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Workshops und Kurse zur Fotografie - wie sind eure Erfahrungen?


jagabua

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Liebe Olympianer,

 

um zwischen den Technikdiskussionen mal wieder ein fotografisches Thema anzustoßen, versuche ich mal wieder einen genuin fotografischen Gedanken zu formulieren.

 

Ich weiß nicht, wie eure Erfahrungen sind?

Die Workshops, die ich besuchte waren bisher eher enttäuschend.

Warum? Dazu möchte ich ganz kurz etwas ausholen zum Thema Klavierunterricht (weil ich da tatsächlich Expertise habe). Sehr häufig ist es leider so, dass der Klavierunterricht qualitativ nicht besonders hochwertig ist. Wie komme ich zu dieser Einschätzung? Nun ja, mein mit großem Abstand bester Lehrer war mein Klavierlehrer, Prof. Ansgar Janke an der Musikhochschule in München. Prof. Janke verband Klaviertechnik mit den neuesten Erkenntnissen der Sportmedizin und mit Physik. Dabei war er ein echter Meister in der Bewegungsanalyse und in der Versprachlichung von Bewegungsabläufen. D.h. er konnte wirklich zielgenau und äußerst präzise erklären, WIE Klavierspielen funktioniert. Neben der Technik als Grundlage lag aber das Geheimnis seines überragenden Unterricht darin, genau zu entschlüsseln, was einen „guten Anschlag“ ausmacht. Ich setzte den „guten Anschlag“ ganz bewusst in Anführungszeichen, weil das oft als Qualitätsmerkmal für gute Pianisten genutzt wird. Aber was ist nun dieser „gute Anschlag“? Eigentlich nichts anderes als genau zu wissen, welche unterschiedliche Nuancen notwendig sind, um einen schönen Klavierklang zu erzeugen. So gesehen hat Prof. Janke das Klavierspiel etwas „entzaubert“, er hat ihm quasi das „genial künstlerische“ genommen.

 

Zurück zur Fotografie: Habt ihr schon mal einen Workshop besucht, der sich dadurch auszeichnete, dass der Workshopleiter tatsächlich präzise Ansagen machte, um dem Geheimnis eines guten Fotos näher zu kommen?

Meine These zu diesem Thema ist, dass die guten Fotografen ungern oder gar nicht das WIE weitergeben wollen oder auch manchmal nicht können. Es mag ja durchaus sehr gute Fotografen geben, die gar nicht bewusst wissen, wie sie ein gutes Bild machen. Da wird es mit dem Weitergeben natürlich schwierig. Dieser Typ von Fotografen ergiesst sich dann in pseudokünstlerischen Ergüssen, die den Amateur nicht weiterbringen. Interessant wären also die Fotografen, die sehr genau wissen, was sie tun.

 

Mein Wunsch: Vielleicht können wir ja hier mal bündeln, ob es wirklich gute Fotografielehrer gibt, die einerseits gewillt sind und anderseits auch dazu in der Lage sind, Fotografie zu lehren.

 

Ging jetzt irgendwie nicht kürzer, aber ich finde das einfach eine spannende Frage. Freilich, leichter lässt es sich über Datenblätter diskutieren, aber vielleicht finden sich ein paar Interessierte, die diese Diskussion mit Leben füllen können?

 

Mit vielen Grüßen aus dem Bayerischen Wald

Und allzeit gut Licht!

 

Stefan

Nicht benannt.png

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Vor 1,5 Jahren habe ich eine Woche mit Harald Mante "verbracht". Eine sehr interessante Woche, für mich ist es immer ein Unterschied, ob ich lese oder sehe und höre.

Von '21 bis '22 habe ich eine Masterclass bei Andreas Herzau belegt. LEIDER ist er vor kurzem verstorben, die Diskussion, was ein gutes Foto ausmacht, waren klasse, wenn auch nicht an bestimmten Merkmalen festlegbar.
Bei ihm ging es eher darum, ein eigenes Thema zu bearbeiten und die passenden Bilder zu machen und zu legen.
Ein tolles Jahr, das mich sehr angespornt hat.

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Ich habe vor einigen Jahren VHS-Kurse zu unterschiedlichen Fotografie-Themen besucht und zwei Fotoreisen (Namibia/Bretagne) mitgemacht.

Das Problem bei solchen Gruppenveranstaltungen war im allgemeinen nicht der Dozent, es war eher, dass die Gruppe nicht homogen ist.
Der Wissensstand, das Equipment, die Herangehensweise an die Fotografie ist bei solchen zusammengewürfelten Gruppen meiner Meinung nach das größte Problem.
Meist wird dann notgedrungen auf die Probleme der "Anfänger" eingegangen und der Rest muss sich um sich selbst kümmern.

Von daher sind wahrscheinlich - wie vielleicht auch beim Klavierunterricht - ein Einzelcoaching oder ehrliche (!) Bildbesprechungen mit anderen Fotografen, deren Aufnahmen einen ansprechen, zielführender als ein Gruppenworkshop.

Weiterhin gehe ich gerne einfach mit anderen Fotografen auf Tour um dann im Nachgang die Fotos der anderen mit meinen Aufnahmen zu vergleichen. Obwohl alle am selben Ort waren, entstehen immer sehr unterschiedliche Aufnahmen und so komme ich dann ggf. auch zu anderen Foto-Ideen und kann meinen Foto-Horizont etwas erweitern.

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Ich nehm mal an die meisten Teilnehmer hier brauchen keine "wie beherrsche ich meine Kamera" Workshops mehr.

Zitat

"Habt ihr schon mal einen Workshop besucht, der sich dadurch auszeichnete, dass der Workshopleiter tatsächlich präzise Ansagen machte, um dem Geheimnis eines guten Fotos näher zu kommen?"

Ja, hab ich. Ähnlich wie bei deinem Klavierbeispiel kann man schon Gestaltungsregeln formulieren, die sich aus der menschlichen Wahrnehmung ableiten. Hatte schon gute Workshops in denen darauf eingegangen wurde, das kann man dann für alle Fotos anwenden.

Dann hatte ich auch schon Workshops zu Themen wie Portraits, Posen usw., auch nützlich. Oder zu fortgeschrittenen technischen Themen wie High Speed-Fotos, macht auch Sinn.

Am spannendsten sind aber oft Workshops in denen man Zugang zu besonderen Locations oder Events hat (leerer Flughafen bei Nacht, Bunker, ein Tanzevent, ...). Da tritt allerdings oft die Wissenvermittlung in den Hintergrund, da gehts mehr ums machen. Lehrreich ist dann die nachträgliche gemeinsame Bildbesprechung.

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Ich empfehle den Besuch bei einem Fotoclub. Da sollte man sich nicht nur die Vereine um die Ecke anschauen sondern auch mal den Kreis etwas weiter spannen. Was machen die Vereine, wie ist die Ausrichtung. Wettbewerbe, künstlerische Ausrichtung....

Bei uns, Cameraclub Markt Schwaben wird viel und lange diskutiert. Das kann schon mal anstrengend werden. Ist das Bild interessant, berührt es mich..

Wem zeige ich das Bild? 

 

Bildrand beachtet, wo liegt der Punkt der Aufmerksamkeit...

Die eigene Bildsprache...

Und jeder darf sein persönliches Lieblingsbild bei sich zu Hause aufhängen!

LG Christian 

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Wie bereits an anderer Stelle erwähnt waren (sind) Workshops für mich eine Gelegenheit, gemeinsam mit anderen FotografInnen am gleichen Ort zu fotografieren. Der interessanteste und auch lehrreichste Teil dieser Workshops ist die nachträgliche Bilderschau und -besprechung. Es ist immer wieder interessant die Sicht anderer auf gemeinsam Erlebtes zu erfahren. Vorgesagtes gilt im übrigen auch für gemeinsame Touren, die im Rahmen des Forums organisiert werden, wobei dabei in aller Regel auch der Spass nicht zu kurz kommt. Die Bildbetrachtung und -diskussion  erfolgt dann eher online. Ein Beispiel ist unser Besuch bei Leica im letzten Jahr:

PS: Was mir regelmässig auffällt, das bei diesen "Workshops" von den TeilnehmerInnen eingesetzte Equipment ist für die Qualität und Aussagekraft der Bilder recht unerheblich. Das Bild wird vom Kopf hinter der Kamera gemacht.

bearbeitet von ManfredP
PS
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Das ist jetzt fast ein bisschen peinlich, nein ohne fast, aber lies mal: 

Ich habe einige Jahre nebenberuflich als Lektor an Universitäten gearbeitet, dort waren meine Feedbacks meistens deutlich besser als jene, die aus dem reinen Uni-Betrieb gekommen sind. War auch unfair, denn ich hatte neben dem theoretischen Wissen auch die praktische, sehr konkrete Erfahrung in der Anwendung der unterrichteten Methoden. Das war aber nichts gegen meine (leider nur zwei) Auftritte bei der Kinderuni in Wien vor gefühlt hunderten Kindern. Das war richtig geil, weil unmittelbareres Feedback als von Kindern im Alter von 8-14 Jahren kriegt man nicht schnell wo daher.

Ob ich als Co-Leiter beim oben erwähnten Kurs tauge, wird man sehen. Von meinem "Chef" dort, weiß ich, dass er bei Vogelbestimmung einer der besten Österreicher ist (ich ja nicht 🙂, ich kenne dafür Oly-Kameras recht gut) und dass er auch sehr spannende Vorträge halten kann über z.B. die Entwicklung der Vogelfotografie.

Passiv habe ich einmal einen Portrait-Foto-Kurs beim relativ bekannten österreichischen Fotografen Manfred Baumann gemacht. Dort fand ich vor allem seinen Zugang zu den zu Fotografierenden interessant, das Knipsen im Sinne von Kamerabedienen behaupte ich zu können. 

Ich glaube dass jede Methode gut ist, die die Lernenden dabei unterstützt, eigene Wege zu gehen.  Manchmal muss man bei den Grundlagen halt unterstützen, aber schlecht finde ich alle jene, die sich "Jünger" erziehen wollen. Die gibt es auch. 

Das führt jetzt ein bissl weit weg, aber ein sehr interessanter Artikel für mich über Wissenvermittlung ist dieser hier: https://www.researchgate.net/profile/Noboru-Konno/publication/222666807_SECI_Ba_and_Leadership_a_Unified_Model_of_Dynamic_Knowledge_Creation/links/6209b54dafa8884cabe1ea43/SECI-Ba-and-Leadership-a-Unified-Model-of-Dynamic-Knowledge-Creation.pdf?_tp=eyJjb250ZXh0Ijp7ImZpcnN0UGFnZSI6InB1YmxpY2F0aW9uIiwicGFnZSI6InB1YmxpY2F0aW9uIn19

Dabei geht es um (unter anderem, aber das ist für mich der spannende Teil) die Übergänge von implizitem und von explizitem Wissen. Das ist auch bei der Fotografie so. Man kann zwar z.B. vieles zum AF erklären, beschreiben usw., aber manches muss man einfach herzeigen. Das geht nur live

 

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Hallo

Ich habe sehr gute und weniger Gute Erfahrungen gemacht.

Bei Karl Grabherr war ich im Olympus Summit Fotoschule Gesäuse und beim Grundlagenkurs Blitzen mit Systemblitz. Karl kann sehr gut und sehr Verständlich erklären. Seine Philosophie keep it Simple. Funktioniert für mich sehr Gut. Blitzen im Manuellen Modus ohne TTL, ist einfach mit dem nötigen Know how.

Über die Fotoschule Gesäuse war ich noch bei Rupert Kogler, der Kurs hat nicht ganz das gehalten was wir erwartet hatten. Von der Beobachtung zum Motiv. Wir wurden an gute Spots geführt, aber der Weg  zu einer konkreten Bildidee mit Komposition usw wurde nicht wirklich erklärt.

In einem anderen Kurs bei der VHS wurden nur Allgemeinplätze gewälzt.

Sehr gut war auch mein Kurs Streuobstwiesen bei Stefan Imig. Stefan hat konkret erklärt wie sich Brennweite, Blende und Entfernung auf Bildern auswirken. Während des Fototgrafierens wurden Bilder bzgl. Komposition und fototechnisch im Feld besprochen, Er hat sein Wissen an uns weitergegeben. Ich habe sehr Viel gelernt.

Meine Erfahrung sind meist Positiv. Wichtig ist das der Workshopleiter bereit ist sein Wissen und seine Kreativität mit den Teilnehmer zu Teilen.

Viel lerne ich bei der Analyse anderer Bilder, Wenn ich mir die Mühe mache Bilder länger zu betrachten. Die Bauteile zu suchen, Hauptmotiv, Bildaufbau, Schärfentiefe, Fokus, Tageszeit, Wetter, Aufnahmestandpunkt usw. schule ich mein Auge und lerne bewusster zu sehen und Bilder besser zu gestalten. www.100ASA.com bietet dazu  unter Curation ein gutes Werkzeug, durch die Kuratierung sind die Bilder in den Galerien auch sehr hochwertig aber auch sehr vielfältig.

 

Gruß

Gloana

 

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Gutes Thema, wollte ich auch schon mal aufmachen. Aber in letzter Zeit habe ich das vor lauter OM-1.2 aus den Augen verloren.

Ich habe zwei "Trainer" besucht. Einmal Rosl Rösner: https://www.fototrainer4you-rosl-roessner.de/produkt/fotoworkshop-eulen-und-greifvogelfotografie

Der Fokus bei Rosl liegt eindeutig auf dem Schaffen guter Motive und dem frei photographieren (lassen). Rosl hat das top organisiert, Eulen und Greifvögel werden von der Falknerei gebracht und dann wird ein geeignetes Umfeld "gebaut" - das klingt komplizierter als es ist. Meist ist es eine Wurzel oder ein Topf mit Gras, die auf dem alten Gemäuer der Burg aufgebaut werden. Sie selbst macht wenig "Vorschriften", fotografiert selbst viel mit und hat eher die Einstellung: Wenig Bearbeitung, das Bild kommt aus der Kamera. Tolle Veranstaltung, wenn man schon halbwegs weiß, was man tut. Der Kurs geht über 2 Tage (Sa und So).

Peter und Martina Uhl verfolgen einen ganz anderen Ansatz. https://www.fotoschule-des-sehens.de/startneu.php

Dort habe ich zwei Workshops besucht. Einmal Greifvögel auf der Adlerwarte in Detmold Berlebeck und einmal die Eichhörnchen im Bergpark Hannover. Auch dort habe ich ausgezeichnete Photos gemacht. Die Gruppen sind deutlich kleiner - Eichhörnchen sind z.B. nur 4 Leute - und die Workshops viel kürzer, meist nur einen oder einen halben Tag. Dei beiden haben ein sehr umfangreiches Wissen und unglaublich viel Erfahrung. Laut Peter gibt es niemanden im deutschsprachigen Raum, der sich mit ihnen messen kann, was die Anzahl der Kurse angeht - sie sprechen von inzwischen über 3000(!). Die beiden fotografieren selbst nur sehr eingeschränkt mit und stehen lieber zur Verfügung für Fragen. Die Einstellung ist sehr offen - "es gibt kein richtig oder falsch" - und man kann sofort das Ergebnis diskutieren bzw. Tipps zum anders (besser) machen bekommen. Auf der Adlerwarte z.B. hat Peter zu Anfang die Gruppe herum geführt und erklärt, wann welche Vorführungen sind, von wo man um diese Tageszeit die besten Fotos macht, was man dabei beachtet etc. 

Ich habe die Homepage von den beiden immer im Auge jetzt und schau, wenn sich ein Workshop anbietet. Leider findet das meiste bei Hannover statt - das ist weit von mir. Und für diese "Kreativ"-Sachen habe ich auch wenig Bedarf.

Im Übrigen: Wenn jemand gute Kurse im süddeutschen Raum anbietet (Wien ist leider ein bisschen weit 😎) bin ich ausgesprochen dankbar für einen Hinweis. Am liebsten kurz und knackig.

 

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Ich habe auch sehr gute Erfahrungen gemacht ebenso bei Karl Grabherr die Kurse für Belichtung und einen Kurs Architektur fotografieren.

Für den optimalen Ausdruck auf Papier empfehle ich die Kurse bei Fine Art Printer von Hermann Will und Roberto Casavechio. 

LG

ChristianR 

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vor 2 Stunden schrieb ChristianR.:

Ich habe auch sehr gute Erfahrungen gemacht ebenso bei Karl Grabherr die Kurse für Belichtung und einen Kurs Architektur fotografieren.

Für den optimalen Ausdruck auf Papier empfehle ich die Kurse bei Fine Art Printer von Hermann Will und Roberto Casavechio. 

LG

ChristianR 

Karl ist sicher ein sehr akribischer Belichter. Das kann ich nur bestätigen...

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