgenden Einstellungen einsetzen). Vielleicht kann der eine oder andere seine Erfahrungen mitteilen.

 

Ich habe mal die in punkto Qualität bestmöglichen Einstellungen gefiltert:

- UHD mit ca. 100 MBIT und 24, 25 oder 30 FPS
- C4K mit ca. 237 MBIT und 24 FPS
- FullHD mit ca. 50 MBIT (SF) und 60 FPS
- FullHD mit ca. 200 MBIT (All-Intra) und 30 FPS
- HD mit ca. 100 MBIT (All-Intra) und 60 FPS

Welche Einstellungen wählt ihr? Wieviel MBIT resolutiert in großen Dateien, dafür jedoch auch in weniger Artefakten und besserer Qualität. Aber wo sind die Unterschiede spürbar? Was setzt ihr ein? Ich habe gelesen, dass Cinema4K sehr variabel in seiner Bitrate ist, also nicht konsequent bei 237MBIT - das ist in meinen ersten Tests auch so gewesen. Macht die Geschwindigkeit der Speicherkarte, die Videolänge etc. hier einen Unterschied? 

Dazu gibt es flache Profile und das OMD400, welches lt. YouTube-Videos die Dynamik etwas erweitert, jedoch auch das Rauschen verstärkt. Ich interessiere mich grundsätzlich dafür, Color Grading künftig zu betreiben, aber wenn der Aufwand für den Ertrag zu groß ist, bin ich zufrieden, erstmal sauberes Material zu gestalten. Aber vielleicht eine Frage dazu - mit welchem Videobearbeitungsprogramm bearbeitet ihr eure Videos? 

Zu guter Letzt gibt es noch die Bildstile. Hier kann man die Schärfe, den Kontrast und die Farben anpassen. Gefühlt wirkt das Material im Standard immer etwas überschärft ohne wirklich "crisp" zu wirken - also auch im Cinema4K. Welche Einstellung wählt ihr hier?

Grundsätzlich finde ich die Stabilisierung der Kamera klasse, insbesondere mit dem 12-100 oder dem 7-14 (aufgrund der Brennweite). 

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Hi,
 

das wird wohl daran liegen, dass Olympus im Videobereich der Konkurrenz hinterherhinkt.

Ich nutze generell entweder 4K 30fps oder FullHD mit 60fps (manchmal 120fps mit der M1x oder M1iii) und OM-Log400. Den Film gebe ich dann mit 24fps aus.

Um die Transferrate habe ich mich nie wirklich gekümmert. Hauptsache ist mir, dass die Qualität des Materials passt.

Was die Stabilisierung mit dem 12-100 angeht kann ich dir nur zustimmen - tolles Videoobjektiv!!!

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FHD SF 60FPS reicht mir für fast alle Wiedergabegeräte, Kleinrechnen geht nachher immer noch.

Die Frage ist doch, wie bei den Fotos, für welches Ausgabemedium mit welcher Auflösung machst du das? Und bei Flimmerkisten, ob du den Unterschied zwischen 4K und FHD und HD wirklich sichtbar sehen kannst? Und die meisten glotzen nur noch Handy, maximal PC....  

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  • 2 weeks later...

Hi,

ich bin ganz neu hier, aber ich kann Dir nicht zustimmen, dass man in Youtube nix zum Filmen findet. Wer gute Tutorials zum Filmen mit der OMD EM1M2 hat ist Joseph Ellis aus Texas (https://www.youtube.com/channel/UCHg1eHVqxh0mY7iApQfGDGA). Ich war so frei und hab in auch schon angeschrieben und prompt Tipps von Ihm bekommen. Er nennt die EM1 M2 das Video-Beast. Auch ein paar andere hab ich in Youtube noch gefunden.

Ich mach alles in 4K 25FPS, dass ist zu meinen anderen Geräten am Kompatibelsten (DJI Mavic Pro 2, DJI OSMO Pocket & iPhone 11Pro mit Filmic Pro).

Ich hab mir nich einen Variabeln ND-Filter von Freewell zugelegt, damit ich mit max 1/50 Belichtungszeit filmen kann, das gibt den besten Filmlook, des Weiteren versucht ich so viel wie möglich in OMLog400 zu filme. Hinterher mach ich dann mit FinalCut Pro weiter und das Color Grading mach ich mit Cinema Grade (https://www.colorgradingcentral.com).

Grüße

Stefan

 

 

 

 

 

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Hallo zusammen!

Ich habe in den letzten Tage die EM1 III ausgiebig in Sachen Video getestet und auch verglichen. Da sich die Videofähigkeiten in den letzten 4 Jahren nicht verändert haben, kann man die nachfolgenden Erkenntnisse denke ich auch auf der II-er-Modell beziehen. Nachfolgend mein (natürlich subjektiver) Eindruck:

+ 4K-Videoqualität ausreichend für Projekte wie Familienfilme, Haustiere – also Filme, wo man sich mehr auf die Handlung konzentriert und nicht auf die Detaildarstellung

+ Autofokus sehr zuverlässig. Kein Pumpen, kein Springen.

+ Stabilisierung sehr gut, allerdings nur mit digitaler Unterstützung (IS1)

– Videoqualität bei UHD  (3840 x 2160) sehr schlecht (soft). Sieht irgendwie gar nicht nach richtigem 4K aus. Es gibt nur eine Qualitätseinstellung (100 Mbps). Ich habe verglichen mit Lumix G7, GX85 und DJI Pocket. Alle drei Kameras haben bei UHD eine sichtbar bessere Detaildarstellung.

– Videoqualität bei C4K (4096 x 2160) ist zwar etwas verbessert, aber auch nur ungefähr auf dem Niveau der drei oben genannten Vergleichskameras.

– Das Videobild wirkt insgesamt sehr hart. Sehr viel Kontrast. Leider gibt es keine Möglichkeit, dies in der Kameras zu korrigieren. Man kann nur verschiedene Looks wählen, die aber nur marginale Änderungen bringen.

– Ich habe auch OM-Log 400 ausprobiert. Für das Editieren kann man bei Olympus die entsprechenden Lut-Dateien herunterladen und in das Videoschnitt-Programm importieren (bei mir Premiere Pro). Das Profil ist nicht sehr flach, was noch okay wäre. Da es aber zudem auch nur 8-Bit unterstützt, kann man nachträglich auch nicht mehr viel an Dynamik rauskitzeln.

– Durch das Deaktivieren der digitalen Bildstabilisierung, also Umschalten auf IS2, wird die Detaildarstellung etwas verbessert, da kein 1,19-Crop mehr stattfindet. Allerdings geht dies mit einem wobbelnden Videobild einher. IS2 ist daher aus meiner Sicht nur mit Stativeinsatz brauchbar.

– Wie schon erwähnt ist die Detaildarstellung bei C4K (meinen Eindrücken nach) zwar etwas besser, aber dennoch gerade mal auf dem Niveau von Unter-/Mittelklasse-Hybrid-Kameras. Trotzdem erhält man die doppelte Datenmenge. Soll heißen: 10 Sekunden C4K-Video erzeugen eine Datenmenge von circa 200 MB. Bei den anderen Kameras sind es nur 100 MB – bei gleicher Detailqualität.

– Videodateien werden geteilt, wenn sie 5 GB übersteigen. Es geht zwar kein Filmmaterial verloren, trotzdem bedeutet es Mehraufwand. Das 30-Minuten-Limit wäre mir egal.

– Dass kein 4K50p bzw. 4K60p unterstützt wird, ist enttäuschend. Ich muss aber auch ehrlich sagen, dass ich auch mit 4K25/4K30 leben könnte, wenn diese Modi eine bessere Detail-Qualität liefern würden.

– Möchte man Videos auf Youtube publizieren und die maximal einstellbare Qualität (C4K) nutzen, muss man entweder oben und unten mit einem kleinen schwarzen Balken leben oder Teile des Videobilds an den Seiten wegschneiden.

– Die Bildqualität des Flipscreens ist in meinen Augen nicht sonderlich gut, eine Beurteilung von Videodetails jedenfalls über diesen nicht möglich.

– Auf jeden Fall sollte man sich zwei oder drei zusätzliche Batterien besorgen, wenn man filmen möchte, denn das Filmen benötigt sehr viel Saft. Was auf jeden Fall gut ist, dass man die Kamera über ein Akkupack laden kann. Leider wird aber nur im ausgeschalteten Zustand geladen. 

– Möchte man das Handy-Display als Ersatz nutzen, also über OI.share filmen, muss man mit der Einschränkung leben, dass dann kein 4K unterstützt wird.

Mein Fazit:

Das alles sollte um Gottes Willen kein Olympus-Bashing sein, sondern nur eine subjektive Einschätzung der Videofähigkeiten. Für Fotografen, die maximal hin und wieder auch mal einen kleinen Videoclip drehen wollen und nicht aufs Detail schauen, dürfte die Qualität auf jeden Fall ausreichend sein. 

Man darf halt nicht vergleichen ... Panasonic entwickelt seine Kameras mit Blick auf Videofähigkeiten und schaut dann, dass diese auch möglichst gute Fotos machen. Bei Olympus ist es meinen Eindrücken nach genau umgekehrt. Und da scheinen sie beim derzeitigen Kamera-Konzept bereits mit der E-M1 Mark II einfach an Grenzen gestoßen zu sein, sonst hätten die E-M1X und die E-M1 Mark III sicher auch Video-Verbesserungen erhalten.

Eines möchte ich zum Abschluss aber auch noch einmal betonen: Der Video-Autofokus ist bei Olympus wirklich super.

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Zitat

 Das Videobild wirkt insgesamt sehr hart. Sehr viel Kontrast. Leider gibt es keine Möglichkeit, dies in der Kameras zu korrigieren

Hallo Martin,

danke für deine Testergebnisse, die ich sehr interessant finde und die mir als ziemlicher Laie schon was bringen. Entgegen der Aussage im obigen Zitat denke ich, dass das sehr wohl möglich ist, indem du im SCP die Werte für Kontrast, Schärfe und Sättigung entsprechend anpasst. Oder ist das das, was du mit "Looks" bezeichnest?

Gruß

Wolfgang

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Hallo Wolfgang, mit den Looks meinte ich die Einstellungen „Vivid“, „I-Enhance“, usw. die ich über das Video-SCP erreichen kann. Dort gab zwar auch die Option „Anpassen“, jedoch wurden mir bei Klick auf OK keine Regler zur Verfügung gestellt. Gradationskurve wird leider auch nicht über das Video-SCP zur Verfügung gestellt.

Ich denke aber, dass man selbst durch Herabregeln des Kontrasts die fehlenden Details nicht wird kompensieren können. Man könnte aber natürlich ein etwas ausgewogeneres Videobild OOC erzeugen — wobei das auch mit OM-Log 400 möglich ist.

Kleine Korrektur übrigens zu meinem Beitrag: Die Videodatei wird bereits nach 4 GB gesplittet, bzw. nach circa 3,5 Minuten C4K-Video.

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vor 4 Stunden schrieb MartinV:

mit den Looks meinte ich die Einstellungen „Vivid“, „I-Enhance“, usw.

Hallo Martin,
ich meinte genau nicht diese Einstellungen, sondern die einzelnen Felder für Kontrast, Schärfe und Sättigung, die das SCP bietet. Ich habe dort z.B. Schärfe und Kontrast auf minus 1/minus 2 gesetzt, was dem erzielten Videobild recht gut tut. 
Da ich aber nur recht laienhaft unterwegs bin (auf dem Fahrrad mit der Kamera in der Hand 😉 ), kann ich kaum was Sinníges über Detailverluste sagen. Die Stabilisierung ist zwar sehr gut, aber es wackelt natürlich trotzdem gehörig. 

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  • 8 months later...

Hallo MartinV und olywolle,

ich habe mich in letzter Zeit auch etwas intensiver mit der Video Funktion meiner M1 Mark II auseinander gesetzt (Lockdown macht's möglich), obwohl ich eigentlich sonst nur Fotos mache. Ich kann den Eindruck von Martin nur bestätigen. Über Olympus OM-D Video Optimierung findet man fast nichts, auch die üblichen Olympus "Botschafter" schweigen sich zu diesem Thema aus. Aber auch sonst ist das Thema auf YouTube sehr schwach repräsentiert. Die VLogger-Szene bringt gefühlt tausende Videos zum Thema "wie mache ich das beste Video", trotzdem ist bei Olympus Hardware sehr schnell Funkstille. Und wenn sie etwas sagen, dann nur, dass sie gerne eine Kamera mit den Autofokus Features der Olympus und dem Video Processing der Panasonic hätten.

Ich habe stundenlang versucht, die verfügbaren Video Optionen durchzuprobieren und habe dabei auf den "aha" Effekt gewartet. Aber ich habe keine Einstellung gefunden, die "run-and-gun" Shootings mit vernünftiger Qualität ermöglicht. Ich komme immer wieder auf die Effekte, die auch MartinV oben beschrieben hat.  Die Tests die ich gemacht habe, haben am Grundproblem des "unruhigen" und schwammigen Codecs nichts geändert. Die Videos sind bei mehr Bewegung im Bild einfach nicht angenehm anzusehen, anders kann ich das leider nicht beschreiben.

Sobald man seine Shots im voraus plant, gutes Licht hat und mit Stativ arbeitet, ist die Qualität bei c4k Videos gut. Für den schnellen Dreh auf Events oder auf Reisen sind die Ergebnisse speziell auf FHD für mich sehr unbefriedigend, obwohl der Stabi gut funktioniert.

Mit Picture Mode on, ist flat die einzige Einstellung, die "out of the box" vernünftige Farben bringt, das bestätigt auch Joseph Ellis. Dafür ist die Kontrastverteilung nicht optimal und erfordert wieder Postprocessing. Der Log Modus ist eine Schummelpackung und bringt für den 8bit Output der Olympus gar nichts.

Mit Picture Mode off (die Benennung mancher Menüpukte dürfen bei Olympus offenbar nur Praktikanten nach einer durchzechten Nacht machen) gibt es hunderte weitere Picture Mode Optionen in Kombination mit Schärfe und Kontrast Einstellungen. Dort habe ich das Testen aber aufgegeben, es sind einfach zu viele Möglichkeiten. Hier liegt sicher noch einiges an Potenzial weil man auch die Kontrastkurven und die Farben justieren kann.

Mein Ziel war es, halbwegs gute FHD Videos zu machen. Das 4K post processing ist mir einfach zu aufwändig und ich haben nicht einmal 4k Monitore, TVs oder Beamer im Einsatz. Derzeit verwende ich FHD mit A-I Codec bei 30 FPS im picture mode 1 (flat) ohne Noise Filter. Im Vergleich zu c4k (und sogar 4k) ist das aber nach meinem Empfinden trotzdem deutlich schlechter (skaliert auf FDH natürlich), weil der Videoprozessor offenbar auf c4k Output optimiert wurde. Dort gibt es auch keine weiteren Codec settings mehr. Was ich jetzt meistens mache, ist in c4K 30p aufzunehmen und dann auf FHD zu transcodieren und dabei zu croppen.

Eine Wohltat ist es, einen externen Video-Recorder an den HDMI Ausgang zu stecken. Dort sind FHD Videos super. Allerdings bin ich kein Filmemacher mit eigenem Rig und daher ist das keine sinnvolle Option für mich. Es zeigt aber, dass Olympus (für 2020) offenbar immer noch keinen state of the art Videoprozessor im Programm hat. Ist aber auch ok, dafür macht sie super Fotos und in vielen Fällen bringt mir ein aktuelles Smartphone immer noch die besten Videos "on the go".

Für Tipps und Erfahrungen, was man bei der M1 noch für gute FHD Videos optimieren kann wäre ich sehr dankbar.

 

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  • 2 weeks later...

Ich möchte noch über das "Ergebnis" meiner persönlichen Analyse zum Thema Filmen mit der Olympus M1 (bzw. wohl generell mit SLR/DSLR) berichten.

TL;DR: Es liegt nicht an den falschen Einstellungen. Wer eine gute Alltags Videokamera im Amateurbereich braucht, sollte SLR/DSLR Videokameras vergessen und bei einem Camcorder bleiben.

Ich habe einen über 5 Jahre alten Panasonic Camcorder für ca. 500 Euro, mit dem habe ich viele Sportvideos ohne Stativ von der Tribüne in Full HD 50p gemacht. Die sind absolut passabel und erreichen einen sehr guten Gesamteindruck, bei dem die Olympus M1einfach nicht mitkommt. Dafür würde man einen 4k 50p Modus brauchen, den man nachträglich im Editor in einer FHD Timeline bearbeitet. Der zehnfache Aufwand und im Ergebnis sicher auch nicht wesentlich besser (und da rede ich noch gar nicht von Zoom- und Fokusproblemen).

Die Langversion: Der entscheidende Aspekt für die erreichbare Qualität eines Videos mit der Olympus M1 (und auch generell mit SLR/DSLR Kameras) ist nach meiner Meinung der Anwendungsfall und die Aufnahmesituation, in der das Video aufgenommen wird. Unter Anwendungsfall würde ich grob vier Bereiche unterscheiden:

  1. Talking Head (massig auf YouTube vertretene Videoart)

  2. Architektur und Landschaften

  3. Events

  4. Action

Unter Aufnahmesituation verstehe ich einerseits Videos mit Regieführung (d.h. Licht, Abläufe, Bildführung etc. können geplant und beeinflusst werden) und anderseits Live-Videos (d.h. wenig bis keine Parameter können in einer Szene beeinflusst werden).

1) Der Anwendungsfall Talking Head mit Regieführung ist sicher eine der großen Stärken von SLR/DSLR Kameras und auch die M1 schlägt sich hier gut, weil der Bildausschnitt statisch ist. Auch für das Live Vloggen funktioniert das ganz gut, da sich der Stabi auf das fix und großflächig im Bild befindliche Gesicht konzentrieren kann. Das Problem ist, dass ich kein Youtuber bin und ich daher keine Videos dieser Art produziere. Daher nützt mir diese Stärke nichts. Man kann die M1 allerdings live für online Video-Konferenzen verwenden (mit USB-Treiber Software oder Video-Grabber Karte). Ist im Normalfall ein Overkill, aber für Leute, die im beruflichen Umfeld eine hochqualitative Videoübertragung benötigen durchaus eine Option.

2) Im Bereich Architektur und Landschaften muss man die viel zitierten Regeln für die Bildführung (maximale Geschwindigkeit für Schwenks) und Aufnahmeeinstellung (180° Verschluss-Regel) beachten, passende ND-Filter und (für Schwenks) ein Stativ verwenden und schon bekommt man sehr brauchbare Aufnahmen. Hier habe ich super Ergebnisse mit der M1 erzielt. Pluspunkte sind auch Dinge wie Time Lapse.

3) Bei Events beziehe ich mich nur auf Aufnahmesituationen mit fixer Kameraposition und meist auf Stativ (z.B. vor einer Bühne, Altar oder einem definierten Hintergrund). Die funktionieren grundsätzlich ebenso gut wie in den Bereichen (1) und (2), weil der Bildausschnitt überwiegend statisch bzw. sehr kontrolliert ist. Hier erachte ich SLR/DSLR aber für längere Events als ungeeignet, weil diese Kameras nicht für lange Aufnahmen ausgelegt sind (30 Minuten Aufnahmebeschränkungen, mögliche Temperaturprobleme, mangelnde Akku-Leistung). Das ist grundsätzlich zu bewältigen, aber in kritischen live Situationen einfach sehr riskant.

4) Im Bereich Action muss man sich damit abfinden, dass man nur mit kompetenter Regieführung und umfangreicher Ausrüstung gute Ergebnisse erreichen wird. Ohne Gimbal, einer optimierten Bildführung in sorgfältig geplanten Szenen, geeigneten Objektiven sowie der entsprechenden Nachbearbeitung wird das mit einer SRL/DSLR nichts. Hier ist sehr viel Erfahrung und Aufwand notwendig. Ob das eine Stärke der M1 ist würde ich bezweifeln, darüber findet man im Internet sehr wenig.

Und damit komme ich zum letzten Bereich, den Live Action Videos. Das war für mich überraschenderweise der Bereich, in dem ich eine Video Kamera zu 90% verwende, ich hatte nur nie genauer darüber nachgedacht. Was ist "Live Action"? Kinder beim Spielen, Filmen am Sportplatz, Geburtstagsfeier, Wanderungen, unterwegs mit dem Hund, Skifahren etc. Also eigentlich fast alle Alltagssituationen. Und genau dafür sind SLR/DSLR Hybridkameras leider schlecht geeignet. Die Olympus M1 ebenso, aber ich denke, das gilt für die ganze Klasse von Hybridkameras dieser Preisklasse, egal welcher Hersteller.

Warum ist das so? Ich denke, dass die Gründe in technischen Limitationen der Prosumer Hybridkameras zu finden sind. Die Bildprozessoren sind einfach zu schwach, um den Datenstrom eines 20 Megapixel Foto-Sensors in Action Szenen zu bewältigen. Die Hardware-Skalierung der Daten von einem Foto-Sensor auf die die Standard Video-Formate erfordert eine Rechenleistung, die diese Prozessoren nicht bringen. Bei genauer Betrachtung von Videos in einer 100% Darstellung fällt sofort auf, dass diese verwaschen und unscharf sind. Sobald man nachträglich die Auflösung mit einem guten Skalierungsfilter um 50% reduziert, werden die Bilder so scharf wie sie sein sollten. D.h. für gute FHD Videos benötigt man 4k Ausgangsmaterial. Zusätzlich kommen noch der Rolling-Shutter Effekt, der Stutter-Effekt und der Wobbel-Effekt bei bewegten und stabilisierten Bildausschnitten, weil die Sensoren und die Prozessoren nicht performant genug sind. Eine gute digitale Filmkamera hat einen Sensor, der auf die Ziel-Auflösung und die Auslesung für Videobilder mit hohen Frame-Rates optimiert ist. Nur würde niemand eine Hybridkamera kaufen, die unter 10k Pixel Foto Auflösung hat, daher gibt es solche Kameras nicht.

Mit dieser Erkenntnis habe ich das Thema Video bei der Olympus M1 für meine Anwendungfälle wieder zu den Akten gelegt. Diese Kamera sollte man nur dort einsetzen, wo sie ihre Stärken hat. Erkläre mal dem Hund, das er nur so laufen darf, dass die technischen Regeln der Bildführung für "cinematische Filme in 24 fps eingehalten werden. Eine "dynamische" Kameraführung ist im Alltags/Amateurbereich einfach der Standard und das bringen diese Kameras nicht.

 

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... und meiner Meinung nach liegt ein CAM-Corder, bei mir Panasonic, um Längen besser in der Hand als meine M1-II (egal mit welchem Objektiv)

Auch ich verwende die M1 nur für Gelegenheitsvideos wenn ich eh mit Ihr fotografiere, Ansonsten sind auch Smartphones eine starke Konkurenz geworden.

Grüße

tom

 

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